Anotherday Records, ein neues Label aus England, tritt an mit dem selbst erteilten Auftrag, nach vergessenen Klassikern der (elektronischen) Musik in den Untiefen der Archive zu tauchen. Die Label-Betreiber erwischen einen guten Start mit der Wiederveröffentlichung des Albums Home Town Chicago von Boo Williams. Chicago ist nicht zuletzt berühmt dafür, Brutstätte der House Music zu sein. Was Anfang der 80er begann sich zu entwickeln, wurde über die Jahre zu einem weltweiten Erfolg in mehreren Wellen und Stilausformungen. Boo Williams debütiere 1994 auf Curtis Jones´Relief Records – einem etwas härteren Ableger des Cajun Labels mit einer EP, um zwei Jahre später mit Home Town Chicago seine elektronisch ausgeprägte Liebe zu House über Albumlänge auszudrücken. Obwohl auf den Dancefloor ausgerichtet, offenbart Williams hier auch eine softere Seite. Auch 15 Jahre später muss man attestieren: ein gelungenes Album.