Brüssel im Jahre 1942. Ganz Belgien ist von deutschen Truppen besetzt. Auch das Hotel Moustic, Arbeitsplatz des Pagen Spirou, ist als Hauptquartier der Gestapo okkupiert worden. Während der normale Bürger die Schrecken des Zweiten Weltkriegs „nur“ am Rande durch Nahrungsmittelrationierung, die nächtliche Verdunkelung und die Willkür der Besatzer mitbekommt, brodelt es im Untergrund. Der Widerstand kämpft einen zähen, manchmal aussichtslos erscheinenden Kampf gegen die Boches und ihr Terrorregime.
Vor diesem allzu realen Hintergrund erzählen der Szenarist Yann Le Pennetier und der Zeichner Olivier Schwartz die Geschichte eines Spirou, der scheinbar ein Kollaborateur der Nazis ist. Als solcher muss er sich gleich zu Beginn des Albums von Fantasio beschimpfen lassen, obwohl sich beide zufällig beim heimlichen Verunglimpfen deutscher Propagandaplakate begegnen. Dass Spirou in Wirklichkeit als Spitzel für den Widerstand arbeitet, kann er seinem Freund ebenso wenig anvertrauen, wie er auch nicht ahnen kann, dass die Deutschen seinen Funksprüchen auf die Schliche gekommen sind. Als er schließlich enttarnt wird, sucht er sein Heil in der Flucht.
Als ob dies nicht schon genug Stoff für ein Album wäre, verlieren sich die beiden Künstler mit der Absicht, ein möglichst umfangreiches Bild der damaligen Zeit zu entwerfen, in einer wahren Flut von Nebenhandlungen. Fantasio, der sich einmal mehr eher schlecht als recht als Reporter versucht, beherbergt heimlich abgeschossene alliierte Bomberpiloten und erpresst Schwarzmarkthändler. Patzer, ein Junge aus dem Armenviertel, Hobbyboxer und (gezwungenermaßen) Hühnerdieb, der aus seiner Abneigung gegen die Deutschen keinen Hehl macht, entdeckt auf einem seiner Diebeszüge im Keller einer abgelegenen Villa Unglaubliches. Weiß er jetzt, warum immer wieder die deutschen Kampfflugzeuge mit ihrer für England gedachten, todbringenden Fracht über Brüssel abstürzen?