Kennzeichen T - 25.05.2012 Thomas Kistner: Fifa-Mafia Frankie Chavez: Family Tree von Michael Ebmeyer "Bacon Talks": Frankfurts Schauspielintendant Oliver Reese schreibt ein Stück und inszeniert Der FUTTERblog - streng verdaulich!
Samstag, 26. Mai 2012 | 00:38

Chinas Revision - Focus Beijing.

23.04.2009

Keine Revolution

Mit über 1,3 Mrd. Bewohnern ist China Bevölkerungsweltmeister, bald Exportweltmeister und vielleicht auch einmal Fußballweltmeister. Aber werden sie in Zukunft auch die Kunstwelt beherrschen?, fragt sich OLAF SELG.

 

Der schier unerschöpfliche Pool an potenziellen Künstlern wird in Zukunft immer mehr von sich Reden machen – trotz oder gerade wegen der autoritären politischen Verhältnisse, in denen eine heterogene Bevölkerung zu einem großen Teil in Armut lebt.

 

Der vorliegende Bildband vermittelt allerdings nicht den Eindruck, dass sich die 15 präsentierten Künstler – und keine Künstlerin! – durch einen besonders kritischen Umgang mit den Verhältnissen, in denen sie teilweise leben, auseinandersetzen. Vielmehr wird eine starke Orientierung an westlichen Ideen und Verkaufsmaßstäben, am westlichen Kunstmarkt deutlich. Damit lösen sich die Künstler einerseits sowohl vom lange vorgeschriebenen, nervtötenden Propagandastil als auch von einer langen Tradition, in deren Folge sie in unserem Bewusstsein oftmals im Völkerkundemuseum Abteilung Kalligraphie abgestellt werden. Andererseits droht ihre Kunst unspezifisch und beliebig zu werden. Mit anderen Worten: Insbesondere wenn die eigenen Wurzeln erkennbar bleiben, bietet die chinesische Kunst eine Bereicherung.

 

Neo-Traditionalismus

Dass dies funktionieren kann, zeigen etwa die Arbeiten von Ji Dachun oder Xu Bing. Die Öffnung zum Westen ist also eine Chance, die jedoch künstlerische Risiken birgt, wie Xu Bing beschreibt: „Die größeren Möglichkeiten sind grundsätzlich gut für chinesische Künstler. Sie haben derzeit relativ schnell Erfolg. Von vielen Künstlern wird allerdings erwartet, dass sie noch mehr und höhere Qualität in der Kunst erreichen, aber sie sind vom Ruhm und vom Geld gefangen.“


Die knapp 70 Abbildungen können erwartungsgemäß leider nur einen äußerst bruchstückhaften Eindruck vom Neo-Traditionalismus in der aktuellen Chinesischen Kunst vermitteln. Aber „China's Revision“ kann mehr als nur oberflächlich Interesse wecken, vor allem weil der Band einige Interviews enthält, die Herausgeberin Beate Reifenscheid mit einigen chinesischen Künstlern geführt hat.


Die O-Töne von Fang Lijun (geb. 1963), Liu Xiaodong (geb. 1963), Xia Xiaowan (geb. 1959), Xu Bing (geb. 1955) und Yang Qi (geb. 1952) bieten Einblicke in verschiedene Lebenswelten und ihre Suche nach der eigenen Identität in der Auseinandersetzung insbesondere mit westlichen Vorbildern.

Von der Verrohung des Bürgertums

Ja, die Welt ist schlecht, weil ungleich. Aber hurra – wir tun doch was! Das Netzwerk der »Tafeln« sorgt dafür, dass auch Hartz-IV-ler würdig ...

Licht wo zu viel Schatten lag

Jetzt mal ehrlich, das Buch Fifa-Mafia von Thomas Kistner ist keine einfache Kost. Zu ungebremst und schnörkellos werden einem hier schallernde Fakten um die Ohren gehauen. ...

Lämmer in der Obhut von Wölfen

Das europäische Mittelalter war nicht gut zu Frauen – zumindest wenn wir heutige Kriterien anlegen. In jedem Fall aber war es eine schlechte Zeit für die wenigen Frauen in ...

Vorschlag zur Güte

Reiß mir bitte reiß mir doch

in meinen Etat ein Loch

stopf zwei drei deiner Sorgen rein

und bald wird wieder Frühling sein

»Die Wahrheit ist ein scheues Kind ...«

Mit dem Roman Tannöd begann 2006 die erstaunliche Karriere der Andrea Maria Schenkel. Der Nachfolger, Kalteis (2007), bewegte sich noch ganz im Dunstkreis des erfolgreichen ...

Valium im schwarzen Anzug

Die MIB-Filmreihe von Regisseur Barry Sonnenfeld komplettiert sich nun zur Trilogie und tischt dem Zuschauer das Alte vom Vortag nochmal neu auf – nur diesmal in 3D. Lasst euch vom ...

Ecce Homo

»Siehe, der Mensch!« - so wird allgemein Ecce Homo übersetzt. Napoleon soll Ähnliches zu Goethe bei ...