The Business of Showing
Noch mal: There is no business like showbusiness. Da es sich beim Geschäft mit der Erotik wie kein zweites um ein business of showing handelt, trifft diese Formel auch und gerade hier zu. Zwar werden im Erotikbiz nicht gerade viele Menschen zu Stars, aber zahlreiche Versuche bleiben trotzdem nicht aus – zumal in den Augen vieler Sternchen, Möchtegerns und Gernegroßen die Produktionsfirmen der Schmuddelbranche als das Wartezimmer der großen Hollywood-Studios erscheinen.
Eine Frau, die beim vergeblichen Verfolgen einer Schauspielerkarriere den Umweg in die Sexindustrie eingeschlagen und es dennoch zu unsterblichem Ruhm gebracht hat, war Bettie Page. Diese Ikone des Pin-Up und Pionierin des Bondage gilt heute als Wegbereiterin der sexuellen Revolution. Sie und eine weitere Erotik-Größe, die sich in das kollektive Kulturbewusstsein einbrennen konnte, nämlich Linda Lovelace, der Star aus Deep Throat – der Film, der in den Siebzigern den Porno in den Mainstream gebracht hat – sind die Protagonisten in Nine Anticos biographischem Comic Coney Island Baby.
Page, die sich selbstbewusst und bereitwillig vor einen Karren hat spannen lassen, dessen Reichweite sie zu erkennen nicht imstande war, und Lovelace, die zugunsten ihrer Karriere sehr an Widerworten gespart hat, eint vor allem eine Sache: Nach ihrem raschen Aufstieg lernten sie schnell die Schattenseiten des Business kennen. Als die beiden ihr jeweiliges Karrierehoch überschritten hatten, blieb ihnen kaum mehr als Verbitterung.