Das Label bureau b sorgte bereits für einige Wiederveröffentlichungen von Hans-Joachim Roedelius, die den hauptsächlich für seine Pionierleistungen innerhalb der elektronischen Musik bekannten Musiker auch von einer anderen Seite zeigen. Darunter das mit dem vielsagenden Titel versehene Piano Piano aus dem Jahre 1991, über das Asmus Tietchens schrieb:
»Seine Musik ist still und konzentriert, sie jedoch als kontemplativ oder meditativ zu bezeichnen wäre Etikettenschwindel: nicht jede Musik, die uns aus uns herausführt, kommt mit spirituellem Pomp daher.«
Was kann man da bezüglich Plays Piano noch hinzufügen? Es ist eine Liveaufnahme vom 28. Juli 1985 aus dem Londoner Bloomsbury Theater – und es handelt sich hier um die erste Veröffentlichung dieses Ereignisses, bei dem unter anderem Brian Eno und The Edge im Publikum anwesend waren. Roedelius, der zur fraglichen Zeit bei seinem Freund Eno wohnte, komponierte auf dessen beiden Flügeln mit ungekannter Leichtigkeit (»Die Musik flog mir zu«). Den beim Konzert verwendeten Steinway-Flügel bezeichneter er als »von unschlagbarer Qualität« – und langsam dürfte Ihnen klar werden, dass Sie sich das mal anhören sollten. Die Konzertbesucher lauschten den 21 Miniaturen übrigens so gebannt, dass man sie auf den Aufnahmen praktisch nicht vernimmt.
Einfach. Schön. Berührend.