Zum Tanzen bringen
Der vor allem als Theaterschauspieler bekannte Jens Harzer spricht die Rolle des Bankers unglaublich gut. Sein Jasper ist analytisch, die Stimme monoton und manchmal sogar dem Wahnsinn nahe. Dann gibt es aber Passagen, da klingt er erstaunlich souverän, selbstsicher und sogar lebenserfahren. Seine stimmliche Bandbreite wirkt an sich sehr limitiert und reduziert, aber genau diesen schmalen Raum nutzt er voll aus, um den undurchsichtigen Charakter des Börsenhändlers Jasper darzustellen.
Bis man als Hörer die Verbindungslinien der drei verstanden hat, dauert es eine Weile. Dabei hat das Hörbuch dem Roman gegenüber einen großen Vorteil: Die drei Perspektiven werden durch die Sprecherstimmen unterscheidbar, was die ständigen Wechsel zwischen den drei Ich-Erzählern leichter nachvollziehbar macht. Die Handlung kommt zwar zeitweise nur schleppend in Fahrt, weil eine Begebenheit manchmal aus drei unterschiedlichen Blickwinkeln wiedergegeben wird, aber genau diese weitschweifigen inneren Monologe lassen einem auch die Figuren näher kommen. Man kann beinahe Empathie für diese Charaktere empfinden, die sich, jeder für sich, in einer anderen ausweglosen Situation befinden, die von Handlungen anderer abhängen und aus eigener Kraft nicht mehr in die Normalität zurückfinden.
Das Hörbuch Das war ich nicht ist eine unaufwändige, minimalistische Produktion, die ohne Musik und Untermalung auskommt – durch drei Sprecher, die es schaffen, diese kleine Screwball-Komödie zum Tanzen zu bringen.
