La grande Illusion
Oder sind biografischen Szenen nur gestellt, die Familiengeschichte eine Vorführung, das ganze Leben nur ein Schauspiel, kongenial erdacht und vollendet von einem dämonisch-brillanten Regie-Geist bis hin zum Tod auf Faro? Bergman verfiel der spröden Schönheit der kleinen Nordseeinsel, auf der er nach Wie in einem Spiegel mit seiner Lebenspartnerin Liv Ullmann Persona und Schande drehte. Ein eigenes Kino hatte Ingmar Bergman auf Faro, seinem Zufluchtsort und Exil, wo er im Juli 2007 verstarb. Gab es für ihn eine essentielle Wahrheit, dann wohl die, dass ein Leben ohne Lebenslüge unerträglich ist.
Die Untrennbarkeit von Fiktion und Realität ist das Resümee der minuziösen Ausstellung. So gewählt und informativ Ingmar Bergman. Von Lüge und Wahrheit ist, führt die Ausstellung dennoch zu keiner tieferen Erkenntnis über den Regisseur. Die Sammlung gewährt einen An-, keinen Einblick. Werk- und Künstlerbiografie werden auf den Seziertisch gelegt. Das analytische Skalpell kratzt jedoch nur an der Oberfläche. Das Phänomen Ingmar Bergman lässt sich, wenn überhaupt, nur durch seine Filme ergründen. Denn die Kunst ist eine Lüge, die uns die Wahrheit erkennen lässt.
