Nach seinem Album A Sufi and a killer sowie dem Remix-Album The caliphs tea party hat Gonja Sufi mit dem 24-minütigen MU.ZZ.LE bereits Nachschub für uns am Start. Er verarbeitet darauf seine Erfahrungen, die er infolge seines Eintauchens ins Popbusiness und damit einhergehende Reisen gemacht hat. Being on the road verbindet man in den USA ja gerne mit AAA (»triple A«), so auch Gonja Sufi. Allerdings stehen die drei A hier nicht für einen Automobilclub, sondern für Adrenaline, Aggression + Anger. Keines der 10 Stücke erreicht die Dreiminutenmarke, es handelt sich eher um rohe Songfragmente, denn um ausgefeilte Kompositionen. Der Mann hat sich aus der flirrenden Hitze der Wüste zurück bewegt auf seine Heimatstadt. Reisen verändert Menschen und deren Wahrnehmung. Der Hörer hat den Eindruck, der Künstler kommt nicht zurück nach Las Vegas zurück, sondern in eine verhuschte Fata Morgana, eine wage Erinnerung an das Bristol der 90er. Hip Hop-Realness trifft Trip-Hop-Flow. Mehr als zuvor merkt man, dass die Musik dieses Mannes nichts hippes, zeitgeistiges an sich hat, sie wirkt aber auch nicht bemüht retro oder gar gestrig. Es handelt sich um wage Umrisse von etwas Dunklem, Ungewissen und schwer zu Fassendem. Gefüllt sind die Umrisse allerdings mit jeder Menge Leidenschaft.