Am Rand der Gesellschaft
Die Exposition von Peplum beginnt weit außerhalb der römischen Gesellschaft, in der Eiswüste, wo der ausgestoßene Adlige Publius Cimber mit seinen Gefolgsleuten eine Art Expedition durchführt. Ihr Ziel: eine Frau, gefangen im ewigen Eis, zu finden. Nach wenigen Seiten springt die Handlung zum Epizentrum der Macht, dem römischen Senat. Blutch fängt den wohl bekanntesten Mord der Antike ein, die Iden des März. Aber nicht nur Cäsar selbst, sondern auch Publius Cimber wird ermordet und schnell ist klar, dass der Begriff der Identität auch in der römischen Antike ein sehr fragiles Gut war.
Der junge Peplum nimmt kurzerhand den Adelstitel des Exilanten an und macht sich zu seiner eigenen Odyssee auf. Er beginnt seine Reise in weißer Toga, doch lässt diese bald schon zurück, lustwandelt einige Kapitel halbnackt herum, nur um in schwarzer Montur wieder aufzutauchen. Seine Kleidung scheint als Spiegel seiner Seele zu fungieren. Doch werden seine Handlungen nicht kritisiert, solange er den falschen Namen des römischen Ritters vor sich her trägt.
Die Suche nach dem Schicksal und der Lust führen Peplum vorbei an bekannten Figuren des antiken Dramas: dem griechischen Chor, den Soldaten und auch den Sklaven. All diese pupillenlosen Figuren kann Peplum mit seiner falschen Identität täuschen. Doch täuscht sich der junge Hochstapler selbst. Glaubt er auch nach seiner eigenen Identität zu suchen, so zielt er doch immer wieder nur auf die kurzfristige Erfüllung seiner Begierde ab. Blind vor Verlangen übersieht Peplum seine wirklichen Gefühle und jagt seiner stummen Begleiterin hinterher, der Frau im ewigen Eis. Ein regungsloses Gesicht, das unbedingte Liebe einfordert.