So weit, so gut, so viel pathetischer Schmonz. Während Immanu El sich jedoch auf die esoterische Ästhetik verlassen, die über vieldeutige, emphatisch gehauchte Lyrics und vage Songtitel kommuniziert wird und bis in die generischen Gitarren-Build-ups hineinreicht, bleiben September Malevolence wesentlich bodenständiger. Bei ihnen kommt die pianogetragene Langatmigkeit ihrer Landsmänner nicht auf, sie verlieren sich nicht in Harmoniesucht, sondern beweisen Ecken und Kanten. Ihr Fundament finden sie eher im Indie Rock mit Ausflügen in die zuckrigen Welten des Pop. Ausgeflippt wird dann im genau richtigen Moment. Was bei Immanu El fast schon parodistisch-überzogen wirkt, weil die Songs eigentlich aus nichts anderem bestehen, das ist bei September Malevolence noch eine logische Konsequenz, die aus den Songs selbst entsteht. Our Withers Unwrung wartet mit Überraschungsmoment auf, statt sich in voraussehbaren Laut-/Leise-Dynamiken zu verlieren.
Abstrakt ausgedrückt besteht der Hauptunterschied zwischen beiden Bands im Umgang mit einer musikalischen Tradition, die seit gut zehn Jahren als massenkompatibel gilt. Wo sich Immanu El auf den größtmöglichen Effekt konzentriert diese Standards reproduzieren, da geben sich September Malevolence ungezwungen, legen das Augenmerk auf spannendes Songwriting und verlieren über alle Entrücktheit den Spaß an der Sache nicht. Kurz und bündig heißt das: Während die eine Band ihrem antiquarischen Schiff einen Kanonenschuss der absoluten Verschwurbeltheit vor den Bug jagt, dampft die eine unbeirrbar mit Vollgas dahin. Mit einem Spaß an der Sache, der schnell abfärbt.
