Zuviel des Guten
Dabei bergen die einzelnen Episoden in ihrem Kern sehr wohl gute Ideen, interessante Konflikte und Konstellationen. Doch immer dann, wenn in einem der unmotivierten Erzählstränge etwas interessant zu werden scheint, wird die aufkeimende Spannung bereits im nächsten Kapitel der Geschichte wieder abgewürgt, indem das Augenmerk auf ein weiteres Detail des viel zu breit angelegten Erzählkosmos gelenkt wird. Somit verkommt die in Furious Love gebotene, willkürlich erscheinende Aneinanderreihung durchaus interessanter Einfälle zur Belanglosigkeit. Dies ist leider der einzige Aspekt der dreibändigen Reihe, den Kamimura konsequent zu verfolgen scheint.
So beherbergen auch der zweite Band von Furious Love, in dem Sutehachis Geliebte O-Shichis ins Zentrum des Geschilderten rückt, und der dritte Band, wo Hokusais Epigone Sutehachi wieder die Hauptrolle einnimmt, zwar nicht ausschließlich schlechte erzählerische Versatzstücke. Doch leider ist das Mosaik, das aus diesen entsteht, nichtssagend, da es scheinbar recht gleichgültig zusammengeschustert worden ist. Daraus resultiert ein Lesevergnügen, das sich mit einem Blick durch ein Kaleidoskop bei widrigen Lichtverhältnissen vergleichen lässt. Wie man es auch dreht und wendet: Nur für einige äußerst flüchtige Momente blitzt etwas Glanz auf. Schade – da hat Kamimura weitaus Besseres zu bieten.