Der Sohn des Fuchses
Klingt diese Zusammenfassung hanebüchen? Yep, aber genau so ist die Story von Batmans Sohn. Möchte man als alter Batman-Fan bei so was das Ende des Abendlands ausrufen? Yep. Es ist kein Zufall, dass Neil Gaiman, der die Serie nach Morrison übernahm, seine Interpretation mit dem Tod und der Wiedergeburt Batmans begann – es musste ein frischer Start her.
Dabei ist Grant Morrison eigentlich einer der besten und profiliertesten Comicautoren unserer Zeit. Der Schotte, dessen gälischer Name frei übersetzt »Sohn des Fuchses« bedeutet, hat mit Animal Man, Arkham Asylum, Mystery Play, The Invisibles oder Doom Patrol einige der interessantesten und besten Comics der letzten dreißig Jahre geschaffen. Sein Markenzeichen war dabei stets seine überbordende Phantasie, die es ihm ermöglichte, pro Seite mehr kreative Einfälle zu verbraten als andere Autoren in ihrer gesammten Schaffenszeit.
Dass ausgerechnet er zu dem abgedroschenen Handlungselement greifen muss, plötzlich einen adoleszenten Sohn Batmans wiedereinzuführen, der wohlweislich Jahre zuvor aus der Continuity der Serie verbannt worden war, kommt, was Morrisons Kreativität angeht, schon einer Todeserklärung gleich.