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Samstag, 26. Mai 2012 | 02:11

Red Hot Chili Peppers - live in Hamburg

11.10.2011

Keep the love in your tanzendes, hüpfendes heart

Am 26. August 2011 veröffentlichten die Red Hot Chili Peppers mit I’m With You ihr zehntes Studioalbum. The Adventures Of Rain Dance Maggie, die erste Single-Auskopplung, lief sofort überall rauf und runter und verpasste der Hörerschaft einen ersten Eindruck. Das neue Album ist ein für die Alben nach der Jahrtausendwende typisches geworden; einigen schon wieder zu typisch, und es stimmt, die Mannen um Sänger Anthony Kiedis liefern, was man von ihnen erwartet, aber mein Gott: Wer verschwitzte Männerleiber mit runtergerutschten Stutzen sehen möchte, der geht halt nicht ins Ballett. Von STEFAN HEUER

 

Die flankierende Tour wird die kalifornische Band noch bis Mitte Dezember quer durch Europa führen – am 09. Oktober machte der Tross Halt in Hamburg.

 

Vorgruppen haben es ja oftmals nicht leicht – eingeschränktes Zeitfenster bei unausgegorenem Sound und reduzierter Lautstärke, oftmals gepaart mit einem Publikum, welches seiner dem Warten auf den Hauptact geschuldeten Ungeduld durch Pfiffe, Buhrufe und bösartige Bemerkungen Luft macht. Dieser Abend sollte beweisen, dass es auch ganz anders geht. Die o2 World war, wenn auch aufgrund der stolzen Preise (über 70 Euro für einen als Online-Ticket gebuchten Sitzplatz im Oberrang) nicht ausverkauft, so doch anständig dreiviertelvoll, als kurz nach 20 Uhr die Vorgruppe die Bühne enterte.

 

Femi Kuti & The Positive Force, nigerianischer Afrobeat, der mit afrikanischen Klängen, Anleihen beim Jazz, einer fetten Bläsersektion, drei arschwackelnden Damen und bombastischer Lautstärke dem Publikum das Hirn freilegte und es zu Begeisterungsstürmen hinriss. Power vom Feinsten (und zugleich die willkommene Möglichkeit für RHCP-Bassist Flea, sich bei einem kurzen Gastauftritt auf der Bühne einzuspielen).

 

Nach erträglicher Umbaupause stimmten die Red Hot Chili Peppers unter frenetischem Beifall mit Monarchy Of Roses den Opener ihres neuen Albums an. Wer damit gerechnet hatte, dass sich die Peppers nun mehr oder weniger chronologisch durch das neue Album spielen würden, wurde schnell eines Besseren belehrt. Augenscheinlich hatte die Band Lust auf Power und Party und ließ die langsameren Stücke ein wenig unter den Tisch fallen, und so jagte ein Hit den nächsten und ließ das Publikum (einschließlich der Ränge) schnell zu einer tanzenden, hüpfenden Masse werden. Die neueren Stücke (Look Around, Factory Of Faith, Annie Wants A Baby sowie The Adventures Of Rain Dance Maggie) fügten sich geschmeidig in die Hits (Can’t Stop, Tell Me Baby, Scar Tissue, Parallel Universe, Californication, By The Way etc.) der jüngeren Alben ein; als kleines Highlight wurden die beiden absoluten Klassiker Under The Bridge und Blood Sugar Sex Magik eingebaut, die gerade die älteren Fans ins Schwelgen brachten.

 

In die regnerische Nacht entlassen

Die Red Hot Chili Peppers, die den sockenbewährten Crossover schon lange auf die Bühne brachten, bevor andere dieses Wort überhaupt buchstabieren konnten, spielten an diesem Abend alle ihre Stärken aus. Kiedis war gutgelaunt und bei bester Stimme und – wie sich beim allmählichen Ablegen seiner Kleidung zeigte – bei bester körperlicher Verfassung. Fand ich ihn bei der letzten Tour, die er wie eine lästige Pflicht zu absolvieren schien, noch etwas mundfaul, so war er nun präsenter, auch im Kontakt mit Kollegen und Publikum. Flea ließ den Bass mächtig bumpern, machte sich mit Kieksern und seltsamen Ansagen bereitwillig zum gefeierten Affen, präsentierte sich spielfreudig und dem Publikum einen respektablen Lauf auf den Händen. Schlagzeuger Chad Smith prügelte sich gefühlvoll (doch, das geht!) durch das Programm und hatte sichtlich Spaß daran, auch mittels Grimassen mit seinem augenscheinlichen Vorbild, dem »Tier«, zu konkurrieren. Unter besonderer Beobachtung der Fans stand natürlich Gitarrist Josh Klinghoffer, der 2010 Urgestein John Frusciante ablöste und damit eine wichtige Position einnahm. Schnell wurde deutlich, dass der Chili-Sound durch Klinghoffer noch aggressiver, kraftvoller geworden ist und seine Saitenbearbeitung Flea und Smith in die Karten spielt.

 

Ein gemeinsamer Jam von Chad Smith, Femi Kuti-Saxophonist Mauro Recchi und einer (um Flea und Anthony Kiedis) erweiterten Percussionsektion bildete die Brücke zum kurzen, aber knackigen Zugabenteil, der mit der Stadium Arcadium-Single Dani California eingeleitet wurde. Es folgte ein Cover des Neil Young-Songs Everybody Knows This Is Nowhere, bevor das Konzert mit dem funkigen Give It Away vom 1991er Album Blood Sugar Sex Magik ein Ende fand. Mit einem Toast auf den Weltfrieden, den Sänger Kiedis in die Worte »Keep the love in your heart« kleidete, entließ das Quartett sein Publikum in die regnerische Nacht.

 

Das längste Konzert war es mit eindreiviertel Stunden zwar nicht (da fängt bei Cure erst mal der zweistündige Zugabenteil an...) – wenn man aber berücksichtigt, mit welcher Energie die vier Musiker durch ihr Set rauschen, dass gerade Flea und Kiedis während nur eines Konzertes eine Strecke zurücklegen, die sicherlich doppelt so lang ist wie die, die ein HSV-Spieler pro Spieltag läuft, dann sei ihnen nach fast zwei Stunden der Feierabend gegönnt. Fazit: Alle glücklich und zufrieden, und wie schreibt man doch in Bewertungsformularen so schön? Jederzeit gerne wieder!!

 

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War da und die Red Hot Chili Peppers haben statt annie wants a baby Ethopia gespielt. Alles war geil!
| von JJ, 11.11.2011
ja hey, sollte ich mich so vertan haben?! ich bin mir wirklich sicher, "anni" gehört zu haben... hmm. nun denn, irrtum meinerseits natürlich nicht ausgeschlossen... grüße, stefan heuer
| von stefan heuer, 14.11.2011

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