Onomatopoesie des Unheimlichen
Mike Mignola wechselt zielsicher von einem Schlachtengemälde aus dem Krieg gegen das Paranormale zu den persönlicheren Erlebnissen der verschiedenen Protagonisten innerhalb der Behörde, die gekonnt aus dem breitem Fundus der Gothic Fiction adaptiert und ergänzt werden. Doch im Gegensatz zur Literatur muss hier das Grauen gezeigt werden. In einem Genre,das sich aus der Andeutung des Unsagbaren und Unbeschreiblichen speist, ist das ein ambitioniertes Unterfangen – mit Worten kann umschrieben werden, ein Comic muss darstellen! Doch die Entwürfe von Stewart und Davis können überzeugen und schaffen eine beklemmende Szenerie, die von den kontrastreichen und oft dunklen Panels lebt.
Im Vergleich zu Hellboy sind die Bilder detailreicher, was die Figuren ausdrucksreicher und damit schätzenswerter macht. Selbst Statisten wird viel Aufmerksamkeit gewidmet, obwohl sie nur zwei Panels später von grausigen Wesen explosiv verhackstückt werden. Mit dem realistischeren Stil entfernt sich B.U.A.P. von der trashigen Orientierung seines Ursprungs: Wo in Hellboy noch geprügelt wurde, wird hier schnell und scharf geschossen. Auch Nazis mit Weltuntergangsphantasien, einer ungesunden Faszination für das Paranormale und ledernem Superschurkenlook ergattern zwar noch ihren Auftritt, sind aber vermutlich die letzten ihrer Art. Stattdessen sind die Grenzen verwischt. Die Übergänge zwischen Freund oder Feind sind fließend und Bartträger, trotz Sprengstoff und grimmiger Miene, eventuell Retter in der Not.