Blutgetränkter Sand
Die Gewaltspirale, die dann einsetzt, bringen Christophe Dabitch und Jean-Denis Pendanx ganz behutsam zu Papier. Sie lassen sich viel Zeit, um nachzuempfinden, wie ein soziales Geflecht von der Bestrafung kleinster Vergehen in die angeordnete Tötung unliebsamer Elemente abdriftet. Ihren Comic wollen sie als Parabel auf den aufkommenden Kapitalismus verstanden wissen. Einmal in Gang gesetzt, ist seine unmenschliche Maschinerie nicht mehr anzuhalten.
Seinem Zeichner räumt Dabitch viel Platz ein. Immer dann, wenn eine rationale Erklärung der Ereignisse scheitert, findet Jean-Denis Pendanx die passenden Bilder. Jeronimus' Wandlung zum Monstrum, das sich selbst zu einer Art Gott erhebt, kleidet Pendanx am Ende des zweiten Bandes in eine Folge von 22 wortlosen Panels. Ein leuchtend rotes Gewand deutet bereits auf den blutgetränkten Sand voraus.
Neben solchen Verknüpfungen gelingt es dem Zeichner immer wieder, das Innenleben der Protagonisten nach außen zu kehren. Seine expressiven Farben fangen die flirrende Intensität auf der Insel perfekt ein und haben einen erheblichen Anteil daran, dass Jeronimus eine herausragende Meditation über Lust und Gewalt geworden ist.