Thomas Kistner: Fifa-Mafia Men in Black 3 - jetzt im Kino! TATORT (SR) - Skalpell (28.05.2012) von Michael Ebmeyer "Bacon Talks": Frankfurts Schauspielintendant Oliver Reese schreibt ein Stück und inszeniert Der FUTTERblog - streng verdaulich!
Freitag, 25. Mai 2012 | 23:30

Ignacio Fernandez: Conjuro/Uxia: Meu Canto

15.09.2011

Spanische Beschwörungsformeln

Ein Ausnahme-Gitarrist und eine Ausnahmesängerin präsentieren ihre neuen Alben auf denen sie Tradition und Individualismus auf äußerst gelungene Art und Weise verbinden. Von TOM ASAM.

 

Ignacio Fernandez, Flamenco-Gitarrist aus Jerez, nennt sein zweites Album Conjuro. Zu Deutsch: Beschwörungsformel. Formelhaft geht er dabei zum Glück nicht zu Werke: Sein Spiel auf der akustischen Gitarre verbindet die Mystik des traditionellen Flamencos mit einem sehr individuellen Stil. Seine Stücke sind so beschwörend wie betörend. Fernandez, der bereits vor knapp 20 Jahren einen nationalen Gitarren-Wettbewerb in seiner Heimat gewann, lebt heute auf Teneriffa. Er hat physisch wie spielerisch genug Abstand zu Klischees und Standards der Flamencowelt, was verhindern sollte, sein Spiel ausschließlich als World Music oder ethnische Musik wahrzunehmen. Trotz aller technischer Brillianz strahlen die zehn Stücke auf Conjuro genug Wärme aus, um den geneigten Hörer in seinen Bann zu ziehen. Das Akustikalbum ist beileibe keine selbstverliebte Soloshow, Fernandez schart hier einige Musiker um sich. Tablas, Klarinette, Violine und Percussion sorgen für wohlausgewogene Ergänzung zu den artistischen Saitenschmeicheleien.

 

Erst kürzlich erfreute uns das Label Do Fol mit der Wiederveröffentlichung ihres großartigen Albums Danza das areas. Uxia gehört zu den großen Stimmen ihrer galizischen Heimat und hat in ihrer seit über 25 Jahre andauernden Karriere mit zahlreichen internationalen Musikern zusammengearbeitet. Dabei verbindet sie traditionelle Arrangements mit verschiedenen Stilen und zeitgenössischen Einflüssen. Meu Canto vereint die beliebtesten Lieder ihrer Liveauftritte und bisher nicht gehörtes in neuen Studio-Aufnahmen. Uxias großartige Stimme krönt die gewohnt abwechslungsreich instrumentierten Stücke und trägt den Hörer in eine Region Europas, deren reiche Kulturtradition hier sehr lebendig durchscheint. So anmutig wie kraftvoll, eine wohltuende Abwechslung zum marktgängigen Songwriter-Stoff oder auf Nummer sicher gebürstete Weltmusik-Veröffentlichungen.

 

| kommentar schreiben

Name:
Kommentar:

Von der Verrohung des Bürgertums

Ja, die Welt ist schlecht, weil ungleich. Aber hurra – wir tun doch was! Das Netzwerk der »Tafeln« sorgt dafür, dass auch Hartz-IV-ler würdig ...

Licht wo zu viel Schatten lag

Jetzt mal ehrlich, das Buch Fifa-Mafia von Thomas Kistner ist keine einfache Kost. Zu ungebremst und schnörkellos werden einem hier schallernde Fakten um die Ohren gehauen. ...

Lämmer in der Obhut von Wölfen

Das europäische Mittelalter war nicht gut zu Frauen – zumindest wenn wir heutige Kriterien anlegen. In jedem Fall aber war es eine schlechte Zeit für die wenigen Frauen in ...

Vorschlag zur Güte

Reiß mir bitte reiß mir doch

in meinen Etat ein Loch

stopf zwei drei deiner Sorgen rein

und bald wird wieder Frühling sein

»Die Wahrheit ist ein scheues Kind ...«

Mit dem Roman Tannöd begann 2006 die erstaunliche Karriere der Andrea Maria Schenkel. Der Nachfolger, Kalteis (2007), bewegte sich noch ganz im Dunstkreis des erfolgreichen ...

Valium im schwarzen Anzug

Die MIB-Filmreihe von Regisseur Barry Sonnenfeld komplettiert sich nun zur Trilogie und tischt dem Zuschauer das Alte vom Vortag nochmal neu auf – nur diesmal in 3D. Lasst euch vom ...

Ecce Homo

»Siehe, der Mensch!« - so wird allgemein Ecce Homo übersetzt. Napoleon soll Ähnliches zu Goethe bei ...