Die flankierende Tour wird die kalifornische Band noch bis Mitte Dezember quer durch Europa führen – am 09. Oktober machte der Tross Halt in Hamburg.
Vorgruppen haben es ja oftmals nicht leicht – eingeschränktes Zeitfenster bei unausgegorenem Sound und reduzierter Lautstärke, oftmals gepaart mit einem Publikum, welches seiner dem Warten auf den Hauptact geschuldeten Ungeduld durch Pfiffe, Buhrufe und bösartige Bemerkungen Luft macht. Dieser Abend sollte beweisen, dass es auch ganz anders geht. Die o2 World war, wenn auch aufgrund der stolzen Preise (über 70 Euro für einen als Online-Ticket gebuchten Sitzplatz im Oberrang) nicht ausverkauft, so doch anständig dreiviertelvoll, als kurz nach 20 Uhr die Vorgruppe die Bühne enterte.
Femi Kuti & The Positive Force, nigerianischer Afrobeat, der mit afrikanischen Klängen, Anleihen beim Jazz, einer fetten Bläsersektion, drei arschwackelnden Damen und bombastischer Lautstärke dem Publikum das Hirn freilegte und es zu Begeisterungsstürmen hinriss. Power vom Feinsten (und zugleich die willkommene Möglichkeit für RHCP-Bassist Flea, sich bei einem kurzen Gastauftritt auf der Bühne einzuspielen).
Nach erträglicher Umbaupause stimmten die Red Hot Chili Peppers unter frenetischem Beifall mit Monarchy Of Roses den Opener ihres neuen Albums an. Wer damit gerechnet hatte, dass sich die Peppers nun mehr oder weniger chronologisch durch das neue Album spielen würden, wurde schnell eines Besseren belehrt. Augenscheinlich hatte die Band Lust auf Power und Party und ließ die langsameren Stücke ein wenig unter den Tisch fallen, und so jagte ein Hit den nächsten und ließ das Publikum (einschließlich der Ränge) schnell zu einer tanzenden, hüpfenden Masse werden. Die neueren Stücke (Look Around, Factory Of Faith, Annie Wants A Baby sowie The Adventures Of Rain Dance Maggie) fügten sich geschmeidig in die Hits (Can’t Stop, Tell Me Baby, Scar Tissue, Parallel Universe, Californication, By The Way etc.) der jüngeren Alben ein; als kleines Highlight wurden die beiden absoluten Klassiker Under The Bridge und Blood Sugar Sex Magik eingebaut, die gerade die älteren Fans ins Schwelgen brachten.