Der Reiz des Big-Band-Jazz liegt ja im Wechselspiel von raffiniert arrangierten Sätzen des Orchesters und improvisierten Soli. Count Basie war als Bandleader wie als Pianist einer der ganz Großen, die den Vergleich mit Duke Ellington aufnehmen konnten. Sein Markenzeichen sind die Pausen, mit denen er seinem Spiel Akzente setzte. Auch sie wurden vielfach kopiert, aber keiner hat sie so perfekt beherrscht wie er.
Dabei drängt er sich nicht in den Vordergrund. Bei den zehn Titeln der LP April in Paris, die bei drei New Yorker Konzerten im Jahr 1956 aufgenommen wurden, als Basie den Höhepunkt seiner Karriere längst überschritten hatte, lässt er seinen Mitmusikern oft den Vortritt. Dazu gehören immerhin solche Giganten des Jazz wie der Trompeter Thad Jones oder der Gitarrist Freddie Green. Die Neuauflage dieser Aufnahmen als CD wird großzügig ergänzt durch zehn weitere Einspielungen, die bei diesen Konzerten aufgenommen wurden. In neun dieser zehn Titel werden die Instrumentalsolisten durch den Sänger Joe Williams ersetzt. Anders als der fantastische Jimmy Rushing, der über Jahre hinweg mit Count Basie gearbeitet hatte, ist Williams eher ein Crooner als ein Blues-Shouter. Ein wenig erinnert sein geschmeidiger Gesang an Bobby Darin, dessen Karriere zu dieser Zeit begann. Es ist die Zeit auch des frühen Rock'n'Roll, an den etwa Roll 'em Pete erinnert.
Berühmt wurde das Arrangement des Titel-Songs durch Wild Bill Davis mit seinem mehrfach wiederholten Schlusssatz. Humor ist dem Jazz ja nicht fremd, und dieses »Nicht-aufhören-Können« bei April in Paris ist ein gutes Beispiel dafür.