Eine Reihe von Beiträgen, die über das Werk und die Person Furtmeyrs hinausweisen, liefert interessante zusätzliche Informationen, welche die illustrierten Handschriften im künstlerischen Klima ihrer Zeit verorten: Aufgrund des Katalogtitels unerwartet, aber willkommen sind zwei Artikel zu Furtmeyrs mutmaßlichem Schüler Albrecht Altdorfer, die sich mit seinen Gestaltungsmodi und seinen (leider nur fragmentarisch erhaltenen) Wandmalereien im Bischofshof zu Regensburg befassen. Als sehr hilfreich für den Einstieg in die Themen Kunst in der Bibel und Bibel in der Kunst bzw. Landschaftsmalerei um 1500 erweisen sich darüber hinaus die entsprechenden Beiträge von Christoph Dohmen/Wolfgang Neiser bzw. Nils Büttner, die den Band thematisch abrunden.
Die aufwändige Gestaltung des Bandes mit über 500 Farbabbildungen spricht für sich; in seinem Bemühen um Vollständigkeit bei der Vorstellung der Furtmeyr-Handschriften einerseits und der Zusammenfassung des aktuellen Forschungsstandes andererseits erweist sich der Katalog als gelungener Grenzgänger zwischen Faksimile, Kunstbuch für ein breites Publikum und wissenschaftlicher Publikation.

