Da schließt sich die neue Veröffentlichung von Carrie Rodriguez thematisch recht gut an. Auch sie hat ein neues Album am Start, auf dem sie Coverversionen und Neuinterpretationen von Songs eingespielt hat, die schon seit Jahren fester Bestandteil ihres Bühnenrepertoires sind. Und wer mit Chip Taylor, Lucinda Williams und Alejandro Escovedo getourt ist, der hat Geschmack und Kontakte. So liest sich sie Reihe der Musiker, die ihr freundschaftlich verbunden sind wie ein »who is who« des Folkpop und Americana. Die Little Village Gang Hiatt/Lowe/Cooder/Keltner, Buddy & Julie Miller, Gillian Welch, David Rawlings, Richard Thompson, Townes Van Zandt, M. Ward, Merle Haggard, Bonnie Owens, Hank Williams und natürlich Lucinda Williams.
Keine so schlechte Gästeliste für eine gediegene Sause. Wobei Carrie ja nicht mit diesen Menschen im Studio war, sie hat sich nur ihrer Songs angenommen. Dazu kommen Stück von David Rodriguez und Sosa Tomas Mendez. Carrie Rodriguez gelingt es, diese unterschiedlichen Künstler mit dem ihr eigenen Charme zu vereinen und ein sehr homogenes, packendes Album daraus zu machen. Wie es sich für eine Studio- und Sessionmusikerin gehört, besitzt Rodriguez eine gewisse Disziplin und Korrektheit in ihrer Arbeit, die den Sound sehr ausgewogen und geradlinig macht. Was wir hier hören ist eher für das Gemeindehaus als den verräucherten Truckstop an der Kreuzung. Das macht aber nichts. Besonders hervorzuheben finde ich die Versionen von I`m So Lonesome I Could Cry und La Punalada Trapera. Das kann man öfters hören!