Die Faszination des Grauens
Kaum ein Werk der Weltliteratur hat, sieht man einmal von der Bibel ab, so viele Künstler unterschiedlicher Epochen und Stilrichtungen zur Umsetzung ins Bildmedium angeregt. Die zweibändige Neuausgabe mit der Prosaübersetzung des renommierten Mediävisten Kurt Flasch liefert einen willkommenen Anlass, Werk und Rezeption einmal wieder in Augenschein zu nehmen. Von STEPHANIE RAPPL
Kleine Andachtsbilder, große Wirkung: Meisterwerke des frühneuzeitlichen Drucks
Was machen TITEL-Rezensenten, wenn sie sich in der Offline-Welt bewegen? Die Möglichkeit, die Autoren Sebastian Karnatz, Nico Kirchberger und Mathias Listl als Kunsthistoriker kennenzulernen und gleichzeitig eine profunde Einführung in die frühneuzeitliche Druckgraphik zu genießen, bietet der eben erschienene Ausstellungskatalog Himmel und Erde in Schwarzweiß. Von STEPHANIE RAPPL
Frivoles Fräuleinwunder
Schon der Name ist eine Unverschämtheit! Zuerst einmal der Nachname, beginnend mit »Un-«. Dieser ironische Gleichklang mit Unwert, der unendlich unpassend und ungehörig für ihre Arbeit ist. Das H am Wortende suggeriert einen Hauch des Altdeutschen. Dann das anmaßend »von«, als ob standesgemäße Blaublütigkeit den unter der blassen Haut durchscheinenden Adern ihre Farbe verleihe. Und Ellen – dieser grazile Name aus einem düsteren Stummfilm Murnaus, der zusammen mit dem Nachnamen bei gewisser Betonung nach einer verklausulierten Bezeichnung von Unmengen an Verdorbenem klingt: Ellen von Unwerth. Von LIDA BACH
Schwere ästhetische Nüsse knacken
Mit der Besprechung des Katalogs der Frankfurter Schau Beckmann & Amerika beschließt SEBASTIAN KARNATZ den außergewöhnlichen 2011er Beckmann-Marathon.
Schwarze Genesis
Zwitterwesen und Zwillingspaare – die faszinierende Kultur der afrikanischen Dogon ist in der Bundeskunsthalle Bonn zu sehen. Von SABINE MATTHES
Beckmann reloaded!
Nach dem Katalog der Basler Ausstellung Max Beckmann. Die Landschaften hat sich Sebastian KARNATZ nun den Katalog der Leipziger Ausstellung Max Beckmann. Von Angesicht zu Angesicht vorgenommen.
Subtile Gesichter. Deutsche Renaissance-Portraits
Nach der Berliner Schau Gesichter der Renaissance hat BJÖRN VEDDER nun auch in München die hohe Kunst des Portraits bestaunt.
Pretty as a Picture
»Ich habe sie auf der Straße gesehen, im Theater, in der Kirche. Überall und bei allem habe ich sie gesehen. Wie sie über die Fifth Avenue schlendert und bei der Arbeit hinter der Ladentheke steht. Die Nation hat diesen Typ geschaffen.« Die Genesis des Pin-ups lässt sich kaum besser beschreiben als Charles Dana Gibson es tat. Erzählt der Illustrator, wo er das Mädchen fand, das als »Gibson Girl« zum Ideal weiblicher Anmut wurde, nimmt er die Geschichte einer Kunstform vorweg, die es verdient, als eigene Richtung anerkannt zu werden. In ihrem verführerischen Bildband The Great American Pin-up haben Charles Martignette und Louis K. Meisel genau dies getan. Von LIDA BACH
Beckmann mit dem ICE
Soviel Beckmann gab es noch nie! Diesem Diktum kann man nicht nur, man muss ihm gar zustimmen. SEBASTIAN KARNATZ nimmt – zumindest lesend – die Reise von Basel über Frankfurt nach Leipzig auf sich.
Mehr als nur ein Kalender
Der zweite Dobler Kunstkalender mit Hans Mielichs Miniaturen zu den Bußpsalmen Orlando di Lassos heißt nicht nur Zeitlos schön, er ist es auch, findet Mathias LISTL.
A big big book
Die inneren Alarmglocken schrillen, hört man von der angeblichen künstlerischen Zweitbegabung Prominenter. Vor allem, wenn es sich um Persönlichkeiten aus der Film- und Musikbranche handelt, steigen böse Zweifel in uns hoch. In diesem Fall sind sie allerdings vollkommen unberechtigt, findet MATHIAS LISTL.
Die Sucht - Das Malen
Die 1921 in Husum geborene Malerin Elisabeth Dering entwickelte sich nach dem Zweiten Weltkrieg zu einer der prägenden Künstlerpersönlichkeiten der Aschaffenburger Kunstszene. Zu ihrem 90. Geburtstag widmet ihr das Schlossmuseum der Stadt Aschaffenburg die Sonderausstellung Die Sucht, das Malen – Elisabeth Dering. Werke (1950-1970). Von JÖRG FUCHS.
Ein innovativer Gestalter und unabhängiger Kopf
Botticelli, Sandro Botticelli - heute ist er wohl vor allem für seine Venus und seine Frauenbilder bekannt. Dabei ist sein Schaffen ungleich vielfältiger und breiter. Das macht das Büchlein Botticelli - Ein Florentiner Maler über Gott, die Welt und sich selbst aus der Feder von Damian Dombrowski deutlich. Von Jörg ESCHENFELDER
Der Schönheitsfehler als Normalfall
Der Besuch der Ausstellung Innere Asymmetrie von Manfred Scholl im Burghauser Liebenweinturm ist ein Ausflug. Ein Ausflug in eine unbekannte und doch vertraut scheinende Welt. Ein Ausflug mit Wirkung – findet Jörg ESCHENFELDER
Vom Kunsthandel, einem Hermelin und dem Berg Fuji
Auf dem Berliner Kunstherbst stellt der Kunsthandel Gegenwartskunst und vor allem sich selbst aus. Der Martin-Gropius-Bau und das Bode-Museum zeigen zeitgleich hochkarätige Klassiker. BJÖRN VEDDER hat der selbsterklärten Kunstmetropole Berlin einen Besuch abgestattet.
So viele Bücher!
Unter dem Titel Die Weisheit baut sich ein Haus beleuchtet das Architekturmuseum München die Geschichte des Bibliotheksbaus. Den Schwerpunkt der sehenswerten Ausstellung bilden Bauten der letzten beiden Jahrzehnte, denn niemals zuvor – und das mag überraschen – wurden so viele Bibliotheken gebaut. Von CHRISTOPHER FRANZ.
Aristokraten der Finsternis
Leah Gordons Fotoband entdeckt im Karneval von Haiti Voodoo, Politik und Revolution. Von SABINE MATTHES
Wiederfinden und Wiederverlieren
Statt der erwarteten Schrottinstallationen und destruktiver Ästhetik findet MATHIAS LISTL einen lesenswerten Sammelband über die Wechselwirkungen von Archäologie und Moderne.
Eine große Nachtmusik
Wem am 27. August am Berliner Kulturforum der Gamelan-Gong die sechste Tagesstunde schlägt, erwartet eines langen Tages Reise in die noch längere Nacht. Was bisher nur dem Werbespot des MB-Spiels des Monats und der Tagesschau gebührte, eröffnet nun auch die Lange Nacht der Museen. Bald schlägt es dreißig, wenn der symbolische kulturelle Paukenschlag zum 29. Mal bis kurz vor Morgengrauen zahlreiche Berliner Kunst- und Kulturhighlights den Besuchern auftut. Um Kunst und Kultur geht es indes nur am Rande der sieben Routen, auf denen Shuttle-Busse den musealen Marathon zum Art-House-Hopping perforieren. Es geht um Highlights. Von LIDA BACH
Wo Agitprop positiv besetzt ist
Das Plakat ist das ideale Medium für bildende Kunst, die auf politische Wirkung zielt. Da gehen Form und Inhalt eine optimale Synthese ein. Wer agitieren, überzeugen, mobilisieren will, ist im kleinen Format ebenso schlecht aufgehoben wie im Museum oder in der Galerie. Er braucht die breite Öffentlichkeit und das grobe Raster, die Litfaßsäule, nicht die Documenta. Er will auffallen, Subtilitäten sind allenfalls Beigabe, auf den zweiten Blick zu entdecken, aber nicht der eigentliche Zweck. Von THOMAS ROTHSCHILD
Das fotografierte Selbst
Am Wochenende hat im Salzburger Museum der Moderne Rupertinum eine sehenswerte Ausstellung eröffnet: Attersee schön wie seine Bilder. Nicht vom österreichischen See Attersee, sondern von dem gleichnamigen Künstler Attersee, der seit den 1960er Jahren einer der führenden Künstler der Alpenrepublik ist und seinen fotographischen Arbeiten ist hier die Rede. JÖRG ESCHENFELDER war in Salzburg und hatte Gelegenheit mit Christian Ludwig Attersee zu sprechen.
Ein Fest für die Augen
MATHIAS LISTL bespricht staunend einen Bildband der Extraklasse über ein unvergleichliches Bauwerk.
Rencontre der Wiegen abstrakter Kunst
Noch bis zum 15. August dieses Jahres lädt eine umfangreiche Ausstellung im Kunstbau des Münchner Lenbachhauses zu einer Begegnung mit dem Werk Piet Mondrians und den künstlerischen Äußerungen der Gruppe De Stijl ein. Von MATHIAS LISTL
Die Neue Secession in neuem Licht
Die Stiftung Brandenburger Tor präsentiert im Max-Liebermann-Haus in Berlin eine Schau zu der Neuen Secession. Der zugehörige Katalog erschließt eine interessante Facette der deutschen Kunstlandschaft zu Beginn des 20. Jahrhunderts. VON NICO KIRCHBERGER
Mythos Biennale
Wenn man jemandem je ein Gemälde von, sagen wir: Hans Makart, Auguste Renoir und Ilja Repin zeigte – er müsste kein Kunstkenner sein, um zu benennen, welcher Künstler Österreicher, welcher Franzose und welcher Russe sei. Wenn man jemanden mit verbundenen Augen in einen der Pavillons der 54. Biennale von Venedig führte und ihm dort die Binde abnähme – er wüsste wohl kaum, welche Nation da repräsentieren wolle. Von THOMAS ROTHSCHILD
Der Philosoph im Museum
Die Herausgeber Julian Nida-Rümelin und Jakob Steinbrenner präsentieren in fünf Bänden ungewöhnliche und durchaus streitbare Positionen zum aktuellen ästhetischen und museologischen Diskurs. Von SEBASTIAN KARNATZ
Kunst als Ergebnis des Scheiterns
Wie entsteht Kunst? Aus dem Scheitern. Aus der Erkenntnis, dass das Ergebnis nicht mit der Vorstellung übereinstimmt und aus dem unermüdlichen Versuch, mit dem nächsten Werk der Vorstellung näher zu kommen. Von JÖRG ESCHENFELDER
»Bitte berühren!«
Über 150 Werke von 51 Künstlern versammelt die Frankfurter Kunsthalle Schirn in ihrer groß angelegten thematischen Ausstellung über die surrealistische Objekt-Kunst. Zusammen mit dem zugehörigen Katalog wird ein eher unbekannter Zweig des Surrealismus beleuchtet und aus dem übermächtigen Schatten der Malerei geholt. Von ANNA-LENA KRÄMER
Journalistischer Befreiungsschlag eines Vollblutakademikers
In einem schmalen, aber feinen Band wurden einige der zeitlos schönen Ausstellungsrezensionen von Willibald Sauerländer, die regelmäßig im Feuilleton der Süddeutschen Zeitung erscheinen, zusammengestellt und vom Beck-Verlag herausgegeben. Von STEPHANIE RAPPL
Anspruch und Diskrepanz
Eine Arbeit zum »Tanz in der bildenden Kunst« ist nun endlich geschrieben – das dringende Forschungsdesiderat bleibt jedoch weiterhin bestehen. VON NICO KIRCHBERGER
Das Who is who der deutschen Reformbewegung
Einen äußerst lohnenswerten Blick zurück auf eine kompetente Darstellung der Gartenstadt Hellerau wirft MATHIAS LISTL.
Kampfansage gegen den Mythos von den »Dark Ages«
Bibliophile Mediävisten haben für den Mythos vom »Dunklen Mittelalter« ohnehin nur ein müdes Lächeln übrig – alle übrigen können sich anhand der stupenden Farbenpracht und Formensprache früh- und hochmittelalterlicher Prachthandschriften mühelos vom Gegenteil überzeugen lassen. Von STEPHANIE RAPPL
Blumen des Bösen
Es war einmal ein Geschäftsmann in Lagos, Nigeria, der eine Lieferung leerer Videokassetten nicht los wurde. Er dachte, wenn etwas darauf wäre, ließen sie sich besser verkaufen – und drehte selbst einen Videofilm. Von SABINE MATTHES
Mit beherztem Einsatz für die Kunst
Die monumentale, fast neunhundertseitige Festschrift für den Regensburger Kunsthistoriker Hans-Christoph Dittscheid hat SEBASTIAN KARNATZ staunend und mit Gewinn gelesen.
Sensibel und vertrauensvoll
Herlinde Koelbl ist die Altmeisterin der Deutschen Fotografie. Nach fast vier Jahrzehnten ist sie die Grand Dame der Deutschen Fotografie zwischen Journalismus, Portrait und Kunst. Eine Werkschau ist also längst fällig und liegt beim Steidl Verlag unter dem Titel Mein Blick vor. Ein sehenswerter Band findet JÖRG ESCHENFELDER
»Das kann man nicht machen!«
Ein Interview mit der iranischen Künstlerin Parastou Forouhar von JOHANNES DOBROSCHKE.
Inneneinrichterporno
Der Fotoband »City Life. Urbane Wohnportraits« ist so steril wie eine Mischung aus IKEA-Katalog der gehobenen Klasse und Inneneinrichterporno. Leider enthält er weder Portraits noch Wohnungen. Von JAN FISCHER
Zurück in den Salon! Auf in den Orient!
Haschisch und Haremsdamen locken in die Hypo-Kunsthalle, um den Orient des 19. Jahrhunderts zu entdecken. NICO KIRCHBERGER folgte der Einladung.
Zwischen Bali und Bangkok
Unsere Faszination für fernöstliche Wohnstile hat viel mit der Verbindung von natürlicher Eleganz und überzeugender Schlichtheit zu tun. Die meisterhaften Fotografien von Massimo Listri, kombiniert mit feinsinnigen Texten, entführen uns in Häuser in Asien zum Verlieben. Von INGEBORG JAISER
Ein genialer Streber
Es gilt einen anderen Rudolf Steiner zu entdecken: einen Visionär und Kunstschaffenden von internationalem Rang. Zur Entdeckung rät dringend MATHIAS LISTL.
Radikaler Neuerer der spätgotischen Malerei
Der neu erschienene Katalog zur Konrad Witz-Ausstellung in Basel begeistert STEPHANIE RAPPL.
Hommage an die Muse und Freundin
Kate Moss by Mario Testino – so lautet der schlichte Titel dieses riesigen, silbernen Bildbandes aus dem Haus Taschen, der vor wenigen Wochen erschienen ist. Ein wirklich sehenswerter Bildband – und das nicht (nur) wegen des skandalträchtigen Super-Models. Von JÖRG ESCHENFELDER
Camera Obscura
Das Wunder der bewegten Bilder kostete ihn teuer. Einhundert Zinnsoldaten zahlte Ingmar Bergman als kleiner Junge seinem Bruder für dessen Laterna Magica – Hexenkunst der Illusionsproduktion gegen einen Haufen Metall. Jedes Ding hat den Wert, der ihm beigemessen wird. Für den schwedischen Regisseur gab es wohl nichts Kostbareres als die Filmkunst. Eine umfassende Ausstellung im Berliner Film- und Fernsehmuseum sucht die Verbindungspunkte Von Lüge und Wahrheit in Werk und Leben des stilprägenden Autorenfilmers. Von LIDA BACH
Safari durch den Moloch
Afropolis. Stadt, Medien, Kunst zeigt den radikalsten urbanen Zustand: Kairo, Lagos, Nairobi, Kinshasa, Johannesburg. Von SABINE MATTHES
Verwackelte Bilder? Große Kunst!
Anders als auf den missglückten Urlaubfotos im Familienalbum demonstriert Unschärfe in Malerei und Kunstfotografie nicht zwingend fehlendes Können – sie bietet sogar eine mögliche Antwort auf die Krise des Bilds im Zeitalter der digitalen Bildbearbeitung, wie der Katalog Unscharf. Nach Gerhard Richter beweist. Von STEPHANIE RAPPL
Kunst am Buch
Der Katalog zur Schau Picasso. Künstlerbücher im Münchner Museum Brandhorst präsentiert uns das buchkünstlerische Schaffen Pablo Picassos und ist ein Kompendium der reichen Buchkunst des 20. Jahrhunderts geworden. Von SEBASTIAN KARNATZ
Überreste einer Utopie
Eintönig und nichtssagend wirkt der blassgraue Umschlag. Ein durch zwei Jahrzehnte verschlissenes Buch, abgenutzt aus zweiter Hand. Nur ein paar dünne Blätter mit Text in Kyrillisch, dazwischen alte Fotografien noch älterer Gebäude. In einem gewöhnlichen Buchgeschäft in Tiflis wartet das bejahrte Werk scheinbar vergeblich darauf, dass sich jemand für es interessiert. Kommunistische Architektur aus 70 Jahren ist im Jahr 2003 kein Thema, dass viele Betrachter fesselt. Von LIDA BACH
»Es ist eines der exotischsten Dinge, die man finden kann.«
Er betrachtet die Träume, die den Architekten durch den Kopf gingen. Und diese stehen in riesigem Abstand zu dem, was wir von der Sowjetunion gemeinhin erwarten. Es seien eben nicht diese grauen Blöcke, meint Frédéric Chaubin. Die Epoche und das Land seien von intensiven Träumen bewegt worden, die eine in gewisser Hinsicht sowjetische Metaphysik trugen. Dieses mentale Konstrukt fasziniert ihn, wie der Fotograph LIDA BACH im Interview gestand.
Die Eroberung der Off-Räume
Eine Gruppe von Absolventen der Nürnberger Akademie der Bildenden Künste hat sich zusammengeschlossen, um unter dem Stichwort „Kunst(selbst)-Management“ eigene Werke auszustellen; federführend waren dabei die beiden Absolventen Sebastian Hein und Ladislav Zajac. Im Anschluss an das Projekt „oil on canvas“ wurde nun der gleichnamige Ausstellungskatalog präsentiert. Von STEPHANIE RAPPL
Von einem Gipfel der Malerei
Von der einzigartigen Kunst Giovanni Segantinis lässt sich NICO KIRCHBERGER in den Bann ziehen und plant seinen Urlaub in den Bergen. Zuvor jedoch hat er den neuesten Katalog über den Künstler rezensiert.
Jedem die Kunst, die er verdient
Street Art-Künstler wie Banksy oder Swoon verstehen sich selbst als Outlaws und Kritiker am Turbokapitalismus, kommerzieller Erfolg oder die Gesetze des Kunstbetriebs interessieren sie nicht im Geringsten. Trespass. Die Geschichte der urbanen Kunst präsentiert einen Einblick in die lebendige Kunstszene jenseits von Galerien und Museen. Von STEPHANIE RAPPL
Schädelschnitte, offene Brustkörbe ...
... und Würmer zum Frühstück – das Inside Artzine präsentiert Kunst fernab des allgemeinen Schönheitsbegriffs. Von STEFAN HEUER
Von »Culturaffen« und »Seelendarwinisten« - die Welt des Gabriel von Max
Die aktuelle Retrospektive Gabriel von Max. Malerstar, Darwinist, Spiritist im Kunstbau der Städtischen Galerie im Lenbachhaus in München führt hinab in die Tiefen der ungewöhnlichen Betätigungen des Gründerzeitmalers. Von NICO KIRCHBERGER
Klassische Mythen in neuem Gewand
Für die Ausstellung Mythos und Metamorphose hat Andrea Madesta, die scheidende Direktorin des Kunstforums Ostdeutsche Galerie, Werke des Malerfürsten Markus Lüpertz nach Regensburg geholt. Ein Rundgang von STEPHANIE RAPPL
Buchmalerei in den Zeiten des Niedergangs
Furtmeyr. Meisterwerke der Buchmalerei dokumentiert, wie sich die in Regensburg so traditionsreiche Kunst der Buchmalerei ein letztes Mal aufbäumte, bevor die einstige Metropole zu Beginn der Neuzeit endgültig in der künstlerischen Bedeutungslosigkeit versank. Von STEPHANIE RAPPL
Der neue Liebling des Museumsbetriebs
Der Boom der Caravaggio-Ausstellungen in den Nullerjahren klingt langsam ab – Zeit für den Museumsbetrieb, sich einen neuen Lieblingskünstler zu suchen. Mit Gustave Courbet scheint dieser gefunden: Grund genug, einen Blick auf den Ausstellungskatalog Courbet – ein Traum von der Moderne zu werfen. Von STEPHANIE RAPPL
Das Bild der Reise
Die klassische neuzeitliche Künstlerreise ist zumeist nicht nur eine Bildungsreise, sondern auch eine Reise zum Bild. Joachim Rees stellt in dreizehn Essays reisende Künstler und ihre Bilder der Reise vor. Von SEBASTIAN KARNATZ
,,Berühmt? Davon weiß ich nichts."
Aber Steve Schapiro ist berühmt. Dort, wo Ruhm am schwersten zu erlangen ist, unter Künstlern. In den Händen des Filmfotograf wird ein Fotoapparat zur Camera Magica. Schapiro schuf ikonische Aufnahmen an den Filmsets von Chinatown, Der Pate und Taxi Driver. Von LIDA BACH
Eine neue Topologie des Plastischen
Richard Serra ist zweifelsohne einer der stursten zeitgenössischen Künstler: Seit bald 50 Jahren verfolgt er eine Serie von bildhauerisch-gestalterischen Fragen, denen er immer neue Werkgruppen – und neue Antworten – abgewinnt. Das Buch über Serra, das Kunibert Bering, Inhaber eines Lehrstuhls für die Didaktik der Bildenden Künste an der Düsseldorfer Kunstakademie, bereits 1998 vorgelegt hatte, wurde nun grundlegend überarbeitet und ist um die letzten zehn Schaffensjahre von Richard Serra erweitert im Kunstprogramm des Athena Verlags erschienen. Von AXEL DIELMANN
Kindertage des Konsumzeitalters
Im doppelten Sinne ein Zeitalter entfernt von der kühlen Stilistik und Komplexität hochqualitativer zeitgenössischer Reklame war Amerikas Anzeigenwerbung zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Jim Heimanns Bildband All-American Ads 1900–1919 eröffnet das goldene Zeitalter der Werbegeschichte der All-American Ads und die gleichnamige Buchreihe des Taschen-Verlags. Von LIDA BACH
Alles halb so schlimm!
In einer umfassenden Schau zeigt das Architekturmuseum München die Geschichte der Rekonstruktion von Gebäuden. Und nimmt damit der aktuell brodelnden Diskussion an Schärfe. Von CHRISTOPHER FRANZ
Kühles Blondes, gutes Buch
Warum Bier? Warum das erste, warum das nächste, warum eher selten, warum eigentlich nie? Beziehungsweise wieso eigentlich warum, und nicht eher: eben und/oder deswegen? 104 Künstler und 52 Autoren stehen Rede und Antwort. CHRISTIAN NEUBERT trinkt derweil noch´n Pils.
,,Es ist ein Gedicht."
Neo Rauch ist ein offenes Buch – zumindest gilt dies für die Monographie, die seine Signatur als Titel trägt. In zwei Auflagen erscheint die in mattes weinrot gebundene Prachtausgabe des 1960 in Leipzig geborenen Künstlers, der in seiner Heimatstadt lebt und arbeitet. LIDA BACH hat Hans Werner Holzwarth, den Herausgeber des Buches, zum Interview getroffen.
Würden Sie diesem Mann ihren Vorgarten vermieten?
Vielleicht wird Christo einmal als unbekannter Star der Kunstszene erinnert werden. Wo seine Werke stehen, ist sein Name in aller Munde. So war es auch vor 15 Jahren in Berlin während der Verhüllung des Reichstags. Die meisten wussten indes nicht einmal, ob „Christo“ Vor-, Nachname oder ein Pseudonym ist. Von LIDA BACH
Göttlich und geizig
Um das Leben des großen Renaissance-Künstlers Michelangelo ranken sich zahlreiche Legenden. Der Historiker Volker Reinhardt legt nun eine gut geschriebene Biographie vor, die vor allem Michelangelos stupenden Sinn fürs Geschäft beleuchtet. Von SEBASTIAN KARNATZ
Geschichten im Zerfall
CHRISTOF ZURSCHMITTEN, der sonst für das höchst attraktive Webzine nahaufnahmen.ch schreibt, macht sich in der vorliegenden Betrachtung für TITEL-Kulturmagazin auf nach Prag - ob virtuell, ob real, wer kann das schon sagen ... Nach dem Text erscheint diese Frage sowieso trivial. Eines steht fest: Es geht um Amanita Design und das Erbe der Prager Animation.
Enthüllende Verhüllungskünstler
Der große Kunsthistoriker widmet sich in seinem neuen Essayband den großartigen Verhüllungskünstlern Christo und Jeanne-Claude und schafft es dabei, dem Leser das Staunen über diese monumentalen Installationen zurückzugeben. Von SEBASTIAN KARNATZ
Neue Blicke auf alte Gemäuer
Diese Sonderausstellung will die Vorstellung vom Leben auf dieser revolutionieren. Gleichzeitig zeigt sie, was kulturgeschichtliche Museen zu leisten imstande sind. Von CHRISTOPHER FRANZ
Der Mythos lebt von Erinnerung
Zum Tod von Louise Bourgeois, der Grande Dame der zeitgenössischen Kunst. Von ANNA-LENA KRÄMER
Alles nur Illusion
Parallel zu den groß angekündigten Retrospektiven anlässlich des 50. Geburtstages von Neo Rauch in München und Leipzig präsentiert das Museum St. Ulrich eine weitaus kleinere, doch sehr gelungene Auswahl an Werken seines bislang noch recht unbekannten Malerkollegen. Von ANNA-LENA KRÄMER
Kunst Undercover
Ein wehmütiger Blick zurück: Das werden Musikdownloads – egal in welcher Form – nicht mehr bieten können; das einzigartige Erlebnis eines perfekten Coverdesigns. Von SEBASTIAN KARNATZ
Leichen im Keller des Kunstbetriebs
Man sollte sich vor der weihevollen Aura und dem Mantel des Genialen nicht täuschen lassen: Die moderne Kunst und seine Schöpfer umhüllt ebenso ein Schleier von Zwietracht und Verderbtheit. Von CHRISTIAN NEUBERT
Sagen-haft
Der Marburger Germanist Joachim Heinzle veröffentlicht eine tadellose, reich bebilderte und zudem erschwingliche Einführung in das komplexe Themengebiet der Nibelungendichtung. Von SEBASTIAN KARNATZ
Inseln im Strom? - Caravaggio und kein Ende
Es erscheint uferlos. Nahezu 300 wissenschaftliche Publikationen jährlich widmen sich dem Phänomen Michelangelo Merisi da Caravaggio (1571-1610). Zweifelsohne hat dies seine Berechtigung. Von NICO KIRCHBERGER
Globale Weisheiten
Der Interviewband „Kunst Global“ sammelt Stimmen aus dem Kunstmarkt zur Frage nach einer neuen globalisierten Kunstlandschaft. Außer den bekannten Platitüden jedoch wird man hier kaum etwas Nennenswertes erfahren können. Von SEBASTIAN KARNATZ
Nachhilfekurs für die Kulturindustrie
Charlotte Bonham-Carter und David Hodge scheitern daran, die zeitgenössische Kunst zu erklären – und halten offensichtlich nur wenig von den intellektuellen Fähigkeiten ihrer Leser. Von SEBASTIAN KARNATZ
Das Recht der Bilder betrachtet zu werden
Ästhetisch von berückender Wucht, motivisch geradewegs provozierend hermetisch – so könnte man das Oeuvre des großen deutschen Malers Max Beckmann (1884-1950) auf eine griffige kurze Formel bringen. Mit Uwe M. Schneedes neuer Monographie besitzt das kunstaffine Publikum nun endlich einen verlässlichen Führer durch die komplexe Bildwelt des Malers. Von SEBASTIAN KARNATZ
"Erklären Sie mir, warum ich ein Konzept-Künstler bin!"
Anlässlich der Retrospektive des Lebenswerkes von John Baldessari „Pure Beauty“, die nach der Tate Gallery in London, nun vom 11. Februar bis zum 25. April 2010 im Museu d’Art Contemporani de Barcelona (MACBA) in Barcelona zu sehen ist, hatte die Autorin Gelegenheit mit dem Künstler zu sprechen. Von MAGGIE THIEME
Das Buch für die einsame Insel
Kunstvoll illustriert und aufwändig produziert: dieser Atlas glänzt durch fantasievolle Einfälle und handwerkliche Fertigkeit. Mehr solcher herausragender Gesamtkunstwerke wünscht sich INGEBORG JAISER.
Neuland
Georgien – es sind die kriegerischen Auseinandersetzungen, die dieses Land bei uns präsent halten. Dabei zeigt ein schön gestalteter Bildband aus dem Kehrer Verlag, dass es viele Gründe gibt, sich mit diesem aufblühenden Land von der Größe Bayerns zu beschäftigen. Von OLAF SELG
Bau-Kunst
Als eines von 33 Büchern wurde Band 4 der Werkmonographie des Schweizer Architekturbüros Herzog & de Meuron in die Liste der „Schönsten Schweizer Bücher 2008“ aufgenommen. Von BIRGIT SEIDEL
Ikonenmalerei für Antikapitalisten
Street Art, das ist zuallererst Kunst, die unter die Leute will. Die Qualität der einzelnen Werke und die Antwort auf die grundsätzliche Frage, ob es sich hier um „Kunst“ handelt, ist für den immer wieder überraschten Betrachter zunächst sekundär. Von OLAF SELG
Gotthard Schuh - Eine verblüffende Begegnung
Der Schweizer Fotograf, Maler und Graphiker Gotthard Schuh (1897-1969) zählt zu den Pionieren des modernen Fotojournalismus. Und dennoch: Kaum einer kennt ihn. Von MATTHIAS STRUCH
Das Bauhaus lebt
Das Bauhaus lebt, zumindest als Legende. Es gibt wohl kaum eine andere Lehreinrichtung in Deutschland mit Schwerpunkt Architektur bzw. Gebrauchskunst, die ein solch anhaltendes Echo gefunden hat – während seines Bestehens und auch darüber hinaus. Wer kann schon regelmäßig jeden runden Geburtstag erfolgreich abfeiern, inzwischen den neunzigsten, so dass man sich fragt, was da wohl noch zum hundertsten kommen mag. Von OLAF SELG
DDR oder Duisburg?
Natürlich: Es sind immer wieder typische Situationen oder Details zu sehen, die ins Bewusstsein rufen, aus welchem gewesenen Staat die Fotos in dem Band „Ostzeit – Geschichten aus einem vergangenen Land“ stammen. Aber was ist mit den Menschen? Von OLAF SELG
Wo liegt eigentlich Amerika, von China aus gesehen?
Der Traum von der unbegrenzten Freiheit im Westen war für viele Menschen schon immer zugleich ein Albtraum. Von OLAF SELG
Gewagtes Timing
Eine Ausstellung in Bregenz bzw. in Lech am Arlberg und die zugehörige Publikation beschäftigen sich mit dem Thema „Schnee. Rohstoff der Kunst“ – und das ausgerechnet in den Sommermonaten. Von OLAF SELG
Heimatmuseum
Feine Sache: Anstatt im Museum ferngesteuert unter Ferngesteuerten im Gänsemarsch von Werk zu Werk zu watscheln, kann man sich die Kombination Kunstbetrachtung plus Audioguide nun nach Hause holen. Von OLAF SELG
living room war
Was bedeutet es, wenn irgendwo „Krieg“ herrscht? Darauf gibt es keine eindeutige Antwort. Oder so viele Antworten, wie es Menschen gibt, die Krieg erleben und sich diese Frage stellen. Von OLAF SELG
Geschichten zum Weiterdenken
Mit unterkühltem Realismus zeigt der amerikanische Künstler (1882–1967) einsam wirkende Gestalten im Neonlicht einer Bar, im Diner oder im Hotel. Seine menschenleeren Räume und Straßenansichten wurden zum Inbegriff für die Melancholie des Modernen Lebens. Das Bucerius Kunstforum in Hamburg zeigt nun in der Schau „Modern Life. Edward Hopper und seine Zeit“ acht seiner Gemälde und stellt diese zusammen mit weiteren 90 Werken seiner Zeitgenossen aus dem Whitney Museum of American Art in New York vor. Von ANDREA HENKENS
Sozialdemokratische Kunst?
Olaf Metzel (geb. 1952) bezieht in seinen plastischen Installationen immer wieder gesellschaftsrelevante Positionen. In dem vorliegenden Band sind sie unter dem sprechenden Titel Öffentlichkeitsarbeiten zusammengestellt. Von OLAF SELG
Keine Revolution
Mit über 1,3 Mrd. Bewohnern ist China Bevölkerungsweltmeister, bald Exportweltmeister und vielleicht auch einmal Fußballweltmeister. Aber werden sie in Zukunft auch die Kunstwelt beherrschen?, fragt sich OLAF SELG.
Türkische Wirklichkeiten
Zeitgenössische Fotografie und Videokunst aus der Türkei – „Turkish Realities“ aus dem Kehrer-Verlag zeigt einen Querschnitt, präsentiert 15 Künstler in einem kleinen, schönen Buch. Von Matthias Struch
Ausstellungstipp Hamburg: Horror, Flower-Power und etwas RAF
Der Titel legt die Vermutung nahe, es geht hier um eine reine Charles-Manson-Ausstellung – jenem Anführer der sogenannten Manson-Family, deren Mitglieder 1969 den bestialischen Mord an Roman Polanskis Frau, der hochschwangeren Schauspielerin Sharon Tate und sechs weiteren Morden verübt haben. Dem ist zum Glück nicht so. Von Andrea Henkens
Paragliding im Iran
Dieses Buch ist ein Glücksgriff. Denn noch immer ist der Iran zumindest für große Teile der westlichen Welt eine terra incognita. Von Matthias Struch
Von der Tristesse in Räumen und auf der Straße
Das neue Fotobuch von Paul Graham stellt Arbeiten aus allen Werkreihen vor, die alltägliche Situationen und Personen in den Vordergrund stellen. Von Andrea Henkens
Dreiklangsdimensionen
Ein opulentes Werk – das kann man nicht nur von so manchem sakralen Triptychon sagen, das seine farbliche und figürliche Pracht noch heute darbietet. Das gilt auch für den Band „Drei. Das Triptychon in der Moderne“. Von Olaf Selg
Raumkunst
Reale Räume, fast immer menschenleer. Sie schaffen Freiräume für Imagination, reizen zur Spekulation, scheinen auf die Abrissbirne oder auf ein weiteres Crime-Scene-Investigation-Team zu warten. Von Olaf Selg
Trauma auf Feldern
In seinem Fotobuch Flanders Fields begibt sich Stefan Boness auf die Suche nach den Spuren des Ersten Weltkrieges rund um die belgische Stadt Ypern. Die beeindruckenden Landschaftsporträts hat sich Andrea Henkens für uns angesehen.
Zwischen Leere und Überinszenierung
Die abwechslungsreichen Gewinnerarbeiten des Nachwuchswettbewerb Gute Aussichten – Junge deutsche Fotografie 2008/2009 sind bis zum 1.3.09 in den Hamburger Deichtorhallen zu entdecken. Von Andrea Henkens
Gegen die Spektakelkultur
Die abstrakten Bilder von Gerhard Richter (geb. 1932) sind ein kunstvoller Protest gegen die Verwertungsmechanik des Kunstmarkts. Von Olaf Selg
„Das ist das, was man immer kennt!“
So und ähnlich lauten die erfreuten Ausrufe von Besuchern der Ausstellung „Das Universum Klee“ in der Berliner Neuen Nationalgalerie über das Werk von Paul Klee. Man glaubt, „das“ zu kennen. Dem Irrglauben kann abgeholfen werden. Von Olaf Selg
Die Revolution kommt von innen
Die Ausstellung "Traum und Revolution" über den Künstler Max Ernst (1891–1976) wird leider nur in Dänemark und Schweden zu sehen sein. Bleibt hierzulande der Weg ins Max Ernst Museum in Brühl bei Köln oder in den Buchladen. Von Olaf Selg
Museumserkundung
Braucht man wirklich eine Anleitung, um ins Museum zu gehen? Natürlich nicht, sagt der geübte Besucher. Aber sicher doch, sagt der von Unübersichtlichkeit und elitärem Gehabe abgestoßene Neuling. Von Olaf Selg
Bestandsaufnahme der Wirklichkeit
"Ich zeige Ihnen hier, was ich gesehen und fotografiert, und nicht, was ich erfunden habe." (Zoe Leonard) Von Matthias Struch
Gelüftetes Geheimnis
Graffiti: unsubventionierte Kunst im öffentlichen Raum, die garantiert geringe Begeisterung bei den Besitzern der betroffenen Gebäude hervorruft, aber einen zunehmenden Marktwert hat.
Von Olaf Selg
Das Abstrakte im Figurativen
Ein reich bebildeter und qualitativ hochwertiger Ausstellungskatalog zeigt neue Bilder von Tim Eitel, dessen Arbeiten mit dem Notetikett „Neue Leipziger Schule“ nur unzureichend beschrieben sind. Von Sebastian Karnatz
Ubos Es sind insbesondere einige im Westen Deutschlands unbekannte Bauobjekte aus der DDR, die wie aus einer fernen Zeit oder einer entfernten Welt erscheinen, es ist insbesondere die Architektur, die Maix Mayer (geb. 1960) zu seinen Werken inspiriert. Die Spuren aus der eigenen Vergangenheit werden hier mit der Gegenwart in Beziehung gesetzt. Von Olaf Selg
Aktfotos – gegen den Strich
Wer bis jetzt keinen Draht zu den Bildern von Martin Eder gefunden hat, weil ihm etwa die gemalten Perserkatzen-Nackedei-Kombinationen unter Kitschverdacht standen und das „Lolita“-Genre nun mal für immer und ewig an Balthus vergeben ist, möge es jetzt mit seinen Fotografien mehr oder weniger entblätterter Frauen versuchen. Von Olaf Selg
Die Inszenierung der 68er
Rudi Dutschke - emphatisch am Rednerpult mit dem Heiligenschein des Scheinwerfers, Herbert Marcuse - bedächtig auf dem Podium im Auditorium Maximum der FU Berlin, Fritz Teufel und Rainer Langhans - leicht lächerlich in langen Mänteln auf dem Tisch in der Kommune 1. Studenten demonstrieren auf dem Kurfürstendamm in Berlin und das Ehepaar Schönigh liegt im Bett, er liest „Zeit“, über ihnen an der Wand die Porträts von Luxemburg und Liebknecht. Von Matthias Struch
Alter Wilder?
Vielleicht sind sie bisher tatsächlich zu wenig wahrgenommen worden, die Arbeiten aus der zweiten Lebenshälfte des Österreichers Oskar Kokoschka (1886 – 1980). Dies mag auch daran liegen, dass man sie nicht so leicht einer bekannten Richtung, einem -ismus zuordnen kann. Von Olaf Selg
Die Magie der Dinge
Exquisite Augenlust, visuelles Tai-chi: Das Frankfurter Städel Museum zeigt Kostbarkeiten aus der Blütezeit des Stilllebens. Von Steffen Rizz
Trotzdem*
Der Nachfolgeband des außerordentlich erfolgreichen Muster-Buches „Patterns. Neue Muster in Design, Kunst und Architektur“ tritt nicht nur in die Fußstapfen des Vorgängerbandes, sondern geht weit darüber hinaus. Von Birgit Seidel
„Ach, diese ganzen Duschvorhänge!“
Der Ausruf eines italienischen Experten für Renaissancekunst zur Malerei von Morris Louis fasst pointiert die Schwierigkeiten nicht nur von Laien, sondern auch von Fachleuten beim Umgang mit abstrakter Kunst zusammen. Von Olaf Selg
Wie das Bild Wissen schafft
Wer Kunstgeschichte betreibt, nennt sich heutzutage gerne Bildwissenschaftler. Der wohl interessanteste Vordenker dieses akademischen Trends, W.J.T. Mitchell, macht nun Suhrkamp erstmals der deutschen Öffentlichkeit zugänglich. Von Sebastian Karnatz
Gelungenes Standardwerk mit Prädikat
Wem der Begriff der „zweiten Avantgarde“ der Fotografie noch nicht geläufig ist, der hat nun Gelegenheit diese in einem materialreich gestalteten Band auf über 200 Seiten kennen zu lernen. Ausgezeichnet wurde er mit dem Prädikat „Sieger Deutscher Fotobuchpreis 2008“
Starke Rezeptur?
Das Crossover-Magazin 91° ist ein wahrer Augenschmaus - wenn auch auf der Zunge ein leicht faseriger Geschmack verbleibt.
Dauerfrost
Eiseskälte und Einsamkeit schlagen einem ins Gesicht, wenn man den Fotoband Broken Line von Olaf Otto Becker durchblättert.
Design oder Nichtsein?
Gert Selles „Geschichte des Design in Deutschland“ ist inzwischen längst zu einem Standardwerk der Designgeschichte geworden. Hinter der musealisierten Hülle versteckt sich jedoch auch heute noch ein recht lebendiger Führer durch die Welt der Produktkultur.
Die Kraft der Linie
Blick zurück in die 80er-Jahre – irgendwie langweilig, kein knalliges Thema. Die 80er, das poppt nicht. Irgendwie unerotisch alles.
Kaufkraft aus der Steckdose
Auch wenn der Titel "Held together with water" etwas anderes suggeriert, so wissen alle Kunstbeflissenen: Nach Golde drängt / Am Golde hängt / doch alles.
Fitness für Kunstkäufer
"Fit für die Zukunft", "Fit für den Führerschein" und jetzt auch "Fit für den Kunstmarkt" – für jede Herausforderung gibt es das passende Buch, was will man mehr in Zeiten des "Survival of the Fittest".
Der Amerikanische Alptraum
Was einst als Amerikanischer Traum um die Welt ging, erscheint vielen heute als Alptraum. Beim Betrachten der erstarrten Figuren von Duane Hanson (1925-1996), kann dieser Alpdruck noch zunehmen.
New York en vogue
Eine junge Frau in den Straßen von New York. Seltsam und fremd steht sie, meist einen Teddybären in der Hand, vor Türen und Schaufenstern, an Brückengeländern und Schildermasten, auf Friedhöfen, in Telefonzellen.
The Helsinki School - New Photography by TaiK
Die Finnen, diese Streber: erst liegen sie immer bei PISA vorne und jetzt bilden sie auch noch gute Fotografen aus. Ob das eine das andere bedingt?
Auch was auf die Ohren
So wünscht man sich einen Band über multimediale Kunstwerke: selbst so multimedial wie möglich angelegt.
Keine Lust auf Arbeit?
Der Band „Bin beschäftigt“ setzt sich mit der Wechselwirkung von kreativen und anderen Schaffensprozessen auseinander.
Der Club der angehenden Millionäre
Unglaublich, diese (nicht mehr ganz) jungen deutschen Maler: pinselten sich in den letzten Jahren in Amerika ganz nach vorne. Verdrängen die YBAs (Young British Artists) und machen als YGAs Furore.
Architektur & Kochen: Eine Frage der Proportionen
„Im Mittelpunkt des psychophysikalischen Hamburger-Designs steht die Gurkenscheibe.“ (Udo Pollmer: „Die Globalisierung des Geschmacks“)
Unterkühlte Interieurs
Verblüffend: Matthias Weischer (geb. 1973), der der „Leipziger Schule“ zugeordnet wird, erhält für nur zwei Jahre seines Schaffens Publikation plus Ausstellung.
Zeichen-Kunst als Schwarzfahrer
Jon Naar hat als einer der ersten Fotografen Anfang der 70er Jahre die sich rasant ausbreitende New Yorker Graffiti-Szene dokumentiert.
Das Monument Mies Der Architekturzeus Ludwig Mies van der Rohe, dessen Werk allzu oft auf "Less is more", den "offenen Grundriss" oder den "modernen Raum" reduziert wird, erfährt in der Monografie von Jean-Louis Cohen eine komplexe Einbindung in historische und biographische Zusammenhänge.
Die Frage nach Leben und Tod?
„Was ist gute Kunst?“ Diese Frage geht alle an, die sich mit Kunst beschäftigen.
"Wenn wir dich nicht sehen, siehst du uns auch nicht."
Timm Rautert zählt zu den profiliertesten zeitgenössischen deutschen Fotografen.
|
Die Faszination des Grauens
Kaum ein Werk der Weltliteratur hat, sieht man einmal von der Bibel ab, so viele Künstler unterschiedlicher Epochen und Stilrichtungen zur Umsetzung ins Bildmedium angeregt. Die ...
Schweizerinnen auf dem Vormarsch?!?
Wer fällt Ihnen ein, wenn Sie an starke Schweizer Frauen denken? Wenigstens irgendeine Frau? Frau? Fühlen Sie sich nicht zu schlecht, wenn Ihnen zu dem Land, in dem die Frauen erst 1971 ...
Harder. Faster. Louder!
Frank Schäfer, mit universitären Würden ausgestatteter Geisteswissenschaftler, Autor, Kritiker, Hobbymusiker und eingefleischter Metal-Fan hat eine Interviewsammlung zum Thema Heavy ...
Alles, nur kaum Eier
Verrückte Hühner kennen alle – kein Zweifel, dass es sie wirklich gibt. Heinz Janisch erzählt, wie ein Bauer an seinem jedoch fast verzweifelt. Sein verrücktes ...
Vertrauen, hoffen, lieben
Gewichtige Worte und Werte von ebensolchem Gewicht findet man in diesem Buch. Was man gleichfalls findet, ist sind die Pendants, Einsamkeit, Leid, und Wut. Es ist ein Buch der Extreme und ein Buch ...
Am Ende: die Väter mit ihren Lebenslügen
Überall im Verdi Kosmos: die Väter. Manchmal nerven sie (wie in La Traviata, trotz arioser Doppelrahmstufen-Nobilität oder gerade deswegen), manchmal geben sie ...
»John Le Carré sagte, es sei die beste Adaption eines Buches, die es je gab.«
Gary Oldman über seine Rolle als Georg Smiley in dem Film Tinker Tailor Soldier Spy (Dame, König, As, Spion). Ein Interview von LIDA BACH
|