Der Noelsche Ruhepol fehlt
Man könnte diesen Verweis unzulässig nennen. Aber was bei der reinen Musik auf Different Gear, Still Speeding noch einigermaßen angenehm auffiel, dieses Sich-Zurückziehen aufs Wesentliche, ob nun in der Rock-Hymne ( zum Beispiel The Roller) oder der Ballade (etwa Kill For A Dream), das schafft es nicht in die Performanz des Live-Auftritts. Der Arroganz und dem Egozentrischen von Liam, beidem fehlt der Noelsche Ruhepol, das ausgeglichene Sich-gar-nicht-bewegen-und-nur-Gitarre-spielen. Zumal die gesamte Show aufgemacht ist wie ein Oasis-Konzert: Songspezifische Illustrationen werden in den Bühnenhintergrund projiziert und blinken und leuchten da ein bisschen rum. Beady Eye sind diesbezüglich nicht nur nicht in einem anderen Gang unterwegs, sondern hat auch keine nennenswerte Geschwindigkeit drauf.
Am Ende muss man feststellen, dass sie nicht für die Live-Situation gemacht sind: Weil sie keine eigenständige Band sind, sondern die Folge des Endes von Oasis: Eine Trotzreaktion, ein Jetzt-gerade, ein Wir-haben-immer-noch-Lust. Das ist alles durchaus verständlich, nur schafft es das Gefühl, das man auf der Platte zu hören meinte, nicht auf die Bühne, geschweige denn von ihr runter zum Publikum. Sie wollen etwas sein, das sie nicht sind. Nicht mehr. Nicht mehr ohne Noel. Und es bleibt zu wiederholen: Es stimmt nichts so, wie es müsste.
