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Samstag, 26. Mai 2012 | 02:20

Stray Cats: The Toronto Strut

17.11.2011

Rock´n´Roll-Revival

In jenen Jahren, als die Erinnerung an Elvis Presley und Bill Haley, an Gene Vincent und Jerry Lee Lewis noch nicht verblasst war und Leute wie die früh verstorbenen Buddy Holly oder Eddie Cochran noch ihre Fans hatten, die sie wie Heilige verehrten, gab es überall auf der Welt Bands, die den »echten« Rock'n'Roll pflegten, der damals eigentlich bereits so »veraltet« klang wie die klassischen Versdramen zur Zeit Grillparzers. Von THOMAS ROTHSCHILD

 

So brachten auch die Stray Cats die Teenager zur Ekstase. Das Trio war 1980 in New York zusammengekommen und übersiedelte nach England, tourte aber bald darauf in den USA und in Kanada. Das Konzert, das man auf der vorliegenden CD hören kann, fand 1983 in Toronto statt und wurde live im Rundfunk übertragen. Die oben genannten Vorbilder, insbesondere Gene Vincent, den die Stray Cats bis zum Verwechseln imitieren, und Buddy Holly, sind nicht nur stilistisch zu identifizieren – ihre Hits tragen auch, wie solche von Dave Edmunds oder Holland – Dozier – Holland zum Repertoire bei. Auch den Blue Grass-Evergreen Foggy Mountain Breakdown von Earl Scruggs covern die Stray Cats.

 

Diese Musik kann nicht veralten, weil sie voll von Energie ist, vorantreibt, vergleichsweise kunstlos, dafür aber umso lebendiger. Wahrscheinlich ist es das Unspekulative, was den Rock'n'Roll der Stray Cats, den man wegen gelegentlicher Country-Reminiszenzen auch Rockabilly nannte, so überzeugend klingen lässt. Wohl mussten sie Strategien entwickeln, um auf dem Markt zu reüssieren, aber sie machten dabei keine Kompromisse, die sie nicht hätten vertreten können. Dass die Rolling Stones sie 1982 als Vorgruppe einluden, beweist den Respekt, den sie bei Kollegen genossen. Als Bonus Tracks gibt es zwei Songs von einem Konzert, das 1982 in Chicago stattfand und ebenfalls vom Rundfunk übertragen wurde. Man wundert sich, mit welch minderwertiger technischer Qualität sich der amerikanische Rundfunk begnügte. Aber schön sind sie doch, Gene Vincents Schmachtfetzen Important Words und der Supremes-Hit You Can't Hurry Love.

 



 

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