„Ich komme in Bochum vonne Alleestraße weg“, stellt sich der Erzähler vor, und schafft es vom ersten Moment an, Sympathien zu wecken für die von rauer Herzlichkeit geprägten Menschen aus seinem Umfeld. Diese sorgen dafür, dass er – obwohl Einzelkind und aufgewachsen „in einer Gegend ohne viele Bibliotheken“ – das Wort Langeweile gar nicht kennt. Wie auch, in einer Familie mit Onkel Josef und seine „Else“ (traditionelles Synonym für Gefährtin), an deren Seltersbude beim Stadion sich die Fans kurz vor dem Spiel gerne noch billig Flaschenbier zuführen. Tante „Matta“ (der Ruhrpottmensch spricht das R mitten im Wort nicht gerne) kümmert sich um alles und jeden und sorgt dafür, dass immer saubere Unterwäsche getragen wird. Man könnte ja einen Verkehrsunfall haben und im Krankenhaus landen – mit schmutziger Unterhose!
Wenn Mücke, Pommes und Spüli keine Zeit zum Kicken haben, kommt garantiert der Laberfürst um die Ecke, einer jener Mitbürger, die „von nichts ne Ahnung haben – aber immer große Fresse!“ – und labert ohne Punkt und Komma. Oder Theo erklärt in seinem „Schrebbergarten“ in der Kleingartenanlage Engelsburg, gleich neben dem Aschenplatz von SV Germania, dass im deutschen Fußball auch früher nicht alles so toll war: „Da ham die auch zu achtzig Prozent Scheiße gespielt. Will nur heute keiner mehr wissen“, poltert er – und wenn’s richtig ernst wird, versucht er gar ins Hochdeutsche zu wechseln!