Die Schmidt´schen Forderungen:
1. Kein „Moral Hazard“ mehr, was übersetzt in etwa so viel heißt wie „unbesonnenes Verhalten, das man sich leistet, weil keine negativen Konsequenzen drohen“. Banker fallen nämlich deshalb weich, weil das Bankwesen asymmetrisch ist: „Gewinne werden privatwirtschaftlich vereinnahmt, Verluste auf die Gesellschaft als Ganzes verteilt.“
2. Weg vom „Too big to fail“, dem Freibrief für Banken und Großunternehmen, deren Pleite sich eine Volkswirtschaft angeblich nicht leisten kann.
3. Geldgeschäfte in Zukunft ohne Netz, also ohne Option auf staatliche Milliardenprogramme als Rettungsfonds
4. eine bessere, weltweite Aufsicht der Finanzmärkte
5. mehr Transparenz
6. unabhängige Rankingagenturen
7. „Augenmaß und Courage“ bei allen Beteiligten. Banker sollten wieder Dienstleitster der Realwirtschaft sein und überhaupt: Keinen „Giftmüll“ mehr produzieren dürfen – diese dubiosen Finanzpakete, die so oft neu geschnürt und weiterverkauft werden, bis sie ihren Gegenwert verloren haben (wir erinnern die US-Immobilienhypotheken, die den Wert der ihnen zugrundeliegenden Immobilien weit überstiegen und so zum Zusammenbruch des Finanzmarktes führten).
Weil milliardenschwerer Giftmüll dieser Art noch immer in den Bilanzen internationaler Banken versteckt sein dürfte, ist die Krise übrigens auch noch nicht vorbei. Manchmal träume ich davon, dass Bücher anders aufhören. Dr.Susanne Schmidt beendet ihrs mit einer Reihe beunruhigender Fragen.