Die verquastete Schreibe der Literaturwissenschaft
Uwe Anton hat das alles – und mehr – wenn schon nicht im Bücherregal, dann zumindest auf dem Schirm, und was noch wichtiger ist: Er versucht gar nicht erst, den Wissenschaftler zu spielen, der die Unterhaltungsliteratur vom hohen Roß herab analysieren will, das kann er auch gar nicht, er steckt selbst viel zu tief drin im Salz der Literaturerde: Uwe Anton ist Übersetzer, unter anderem von Phillip K. Dick, außerdem Groschenromanautor, vor allem aber Mitglied im erlauchten Club der Perry-Rhodan-Autoren. Er versucht gar nicht erst, King in die Schublade der hohen und hehren Literatur hineinzurechtfertigen, solche Kategorien interessieren ihn schlicht überhaupt nicht, genausowenig, wie ihn die Literaturwissenschaft und ihre verquastete Schreibe interessiert.
Wer fürchtet sich vor Stephen King? ist eine kommentierte Veröffentlichungsgeschichte, die Kings Leben anhand seines Werkes nachzeichnet, unwissenschaftlich, unterhaltend, detailliert, sauber recherchiert und fairerweise unverhohlen subjektiv, wobei Anton sich erlaubt, an zwei, drei Stellen kritische Anmerkungen zu Kings schwächeren Werken anzubringen. Wer fürchtet sich vor Stephen King? ist – abgesehen natürlich vom Informationsgehalt – nicht mehr und nicht weniger als eine beispielhafte Durchführung des angenehmen Sprechens über das Populäre auf Augenhöhe.

