Beziehungsprobleme nicht übertüncht
Horst ist, wie er sich selbst charakterisiert, ein Dutzendgesicht, »weder reich noch berühmt«, so dass Groupies bei ihm nicht Schlange stehen. Bemerkenswert ist seine eiserne Entschlossenheit, seine Triebe dennoch abzureagieren. Als nicht eben sehr cleveres Exemplar Mann erlebt er dabei nicht selten eine Abfuhr und macht, auch wenn er ans Ziel seiner Wünsche gelangt, nicht unbedingt eine gute Figur. Manchmal ist das nicht einmal wirklich komisch – aber Robi will die Gefühlskälte in vielen Beziehungen, erst recht im Bereich der käuflichen Liebe, und die Unbeholfenheit in Beziehungsdingen im Zweifel nicht mit einem schnellen Witz übertünchen. Dieses Serienkonzept spricht viele Leser an, wobei auch Vorwürfe einer Verharmlosung der Prostitution abgedruckt werden.
Horst ist zudem eines der wenigen Beispiele für den Erfolg eines deutschen Kreativteams, der sich nicht in einem Buch oder Album erschöpft. Welchen Beitrag Robi mit seinen Storys dazu leistet, wurde eben angedeutet. Aber auch Geiers Grafik hat da ihre Meriten. Seine Zeichnungen sind glatt genug, um ein größeres Publikum ansprechen zu können, bewahren jedoch einen individuellen Ausdruck, der die Comics von Massenprodukten abhebt. Zudem gelingt ihm eine überzeugende Mischung aus Funnyfiguren à la Merrie Melodies und realistischer Szenerie – die Frauen, auf die Horst abfährt, stattet Geier selbstverständlich auch nicht mit einem Tierkörper aus.

