Alice Doesn´t Live Here Anymore
Jeder Kameraschwenk enthüllt ein überbordendes Szenario aus Kitsch und Anti-Kitsch. Alice im Wunderland ist eine stimmige Balance aus finsteren Mittelalterverliesen und neonfarbenen Blumengesichtern – und Johnny Depp ist nicht der einzige, der sich mühelos durch eine Welt des Irrsinns bewegt. Von DANIEL BICKERMANN
Groß ist nur die Enttäuschung
Laszive Kostüme, lange Beine, launige Lieder – mehr als eine Nummernrevue mit großem Staraufgebot hat Rob Marshall dieses Mal nicht zu bieten. Von STEFAN VOLK
Ohne Traumbilder geht es nicht
Werner Herzog hat einen fremden Stoff mit seiner ureigensten Handschrift uminterpretiert. Spätestens im Schlussbild findet alles zusammen: die innere und die äußere Welt, Herzog und Hollywood. Von WERNER BUSCH
Raum und Zeit
Vom 40. Internationalen Forum des jungen Films bei der Berlinale berichtet THOMAS ROTHSCHILD
Die zersetzende Kraft des Altmeisters
Auf die surreale Stimmung, die vom Film Besitz ergreift, versteht sich Polanski wie kaum ein anderer. In seinen besten Momenten erinnert Der Ghostwriter an Polanskis Horror-Meisterwerk Rosemary’s Baby. Von STEFAN VOLK
Ausbruchstimmung
Dieser Film erzählt mit betörenden Mitteln von den Lehrjahren des Herzens, voller Kitsch und Wahrhaftigkeit, voller Empathie für seine Figuren und mit einer großen Warmherzigkeit. Von CARSTEN HAPPE
Jenseits von Genre
George Clooneys Darstellung unterscheidet sich zwar kaum von der aus anderen Filmen, jedoch passt seine beiläufige Lässigkeit ganz hervorragend zu dieser unterhaltsamen Geschichte. Von SASCHA ORMANNS
Ars moriendi
Die literaturhistorischen Quellen weisen gerne darauf hin, daß Leo Tolstoi als junger Mann in der Welt der großen Literatur keine Einstiegsschwierigkeiten hatte. Das Publikum lag ihm nach der ersten Veröffentlichung sofort zu Füßen, die Brotarbeit brauchte er dank adeliger Besitztümer nicht zu übernehmen. Umso komplizierter gestaltete sich sein Lebensabend, dem sich der Film von Michael Hoffman widmet. Von EKATERINA VASSILIEVA
Leistungsschau des Schweizer Filmschaffens
Ein Festivalbericht von THOMAS ROTHSCHILD
Extensions of Man
Die Prämisse von Surrogates klingt nach einer wahren Utopie: Eine Zukunft, in der man die Welt mithilfe eines menschlich aussehenden Roboters erleben kann; ein Leben mit Garantie auf körperliche Unversehrtheit, da der Mensch an sich ja im sicheren Heim bleibt. Doch wie bei quasi jeder filmischen Utopie verdrängt die Illusion der schönen neuen Welt lediglich Probleme. Von NILS BOTHMANN
Aufwärts, nicht vorwärts
Ein Baum habe einen Standpunkt, sagt Hans Magnus Enzensberger. Er aber sei ein Mensch, und der Mensch habe gegenüber dem Baum den Vorteil, dass er sich bewegen könne. - Wohl wahr...
Freunde, zusammen, zur Freiheit!
Gekonnt reihen sich Albernheit und Sentimentalität aneinander, ohne Überraschungen – aber eben auch ohne Langeweile. Letztlich ist dies ein harmloser Film, aber besser als befürchtet... Von CORNELIS HÄHNEL
Liebe! Sex! Die Seele!
Obwohl Soul Kitchen bestimmt nicht Fatih Akins Meisterwerk ist, fällt es doch schwer, sich seinem Charme zu entziehen. Eine schnelle, coole und witzige Komödie, die sich nicht um politische Korrektheit oder intellektuellen Anspruch schert. Von MARIEKE STEINHOFF
Schneeleiden
Die Depression als Inspirationsquell. Während hierzulande, ausgelöst durch den Suizid eines Nationaltorwarts, verstärkt die gesellschaftliche Tabuisierung psychischer Erkrankungen diskutiert wird, bekennt sich nur wenige Monate nach Lars von Triers Antichrist ein weiterer skandinavischer Filmemacher höchst offen zur Verwurzelung seines jüngsten Werks in Seelenpein. Von MATTHIAS WANNHOFF
Das solipsistische Genie mit dem Scheuerlappen
Séraphine Luis gilt in der Malereigeschichte manchen Historikern als die „größte naive Malerin der Welt”. Der französische Autor und Regisseur Martin Provost hat für seine biografische Phantasie über Séraphine 7 Césars gewonnen. Der meistdekorierte französische Film von 2008 kommt am 17. Dezember in deutschen Kinos. Von WOLFRAM SCHÜTTE
Blaues Wunder
Man kommt nicht an ihm vorbei: Der Wille Camerons, mit seinem Kino zu verblüffen, die erstaunliche Unaufdringlichkeit, mit welcher das Unspektakuläre spektakulär wird, ist ungebrochen faszinierend und berechtigt jeden Superlativ, der einst auf Terminator 2, auf Titanic oder heute auf Avatar angewandt wird. Von JAKOB STÄHLIN
Der Fluch der Thematik
Wie man einem Genre, das von Captain Sparrow nur reanimiert wurde, um es endgültig zu marginalisieren, durch subtile Herangehensweise neues Leben einhaucht. Von ALEXANDER SCHOLZ
(Fast) alles ist möglich
Wachgeküsst von New York: Alt liebt jung, genial liebt dumm. Wahlbeziehungen und Metamorphosen à la Woody Allen. Von STEFAN VOLK
Realismus und darüber hinaus
THOMAS ROTHSCHILD über gegenwärtiges Autorenkino beim Festival von Gijón.
Die zweite Chance
Wer hat sie sich noch nie gewünscht, eine zweite Chance? Doch wäre das Leben dann wirklich besser? Anno Sauls Die Tür spielt die Frage durch: Was wäre wenn …? Ein Film über die Rückkehr zum Wendepunkt des Lebens. Von KERSTIN GERMUND
,,Abends ist wieder schön"
„Does it have to be a life full of dread?“, fragt die Sängerin PJ Harvey in ihrem Lied „This is Love“, und bei ihr wie bei Matthias Glasner, der einen Film gleichen Titels gedreht hat, ist die Frage wohl rhetorisch gemeint. Schatten ist vom Licht nicht nur untrennbar, die beiden bedingen sich immer auch gegenseitig. DANIEL BICKERMANN
Der Pfarrer & die Mörderin oder Miss Kiki in Taipeh
Autorenfilme auf dem 58. Internationalen Filmfestival Mannheim-Heidelberg.
Nach der Berlinale ist das für Spiel- & Dokumentarfilme offene (58.) Internationale Filmfestival Mannheim-Heidelberg das älteste in Deutschland. Es favorisiert den Autorenfilm: ein Ort der Entdeckungen für Cinéasten und für ein Publikum, das neugierig ist auf den kinematografischen Reichtum jenseits des Mainstreams…Von WOLFRAM SCHÜTTE
Always Trust Your Teammates!
Ein klassischer Loach – mit einer Ausnahme: Es ist sein witzigster, verspieltester und unterhaltsamster Film seit vielen Jahren. Von CARSTEN HAPPE
Genrehybrid mit Bürokautz
Regisseur Steven Soderbergh betreibt ein ruppiges Wechselspiel zwischen Komik und Suspense. Das Problem ist dabei nicht, dass der Film aus dem Gleichgewicht gerät, sondern dass er dramaturgisch verflacht. Von STEFAN VOLK
Die Einsamkeit der Langstreckenläufer
Fundstücke auf den 43. Internationalen Hofer Filmtagen - Ein Festivalbericht von WOLFRAM SCHÜTTE
Wo die Liebe hinfällt
Romantische Komödien sind seit einigen Jahren fest in amerikanischer Hand. Hier haben wir nun einen seltenen Leckerbissen – eine Romantic Comedy Schweizer Art. Von JENNY FEILGENHAUER
Heute: Angry Aliens Production
Blogs und Internet-Auftritte von Autoren, Künstlern, Kritikern, Magazinen und anderen Publikationen gehören heute wie selbstverständlich zur publizistischen Landschaft. Wir stellen Ihnen regelmäßig gelungene Beispiele vor.
Alles außer Tiernahrung
Keine Adresse ohne vorherige Adresse, keinen Job ohne vorherigen Job … Trotz aller sozialer Verzweiflung ist Wendy und Lucy kein nüchterner oder gar kalter Film. Seine Solidarität mit der Heldin ist so subtil wie diejenige, die Wendy im Film erfährt. Von THOMAS WARNECKE
Ansichten einer Landschaft des Totalitären
Ein großer, weit gespannter, hoch konzentrierter Film – WOLFRAM SCHÜTTE über Michael Hanekes Heraufrufung deutscher Provinzferne: Das weiße Band
Das Leben hier und jetzt
Jeff Nichols geht es nicht allein um die Frage nach Sinn und Sinnlosigkeit von Rache. Die weite Landschaft Arkansas’ bleibt inmitten der Handlung allgegenwärtig. Von TINA HEDWIG KAISER
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TITEL - Kulturmagazin bringt jeden Montag, Donnerstag und Samstag Neuigkeiten aus Literatur, Krimi, Musik und Film.
Nackt unter Türstehern
Alle 14 Tage berichtet STEFAN BEUSE von den Erhabenheiten und Fallstricken der Welt. Heute: Muskelhengste im Fitnessstudio.
Kurios fad
Bei Carlsen Manga erscheint, nach der jüngst veröffentlichten Reihe Shinanogawa, wieder eine Miniserie von ...
2000 Jahre Dekadenz
Jetzt also die Griechen. Man dachte ja eigentlich, Guido Westerwelle hätte die größten Schmarotzer des deutschen Gemeinwesens ein für allemal identifiziert - da kommen ihm die ...
Danish Dynamite
Wie das Booklet dank Angabe der Gitarrengriffe beweist, benötigt dieses Quartett nicht viele Akkorde, um für abwechslungsreichen Groove zu sorgen. Von JÖRG VON BILAVSKY
Erst beflissen, dann befreit
Na schön, es gibt Elektro-Autos, aber gibt es auch Elektro-Opern? Jetzt schon: Die innovativen Geschwister The Knife aus Schweden haben's erfunden, zusammen mit Planningtorock und Mt. ...
Parforceritt in Unterhosen
Josef Hader ist der beste Kabarettist Österreichs, doch sein Best-of-Album Hader spielt Hader. Live. Nummern aus 5 Programmen ist nicht sein bestes, meint MATTHIAS ROß
Pachl für die Tasche
Geld macht erfinderisch, sagt man, Geld korrumpiert, auch das, aber Geld macht auch kreativ, wenn man darüber schreibt. Jedenfalls bei dem Kölner Kabarettisten Heinrich Pachl, der eine ...
Billy Pilgrims Reise durch Zeit und Raum
1969 erschien Kurt Vonneguts Schlachthof 5 oder Der Kinderkreuzzug. Der Roman avancierte zur „Antikriegsfibel der Vietnam-Generation“, zum literarischen Meisterwerk der ...
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