“Ich bin Jahrmarktschreier, Auktionator, Straßenkünstler, Wortverdreher, ein Abgeordneter bin ich, trunken vom vielen Reden. Ich habe Tourette.“
Jonathan Lethem: Motherless Brooklyn
Pelle tickt nicht richtig. Tics und Zwangshandlungen, Rituale und plötzliche Anfälle bestimmen sein Leben: Jedes vorüberziehende Flugzeug zwingt ihn in die Habachtstellung, weil sonst ein Absturz drohen könnte, jedes X, Y oder Z birgt Gefahren, wenn es versehentlich ausgeschrieben wird, jedes herumliegende Schmuckstück muss zwanghaft angefasst werden.
Mal sieht sich Pelle an Bord einer Boeing 737 – „this is your captain speaking“ – mal als begnadeter Hockeyspieler Wayne Gretzky oder erster Harpunier. Doch wehe, wenn ihn ein klitzekleines Detail aus der Fassung bringt: Ein möhrenknabbernder Klassenkamerad kann ungeahnte Wutanfälle provozieren, jedes Dreieck in der Mathearbeit kann zum Starttor von Europas gefährlichster Slalomabfahrt mutieren. Und plötzlich purzeln die Wortkaskaden unkontrolliert aus Pelles Mund: Nashornfurz! Fischpuddinghintern! Möwenarschloch!