Während der TITEL-Winterpause verlosen wir Hölderlin. Eine Winterreise von Thomas Knubben. Wer bis einschließlich 8. Januar an der Umfrage teilnimmt, kann ein Exemplar gewinnen.
Eine ähnlich lange Wanderung …
(1)… bin ich schon gelaufen.
(2)… würde ich nie antreten.
(9)… bleibt mein Traum.
Ausloten der Möglichkeiten
Thomas Knubben ist den Spuren Hölderlins sehr nahe gekommen – und streift doch die Gegenwart mit einigem Augenzwinkern. Ortskundige fühlen sich bei der Lektüre geradezu auf Location Tour: Vincent Klinks Sterne-Restaurant auf der Stuttgarter Wielandshöhe findet genauso Erwähnung wie die lärmende Bundesstraße durchs Siebenmühlental, die mangelhafte Wegebeschilderung durch den Schönbuch, das wundervolle Theater Lindenhof auf der Schwäbischen Alb.
Doch ab Straßburg versandet die Route. Dass Hölderlin die folgenden 550km bis Lyon in elf Tagen zu Fuß gegangen sein soll, erscheint kaum menschenmöglich. Hat er die Postkutsche oder das Schiff benutzt? Gerade im Experiment, im tastenden Absuchen des vermuteten Weges, im Deuten der wenigen erhaltenen Briefe und Gedichte, im Ausloten der Möglichkeiten zeigt sich Knubbens Leistung. In verblüffender Anschaulichkeit führt er uns durch Landschaften und Befindlichkeiten, durch Witterungen und Erfahrungen.
Besondere Anerkennung gebührt dem engagierten und unabhängig gebliebenen Tübinger Verlag Klöpfer & Meyer, der diesen kulturgeschichtlich und wanderkundig spannenden Band herausgegeben hat. Bitte: weiter so!