Nach ein paar Sekunden fängt der Vorderlappen an zu knirschen: Das ist doch The Cure! Irgendeine obskure HiFi-B-Seite aus den ersten Jahren der 80er, ziemlich sicher. Die polternden Drums, die geisterhaften Synthies und die verwaschen-verzerrte Gitarre – fehlt nur noch die Stimme von Robert Smith. Aber es ist nicht The Cure, sondern The Workhouse, die mit Fading Fast eine geisterhafte Hommage an ihre Stifterfiguren abliefern. Das zieht sich weiter durch die Coldroom Sessions. Stalker hört sich an, als würde sich jemand an den gängigen Post-Rock-Standards abarbeiten, Wall-of-Sound-Fanatismus trifft auf Melodieversessenheit – zeitnah, aber trotzdem mit dieser morbiden Grundstimmung der Batcave-Ära versehen. Track Nummer drei, The Last Time I Saw The Stars: ist das Peter Murphy, der da singt? Spielt Thurston Moore Gitarre?
Man muss sich eigentlich nicht weiter durch The Coldroom Sessions graben, um an der Stelle feststellen zu können: The Workhouse liefern Musikgeschichte zum Anfassen. Und irgendwie mag man es den Briten nicht übelnehmen, denn den Esprit der dunklen Seite der 80er Jahre fangen sie perfekt ein. Allein das siebenminütige Shoegaze/Post-Rock-Instrumental Drag Queen bietet soviel Herzschmerz, Sehnsucht und Leidenschaft, dass alle Referenzen vergessen sind. The Coldroom Sessions gibt sich wie eine Compilation der besten Momente der 80er, eingekleidet in einem neuen Sound, mit satter Produktion und eigener Note, mal mit, mal ohne Gesang. Dass dabei etwas die Homogenität auf der Strecke bleibt, kann man gut verkraften, wenn die Platte im abgedunkelten Zimmer läuft, nachts, um halb drei, wenn draußen alles ruhig geworden ist.