Frauen!
Eine junge Werbekauffrau verliert an einem einzigen Tag ihren Job, ihren Liebsten und ihre Wohnung. Da muss schnell ein neuer Lebensplan her. Gut, ein Job als Putzfrau lässt nicht jedes Frauenherz höher schlagen, aber der Bedarf für eine erfolgreiche Klientel, die sich Hochglanzwohnungen etwas kosten lässt, ist vorhanden. Als gewissenhafte Jungunternehmerin, die ihren Job sehr ernst nimmt, muss sie aber auch weniger schöne Dinge aus den Wohnungen der Kunden entfernen, wie zum Beispiel Leichen. DOREEN WORNEST nimmt den Roman von Jutta Profijt ernst … na ja, ein bisschen wenigstens.
Schönheit und Freiheit
… findet SABINA SCHUTTER unwiderstehlich. Und folgt Natsuo Kirino auf der Suche danach …
Sex - Macht - Manipulation - Kontrolle
Erst vor wenigen Wochen lief die 6. und damit letzte Staffel der Serie Hautnah - Die Methode Hill im ZDF. Als bekannt wurde, dass der britische Sender ITV die Produktion wegen zu hoher Kosten eingestellt hatte, reagierte der Tony-Hill-Fan empört und enttäuscht, weil eine international derart erfolgreiche Serie abgesetzt wurde. Er kann sich nun aber mit der gerade auf DVD erschienenen 4. Staffel trösten, die erneut durch flotte und ambitionierte Inszenierung und hervorragende Darstellung überzeugt. ANNA VERONICA WUTSCHEL ist ein treuer Fan.
Die Nazis in Belgien
Ein düsteres Kapitel der belgisch-deutschen Vergangenheit bildet den Rahmen für Ingrid Hedströms Die toten Mädchen von Villette. Ob sie das in der Geschichtsstunde durchgenommen hat, versuchte sich JUDITH HAMMER beim Lesen zu erinnern.
Die alltägliche Physik des Verbrechens
Man glaubt es nicht, aber der Sommer naht und es soll Menschen geben, die nicht mit zwei T-Shirts und 19,8 kg Büchern in ihren Sommerurlaub aufbrechen. All jenen sei von SABINA SCHUTTER das folgende Werk ans Herz gelegt, mit kleinen Einschränkungen.
Der Blick in die Zukunft
Am 6. Oktober hatte die gesamte Menschheit für 2 Minuten und 17 Sekunden einen Blackout. Dabei blickte die ganze Welt ein halbes Jahr in die Zukunft. FlashForward, ein neues amerikanisches Serienhighlight, basierend auf dem gleichnamigen Roman des kanadischen Science-Fiction-Autors Robert J. Sawyer, widmet sich der Sehnsucht und dem Fluch, die eigene Zukunft zu kennen. DOREEN WORNEST verrät uns, was sie montags, um 21:10 Uhr tut …
Meine Carrie heißt Lisa
Christine Lehmann gehört mit ihren Lisa-Nerz-Romanen zur ersten Garde der deutschen Kriminalliteratur. Jetzt gibt es auch eine Sammlung von Lisa-Nerz-Storys. SABINA SCHUTTER hat sich sofort darüber hergemacht …
Granit, in den kleine Herzen gemeißelt sind
Am 11. Mai würde Ulf Miehe 70 Jahre alt.
Eine Hommage von D.B. BLETTENBERG
Alles tadellos im County
ANNA V. WUTSCHEL kann’s nicht lassen. Sie guckt für ihr Leben gerne Inspector Barnaby, amüsiert sich blendend und teilt ihre Freude mit uns.
Fremde oder Freunde
Wo hört die Freundschaft auf, beim Geld oder beim Tod? In Mord unter Freunden tut ihr beides nicht gut. JUDITH HAMMER hat sich das schon gedacht und den neuen Roman der allseits beliebten Maria Ernestam gelesen.
Auf Glanz polierte Haken
Die Technologie rückt uns immer mehr zu Leibe, Realitäten verschieben, überlagern sich. Und bald müssen wir kaum noch ins Internet, weil sich im Outernet die physische Realität längst mit der Virtualität gekreuzt haben wird. Gefahr ist im Verzug, findet Jeffery Deaver und legt den Finger in die Wunde. ANNA VERONICA WUTSCHEL ist schmerzunempfindlich …
"Besser als jetzt wird das Leben nie mehr"
Und teurer Whiskey ist bedeutend besser als billiger. Diese und andere Weisheiten über das Leben hat JUDITH HAMMER in Håkan Nessers Roman Das zweite Leben des Herrn Roos gefunden.
Verzwickte Irrsinnswelt
Politthriller sind sowieso oft die interessantere Sortierung von Kriminalliteratur, prinzipiell gesehen. Multimedial sowieso. Das heißt nicht, dass jedes Teil ein Knaller sein muss. Deswegen hat ANNA VERONICA WUTSCHEL zunächst TV geschaut - und dann einen ganzen Film.
Finnisch-russische Schnitzeljagd
Von einem Hinweis zum nächsten schickt Taavi Soininvaara seinen Ermittler samt Anhang in Der Finne. Das zehrt an den Kräften, findet JUDITH HAMMER.
Unmoralisch und grandios
Der vierte Band von Sleeper ist Abschluss von nicht weniger als einer der besten Comic-Serien aller Zeiten. Nun ist Sleeper auch auf Deutsch endlich komplett. NILS KURFÜRST gerät ins Schwärmen.
Total toll und lieb
Krimi oder Frauenroman oder Frauenkrimi oder egal? SABINA SCHUTTER jedenfalls mag den Roman von Helen Fitzgerald, zumindest letztendlich.
Eine Stadt für Loser
Daniel Depp möchte nicht auf seinen (Halb-)Bruder Johnny angesprochen werden, heißt es. Warum aber steht der dann mit einem mäßig originellen Spruch auf dem Cover? ANNA VERONICA WUTSCHEL hat sich um so was nicht gekümmert und einfach das Buch gelesen.
Geruhsame Morde
Manchmal ist es sehr nett, sich an kalten Sonntagabenden charmant und intelligent langweilen zu lassen. Eine Qualität, die englische Fernsehserien seit den Tagen der seligen Task Force Police immer wieder kultivieren. Inspector Barnaby gehört dringend in diese Tradition. ANNA VERONICA WUTSCHEL hat sich außerdem noch die DVDs reingezogen …
Maßlos reißerisch aufgedonnert
Jean-Christophe Grangé gehört zu den Autoren, die, obschon mit gewissen Qualitäten, alles superlativistisch abhandeln. Ultraböse, ultrabrutal, ultrabescheuert. Weniger wäre mehr, auch in seinem neuen Buch, meint ANNA VERONICA WUTSCHEL.
Monströse Trivialitäten
Dass in Märchen immer ein tieferer Kern Wahrheit steckt, mag richtig sein. Nicht so, wenn Iris Johansen zur Feder greift und die uralten Storys von Helden, Prinzessinnen und Monstern immer wieder neu klischeegesättigt ineinander ‚schlendriant'. Rührselige Dramatik und Kaskaden von irrwitziger Gewalt wollen Spannung erzeugen, zeichnen dabei allerdings ein derart absurdes Szenario, dass das implizite Feiern von Heroismus, Privatkriegen und Selbstjustiz – gottlob – nicht wirklich ernst genommen werden kann. Von ANNA V. WUTSCHEL
Konfus und bunt zusammengeknobelt
James Patterson schreibt und schreibt und schreibt. Das muss nicht unbedingt sein, findet ANNA VERONICA WUTSCHEL.
Viel hilft nicht viel
Manchmal hängt man an Serien und Serienfiguren, das ist dann einfach so. sabina schutter zum Beispiel hängt an Lisa Lutz. Und das kommt raus dabei:
Wasser auf die Mühlen?
Mit Teufelsg’walt, dem neuen Lisa-Nerz-Roman, geht SiK-Kolumnistin Christine Lehmann weiter ihre unbequemen, nicht stromlinienförmige Wege. Glücklicherweise. SABINA SCHUTTER, selbst Soziologin und mit dem Thema von Lehmanns Roman befasst, weiß das Risiko richtig einzuschätzen …
Die dunklen Schatten der Vergangenheit
Auch in den tiefsten deutschen Provinzen kann es richtig zur Sache gehen. Es gibt nämlich neben den üblichen Regionalgrimmis auch richtige Kriminalromane, die eben dort spielen, wo die meisten Deutschen leben: In Kleinstädten und auf dem Lande. STEFAN HEUER hat einen solchen richtigen Kriminalroman gelesen …
Nett, knuffelig und doof ...
Ach ja, immer diese Marketing-Bücher. Frankreich, Essen, Morden ... Peter Mayle hat vor Jahren ein paar nette Ideen und auch vom Essen wirklich was verstanden. Der neueste Lifestyle aus dem Kombinationslabor hat dann doch ein paar Macken im Design. ANNA VERONICA WUTSCHEL ist nicht sehr begeistert.
Verlorene Unschuld?
Sie tanzten im Schlamm, berauschten sich an Alkohol und Drogen und zelebrierten ein Fest der Liebe. Woodstock 1969: Hippies, Frieden und Musik. Hunderttausende feierten friedlich einen neuen Lebensentwurf, der sich gegen das Establishment richtete. Peter Robinson erzählt in Im Sommer des Todes, dem neuen Alan-Banks-Krimi, wie der Sommer der Liebe vor vierzig Jahren auch ins ländliche Yorkshire einzog und ein brutaler Mord an einem Hippie-Mädchen für Entsetzen sorgte. Und fast möchte man bei aller Nostalgie dies als Sinnbild lesen für eine Bewegung, die Anfang der 70er langsam ihre Unschuld verlor. ANNA VERONICA WUTSCHEL erfreut sich am Soundtrack …
Die Masche der ChatGroomer
In Göteborg tauchen zwei Mädchenleichen auf – Teenager, brutal misshandelt und anschließend ermordet. Schnell ist klar, dass es derselbe Täter war, und auch, dass er weiter morden wird. Die Spur führt ins Internet: Dort waren die Mädchen in Kontaktbörsen aktiv, auf der Suche nach Bestätigung und Verständnis für ihre Probleme in der Familie und mit Schulkameraden. Leichte Beute für die Schmeicheleien eines Verbrechers – unter falscher Identität hat er sich an sie herangemacht und zu einem Treffen überredet. von JUDITH HAMMER
Das Internet ist die Midlife-Crisis
Das Wichtigste zuerst: Wenn Sie einen Freund um die 40 haben, mit dem Sie nicht viel verbindet, ein Arbeitskollege aus der Kreativbranche vielleicht, dann können Sie ihm dieses Buch zum Geburtstag schenken. Das Geschenk hat genau die Balance: Stilistisch wie das „Zeitmagazin“, es drückt aus, dass Sie sich nicht gar keine Gedanken gemacht haben und bleibt dabei leicht verdaulich. Der avisierte Leser wird sich in mancher Passage erkennen und überrascht sein, dass Sie ihm so ein treffendes Buch schenken. Er wird aber auch nicht in eine persönliche Krise gestürzt und das wollen wir dem Arbeitskollegen ja nicht zumuten. Uns mutet es SABINA SCHUTTER schon zu …
Tote und Reisen
Die Serie Mord und Nachschlag des Oktober Verlages kombiniert Krimis mit einem Rezeptanhang aus der Region (z.B. Wuppertal). Da versteht sich von selbst, dass es nicht allzu blutig zugehen darf, denn sonst wollen die Leser ja nichts mehr kochen. Was hat der Azoren-Krimi von Ben Faridi aber noch zu bieten? SABINA SCHUTTER ist ja basal neugierig …
Ermittlung eiskalt
Man nehme einen Ex-Cop mit Alkoholproblem, gebe eine spurlos verschwundene Ehefrau bei, rühre eine pubertierende Tochter unter, serviere das Ganze im nördlichsten Bundesstaat der USA, und fertig ist ein Krimi der etwas anderen Art: Marc Bourgnes Comic Frank Lincoln . Von FALK STRAUB
Die Spellman-Akten
Manchmal entscheidet sich auf den ersten zwei Seiten, ob mir ein Roman gefällt oder nicht. Gefällt er mir, ist es nicht schwer, weiterzulesen und das Befinden zu bestätigen oder zu widerlegen, gefällt er mir nicht, ist es ein harter Kampf bis zum Ende. Bei Little Miss Undercover war, trotz des Lauren-Weisberger-Blurbs auf dem Cover „Das witzigste Buch“, ersteres der Fall. SABINA SCHUTTER amüsiert sich.
Ins Ziel gestolpert
Das Karussell von Sünde und Verbrechen dreht sich standhaft und schlägt vor allem in San Francisco gewaltige Kapriolen. Gut, dass sich vier Mädels kümmern, hat sich doch der „Women’s Murder Club“ nicht nur dem Spaß und Zusammenhalt verschrieben, sondern auch die Vereitelung von Straftaten und Verfolgung von Verbrechern auf die Club-Fahnen gesetzt. Im inzwischen siebten Teil der sich selbst durchzählenden Serie, Die 7 Sünden, lautet die erprobte Patterson/Paetro Devise erneut: Viel ist nicht genug! Doch während das Herz der Ermittlerin Boxer schon bald vor Aufregung im ga-lopp, ga-lopp, ga-lopp hüpft, unterdrückt der Leser liebenswürdig ein Gähnen. ANNA VERONIKA WUTSCHEL auch …
Die Gefangenschaft einer Mutter
Ich weiß nicht, ob Jodi Piccoults Bücher verfilmt werden, aber wenn ja, dann eignet sich Die Macht des Zweifels prima für eine Sonntag-Abend-TV-Unterhaltung. Hier mein Vorschlag für einen Trailer (gesprochen von Christian Brückner): Als Mutter weißt Du, dass der Missbrauch an Deinem Sohn die Kinderseele unheilbar verletzt [Blitz!]. Als Staatsanwältin weißt Du, dass die meisten Täter in Missbrauchsfällen ungeschoren davonkommen [Blitz!]. Was machst Du, wenn Du beides bist? [dunkler Bildschirm – aufgeregte Violinenmusik]. Die Macht des Zweifels [tiefer langgezogener Basston]. Sonntag, 20 Uhr 15. Und so ist auch das Buch, findet SABINA SCHUTTER.
Der Tod und das Mädchen
Wer sich mit dem Tod einlässt, muss dafür bezahlen. Mit dem Seelenfrieden, dem Lachen, oder mit dem Leben. So kennen wir das aus Büchern und Filmen, und auch in Maria Ernestams Caipirinha mit dem Tod ist das so. Eine Rezension von JUDITH HAMMER.
Tausend verschachtelte Episoden
Spannend, was sich so alles in der Vergangenheit ereignet hat. Aus Geschichte werden Geschichten, wobei auch die Gegenwart nie ruht und mit weiteren Eskapaden aufwartet. Wenn man durchdenkt, was sich über Jahrzehnte alles abgespielt haben könnte, gibt’s einen prall gefüllten Sack voller Erlebnisse. Val McDermid hat mit Nacht unter Tag - ihrem seit langem besten Buch - tief in der schottischen Geschichte gekramt, letztlich aber einfach zu viel des Bösen aufeinander gestapelt. ANNA VERONIKA WUTSCHEL hat viel gelernt.
Sex, Zähne und Zauber
Gothic, Noir und noch mehr Vampire. SABINA SCHUTTEN über Etiketten, Beißer und puren Unfug.
Kriminal-Kitsch
Allerspätestens nach Cecelia Aherns P.S. Ich liebe Dich weiß der Bestseller-Leser, was eine junge Witwe an Leiden(-schaften) durchmacht. Und wie schwer Trauer zu bewältigen ist. In Seit er tot ist werden zwar keine Liebesbotschaften aus dem Jenseits gesendet, doch hinterlässt der Verstorbene ein Rätsel: Wer war die Frau, die mit ihm tödlich verunglückte? Seine Geliebte? Die Witwe muss ermitteln. Zu viel Rührseligkeit ist dem Roman nicht unbedingt vorzuhalten, ausgelagerte Realität allerdings schon. Zielgerichtet werden Story und Figuren durch reichlich merkwürdige Plot-Verhedderungen geschleust. Und damit der Leser leider auch. Erst recht ANNA VERONIKA WUTSCHEL.
Nichts gegen ein Wunder
Joshilyn Jackson siedelt ihr Krimidebüt in den Südstaaten an und lässt dabei keine Gefahr aus: Religion, Rassismus, Romantik, High-School-Drama und Familiendynamik können eine Geschichte mitreißend machen, sie können aber auch in eine allend(e)eske Schmonzette führen. Sabina Schutter lässt sich überraschen …
Neues von Shakespeare
Der neueste Roman von Michael Gruber, einem Professor der Meeresbiologie, begibt sich auf die Suche nach einem verschollenen Shakespeare-Manuskript. Maria Lesinski nähert sich dem eher nicht bahnbrechend originellen Text „comme il faut“: streng formal …
Die genügend gute Mutter
Was früher einmal als vernünftiges Projekt angefangen haben mag, kann zur Last werden: Serien. Vermutlich leidet erst der Autor oder die Autorin darunter, dann zunehmend auch das pp Publikum. SABINA SCHUTTER hat sich daraufhin den neuen Roman von Valerie Wilson Wesley angeschaut.
Der Verkäufer
Peter James verkauft und verkauft und verkauft. Das ist sicher schön für ihn, aber was um Himmels willen, hat er denn zu verkaufen? Und taugt das Produkt? ANNA VERONICA WUTSCHEL gibt die Stiftung Warentest …
Die Inszenierung der Inszenierung
Am 28. Juni 2009 wird Eric Ambler 100 Jahre alt. Gelegenheit zu einem Wiederlesen des 1972 erschienenen Romans Der Levantiner. Klassikercheck. Denn ein Klassiker ist er zweifellos. Und will, wie es einem solchen frommt, so gar nicht in die Schablonen des Genres passen. DIETER PAUL RUDOLPH folgt einem bewährten Ansatz (nachzulesen hier resp. hier) und fragt: Also – wie haben Sie’s gemacht, Mister Ambler?
Neues vom Krimitraumschiff
JUDITH HAMMER über den zuletzt auf Deutsch erschienenen Roman der Auflagen-Krimikönigin Schwedens, Camilla Läckberg.
Nix als dumme Faxen
Manch ein Buch ist gar nicht ein Buch, sondern viele. Der Autor streunt durch Motive und Stoffe, sammelt eine kleine Bibliothek, (er-)findet seine eigene Melodie und erzählt seine Geschichte. Frei nach T. S. Eliot: Unreife Dichter imitieren, reife Dichter stehlen. Postpostmodern nennt man das inzwischen auch und fürchtet doch die Werke, die kaum mehr als ein Labyrinth aus Zitaten, Anspielungen und bekannten Szenen zu bieten haben. Copkiller gibt sich hardboiled noir als Horror-Teenie-Snuff- und Splatter-Spektakel, irritiert aber vornehmlich durch gräuliche Faxen. Mit spitzen Fingern angefasst von ANNA VERONICA WUTSCHEL
Am Rande des Unerträglichen
Der Diogenes-Verlag ehrt Raymond Chandler zu seinem 50. Todestag mit einer extensiven Hörbuchfassung des Romans Der lange Abschied, die jedoch weder dem Verlag noch dem Vorleser Gert Heidenreich zur Ehre gereicht. JÖRG AUBERG ist verärgert
Geschwätziger Autorinnenmund
Eine Geschichte mit Potenzial? Durchaus. Aber Geschichten wollen erzählt werden, immer. Und nach Möglichkeit aus der richtigen Perspektive. Das, findet DIETER PAUL RUDOLPH, geht hier ziemlich daneben.
Die Leiden des Thronfolgers
Vor gut einem Jahr amüsierte Jonathan Barnes alle anglophilen Liebhaber schräger britischer Literatur mit seiner wunderbar skurrilen Story über Das Albtraumreich des Edward Moon. Mit seiner unabhängig zu lesenden Fortsetzung, an die die Erwartungen naturgemäß hoch waren, verbreitet er vor allem eins – gepflegte Langeweile, die allerdings gekonnt erzählt und schön blutrünstig garniert ist. Sie hören BEATE MAINKA gähnen ...
Erbarmen!
Irgendwo liegt das Geheimnis der Menschheit begraben. Tom Knox weiß wo und erklärt uns das in seinem ersten Thriller Genesis Secret mit einem waghalsigen Sprung in ein düsteres Allerlei: Das Schwarze Buch der Jesiden, Archäologie, Religionen, Genetik, eine jahrhundertealte Mission, Okkultismus, Hokuspokus, Genie und Wahnsinn. Doch – so viel Erbarmen sei uns vergönnt – kann die Welt am Ende aufatmen, niemanden wird’s aus den Fugen schlagen! Denn Knox erzählt wie ein böser Wüstendämon, der allerdings zu lange in der Sonne gesessen hat. ANNA VERONICA WUTSCHEL brummt der Schädel
Eine Provinzapokalypse reinsten Wassers
Niederbayerische Provinz, eine Kapelle mit Heilquelle und am Brunnenbecken lehnt ein toter Araber mit sehr unschönen Stichwunden im Oberkörper. Ausgerechnet an einem Ort, an dem „körnerfressende Hebammen“, Nonnen und Brustamputierte ihr Heil suchen, schlägt das Unheil ein und es wird in Norbert Entfellners Krimi Das abessinische Souvenir noch weite Kreise ziehen. ALEXANDER FRANK entdeckt eine Perle in den Fluten des Regionalkrimis
Im Trüben fischen
1998 erhielt Kenneth Abel den Deutschen Krimi Preis für seinen nicht mehr lieferbaren Roman Köder am Haken, danach war es ruhig um den amerikanischen Autor aus New Orleans. Jetzt dürfen auch die deutschen Leser wieder einen Thriller von Abel lesen, und der entpuppt sich trotz der reißerischen Aufmachung als ein wahres Highlight in der Krimiflut. BEATE MAINKA hat sich an der Lektüre eines Romans ergötzt, den man irgendwo zwischen The Big Easy und Joa R. Lansdales Sturmwarnung ansiedeln möchte.
"Buh, Buh!"
Wer robuste, sogar sehr robuste Romane schreiben möchte, die in den Südstaaten spielen, kommt vor allem nicht um Joe R. Lansdale herum. Auch wenn man William Gay heißt und sich große Mühe gibt Denn da ist doch alles drin, oder? Szenen aus der Metzgerei und dem kleinen Perversitätenladen, dazu die Morbidität des Zerfalls in rauschender Wildnis (Southern Gothic!). Der Autor lebt zudem „in den Wäldern von Tennessee“ und sieht auf dem Foto auch genauso aus. Schön. Und warum hat sich DIETER PAUL RUDOLPH bei der Lektüre dann dennoch so entsetzlich gelangweilt?
Frauenroman mit Krimieinschlag
Die Töchter der Kälte ist ein Kriminalroman. So steht es auf dem Umschlag. Gut so. Sonst könnte man denken, es sei ein Frauenroman. Camilla Läckbergs viertes Buch spielt wieder im Touristenidyll Fjällbacka und behandelt neben Wochenbettdepressionen und Beziehungsproblemen auch ein paar Kriminalfälle. JUDITH HAMMER schäumt nicht gerade vor Begeisterung...
Männer sind Schweine
Jason Starr muss eine offene Rechnung mit der heterosexuellen Männerwelt haben, sonst hätte er nicht dieses Buch geschrieben und damit die Chancen großstädtischer Singles massiv verschlechtert. Männer sind nämlich entweder durch den eigenen Phallus gesteuert oder aber, falls emotional zugänglich, berechnende Psychopathen. SABINA SCHUTTER kommt ins Grübeln.
Zerstörung von unschuldigem Papier!
Ein ganzes Buch vernichten, einen Deaver noch dazu, wer pflanzt eine derart barbarische Idee in des Lesers Hirn? In diesem Fall der Autor selbst: Denn irgendwo im Buchrücken versteckt könnte ein Chip – ist das nicht verrückt? – über einen Funkscanner melden, wo gerade welches Buch gelesen wird. Wer die fatale Todsünde begeht, nicht bar sondern mit Karte zu zahlen, hinterlässt einen breiten Trampelpfad an persönlichen Informationen und rückt direkt das „Wer“ an Ort und Buch. (Horror-)Utopia ? In Der Täuscher zeigt uns Jeffery Deaver, dass in scheinbar harmlos nutzlosem Datenmüll das Böse lauert. Was weiß ANNA VERONICA WUTSCHEL.
Patriarchatskritik im Krimipelz
Die deutsche Nachkriegszeit bildet eine gern verwendete Kulisse für kleinbürgerliche Normalitätswünsche und verdrängte Traumata – und daher das ideale Setting für psychologische Kriminalromane. Dies gelingt mal besser und mal schlechter, Nebenan ein Mädchen von Stefan Kiesbye, sogleich auf der KrimiWelt-Bestenliste gelandet, gehört in die erste Kategorie. SABINA SCHUTTER kommt dem Buch auf die Schliche.
Verlorene Unschuld
Denjenigen, die nach den guten Kriminalschriftstellerinnen rufen, kann an dieser Stelle wieder einmal geholfen werden. Voilá, Paule Constant aus Frankreich legt mit ihrem dritten in Deutschland erschienenen Roman ein kleines Meisterwerk vor, das einmal mehr ihre perfekte Beobachtungsgabe für menschliche Schwächen und den daraus resultierenden Verletzungen unter Beweis stellt. Beate Mainka schwärmt
Willkommene Gelegenheiten
Wozu sind „wahre Verbrechen“ gut? Vielleicht dazu, als fiktive Verbrechen in intelligenten Kriminalromanen aufzutauchen. Manchmal braucht es diesen Umweg, um das, was sich da in Wirklichkeit zugetragen hat, besser zu verstehen. Daran versucht sich Dieter Paul Rudolph
Geld allein macht nicht glücklich, oder?
Man muss dem C. Bertelsmann Verlag zu seinem perfekten Timing gratulieren, pünktlich zur Weltwirtschaftskrise legt es den passenden Roman vor. Geschrieben hat ihn der hierzulande noch unbekannte Londoner Tobias Hill, Jahrgang 1970, allerdings schon 2003, offensichtlich bereits Böses ahnend. Beate Mainka strebt nach Erkenntnis …
Business in der Krise
Martin Suter kommt gut an. Ganz besonders bei unserer Spezialistin für Rezensionen on the rocks, SABINA SCHUTTER
Nicht Freund noch Feind
Immens hoch muss der Erwartungsdruck gewesen sein, der auf dem gerade 30-jährigen Tom Rob Smith ob seines zweiten Romans lastete, nachdem er im vergangenen Jahr mit Kind 44 einen erstaunlich ausgereiften Überraschungserfolg landete. So ganz hat er ihm leider auch nicht standgehalten. Kolyma steht zwar auf der aktuellen KrimiWelt-Bestenliste auf Platz 6, aber das kann Beate Mainka noch lange nicht überzeugen
Echt und lebensnah
Catherine O’Flynn verbindet Krimiplot und unkonventionelle Gesellschaftskritik in origineller und absolut überzeugender Manier. Aus der Rubrik: Bücher außerhalb von Schubladen. Vorgestellt von Anselm Brakhage.
Glut zwischen den Lenden
Husch, husch ins Märchenwunderland der Schönen und der Reichen. Dort, wo Lüge, Betrug, Geld und hitzige Ekstase das Regiment führen. Doch selbst hier wollen Schandtaten gesühnt und Todesfälle aufgeklärt werden. Laster, archaische Triebe und ein vermeintlich männermordender Vamp können dem Ermittler hierbei ordentlich in die Quere schießen. Ein Verhängnis ist nicht genug, um in der Schwüle Savannahs das Geheimnis zu enthüllen, das die begehrenswerte Elise zu verbergen sucht. Anna Veronica Wutschel kennt da nichts und liest sogar Sandra Brown
Mestizaje es grandeza...
...zumindest ist das oft der Fall. Manchmal aber amalgamieren mehrere Subgenres in einem Roman aber nicht so recht. So wie bei Eliot Pattisons Das Ritual. Stellt Hans Richard Brittnacher bedauernd fest …
Globaler Dschihad
Politthriller um Schwerter, mit frommen Menschen, Buchhändlern und Antiquaren, die auch noch im Mittleren Osten spielen – kann das gut gehen? Eigentlich nein. Manchmal aber doch, sagt Beate Mainka
Japanisches Erzählkino
Christoph Peters hat bereits den Aspekte-Literaturpreis gewonnen und bietet auch mit seinem neuen Roman Mitsukos Restaurant einen Beleg für Ideenreichtum und ein gutes Auge. Ob das preisverdächtig ist, muss offen bleiben. Zumal man nicht so genau weiß, ob wir es hier mit einem Kriminalroman oder nur mit einem normalen Roman zu tun haben. Aber das Problem kennen wir ja. Sabina Schutter hat ganz andere Probleme mit dem Buch.
Das Glück eines Mörders
Die Chen-Saga von Qiu Xiaolong wird immer üppiger. Aber im Gegensatz zu dem modischen Trend, noch die letzte Ecke der Welt mit überflüssigen Kriminalhandlungen zu quälen, weiß Qiu Xiaolong, wovon er erzählt. Und anderem auch von den Gründen, warum er im Exil leben muss. Eine Lobpreisung von Frank Barsch
Der Gutmensch aus der Gosse
Gesucht wird Frankie, 19, blond, Obdachlose in London seit 4 Jahren, wegen Mordes an einem Zuhälter und Besitzes eines Beweismittels von höchster Brisanz. Und schon sind wir mittendrin in einer Story, die vor Klischees nur so strotzt, aber auch ihre durchaus anrührenden bis zutiefst trivialen Momente hat. Das liest sich zwar nett, aber so wirklich spannend ist es dann auch nicht … Es pilchert eher dahin, findet Beate Mainka
Wie man einen Thriller schreibt
Schulmäßig, was Zoran Drvenkar mit diesem Thriller hier vorlegt. Wer aber etwas für und über das Leben aus Sorry lernen möchte, findet leider nichts auf dem Lehrplan. Von Dieter Paul Rudolph
Aus Labor & Retorte
Es war Freitag – und die Welt schien nahezu in Ordnung. Es wurde Samstag – und alles stürzte in sich zusammen. Eric Moore hat sich eine Welt so übersichtlich und sicher wie die eigene Westentasche gebaut: Er lebt in einem kleinen Kaff, führt ein kleines Geschäft und liebt seine kleine Familie. Als Bekannte kurzfristig einen Babysitter für die 8-jährige Amy suchen, springt Keith, Erics 15-jähriger Sohn, ein. Am nächsten Morgen ist Amy verschwunden, ihr Pyjama wird vor der Stadt gefunden, und niemand bezweifelt, dass etwas Entsetzliches geschehen ist. Keith beteuert seine Unschuld. Doch wer soll ihm glauben, wenn selbst die eigenen Eltern an ihm zweifeln? Auch Anna Veronica Wutschel tut sich schwer.
Urlaub auf der Body Farm
Die eine Buchhandelskette schaltet zum Erscheinen Radiospots, der andere Filialist räumt den drei bis dato erschienen Bänden eine ganze Regalwand zur Präsentation ein und in den Bestsellerlisten gelingt ihm auf Anhieb der Sprung an den „Biss“-Büchern von Stephenie Meyer vorbei unter die ersten drei – die Rede ist von Simon Becketts drittem Thriller um den forensischen Anthropologen David Hunter mit dem schönen Titel Leichenblässe. Ist angesichts des großen Werbeaufwands der Roman tatsächlich die Mühe des Lesens wert? Nein, sagt Beate Mainka …
Valdemar, o Valdemar
Codex hier, Codex da – jetzt auch auf Island. Populärer Lesestoff, klar. Und einen neuen Dan Brown wünschen sich alle Verlagshäuser. Richtig grottig muss es dann schon sein. Im Falle von Herrn Indridason ist das vorbildlich gelungen. Findet Anna Veronica Wutschel
Netter Versuch
Jawohl, es ist alles vorhanden, nebulöse historische Bezüge, ein geheimnisvolles Artefakt, um das sich mehrere Parteien bis aufs Messer bekriegen, der Experte, diesmal in Gestalt eines Unterwasserarchäologen, der Licht ins Dunkel bringen soll und, natürlich, die schöne verwaiste Tochter des ermordeten Professors. Wem jetzt nicht Dan Browns Sakrileg einfällt, hat den Roman entweder nicht gelesen oder ignoriert. Empfiehlt sich das auch für den Carthago-Code? Och, nööö, winkt Beate Mainka ab ...
Ein halber Krimi
Dieser Roman könnte eine Frechheit sein. Er könnte krachend misslingen. Und tut es, überraschenderweise, doch nicht. Na also, nicht, dass wir grundsätzlich was gegen Historien-Grimmis hätten. Urteilt gerecht Dieter Paul Rudolph ...
Die Buchhandlung als lebensgefährlicher Ort
Wer glaubt, dass eine Buchhandlung ein sicherer Ort für Leib und Leben ist und das Lesen zu einer der harmlosesten Beschäftigungen überhaupt zählt, wird nach der Lektüre dieses Kriminalromans umdenken müssen. Der serbische Autor Zoran ´ivković (Jahrgang 1948) wählt ausgerechnet dieses vertraute Ambiente zum Schauplatz eines reichlich surrealen Plots. Aber das hilft ihm auch nichts, wie Beate Mainka herausfinden musste …
Ideologie und Genreklischees
Nach der Lektüre von Antal Szerbs Roman bleibt eine große, beunruhigende Frage: Leben wir alle möglicherweise in großen Schundromanen? Schon möglich, muss Dieter Paul Rudolph feststellen …
|
TITEL-Kulturmagazin bietet regelmäßig Neuigkeiten aus Literatur, Musik und Film. Unabhängig und kompetent - seit über 10 Jahren!
Den Lauf der Welt verändern
Um die Gunst der Leserschaft kämpfen viele Comics. Die Chaostheorie, das erste Album der neuen Serie Kaplan & Masson, kann gerade durch seine Solidität ...
Ocean´s 11 in Metropolis
Smoke City ist ein Gaunerstückchen, gepaart mit einer angedeuteten Geistergeschichte, bestückt mit Figuren aus Gangsterfilmen aller Epochen und versetzt in ein fiktives ...
Immer realistisch, nie Karikatur
»Die Ermordung eines Palästinensers ist in Gaza Routine. Sein Verlust wird außerhalb des engen Kreises von Familie, Nachbarn und Freunden keine Wellen schlagen.« Joe Saccos ...
Musique Electrique
Sie leben. Die Stimmen vom neonfarbenen See an den blauen Feldern. Von TOM ASAM.
American boy meets british girl
Besser kann man sich die Wartezeit bis zum neuen The XX-Album nicht versüßen, meint TOM ASAM
Harder. Faster. Louder!
Frank Schäfer, mit universitären Würden ausgestatteter Geisteswissenschaftler, Autor, Kritiker, Hobbymusiker und eingefleischter Metal-Fan hat eine Interviewsammlung zum Thema Heavy ...
Die Faszination des Grauens
Kaum ein Werk der Weltliteratur hat, sieht man einmal von der Bibel ab, so viele Künstler unterschiedlicher Epochen und Stilrichtungen zur Umsetzung ins Bildmedium angeregt. Die ...
Life and Death of a Hollywood Extra
»Rede!« – »Ich werde nichts sagen!« Blitz! Schock! Flackern! Noch höher drehen die russischen Schurken die Stromzufuhr des ...
|