Nicht erst seit den Erfolgen der Bücher Dan Browns und seiner Adepten und dem Hype, der um deren Verfilmungen gemacht wurde, sind Geschichten, in denen es um die Geheimnisse des Christentums geht, hoch im Kurs. Schon »Indy« machte sich in den 1980er Jahren auf die Suche nach der Bundeslade oder dem Heiligen Gral. Ein Blick in die Regale der Läden zeigt, dass auch im Comic dieses Thema in den vergangenen Jahren vermehrt behandelt wurde.
Nun begeben sich sogar Blake und Mortimer in ihrem neuen, routiniert erzählten Abenteuer auf die Suche nach einer fast schon unerhörten Wahrheit. Damit folgen sie aber nicht nur einem aktuellen Trend; die Geschichte steht ebenso in guter Tradition des Schöpfers der Serie, Edgar P. Jacobs. Schon er schickte die beiden Helden auf (archäologische) Entdeckungsreisen nach Ägypten (Das Geheimnis der großen Pyramide, Band 1+2) oder gar dem sagenumwobenen Atlantis (Das Geheimnis von Atlantis, Band 7).
Dabei gestaltete sich die Produktion von Der Fluch der dreißig Silberlinge äußerst schwierig. Als Jean Van Hamme 2004 das Szenario schrieb, fehlte ihm ein Zeichner für die Geschichte – der bisherige, Ted Benoit, fiel auf Grund anderer Projekte aus. Nach langer Suche fand man in René Sterne den idealen Ersatz. Doch noch vor Vollendung des ersten Bandes starb dieser 54-jährig im Jahr 2006 und das Projekt kam vorerst zum Erliegen.
Nach Monaten der Trauer machte sich Sternes Lebensgefährtin Chantal De Spiegeleer, ebenfalls Comiczeichnerin, daran, die Arbeit ihres Mannes zu beenden. Für den zweiten Teil begann erneut die Suche nach geeigneten Künstlern, die mit den hierzulande fast unbekannten Antoine Aubin und Étienne Schréder ein gutes Ende fand.