Cliffhanger auf dünnem Eis
Grafisch vollkommen überzeugend, bewegt sich der Plot von Smoke City auf ähnlich dünnem Eis wie der von Shanghai, der anderen Serie, für die der Szenarist Mathieu Mariolle verantwortlich ist. In Shanghai droht die Mischung aus Film Noir, Heist Movie und Gruselgeschichte darunter zusammenzubrechen, dass der Autor zu viele Genres gleichermaßen bedienen will. Doch diesmal kriegt Mariolle viel besser die Kurve und präsentiert eine Geschichte, die zwar nicht durch großen Anspruch auffällt, aber doch in sich geschlossen bleibt.
Zwar hätte man sowohl bei der Charakterisierung der konzeptionell sehr spannenden Figuren als auch beim Masterplan der Gauner, wie sie die große und sperrige Mumie aus dem Museum kriegen, durchaus mehr in die Tiefe gehen können, doch dafür ließt sich die Geschichte flott und flüssig. Man bleibt am Ball, ohne von zu vielen Komplikationen und Twists verwirrt zu werden – was bei Geschichten dieser Art immer auch eine Gefahr darstellt. Das Ende hat dann sogar eine tatsächliche Überraschung und einen interessanten Cliffhanger zu bieten.
Auch wenn Mariolle das Potential von Smoke City nicht ganz ausschöpft, ist dies – nicht zuletzt wegen der gelungenen Grafik – ein lesenswertes Album. Es vermittelt eine Ahnung davon, wie Oceans 11 aussehen könnte, wäre der Stoff in den 30er Jahren von Terry Gilliam verfilmt worden…