Ein Jahr lang Frühling
Der arabische Raum war in den vergangenen Monaten in den deutschen Medien so präsent wie selten zuvor. Fast unvermeidlich, dass sich die Veränderungen dort nach angemessener Frist auch in Buchveröffentlichungen niederschlagen wie jetzt in Der Aufstand des Berliner Politikwissenschaftlers Volker Perthes. Von PETER BLASTENBREI
Ein Reporter interviewt sich selbst
Der Arabische Frühling des Jahres 2011 zwinge uns, Abschied zu nehmen von Klischees, die unsere Vorstellung vom Nahen Osten zwei Jahrhunderte lang geprägt haben, so das Fazit eines Erinnerungsbuchs mit dem griffigen Titel Abschied von 1001 Nacht, das der bekannte Fernsehjournalist Ulrich Kienzle zu seinem 75. Geburtstag vorgelegt hat. Von PETER BLASTENBREI
Die digitale Revolution
Jeder Protest stützt sich auf Waffen. Dazu zählen nicht nur Gewehre und Bajonette: Mit ihren Holzschuhen, »Sabots« genannt, zertrampelten Bauern einst die Ernte, um gegen übermäßige Steuern und Abgaben ihrer Herren zu protestieren. Swingmusik, lange Mäntel und Sonnenbrillen symbolisierten den Protest der »Zazou« gegen das französische Vichy-Regime. Cyber-Rebellen kämpfen heute in der Revolution 3.0 mit virtuellen Waffen. JÖRG FUCHS wirft mithilfe des gleichnamigen Buchs von Matthias Bernold und Sandra Larriva Henaine einen Blick auf die Motivationen und Mittel digitaler Freiheitskämpfer, bloggender Rebellen und anonymer Aktivisten.
Libyen am Scheideweg
Bürgerkrieg, NATO-Intervention und die gewaltsame Beseitigung Muammar al-Gaddafis stellen einen gewaltigen Einschnitt in der jüngsten Geschichte Libyens dar, nicht weniger als die Revolution von 1969 oder die italienische Kolonialherrschaft. Wohin dieser neuerliche Umbruch führen wird, ist im Augenblick nur schwer abzusehen. Zeit also, um innezuhalten und ein Resümee der Gesellschaft und Politik Libyens in den vergangenen Jahrzehnten zu ziehen, wie dies der vom Generalsekretär der österreichisch-arabischen Gesellschaft, Fritz Edlinger, herausgegebene Sammelband Libyen versucht. Von PETER BLASTENBREI
Leidensgeschichte
Über den aktuellen Auseinandersetzungen um die Palästinafrage – Aufnahme Palästinas in die UNO, Kampf um Gaza, israelische Siedlungen – verliert man leicht die historische Dimension des Konflikts aus den Augen. Der von einem italienischen Autorenteam erarbeitete Sammelband Palästina will die Geschichte des arabischen Palästina, die »Nakba«, die nationale Katastrophe der Palästinenser von 1948/49, und die Anfänge ihrer Widerstandsbewegung nachzeichnen. Von PETER BLASTENBREI
Erodierte Rechtsstaatlichkeit
Heinrich Wille war als Lübecker Oberstaatsanwalt der Chefermittler im »Fall Barschel«. Im Juni 1998 kann er das Verfahren nur noch förmlich einstellen: Die »vorhandenen Spuren sind abgearbeitet«, neue Ansätze »derzeit nicht mehr erkennbar«. Die Frage, ob Barschel sich umgebracht hat oder einem Kapitalverbrechen zum Opfer gefallen ist, bleibt offen. Und sie wird immer wieder aufgeworfen, zuletzt vor wenigen Monaten, Stichwort: neue DNA-Möglichkeiten. Schon 2007 hatte Wille ein Buch fertig, aber sein Vorgesetzter verbietet eine Veröffentlichung. Erst jetzt, nach Willes Pensionierung, erschien Ein Mord, der keiner sein durfte in einem kleinen linken Schweizer Verlag. Honni soit … Von PIEKE BIERMANN
Österreichs vorbildliche Staatspleite
Euro-Krise? Lasst mal die Kirche im Dorf und rückt die Dimensionen wieder zurecht! Schaut mal zurück, wo wir herkommen – dann löst sich das Gerede von der Euro-Krise auf, relativiert sich. Das ist die Quintessenz von Hugo Portisch und seinem Pro-Europa-Plädoyer Was jetzt. Von JÖRG ESCHENFELDER
Glaube im urbanen Raum - neue Formen religiösen Lebens in der Stadt
Der Sammelband Urban Prayers schließt eine klaffende Lücke in der Stadtforschung: neue religiöse Bewegungen und Organisationen. JOSEF BORDAT über die unvoreingenommenen und informativen Beiträge zur Beschreibung der Rolle von Religion in der globalisierten Gesellschaft.
Anatomie einer Selbstzerstörung
Es ist, hat Ian Kershaw kürzlich in einem Interview gesagt, die letzte große Frage, die ihn noch umgetrieben hat: Warum eigentlich hat Nazi-Deutschland so verbohrt durchgehalten bis zur totalen Niederlage? Dieser Frage – oder vielmehr ihrer Beantwortung – hat der britische Historiker, der vor einem guten Jahrzehnt mit seiner zweibändigen Hitler-Biografie Maßstäbe gesetzt hatte und einem breiten Publikum bekannt geworden war, seine umfangreiche Studie Das Ende gewidmet. Es ist auch, hat er weiter erklärt, sein letzter Beitrag zur NS-Forschung. Von PIEKE BIERMANN
Guten Abend, meine Damen und Herren
Ulrich Wickert stößt in Redet Geld, schweigt die Welt an die Grenzen seiner Empörung. Von THOMAS ROTHSCHILD
»Wir steigern das Bruttosozialprodukt«
Während der vergangenen Jahrzehnte wandelten sich die Industrienationen vom Typus der Disziplinargesellschaft zur Leistungsgesellschaft. Byung-Chul Han untersucht diesen Wandel in seinem neuen Essay Topologie der Gewalt; darin beschreibt er ein von Grund auf gewandeltes Menschenbild und erklärt aus der Verlagerung des Gewaltimpulses das weitverbreitete psychische Elend der Gegenwart; es drohe eine Implosion des Systems. Han lehrt Philosophie und Medienkunde in Karlsruhe und fand unlängst mit seiner Studie Shanzhai viel Aufmerksamkeit. Von WOLF SENFF
Von stillen Helden
Öfters hört man von mutigen Menschen, die während der Judenverfolgung im 20. Jahrhundert nicht weggesehen haben. Die ihr eigenes Leben und das ihrer Familien für fremde Menschen aufs Spiel gesetzt und dieses Spiel nicht selten verloren haben. Doch abgesehen von einigen medienwirksamen Beispielen – wie Schindlers Liste – sind im öffentlichen Bewusstsein kaum Erfahrungsberichte und Geschichten bekannt. Bis jetzt, denn der Holocaustüberlebende und Historiker Arno Lustiger hat mit Rettungswiderstand einen umfassenden Bericht vorgelegt; sein Buch ist das lesenswerte Gedächtnis großer und kleiner Heldentaten. Von SVENJA HOCH
Praktisches, allzu Praktisches
Bernward Gesang legt mit Klimaethik eine nur im Rahmen der utilitaristischen Prämissen stringente Moral- und Handlungstheorie für den Kampf gegen die Erderwärmung vor. JOSEF BORDAT ist von der Geltungskraft besagter Annahmen nicht überzeugt.
Vorwärts nach links
Schwul und bekennender Katholik – das bedeutet in Italien eigentlich das politische Aus. Nicht so für Nichi Vendola, den linken Ministerpräsidenten der Region Apulien im unterentwickelten Süden. 2010 wurde er in diesem Amt sogar bestätigt. Derart beflügelt legt er nun ein Manifest für eine neue Politik vor – mit Themen, die dank oder wegen Silvio Berlusconi schon lange nicht mehr bestimmend sind. Mit Es gibt ein besseres Italien empfiehlt sich Vendola den Italienern als Herausforderer des Regierungschefs. Von JULIA MÜLLER
Terror und sonst nichts?
Wie bis vor wenigen Jahren noch die PLO gilt heute die Hamas in Gaza als der Inbegriff des palästinensischen Terrors und als eigentliches Hindernis auf dem Weg zum Frieden im Nahen Osten. Diese Sicht der Dinge wurde von der israelischen Führung formuliert und von Europa und den USA kritiklos übernommen. Bei all dem sind echte und verlässliche Informationen über Ideologie und Ziele der Bewegung im Westen rar. Khaled Hroub, Leiter des Arab Media Project an der Universität Cambridge und derzeit wohl der beste Kenner der Hamas, liefert in seinem gleichnamigen Buch harte Fakten. Von PETER BLASTENBREI
»G«-Dienst zwischen Sehnsucht und Scham
Jubilieren. Über religiöse Rede heißt Bruno Latours Buch über die Sprachnot angesichts des Heiligen und die Gott- bzw. »G«-Suche des modernen Menschen. JOSEF BORDAT folgt ihm beim Versuch der religiösen Orientierung inmitten von Anfechtung und Zweifel.
Sachzwang und Marktdiktat
Richard Münch skizziert in Akademischer Kapitalismus. Über die politische Ökonomie der Hochschuldreform die Folgen von Exzellenzparadigma und Numerokratie in der Wissenschaft. Von JOSEF BORDAT
Muslime, Islamisten und die Irrtümer des Westens
Glaubt man bestimmten Publizisten, herrscht die reine Hölle, wo Muslime den Ton angeben: Repression, Verfolgung Andersgläubiger, Frauenunterdrückung, Homosexuellenhatz, Reformstau, Demokratieunfähigkeit – ganz abgesehen vom exportierten Terror gegen unsere westliche Zivilisation. Michael Thumann, Türkei-Korrespondent der Zeit, hat genauer hingesehen und findet in solchen Visionen keine exakte Beschreibung der Lage, sondern einen gigantischen Islam-Irrtum des Westens. Von PETER BLASTENBREI
Auf die Gründe kommt es an
Der Philosoph Julian Nida-Rümelin analysiert einen Grundbegriff der Moralität: Verantwortung. Von JOSEF BORDAT
Auf der linken Spur
Der Sammelband Globale Ökonomie des Autos. Mobilität, Arbeit, Konversion bietet einen Blick auf die weltweite Automobilwirtschaft aus überwiegend linker Perspektive – und offenbart die Pluralität der Argumentationslinien. Die Beiträge schwanken zwischen nüchterner Bestandsaufnahme und agitatorischer Rhetorik. JÖRG FUCHS lernte nicht nur die Strukturen der Automobilwirtschaft kennen, sondern vor allem auch die Befindlichkeiten ihrer Betrachter und Kritiker.
Schillernde Galanummern
Ein ganzes Land als Arena – so schildert Birgit Schönau Italien in Circus Italia. Aus dem Inneren der Unterhaltungsdemokratie. Und als Zirkusdirektor grüßt seit fast zwanzig Jahren der amtierende Ministerpräsident Silvio Berlusconi: »Manege frei!« für elf Kapitel Circus all’italiana. Von JULIA MÜLLER
Revolution? Revolutionen!
Seit Ende 2010 werden viele arabische Staaten von Unruhen erschüttert. Etablierte Regimes wie in Tunesien und Ägypten brachen überraschend schnell zusammen und machten Übergangsregierungen Platz. Aber nicht nur hier fehlen Informationen, die eine Vorstellung vom künftigen Weg dieser Länder erlauben. Was sind die Grundprobleme der arabischen Welt heute? Wo liegen die Auslöser der jetzigen Revolten? Wer sind die Akteure, was ihre Ziele? Der von Thomas Schmid und Frank Nordhausen herausgegebene Sammelband Die arabische Revolution. Demokratischer Aufbruch von Tunesien bis zum Golf, verspricht, auf alle diese Fragen eine Antwort zu geben. Von PETER BLASTENBREI
Gegen Atomkraft. Für das Leben.
Seit Jahrzehnten wendet sich der Philosoph Robert Spaemann gegen die Nutzung der Kernenergie, aus Gründen des Lebensschutzes. Die ökologische Position des katholischen Philosophen steht dabei nur scheinbar im Widerspruch zu seiner konservativen Haltung in Fragen der Abtreibung. Es sind zwei Seiten einer lebensfreundlichen Ethik. In dem jüngst bei Klett-Cotta erschienen Buch Nach uns die Kernschmelze. Hybris im atomaren Zeitalter kann man anhand hochaktueller Aufsätze aus den 1970er und 80er Jahren sowie einiger thematisch einschlägiger Interviews aus dieser Zeit nebst der Erstveröffentlichung eines kurzen Gesprächs mit Dominik Klenk einen Eindruck von der biophilen Grundposition des bekannten Moralphilosophen gewinnen. Von JOSEF BORDAT
Hitler zu Diensten
Der britische Journalist Diarmuid Jeffreys, ein ausgewiesener Kenner der deutschen Wirtschaftsgeschichte, analysiert in seiner jüngst erschienen Studie Weltkonzern und Kriegskartell. Das zerstörerische Werk der IG Farben die verhängnisvolle Verbindung zwischen dem NS-Regime und dem Chemie-Großkonzern IG Farben. Aber nicht nur das: Die Geschichte der IG Farben und seiner einzelnen Unternehmen stellt der Autor von den Anfängen in der Mitte des 19. Jahrhunderts dar, um den Bogen bis zu den Nürnberger Prozessen zu schlagen. Von JULIA MÜLLER
Gütekraft voraus!
JOSEF BORDAT untersucht den Sammelband Gewaltfreie Aktion. Erfahrungen und Analysen von Reiner Steinweg und Ulrike Laubenthal – eine bunte Mischung aus konzeptionellen und praxisbezogenen Beiträgen.
Nacht über dem Mittelmeer
Am Morgen des 31. Mai 2010 schreckte Europa auf. Im östlichen Mittelmeer hatte es einen Überfall auf zivile Schiffe gegeben. Israelische Kommandos hatten die Hilfsflotte für Gaza gewaltsam gestoppt, dabei waren neun der Freiwilligen getötet worden und 54 zum Teil schwer verletzt. Moustafa Bayoumi, Dozent am Brooklyn College in New York und US-Bürger palästinensischer Herkunft, hat in Mitternacht auf der Mavi Marmara nicht weniger als 51 Beiträge gesammelt, die den Vorfall selbst und sein politisches und kulturelles Umfeld ausleuchten. Von PETER BLASTENBREI
Betroffenheit und Einsicht
Reisen nach Israel können die verschiedensten Eindrücke hinterlassen. Rupert Neudeck, bei uns vor allem als höchst verdienstvoller Gründer des Komitees Cap Anamur für vietnamesische Bootsflüchtlinge und der weltweit agierenden Aufbauorganisation »Grünhelme« bekannt geworden, ist seit 1982 viele Male dorthin und in die Palästinensergebiete gefahren. Seine lange und schmerzhafte Auseinandersetzung mit dem, was er dort sah, beschreibt er in Das unheilige Land. Brennpunkt Naher Osten. Warum der Friede verhindert wird. Von PETER BLASTENBREI
Der tut nichts, der will nur spielen!
Terry Eagleton hat es sich zur Aufgabe gemacht, komplexe literaturwissenschaftliche und philosophische Zusammenhänge in verständliche Form zu bringen. In seinem neuesten Werk mit dem knappen Titel Das Böse erfüllt er diesen Anspruch nicht ganz. Von SVENJA HOCH
»Krawall-Katholizismus« vom Feinsten
Matthias Matussek schreibt in Das katholische Abenteuer über seinen Glauben, seine Kirche und den ganzen Rest. Von JOSEF BORDAT
Schulen des Terrors
Die Geschichte der sogenannten »Ordensburgen« des NS-Regimes in Sonthofen im Allgäu, Vogelsang in der Nordeifel nahe Gmünd und Krössinsee in Pommern war bisher ebenso fragmentarisch erforscht wie legendenumrankt. Heinen hat nun eine umfassende, penible und reich illustrierte Monographie über diese drei Orte monumentaler NS-Architektur und nationalsozialistischer Ideologievermittlung vorgelegt und damit eine Lücke geschlossen. Von MANFRED WIENINGER
Jack Black und sein Leben in einer parallelen Legislative
Wer über Ostern zeitweise das Bett hüten und aufgrund von Kopfschmerzen auf ein gutes Buch verzichten musste, konnte sich von der aufgebotenen Feiertags-Fernsehkultur unterhalten bzw. sedieren lassen. Nicht wenige Fernsehanstalten griffen dabei neben dem Monumentalfilmklassiker Die zehn Gebote mit Yul Brynner als Pharao auf die generationsübergreifende Faszination des Westerns zurück. Western hier, Western da – aber nach Winnetou II, das sich STEFAN HEUER wegen Kinski angeschaut hat, hatte er dann doch genug.
Italien auf dem Prüfstand
Zum 150-jährigen Bestehen der Einheit Italiens legt der Münchner Jurist und Historiker Bernd Rill Von Vergil bis Berlusconi vor und behandelt die Geschichte von der Antike bis in die Gegenwart. Dabei untersucht er, ob und wann Italien seine nationalstaatliche Einheit tatsächlich umgesetzt hat. Von JULIA MÜLLER
Ein netter Versuch
Der Untertitel Das Fahrradhasserbuch deutet an, worum es geht: Da will Annette Zoch witzig bis amüsant auf die Fahrradzunft eindreschen – die ach so bösen Radler werden von ihr aufs Korn genommen. Ein echter Radler hat Neben der Spur für uns entdeckt. Protokoll: FRANK KAUFMANN
Bittere Wahrheiten
Der US-amerikanische Politologe Norman Finkelstein ist spätestens seit seinem Buch The Holocaust Industry von 2000 als scharfer Kritiker des offiziellen Israel und des jüdischen Establishment der USA bekannt geworden. Sein jetzt auf Deutsch erschienenes Buch Israels Invasion in Gaza hat alle Aussichten, einen ähnlichen Schock auszulösen. Zumindest bei denjenigen, die die Zeitgeschichte des Nahen Ostens nur aus den Produkten der deutschen Medienindustrie kennen. Von PETER BLASTENBREI
Weißer Fleck! Und weg!
In Österreich, diesem vielfach rätselhaften Land, in dem das Verschweigen, Verdrängen und Vergessen schon seit jeher bis in die schwindelnden Höhen der absoluten Perfektion getrieben wurde, haben die Geschichtsbücher, insbesondere die, welche die Geschehnisse des 20. Jahrhunderts darstellen, immer noch ein paar weiße Flecken, wenngleich sich deren Zahl seit den Tagen von Waldheims Pferd deutlich verringert hat. Einen dieser genannten weißen Flecke – und gar keinen kleinen – hat nun Eleonore Lappin-Eppel mit ihrem neuen Buch Ungarisch-Jüdische Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen in Österreich 1944/45 ein für allemal beseitigt. Von MANFRED WIENINGER
Erweiterte Aufmerksamkeit
Was haben die kognitive Verhaltenstherapie und der Buddhismus gemeinsam? Sehr viel, wie uns Thomas Hohensee in seinem soeben erschienen Ratgeber Entspannt wie ein Buddha zeigt. Von MARIA-BERNADETTE EHRENHUBER
Rhetorik der Einschüchterung
Deutschland schafft sich ab, behauptete Thilo Sarrazin im letzten Jahr. Schafft sich Deutschland ab? Liest man Patrick Bahners’ Die Panikmacher, kann man einen durchaus anderen Eindruck gewinnen. Denn nicht irgendein imaginäres Sarrazin-Deutschland schafft sich mutwillig ab, sondern eher der zivilisierte liberal-demokratische Verfassungsstaat Deutschland. Von PETER BLASTENBREI
Eine gigantische Dauerprovokation
Thomas Rothschild erkundet mit seinem Essay O Gerechtigkeit in Literatur und Film die Möglichkeiten und Unmöglichkeiten einer Realisierbarkeit von Gerechtigkeit. Und er spürt in Rache, Neid und Terror diesem menschlichen Urbedürfnis noch tiefer nach ... Von CHRISTOPH POLLMANN
In den Niederungen der Höhepunktfabriken
Pornos anschauen, das ist wie in der U-Bahn furzen oder CSU wählen: Alle tun es, aber keiner gibt’s zu. Philip Siegel hat sich gründlich in der Pornobranche umgesehen – und seine Beobachtungen in Porno in Deutschland festgehalten. Ein Gewinn, findet CHRISTIAN NEUBERT.
Naturtrüb
Sie waren alle da bei der Pressevorstellung von Stephans jüngstem Schlag mitten in die von ihr heraufbeschworene deutsche Gesellschaft, die keine Mitte mehr kenne. Eine beträchtliche Anzahl Berichterstatterinnen und Berichterstatter - der großzügig ausgestattete Büchertisch leerte sich schneller als die Saftflaschen - Verleger Wolfgang Ferchl, Handelsblatt-Chefredakteur Gabor Steingart, der die Leitfragen stellen durfte, Publizist und Zeithistoriker Arnulf Baring und der SPD-Politiker Egon Bahr, die fast ein größeres Blitzlichtgewitter auslösten als die Autorin. Doch auch die Blitze drangen nicht durch den geistigen Nebel, den Cora Stephan anschließend freundlich, eifrig und mit fester Überzeugung verbreitete. Der Text ihres Buchs Angela Merkel. Ein Irrtum unterscheidet sich nicht von dem, was sie vortrug. Von MAGALI HEISSLER
Aus dem Schatzkästlein der Hochstapler
Wie man mit Irrtümern und Defiziten Privilegien einheimst: Walther Kindt hat für sein Fach, die Linguistik, untersucht, welche Irrtümer und andere Defizite in den vergangenen Jahren in Umlauf waren und immer noch sind. Damit benennt er Fragen, die weit über die Linguistik hinausreichen, findet unser Autor THOMAS ROTHSCHILD.
Pamphlet im besten Sinne
Seit einigen Monaten rauscht es gewaltig im deutschen Blätterwald. Die Schrift Der kommende Aufstand eines namenlosen französischen Autorenkollektivs kritisiert ungeschminkt die Zivilisation westlicher Prägung, ausgehend von den Aufständen französischer Jugendlicher aus den Pariser Vorstädten. Seit seiner Veröffentlichung unterliegt das Werk einem heftigen Kampf um die ideologische Deutungshoheit: Linkes Politmanifest? Rechtes Ideologiekonzept? Terroristenhandbuch? Es ist an der Zeit, die weltanschauliche Voreingenommenheit über Bord zu werfen und den Blick auf die Inhalte zu lenken. Handelt es sich bei dieser Streitschrift tatsächlich um revolutionäre Gebrauchslyrik? Ist der Text eine Bestandsaufnahme westlicher Gesellschaften am Vorabend des Umsturzes? Oder reine Poesie? Fragt JÖRG FUCHS.
Verzerrt und doch so klar
Informationen pur, dargestellt durch grotesk entstellte Weltkarten. Das macht den Atlas der wirklichen Welt zu einem innovativen Nachschlagewerk. Nur das Alter so mancher Daten der Neuauflage lastet CHRISTOPHER FRANZ den Autoren Daniel Dorling, Mark Newman, Anna Barford an.
Scharfe Soße? Aber gerne!
Der Rezensent gibt zu, eine bestimmte Sorte von krampfhaft lustigen deutschen Büchern über unsere Nachbarn (Maria, ihm schmeckt’s nicht!) überhaupt nicht zu mögen. Und war dafür umso positiver überrascht, als er das charmante Büchlein Istanbul, mit scharfe Soße? der Berlinerin Alexandra Klobouk zur Hand nahm. Von PETER BLASTENBREI
Der Bahnhof, die Stadt und unsere Demokratie
Spätestens seit dem Herbst 2010 erregt die Kontroverse über das Bahnprojekt Stuttgart 21 bundesweit Aufmerksamkeit. Wolfgang Schorlau, Schriftsteller und Augenzeuge des Polizeieinsatzes am 30. September, versammelt in Die Argumente Alternativen zum umstrittenen Bauvorhaben. Von MONIKA THEES
Abgesang auf den weißen Mann
Peter Scholl-Latour erklärt in Die Angst des weißen Mannes die Welt - wie sie war, ist und sein wird. Er weiß wovon er spricht. 30 Jahre nach dem Tod im Reisfeld wendet Scholl-Latour sich wieder dem fernen Osten zu, mit diesem Abgesang über die Angst des weißen Mannes vor einer zukünftigen neuen Hegemonie. Von HARTMUTH MALORNY
Hier sind wir daheim
Dass die Globalisierung ein Bösewicht ist, hat inzwischen wohl jeder verstanden. Und warum das so ist wahrscheinlich auch. Marc Augé fügt in Nicht-Orte, von dem nun endlich die längst überfällige Neuauflage erschienen ist, diesem »warum« eine weitere Facette zu. Von CHRISTIAN NEUBERT
Ein notwendiges Buch
Wilders - Sarrazin - Ates: berechtigte Islamkritik oder vorurteilsbeladene, wenn nicht gar rassistische Feindschaft gegenüber Muslimen? Viele Menschen werden sich das angesichts der jüngsten Veröffentlichungen und Politikeräußerungen mit ihrer grobschlächtigen Argumentation schon gefragt haben. Mit Islamfeindlichkeit in Deutschland versucht der Berliner Soziologieprofessor Achim Bühl eine Antwort. Von PETER BLASTENBREI
Kastrierter Eigenname
Welche Bedeutung besitzt der Eigenname, wenn er sich nicht auf eine arbiträre Deixis reduzieren lässt? Welche ›Eigentlichkeit‹ bezeichnet er, wenn er nicht etwas, sondern jemanden nennen soll? Welche Individualität und Intimität verbürgt, wenn er – wiederholbar und allgemein – nur ein Name unter Namen ist? In Der Eigenname und seine Buchstaben unternimmt Peter Widmer den Versuch, ein besonders in der Psychoanalyse vernachlässigtes Phänomen neu zu bedenken. Er fragt verheißungsvoll: »Inwiefern ist der Eigenname als Agens, als Katalysator, als Vermittler an der Konstitution der Realität eines Subjekts beteiligt?« Der letzte Genitiv nennt dabei gleich beides: die subjektive Verfasstheit eines Individuums wie seine gesellschaftlich-kulturelle Lebenswelt. Von MARTIN ENDRES
Stuttgart 21 im Bild
Die Welt blickt nach Stuttgart, erwartete Ende November gespannt Heiner Geißlers Schiedsspruch und wartet, nachdem dieser erfolgte und den Konflikt eher zu vertagen als zu lösen scheint, auf die Fortsetzung einer Geschichte, die schon lange nichts mehr mit der gemütlichen »schwäbsche Eisebahne« zu tun hat. Zwei Bildbände des Tübinger Silberburg Verlages laden indessen zu Spaziergängen ein: dem Stuttgarter Bauzaun entlang (herausgegeben von Sybille und Ulrich Weitz) und mit Jürgen Blümle in die umkämpften Grünzonen: Bäume im Stuttgarter Schlossgarten. Von ANDREA WANNER
Die Erschlaffung der Welt
Tacitus über die Germanen, James Hilton über die Tibeter, Mark Twain über die Deutschen: Fair über die anderen schreiben ist ja praktisch unmöglich. Da hilft es, wenn man selbst gar keine nationale Identität hat, dann gibt es nämlich keinen anderen. So geht es Ilija Trojanow, das steht auf jedem seiner Buchrücken. In Bulgarien geboren, mit seinen Eltern nach Deutschland geflüchtet, dann nach Kenia übergesiedelt, Deutsche Schule Nairobi, Studium in München, lange wohnhaft in Mumbai. In Der entfesselte Globus, jetzt auch als Taschenbuch erhältlich, fand FELIX STEPHAN jedoch den »Sprachpatrioten« und andere Merkwürdigkeiten.
Geschichte im Konjunktiv
In Es hätte auch anders kommen können untersucht der Historiker Alexander Demandt Wendepunkte deutscher Geschichte und entwirft Alternativszenarien, die zwar nicht eingetreten sind, aber durchaus wahrscheinlich waren. Im Irrealis der Vergangenheit trifft das Faktum auf die ungeschehene Möglichkeit, in deren Folge die Geschichte völlig anders verlaufen wäre. Von MONIKA THEES
Jenseits des Limits
Wir haben es zu etwas gebracht, keine Frage. Jeder Hartz IV-Empfänger hat heute bessere Karten als die Menschen im Mittelalter. Doch vom Standpunkt des Lebenssinns aus betrachtet, fehlt selbst dem Manager unserer Tage einiges. André Gorz Kritik der ökonomischen Vernunft ist Lesestoff für alle, meint JOSEF BORDAT.
,,Wir fühlten uns so frei"
Die digitale Revolution überschreibt ihre Kinder. Der Erfinder der Virtuellen Realität, Computerwissenschaftler und Web-Prophet der 90er Jaron Lanier rechnet in einem Manifest mit der Singularität und dem Web 2.0 ab, während das ehemalige Sprachrohr der ersten Webgeneration Wired den Mega-Corporations die Macht zuspricht. Die Gründerväter des Webdiskurses ziehen ihren Hut. Von DENNIS KOGEL
Aktivismus, Kunst und alternatives Leben
Ausreichend festgehalten und zitiert sind die popgeprägten, „swinging Sixties“ Londons. Ebenso das chronologisch nächste große Ding auf der Insel, die Punkexplosion, mit ihrer nicht nur für die Popmusik (im weiteren Sinne) Energie und Kreativität freisetzenden Wirkung. Zwischen den Revolten von 1968 und 1976/1977 scheint jedoch ein kollektives Loch der Erinnerung zu klaffen, was das Spannungsfeld zwischen gesellschaftspolitischen Ereignissen und künstlerischer Kreativität anbelangt. Goodbye to London hilft uns hier fundiert und unterhaltsam auf die Sprünge, meint TOM ASAM.
Abenteuer, Mythos und Magie
Aus dem Nichts kamen die Wagen. Die bunte Farbe blätterte schon etwas ab, doch das sah man aus der Ferne nicht. Nur die strahlenden Schriftzüge: The Greatest! The only! Ungesehen, unvergleichlich, unvergesslich! Hereinspaziert, alles gehört Ihnen zum Preis einer Eintrittskarte - The Circus ist da - Noel Daniels atemberaubender Bildband über die Geschichte der amerikanische Zirkuskultur erscheint in der erschwinglichen Special Edition 25 Years. Von LIDA BACH
Die Generation, die sich selbst baut
Früher hätten wir so was verprügelt. - Also, nein, hätten wir nicht. Aber wir hätten gesagt: so was müssen wir verprügeln, und wir hätten dieses 15jährige Mädchen, das arrogant genug ist, bei den Großen mitzuspielen, dass arrogant genug ist, ein Generationenportrait schreiben zu wollen, mit kalter Nichtachtung gestraft vor lauter Neid. Wir sahen archaisch aus – wir hatten lange Haare und dieses Mantel-Ding am Laufen – aber verprügelt hätten wir niemanden, außer vielleicht Fred Durst. Das dachte man damals so. Das ist das Ding an Generation Geil: Es fordert den Vergleich. Von JAN FISCHER
Kampf der Hormone
„Der Mann gilt als einfach, die Frau als komplex“, schreibt Louann Brizendine, um darauf vorzubereiten, dass sie mit ihrem Buch Das männliche Gehirn zu einem anderen Ergebnis kommt. Dafür wirft Brizendine ihre fünfundzwanzigjährige medizinische Erfahrung als Neuropsychiaterin in die Waagschale, zusammengefasst auf mehr als 300 Seiten. Das Ziel ist, die Verständigung zwischen den Geschlechtern zu verbessern. Von BASTIAN BUCHTALECK
Finanzgenies bis zum Bankrott
Mit Eine kurze Geschichte der Spekulation des verstorbenen Wirtschaftswissenschaftlers John Kenneth Galbraith hat der Eichborn Verlag das Buch zur Krise herausgegeben – so könnte diese Besprechung beginnen. Aber da Galbraith in seinem Text erklärt, dass im Kapitalismus Finanzblasen periodisch wiederkehren würden, bleibt es jederzeit aktuell. Von BASTIAN BUCHTALECK
Confessions of 30 dangerous minds
Spielsucht, Wahn, Zwang, Alkoholismus, Depression, Mord und reichlich Sex - und doch ist dieser Band kein reißerischer Thriller. Mit 41 fachkundigen Kollegen betreiben die Psychologen Analysen in einem Filmbuch der anderen Art. Von LIDA BACH
Weil sich nicht nur das Klima wandelt
Gwynne Dyer beschreibt die Folgen der globalen Erwärmung. Von JOSEF BORDAT
Ethik währt am längsten
Worin genau liegt das Verwerfliche an der Missachtung von Verkehrsschildern oder Menschenrechten? Kann ein Zeitarbeiter mit Recht behaupten, ausgebeutet zu werden? Wurde CHRISTIAN NEUBERT unter Androhung von Gewalt zu dieser Besprechung gezwungen? Und wenn ja, wie viele?
Lesen über Spiele
Video- und Computerspiele nehmen einen zunehmend größeren Raum in unserer Alltagswelt ein. Längst sind sie zu einem wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Phänomen geworden, welches auch Studenten und Dozenten weltweit an den Universitäten interessiert. Diese Forschungsarbeiten lassen sich unter dem Begriff der Game Studies zusammenfassen. RUDOLF INDERST stellt zwei Vertreter vor.
Wir verblöden weiter
Eine engagierte Analyse des Wissenschaftsbetriebs und zehn "Regeln" für eine kreativere Zukunft an deutschen Hochschulen. Von JOSEF BORDAT
Von Roßtäuschern & Seifensiedern
Rudi Pallas jetzt illustriertes Lexikon der “Verschwundenen Arbeit”. Von WOLFRAM SCHÜTTE
Geist ist Geist, Gehirn ist Gehirn
Das Autorenteam stellt die Grundfragen der Neurophilosophie und beantworten sie wider den Reduktionismus der Hirnforschung. Von JOSEF BORDAT
Die Rechnung, bitte!
Und? Wie sieht’s bei Ihnen aus? Haben Sie schon alles? Auto, Haus, Flachbildfernseher? Und jetzt suchen Sie ein bisschen was Ausgefallenes und würden gern wissen, was ein indischer Haussklave kostet?, fragt FLORIAN HOFFMANN.
Wohin mit all dem Leid?
Judith Butlers neues Buch fragt in fünf Essays nach einem Menschenbild, das unseren globalisierten Konflikten gerecht werden kann. Von JENS ESSMANN
Die Welt mit den Füßen vermessen
Rumänische Apfelpflücker, kroatische Friedhofspfleger, ungarische Flurwächter und serbische Schachgroßmeister - Landolf Scherzer hat sie alle liebevoll porträtiert auf seiner mehrwöchingen Wanderung durch Europas wilden Osten. INGEBORG JAISER hätte ihn gerne begleitet.
,,Berlin muß deutsch bleiben!"
Für die einen sind es lästige Schmierereien, andere ignorieren sie - und nur ganz wenige denken einmal gründlich über die Kritzelein und Graffitis an den Mauern unserer Städte nach. Giwi Margwelaschwili traut sich. Von FRANK KAUFMANN
Das böse A-Wort
Wollen Sie sich einen Überblick über den Anarchismus und seine aktuellen Tendenzen verschaffen? Hier finden Sie ihn. Von FRANK KAUFMANN
Ex und hopp - all das Zeug!
Die amerikanische Umweltaktivistin Annie Leonard erklärt die Geschichte unserer Konsumgüter. Sie verfolgt den Lebensweg unserer T-Shirts, Bücher und Computer und zeigt die erschreckenden Folgen eines Umwelt und Ressourcen zerstörenden Lebensstils. Von MONIKA THEES
Die Krise ist noch nicht vorbei
Die Nationalökonomin Susanne Schmidt findet, dass die Banker nicht genug Zeit hatten, um aus ihren Fehlern zu lernen. Von STEPHANIE SCHILLER
Verstehen wirst du es nie
Birgit Virnich ist durch Afrika gefahren, um zu beobachten und zu verstehen. Die Reportagensammlung Ein Fahrrad für die Flussgötter wandelt auf dem schmalen Grat zwischen Mensch und Politik. Von JAN FISCHER
Vom Aufstieg der Kleptokraten
James K. Galbraith, Sohn von John Kenneth Galbraith und Wirtschaftsprofessor an der Universität von Texas in Austin, hat die amerikanische Wirtschaftspolitik der letzten Jahrzehnte unter die Lupe genommen und ihre Kritik formuliert. Sie mag einer kritischen Öffentlichkeit die Augen öffnen und sei besonders jedem Studenten der Ökonomie empfohlen. Von FRANK KAUFMANN
Man bekommt es mit der Angst zu tun ...
… bei Egon Fabians Buch, in dem er die zahlreichen, mitunter klinisch differenzierten Formen, in denen Ängste auftreten, auf die dem Menschen innewohnende Urangst zurückführt. Von CHRISTIAN NEUBERT
Videoabend im Elfenbeinturm
Als Leinwandphilosoph bringt Mark Rowlands, Professor für Philosophie an der University of Miami, seinen Lesern einige zentrale Theorien der abendländischen Geistesgeschichte näher, indem er seinen Lehrstuhl gegen den Kinosessel eintauscht. Von CHRISTOPH NEUBERT
Der Süden leuchtet!
Die Kompassnadel des Glücks weist gen Süden. Dieter Richter folgt den Koordinaten der mentalen Windrose, führt uns durch Traum und reale Eroberung bis zu dem einzigen Punkt, von dem man den Süden nicht schauen kann. Von MONIKA THEES
Viva la Vulva!
Hinter dem nüchternen Titel Das weibliche Geschlecht verbirgt sich kein Anatomiehandbuch für den Medizin-Grundkurs, sondern ein „ziemlich ungenierter“ Bildband, der nichts anderes zeigt als: Vulven. Das mag man als pornografisch oder zumindest als monothematisch erachten, aber genau das Gegenteil ist der Fall. Diese Bildersammlung ist aus ästhetischen, politischen und didaktischen Gründen sehr wichtig, findet MARTIN BEYER.
Wie unsere Zukunft planbar wurde
Einst lag die Zukunft in Gottes Hand, heute leben ganze Industriezweige von ihrer Berechenbarkeit. Den Startschuss gab ein Briefwechsel im 17. Jahrhundert. Eine Reise vom Spielertisch zum Derivatenhandel - eingängig geführt vom Mathematikprofessor Keith Devlin. Von BRIGITTE HELBLING
Wachstumsbeschleunigung als Falle
Roger de Weck bietet kluge nützliche Reflexionen zu Status quo und nötigem Wandel des Kapitalismus. Von ANSELM BRAKHAGE
Kleine, fiese Theoriegiftpfeile
In seinem neuen Essay „Nach den großen Erzählungen“ steigt der Schweizer Beat Wyss vom Olymp der Theorie herab, um seinen erstaunten Lesern zuzurufen: Wendet euch wieder den Dingen zu! Ein sehr angriffslustiges Stück feinster Wissenschaftsprosa. Von SEBASTIAN KARNATZ
Schott sei Dank!
Nicht ohne Selbstironie verorten die beiden Herausgeber ihr Jetztikon in die Reihe jener Belanglosigkeiten-Verzeichnisse, die mittlerweile veröffentlicht wurden. Das Buch soll allerdings nicht dem Zweck der bloßen Auflistung dubioser Fakten dienen... Von CHRISTIAN NEUBERT
Gegen ,,organisierte Verantwortungslosigkeit"
Wolfgang Englers Plädoyer für „Aufrichtigkeit“ im „Abstrakten Kapitalismus“. Von WOLFRAM SCHÜTTE
Unser Neger ohne Schamgefühl
“Die kapitalistische Entwicklung hat die Menschheit auf ein so niedriges Niveau hinuntergedrückt, dass sie nur noch ein Motiv kennt und kennen kann: das Geld. Das Geld ist der große Motor, das Alpha und Omega aller menschlichen Handlungen geworden.” Ausgehend von dieser Erkenntnis verfasst Paul Lafargue, der Schwiegersohn von Karl Marx, die grimmig-heitere Entlarvungsschrift Die Religion des Kapitals. Von CHRISTOPH POLLMANN
Musikalisches Literarisieren
HANS-KLAUS JUNGHEINRICH über die Edition Elke Heidenreich bei Bertelsmann, die sich mit musikalischen Sujets beschäftigt und deren erste vier Bände ein erfreulich breites Spektrum der Musikkennerschaft (von Hans Neuenfels über Verdi bis zum West-Eastern Divan Orchestra) aufscheinen lassen.
Jenseits von Sisi und Sachertorte
Falsche Heldenverklärung und Opfermythen, politische und mediale Hetzkampagnen, Filz und Korruption – eine deutsche Journalistin demaskiert das Idealbild Österreichs. Von INGEBORG JAISER
Lovely Planet
Paul Theroux merkte einmal an, dass es in der Reiseliteratur eigentlich nur um den Reisenden selbst geht. Hier geht es aber auch noch um Sex, Drogen und Verlogenheit. Und das nicht zu wenig. Von INGEBORG JAISER
Der unsichtbare Feind
Die Spanische Grippe und der Erste Weltkrieg: Der Medizinhistoriker Manfred Vasold schildert die globale Ausbreitung der Spanischen Grippe 1918/19 und analysiert die Wechselwirkung zwischen Weltkriegsgeschehen und Pandemie. Von MONIKA THEES
Das Dorf - Wandel und Identitätsbewahrung
Klaus Brill erkundet die große Welt in der kleinen. Am Beispiel seines Heimatortes Alsweiler/Saar schildert der Auslandskorrespondent der „Süddeutschen Zeitung“ die Auswirkungen der Globalisierung in der kleinsten Einheit – dem Dorf. Von MONIKA THEES
Tour de Wolga
Mit einem normalen Tourenrad durchquert der Autor Polen, die Ukraine und Russland – doch zuweilen staunen die Einheimischen, als ob da jemand auf einem blauen Elefanten daher geritten käme. INGEBORG JAISER verfolgt eine abenteuerliche Reise.
Sleeping around the world
Fremde Stätten und Betten: beim Couchsurfen übernachtet man kostenlos bei (frei)willigen Gastgebern auf der ganzen Welt. Wie anregend und inspirierend dies sein kann, hat INGEBORG JAISER in einer Neuerscheinung von Brian Thacker entdeckt.
Die Waffen des Westens
Jan Roß stellt kluge, verstörende Überlegungen über die Zukunft der westlichen Staaten an. Von DANIEL KRAUSE
Italienische Reise
Enthusiastisch, ja geradezu euphorisch stellt ein fundierter Rom-Liebhaber und -Kenner seine Lieblingsstadt mit all ihren Facetten, Eigenarten und Genüssen vor. INGEBORG JAISER ließ sich begeistern.
Die wunderbare Welt des Zufalls
Nicht viele Phänomen beschäftigen die Menschen so ausdauernd wie Zufall und Wahrscheinlichkeit, wahrscheinlich weil beide in einem engen Beziehungsgeflecht zu einer unbestreitbaren Größe menschlicher Weltbewältigung stehen, dem Schicksal. Von BENJAMIN BORGERDING
In 60 Storys um die Welt
Was kommt heraus, wenn ein Schreiber sein Schatzkästchen öffnet? Im besten Fall ein gutes Buch, das einen fesselnden Abend verspricht. Wenn Deutschlands bekanntester Reiseautor seinen Geschichtenkoffer öffnet, ist das Ergebnis ein besonderes Buch. Das, so meint ANNETTE CHRISTINE HOCH, Stoff für mehr als einen Abend liefert.
Das Dreimaleins der Wirtschaftskrise
Wenn etwas derzeit Konjunktur hat, dann sind es Bücher über die Finanzkrise. Vielleicht nicht unbedingt präsent in der Spitze – sprich in den Bestsellerlisten – aber definitiv in der Breite. Drei aktuelle Beispiele aus dem Crash-Buch-Boom werden von Anselm Brakhage auf den Prüfstand gestellt.
Oder: Die Kunst der Verstellung
Ein Buch, das (so frau nicht dem eigenen Geschlecht zugewandt ist) qua Titel über die Hälfte der Menschheit ausschließt – wer braucht denn sowas? Ich. Der Titel klingt so vielversprechend, dass meine Abwehr vor der Neugier die Waffen streckt. Und ich bin eine Frau. Von ANETTE CHRISTINE HOCH
Avantgarde contra Elite
In seiner exzellenten Studie über den „Deutschen Herbst“ 1977 beleuchtet Hanno Balz die konformistische Rolle der Medien im Zeitalter der terroristischen Bedrohung. Von JÖRG AUBERG
Die Schlacht geht weiter
Die Abwehr eines übermächtigen Feindes gelingt oft nur mit einer Finte, einem Vorstoß aus dem Hinterhalt zum Beispiel. Zu dieser List griffen 9 nach Christus germanische Krieger, da sie die Römer in offener Feldschlacht nicht besiegen konnten. Von INGO STEINHAUS
Auf dem Zauberberg
Silke Behl und Eva Gerberding führen in die Kultur des Schweizer Grandhotels ein: Amüsant und hochliterarisch, zuweilen aber auch etwas bieder. Von SEBASTIAN KARNATZ
Staubsaugervertreterin der Freiheit
Ulrike Ackermann versucht ihren Lesern mehr Mut zur Freiheit zu verkaufen, indem sie ihnen erklärt, dass sie selbstentmündigte Sicherheitsfanatiker seien, die sich im Sozialstaat wie auf Papas Schoß eingerichtet hätten. Die Autorin sollte aber das eine oder andere Pauschalurteil überdenken, meint TIMO LÜTH.
Die (vergehende) Lust am Geschlürf
Den Anhang eines Buches kann man durchaus als Stiefkind des Lesers betrachten. Auch ich ignoriere sie, wo es nur geht. Bei der Lektüre von Trinkkulturen in Europa habe ich jedoch meine ganze Konzentration nur auf den Anhang gelegt. Warum? Ich wollte dem Buch quasi durch die Hintertüre ans Schlafittchen, ans Eingemachte. Außerdem verbreitete das Inhaltsverzeichnis so viel Langeweile... Eine (Herab-)Würdigung von CHRISTOPH POLLMANN
Graues Rauschen
Carolin Emcke möchte in ihrem Buch Stumme Gewalt die Sprachlosigkeit der terroristischen RAF-Täter durchbrechen und unterläuft in ihrem von Selbstgerechtigkeit durchtränkten Text eine Reflexion über die Ursachen des RAF-Terrorismus. Von JÖRG AUBERG
Problematisches Dokudrama
Das Foto auf dem Buchtitel zeigt den Oberstleutnant Hans Oster in Uniform, aber die Haltung passt nicht. Sie lässt nicht an einen Berufsoffizier denken: Der rechte Arm ist zum Kopf hin angewinkelt, die geschlossene Hand stützt das leicht geneigte Haupt. Der Offizier blickt direkt, offen und ernst, aber nicht unfreundlich in die Kamera. Eine Pose und ein Gesichtsausdruck, der lässig, auch etwas ironisch wirkt. Von INGO STEINHAUS
Interne Revision eines beschönigenden Mythos
Die Geschichte der deutschen Heimatvertriebenen nach 1945 ist noch nie so detailliert und umfassend beschriebenen worden - wie jetzt in Andreas Kosserts Kalte Heimat. Der 37-jährige Historiker, der in Warschau am Deutschen Historischen Institut arbeitet, hat damit viele Legenden zerstört und eine peinliche deutsche Geschichtsepoche dokumentiert.
Überlegungen zu Andreas Kosserts neuem Buch von WOLFRAM SCHÜTTE.
Iran - kollektive Verirrung?
Manchen Büchern wünscht man sich, sie mögen die Mächtigen dieser Welt erleuchten, doch wahrscheinlich wird dieser kleine Band nur eine heftige Kontroverse hervorrufen. Von HEIDEMARIE BLANKENSTEIN
Revolution für Arme
Der Titel des Buches ist so lang, dass ein mit Begriffen chronisch mangelversorgter Leser sich davon gleichermaßen angezogen wie eingeschüchtert fühlen kann. Dazu versprechen die Ankündigungen, „dass es eine politische, polemische, literarische und spekulative Phantasie darüber riskiert, wie man mit Technik Geschichte machen könnte.“ Von Tim Boson
Magischer Journalismus
Gabriel García Márquez ist hierzulande hauptsächlich als Romancier bekannt; dass sich hinter dem Verfasser von Hundert Jahre Einsamkeit aber auch ein hervorragender Journalist und Reporter verbirgt, wissen die wenigsten. Von Rainer Barbey
Diagnose ohne Therapie
Der Kasseler Soziologe Heinz Bude wirft den Blick auf die Ausgeschlossenen unserer Gesellschaft. Das macht er sehr überzeugend und eloquent. Da er aber bei der Diagnose des Problems stehen bleibt, lässt er den Leser ziemlich ratlos zurück.
Globaler Irrsinn kunstvoll geordnet
Fühlen Sie sich manchmal hoffnungslos verloren auf diesem so gewaltig großen Globus? Wächst Ihnen diese unsere verwirrende Welt über den schmerzenden Kopf?
Erinnerungen eines Weltensammlers Bei Ilija Trojanow hat sich viel getan, seitdem Der Weltensammler 2006 den Preis der Leipziger Buchmesse gewann und 2007 die Gebrauchsanweisung für Indien erschien und mit dem Sonderpreis des ITB BuchAwards ausgezeichnet wurde. Der Roman Die Welt ist groß und Rettung lauert überall, bereits 1996 erschienen, wurde von Stefan Komandarev verfilmt. Und auch Trojanow selbst produzierte als Mainzer Stadtschreiber mit dem ZDF eine Dokumentation über politische Verbrechen im kommunistischen Regime Bulgariens.
Lachen bis der Arzt kommt
Der Arzt und Kabarettist Eckart von Hirschhausen verbindet in seinem neuen Buch medizinisches (Halb)Wissen mit entwaffnendem Wortwitz. Diagnose: hoher Unterhaltungsfaktor. Von INGEBORG JAISER
Die 60er – ein Jahrzehnt in Wandel und Widerspruch Der Prozess gegen Adolf Eichmann ziemlich am Beginn, die Mondlandung der Amerikaner ziemlich am Ende des sechsten Jahrzehnts des vergangenen Jahrhunderts markieren zwei Extreme der Zeitgeschichte: die Menschheit gegen Eichmann versuchte, die Vergangenheit aufzuarbeiten, der erste Schritt auf den Erdtrabanten bewegte sich weit in die Zukunft.
Vom Wert der Gabe
Lewis Hydes präzise Analyse der Gaben-Sphäre bleibt trotz allem idealistischem Impetus konsequent realistisch und wirkt somit herrlich subversiv und unideologisch zugleich. Ohne den Geist der Gabe, so lässt sich Hydes Werk zusammenfassen, wäre unsere Welt ein ganzes Stück ärmer. Von FRANK KAUFMANN
Die Schlachtfeste der ergrauten Unschuld
Wolfgang Kraushaar zieht zum 40. Jahrestag der Revolte von 1968 eine kritische Bilanz und transferiert die Geschichte ins Reich der Pathologie
Gefährliche Zigaretten: Das Geschäft mit dem Tod Rauchen auch Sie gern einmal ein Zigarettchen am Abend oder zwischendurch oder gar den ganzen Tag hindurch, weil Sie es nicht lassen können, Ihnen die Motivation zum Aufhören fehlt oder Sie es gar nicht schlimm finden, sich selbst zu vergiften? Dann lesen sie doch einmal in diesem Band über den größten Prozess der Justizgeschichte der USA: Die Vereinigten Staaten gegen die größten Zigarettenhersteller der Welt. Ein faktenreiches und hochspannendes Zeitdokument.
Stromlinienförmig ritualisiert
Ein im besten Sinne aufklärendes und aufklärerisches Buch. In unserer von den Medien beherrschten Welt sollte es Pflichtlektüre sein.
Besserwisserisch und wenig innovativ Es entsteht der Gesamteindruck, als habe Nolte aus rein ideologischen Gründen um die eigentlichen Probleme herumgeschrieben. Schulmeisterlich bringt er all das vor, was in sein bürgerlich-liberales Schema passt, den Rest lässt er einfach weg. Er reflektiert nicht, stellt seine Ausgangsthese nicht einmal in Frage, argumentiert mit Klischees, geht nicht in die Tiefe, bringt keine originellen Beispiele und belegt auch sonst nicht viel.
Jeder möge sich vernetzen Mit seinem Buch „24 Stunden: Wie die globale Weltwirtschaft funktioniert“ wirft Daniel Altman einen Blick hinter die Kulissen der Globalisierung. Die großen wie die kleinen Rädchen der internationalen Wirtschaftsmaschine möchte er verdeutlichen. Am Beispiel des 15. Juni 2005 zeigt er deshalb Abhängigkeiten auf, die in der Zeitung und im Fernsehen nur als Einzelberichte vorkommen, nicht aber als zueinander zugehörig dargestellt sind. Innerhalb von 24 Stunden passiert mehr als manch einer sich vorstellt.
Wenn die eigene Mutter verrückt wird
Demenz ist bislang nicht heilbar. Schon aus der Unabwendbarkeit dieser zunehmenden Alterserkrankung ergibt sich bereits ihre drückende Relevanz. Aus der Sicht des Sohnes erzählt der niederländische Schriftsteller Cyrille Offermans auf eindringliche Weise über das Schicksal seiner Mutter, die ihm schon vor ihrem Tod geistig abhanden gekommen ist.
Wie das Bild zum Bild wird Die neue „Berlin University Press“, die sich als populäres und gleichzeitig wissenschaftliches Leitmedium in der deutschen Verlagswelt etablieren will, startet ihr Programm klugerweise unter anderem mit einer Sammlung von Aufsätzen des Kunsthistorikers Gottfried Boehm, der wie kein anderer die interdisziplinär bedeutende Strömung der Bildwissenschaften prägte. „Wie Bilder Sinn erzeugen“ führt Fachleute und interessierte Laien gleichermaßen in das weite Feld der Beschäftigung mit den theoretischen Grundlagen der Bilder ein.
Die Phantome der Blattmacher
Jörg Magenau präsentiert die Geschichte des Zeitungsprojekts taz nicht wie seine Vorgänger Oliver Tolmein und Detlef zum Winkel in ihrer Schmähschrift tazsachen: Krallen zeigen – Pfötchen geben (1989) als Chronologie eines Verrats linker Ideale und Überzeugungen, sondern als Triumph einer „alternativen Bürgerlichkeit“.
Der mythischen Entrücktheit enthoben In der romantischen Vorstellungswelt gilt der Bandit als heiliger Rächer der Machtlosen und Entrechteten. Er nimmt von den Reichen und gibt den Armen. Er ist – um den berühmtesten, wenn auch historisch nicht verbürgten Vertreter als Beispiel zu nennen – ein echter Robin Hood. In seiner weit angelegten und dennoch sehr konzentrierten Untersuchung begibt sich Eric Hobsbawm auf die Spur des in allen Kulturkreisen ausgeprägten Mythos vom edlen Räuber.
Ist Anarchie machbar, Herr und Frau Nachbar?
“... perfekt ist die Gesellschaft, die Ordnung mit Anarchie verbindet.” (Pierre-Joseph Proudhon)
Satirisches von Indien bis Österreich
Alfred Dorfer liefert bitterböse Satiren, treffende Analysen und tragische Komödien.
Wahrheit hinter Essensmythen
Alles über die Wirkung von Rotwein, Schokolade, Kaffee und Spinat, über Body-Mass-Index, Diäten und Nährstoffe.
Kann Philosophie einfach und verständlich sein?
Ein französischer Starphilosoph und Ex-Minister erklärt jungen Menschen die Welt.
Here and everywhere: The Rhythm of Resistance
“In schlechten Zeiten Hoffnung zu haben, ist nicht nur blind romantisch.”
Trink positiv! Sie halten Nabokov für eine Wodka-Marke? Ihr Bürostuhl ist ein Barhocker? Sie vergessen manchmal, wie Reißverschlüsse funktionieren? Noch eben ein Bier trinken gehen, bedeutet für Sie unter Umständen, drei Tage später in einer anderen Stadt aufzuwachen? Dann wird Ihnen „Die feine Art des Saufens“ manch sichere Hilfestellung bieten und Ihren Horizont erweitern.
Wie wirklich ist eigentlich die Wirklichkeit?
Jim Baggott, Physiker und renommierter Wissenschaftsautor, unternimmt eine interessante Reise in ein Gebiet, das durch die Frage nach der Wirklichkeit entsteht. Existiert sie überhaupt unabhängig von uns, die Wirklichkeit? Eine Antwort muss er uns leider schuldig bleiben.
Die Aufhebung gesellschaftlicher Sprachlosigkeit
“Anschläge auf und für Zivilisten.”
Horror Vacui
“Was passierte, nachdem Sie auf dem Kopf von Markus Schöberl herumgesprungen sind?”
Pflegenotstand
Für fast jeden von uns wird sich eines Tages diese Frage stellen – und doch ignorieren wir sie geflissentlich, so lange es nur geht. Eines Tages werden die Eltern alt, gebrechlich und pflegebedürftig sein. Nicht immer ist Vorsorge getroffen worden. Manch einer wird verzweifeln an der Frage „Wohin mit Vater?“
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Die Faszination des Grauens
Kaum ein Werk der Weltliteratur hat, sieht man einmal von der Bibel ab, so viele Künstler unterschiedlicher Epochen und Stilrichtungen zur Umsetzung ins Bildmedium angeregt. Die ...
Schweizerinnen auf dem Vormarsch?!?
Wer fällt Ihnen ein, wenn Sie an starke Schweizer Frauen denken? Wenigstens irgendeine Frau? Frau? Fühlen Sie sich nicht zu schlecht, wenn Ihnen zu dem Land, in dem die Frauen erst 1971 ...
Harder. Faster. Louder!
Frank Schäfer, mit universitären Würden ausgestatteter Geisteswissenschaftler, Autor, Kritiker, Hobbymusiker und eingefleischter Metal-Fan hat eine Interviewsammlung zum Thema Heavy ...
Alles, nur kaum Eier
Verrückte Hühner kennen alle – kein Zweifel, dass es sie wirklich gibt. Heinz Janisch erzählt, wie ein Bauer an seinem jedoch fast verzweifelt. Sein verrücktes ...
Vertrauen, hoffen, lieben
Gewichtige Worte und Werte von ebensolchem Gewicht findet man in diesem Buch. Was man gleichfalls findet, ist sind die Pendants, Einsamkeit, Leid, und Wut. Es ist ein Buch der Extreme und ein Buch ...
Am Ende: die Väter mit ihren Lebenslügen
Überall im Verdi Kosmos: die Väter. Manchmal nerven sie (wie in La Traviata, trotz arioser Doppelrahmstufen-Nobilität oder gerade deswegen), manchmal geben sie ...
»John Le Carré sagte, es sei die beste Adaption eines Buches, die es je gab.«
Gary Oldman über seine Rolle als Georg Smiley in dem Film Tinker Tailor Soldier Spy (Dame, König, As, Spion). Ein Interview von LIDA BACH
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