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Donnerstag, 09. Februar 2012 | 05:49

Casiokids: Topp stemning på lokal bar

02.09.2010

Synth(ie)haft gut

MATHIAS BROSE hat sich das Debüt der Norweger angehört und lädt ein auf eine Kneipentour mit Strickpullover und Tanzbein.

 

"Warum weinst du?" - So ziemlich jeder gute Freund hat seiner Freundin, dem Engelchen, Mausezähnchen oder Wölkchen schon einmal diese Frage gestellt. Verwischte Schminke, feuchte Augen und ein tiefes Schluchzen schmelzen jedes Männerherz. 

So geht es es wohl auch dem Betrachter des Debütalbums der Casiokids Topp stemning på lokal bar. Was frei übersetzt soviel wie “Super Stimmung in der hiesigen Kneipe” bedeutet, täuscht mit einem gegensätzlichen Coverbild. Dabei hat unser beplüschtes Wesen mit verschmierten Tränen unter den Augen, das uns da so herzzerreißend verfolgt, doch gar keinen Grund dafür. Die 2005 gegründete norwegische Band hat es geschafft, das erste Pop-Album zu veröffentlichen, welches in norwegischer Sprache in den UK erschienen ist. Sie tourten bereits mit „Of Montreal“ und „Hot Chip“. Nun ist ihr Album auf Moshi Moshi Records in Deutschland erschienen. Da gibt es keinen Grund zu weinen. Wirklich nicht.

 

Super Stimmung

Liegt es vielleicht am Inhalt des Tonträgers, der Anlass für verlaufene Schminke bietet? In acht Songs wird dem Hörer genau das geboten, was der Titel verspricht: „Super Stimmung“.

Mit „Finn bikkjen“ ist den Norwegern ein ohrwurmverdächtiger Tanzflächsong geglückt, der sich mit überschwänglichen Synthie-Sounds in das Ohr des musikvernarrten Zuhörers gräbt.

Insbesondere auch „Fot i hose” steht seinem musikalischem Bruder dabei in nichts nach. Ohne Gesang bringt der Song jeden Fuß zum wippen und lässt einen gar nicht mehr von der Tanzfläche runter. Aber auch die anderen Titel bringen Stimmung oder lassen einen beim Einschlafen zusammen mit seinen Traumschafen über den nun niedrigen Zaun, auf die frische, grüne Weide des Nachbarn springen. Musikalisch lassen sich die Casiokids dabei schwer einordnen. Techno und Out-and-Out-Pop ergeben einen eingängigen Elektro-Pop. Auch wenn man nicht jedes (oder eher: kein) Wort versteht - so gefällt es doch sehr was man da hört. Schließlich braucht Musik keine Sprache, es ist eine eigene.  Warum weinst du also? Es kann dafür nur eine Erklärung geben. „Topp stemning på lokal bar“ ruht noch in den Untiefen des bebilderten Schlundes seiner Verpackung. Befreie ihn! Hör ihn! Trockne die Tränen!


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