Tatsächlich ist Kein Blick zurück die erste längere Geschichte Monteros. Und es ist durchaus überraschend, dass der Künstler es gleich bei seinem Erstling schafft, ein so hohes Niveau – mit einigen kleinen Ausnahmen – auf über 80 Seiten durchzuhalten.
Ebenso überraschend ist, dass Kein Blick zurück dann auch schnell den Weg nach Deutschland gefunden hat. Die äußerst interessante Geschichte, wie es dazu kam, ist im Vorwort des Bandes nacherzählt, dennoch soll sie hier kurz wiedergegeben werden.
Die beiden Macher des Münchner Comic-Festivals, Michael Kompa und Heiner Lünstedt, waren auf Visite beim »zweitwichtigsten« Comic-Festival Spaniens in A Coruña. Dort fielen ihnen in einer Ausstellung die Zeichnungen Monteros auf und, wie es der Zufall so will, begegneten sie dem Künstler kurz darauf. Die drei waren sich sofort sympathisch und Monteros Comic war, trotz der Sprachbarriere, schnell gekauft.
Passenderweise war ein Schwerpunkt des Münchner Comicfestivals 2011 u.a. Spanien. Was lag also näher als Montero einzuladen? In Folge dessen lag es ebenso nahe Kein Blick zurück in Deutschland zu veröffentlichen. Es ist dem Team des Wuppertaler Kleinverlags Edition 52 zu verdanken, dass sie das Risiko eingingen, einen völlig unbekannten Künstler ins Programm aufzunehmen.
Natürlich sollte die Förderung des eigenen (Comic)-Nachwuchses an erster Stelle stehen – und Deutschland ist da mittlerweile auf einem guten Weg –, dennoch wäre es ebenso wünschenswert, wenn mehr Verlage den Mut hätten, nicht nur etablierte ausländische Künstler in ihr Programm aufzunehmen.