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Samstag, 26. Mai 2012 | 02:32

The Soul Session: One / Mamas Gun: The life and soul

26.01.2012

Beseelt

Zwei genreübergreifende Stilmixe, in deren Zentrum das Echo großer Soulzeiten nachklingt. Von TOM ASAM

 

In der Schnittmenge von elektronischer Musik und Jazz/Soul gibt es auch hierzulande von Süd (diverse Compost-Projekte  in München) bis Nord (Jazzanova) seit Jahren zahlreiche erfolgreiche Ansätze. Ralph Kiefer geht mit seiner Soul Session One allerdings deutlich erdiger zur Sache als viele andere Projekte in diesem Bereich. Statt einem Schielen auf (mittlerweile kaum noch präsente) Chill out areas stehen der Flair von 70s Soul und Rare Groove Sounds mit Schmackes im Vordergrund. Diverse Groovemonster sorgen hier für funkige Unterhaltung. In der 17-minütigen S.O.S-Suite bleibt genug Zeit, eine Sun Ra- Gedächtnisschleife in den Orbit zu ziehen und mit psychedelischem Antrieb und Drum and Bass-Schubkraft wieder zu landen. Gastsänger bzw. Musiker wie Bajka (u.a. Bonobo) und De Phazz- Sänger Karl Friersen unterstützen den Komponisten und Multi-Instrumentalisten Kiefer auf diesem Soul-Trip der Extraklasse. Selbst eine Coverversion von den Doors (Light my fire) und eine Horse with no name suite, in deren Zentrum der gleichnamige America- Hit steht, geraten hier unpeinlich, was wirklich keine Selbstverständlichkeit ist.

 

Deutlich mehr der Gralssuche nach dem perfekten Dreiminuten-Song verschreiben sich Andy Platts und seine Band Mamas Gun. Doch auch bei dieser Platte steht das Wort Soul nicht zufällig im Titel. Hier wird Stevie Wonder und Prince gehuldigt – aber auch 10 CC, Bowie und Queen (die Coverversion von Bicycle Race als Bonus Track ist wirklich sehr hörenswert)! Die leicht verträgliche Soulpop-Mixtur besitzt ordentliches Hitpotential, woran nicht zuletzt auch das Produzenten-Team Martin Terefe und Andreas Olsson seinen Anteil hat, die auch schon bei Erfolgsalben von Jamie Cullen oder James Morrison ihre Hände im Spiel hatten. Dass diese Band wenig auf Hipstertum und Nischenpublikum gibt, zeigte sich auch als sie bei der Jubiläumsshow von Fanta Vier in Stuttgart dabei waren – nicht wie 60.000 andere im Publikum, sondern im Vorprogramm.

 



 

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