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Samstag, 26. Mai 2012 | 00:24

Alfred Dorfer. Wörtlich. Satirische Texte

26.07.2007

 
Satirisches von Indien bis Österreich

Alfred Dorfer liefert bitterböse Satiren, treffende Analysen und tragische Komödien.

 

Schon allein wegen des Abdrucks von „Indien“ lohnt es sich Dorfers Buch zu kaufen. Wer „Indien“ weder im Theater, noch im Kino oder Fernsehen gesehen hat, sollte dies schleunigst nachholen. Und zusätzlich noch nachlesen.

Schauspieler und Autor in Personalunion
Alfred Dorfer ist gemeinsam mit Josef Hader und Roland Düringer wohl einer der bekanntesten österreichischen Kabarettisten der neuen Generation, die nun auch nicht mehr ganz so neu ist. Er steht für ein Kabarett, das den Kinofilm und das Fernsehen erobert hat. Und über das Fernsehen wurde erstmals ein breites Publikum erreicht, das sich nie in kleine Theatersäle und Kabarettlokale verirrt hätte. Den Boom des Kabarettfilms hat Alfred Dorfer mit „Muttertag“, „Indien“ und „Freispiel“ mitbegründet. Auch die Sitcom „MA 2412“ trägt Dorfers Handschrift. Und im ORF lädt er zu „Dorfers Donnerstalk“.

Neuling am Buchmarkt
Diese Fernsehpräsenz muss ihm erst einmal einer nachmachen. Alfred Dorfer ist in der österreichischen Kleinkunstszene groß geworden, ist aus ihr herausgewachsen, hinein in die Film- und TV-Welt, ohne sich dabei vom Kabarett völlig zu verabschieden. Nun beliefert der Schauspieler und Kabarettist erstmals den Buchmarkt mit einer Sammlung satirischer Texte. Die in diesem Sammelband abgedruckten Texte ersetzen nicht das Erlebnis, Alfred Dorfer auf der Bühne zu erleben, sondern sie ergänzen es.

Kunst der Tragikomödie
Neben dem erstmaligen Abdruck des kompletten Textes von „Indien“ findet sich auch sein aktuelles Programm „fremd“ (unter Mitwirkung von Günther Paal). Die Tragikomödie „Alles Gute“ rund um den Musiklehrer Robert Brenneis scheint Grundlage für den Film „Freispiel“ gewesen zu sein. Alfred Dorfer beherrscht die Kunst der Tragikomödien und holt aus tragischen Momenten ein Lachen heraus, das immer im Hals stecken bleibt.

Sammelsurium satirischer Texte
Dazwischen gibt es viele kleinere Texte über die österreichische Politik, über Fußball, Mozart den ORF. Allesamt gute Analysen und oft bitterböse Satiren genauso wie witzige Dialoge, Monologe inklusive schräger Assoziationen und Gedankensprünge.
Alfred Dorfer kann nie ganz isoliert von seinen Kolleginnen und Kollegen gesehen werden. Viele seiner Stücke hat er gemeinsam mit Co-AutorInnen entwickelt und geschrieben: Mit Josef Hader, Eva Billisisch, Günther Paal.

Dorfers Stil
Manchmal ist Alfred Dorfer Poet, dann wieder stiller Agitator, manchmal Philosoph, dann wieder Kritiker. Seine Rollen sind so vielschichtig wie die Texte in diesem Sammelband. Doch bei aller Vielfalt lässt sich so etwas wie eine Essenz, ein ganz eigener Stil herauslesen.

Maria-Bernadette Ehrenhuber


Alfred Dorfer. Wörtlich. Satirische Texte
Karl Blessing Verlag 2007
Gebunden, 304 Seiten, 19,50 Euro
ISBN-10: 3-89667-330-0
ISBN-13: 9783896673305

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