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Samstag, 26. Mai 2012 | 02:38

Jürgen Neffe: Einstein

03.04.2005


Mythos Einstein – Mensch und Wissenschaftler

Jürgen Neffe begibt sich in einer Einstein-Biografie auf Spurensuche. Das Ergebnis ist die Geschichte eines genialen Wissenschaftlers. Der Autor bleibt Einstein dicht auf den Fersen - dem Mensch und dem Wissenschaftler
.

 

Einstein – Albert Einstein: Das Gehirn des 20. Jahrhunderts. Entdecker der Formel E=mc2, Erfinder der Relativitätstheorie, Querdenker, Entdecker der Schwarzen Löcher und einer, der auf seinem berühmtesten Foto die Zunge rausstreckt und auch noch stolz darauf ist. Wer aber war dieser Albert Einstein als Mensch?

Bereits als Schüler soll Einstein eigenen Angaben zufolge ein Gedankenexperiment angestellt haben, das er später als einen wesentlichen Bestandteil auf dem Weg zur Relativitätstheorie beschreibt. Er fragt: „Wie sähe die Welt aus, wenn man auf einem Lichtstrahl reiten könnte? Dahinter steckt die Frage, ob man das Licht einholen kann und was dann zu sehen wäre.“
Es gibt viele Gerüchte über das Leben Einsteins. Eines davon ist besonders hartnäckig: Er soll ein schlechter Schüler gewesen sein. Die Wahrheit ist, dass er bereits im 1. Schuljahr Klassenprimus war und auch in seiner weiteren Schulkarriere zu den besseren Schülern gehörte. Wahr ist: Dass er immer eine Niete im Sportunterricht war. Was den Schüler Einstein von seinen anderen Mitschülern unterscheidet, ist, dass er in Sachen Bildung parallel zum Unterricht seinen eigenen Weg geht. Er liest und liest und liest und liest. Den kleinen Autodidakten können selbst äußere Umstände familiärer Geschwätzigkeit nicht von seinen Privatstudien ablenken: „Alles, was ich als junger Mensch vom Leben wünschte und erwartete, war, ruhig in einer Ecke zu sitzen und meine Arbeit zu tun, ohne von den Menschen beachtet zu werden.“ Zeitlebens versucht er, diesen Charakterzug beizubehalten. Eine Freundin seiner zweiten Frau Elsa berichtet über ihn: „Man könnte einen Höllenlärm machen, oder es könnten sich in einer noch viel peinlicheren Stille alle Augen auf ihn heften – er hört und sieht nichts.“

1879 in Ulm geboren begibt er sich 1896 in die Schweiz, wo er in seinem persönlichen „Wunderjahr“ 1905, also vor hundert Jahren, sein bekanntestes Werk, die Relativitätstheorie, schuf.
Eine wesentliche Rolle im Leben Einsteins spielt seine Frau Mileva Maric, denn diese nimmt nicht nur den Platz der Gattin ein, sondern ist, einem Artikel in der "Emma" zufolge, die Mutter der Relativitätstheorie. Die Serbin Mileva, also nicht nur Ehefrau, Lebensabschnittsgefährtin und Mutter seiner Kinder, ist - wie sollte es bei einem Genie wie Einstein anders sein - auch eine wissenschaftliche Begleiterin.

Dem Juden Einstein gelingt es auch bis zu seinem Lebensende nicht, mit den Deutschen und deren Geschichte Frieden zu finden. Eine Einladung der Max-Planck-Gesellschaft lehnt er ab. Er wolle, so schreibt er in einem Brief, „nichts mehr mit Deutschen zu tun haben, auch nichts mit einer relativ harmlosen Akademie.“

Auf seinem Sterbebett in Princeton (USA) offenbart er: „Ich bin ein Ketzer der Physik. Es wird noch lange dauern, bis meine jetzige Arbeit anerkannt werden wird.“
50 Jahre nach seinem Tod ist Einstein immer noch genauso umstritten wie zu seinen Lebzeiten. Aber eines hat sich geändert, er ist salonfähiger geworden.

Rüdiger Heins


Jürgen Neffe: Einstein
Eine Biografie.
Rowohlt Verlag
Gebunden. 490 Seiten. 22,90 ¤.
ISBN 3 498 046853

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