Miasmen am Kap
Roger Smith ist das südafrikanische Lieblingskind der internationalen Kriminalliteratur. Auch bei uns. Südafrikanische Kriminalliteratur ist sowieso in, auch wenn man nicht so genau weiß, warum. THOMAS WÖRTCHE hat sich den neuen Roman von Smith ganz genau angesehen.
Unmoralisch und grandios
Der vierte Band von Sleeper ist Abschluss von nicht weniger als einer der besten Comic-Serien aller Zeiten. Nun ist Sleeper auch auf Deutsch endlich komplett. NILS KURFÜRST gerät ins Schwärmen.
Masse schlägt Klasse
Viel zu oft wölken auch Kritiker interpretativ. Literaturkritik heißt aber auch Handwerkskritik. KLAUS KAMBERGER hat eine Stichprobe aus der ausgeuferten Produktion genommen und durch die Qualitätskontrolle laufen lassen.
Egomanisch, mit scharfem Verstand
Neulich hat uns DORIS WIESER den chilenischen Autor Roberto Ampuero in einem Interview vorgestellt. Nun ist sein Roman Der Fall Neruda erschienen. Hier die Rezension.
Kalaallit Nunaat - Ein Island-Krimi, der in Grönland spielt
Grönland ist die eigentliche Hauptperson in Yrsa Sigurðardóttirs neuem Roman – und nur deshalb lesenswert. Oder gerade deshalb! TANJA SIEG denkt über die gnadenlose Beliebtheit von Island-Krimis nach.
Spielball einer implodierenden Realität
oder Dunkler Gefährte – ein philosophischer Roman-noir
Jim Nisbet gilt vielen immer noch als ein Geheimtipp. Dabei hat der 1947 geborene Autor einiges vorzuweisen: Seine ersten drei Kriminalromane erschienen in der legendären Black Lizard-Reihe und der Noir-Roman Dark Companion wurde 2006 für den Hammett-Preis nominiert. Dieser ist jetzt in deutscher Übersetzung bei Pulp Master erschienen und bietet dem Leser eine hervorragende Möglichkeit, diesen bemerkenswerten Autoren kennen und schätzen zu lernen. CLAUS KERKHOFF feiert Buch und Autor.
Dialogschlacht in der Nachkriegszeit
Es gibt Dinge, für die muss man in der richtigen Stimmung sein. Sex zum Beispiel. Oder Charles Todd. Diese vollkommen inadäquate, reißerische und respektlose Analogie reicht übrigens noch weiter: Wenn man nicht in Stimmung dafür ist, wird es arg zäh. Aber manchmal kommt es dann doch noch ganz unverhofft zum Höhepunkt, und man schläft ein bisschen versöhnter ein. HENRIKE HEILAND war mutig …
Mord als Therapie
Über Schuld und Sühne kann man beliebig oft neu verhandeln. Das geht mal gut, mal weniger. Manchmal könnte man es aber auch lassen. JOACHIM FELDMANN hat so einen Fall bei seinen Streifzügen durch die überbordende Produktion gefunden.
Wieder mal grenzüberschreitend
Unter den vielen, vielen nordischen KriminalautorInnen, die alle gar nicht so wichtig sein können, wie man uns immer erzählen will, gibt es ganz sicher einen, der wirklich wichtig und originell ist: Matti Rönkä. Ein Kauftipp vom Krimibuchhändler unseres Vertrauens, CHRISTIAN KOCH.
Alltag & Gewalt
Andrew Taylors historische Kriminalromane verdienen eine sehr genaue und kompetente Lektüre, denn sie sind etwas sehr Eigenes. Dafür Lob und Preis von TOBIAS GOHLIS.
Wenig Hoffnung im Schatten
Polina Daschkowa gilt als die wichtigste Krimiautorin Russlands. In ewiger Nacht ist der neunte Krimi, den der Aufbau Verlag von ihr veröffentlicht. KIRSTEN REIMERS ist beeindruckt.
Total toll und lieb
Krimi oder Frauenroman oder Frauenkrimi oder egal? SABINA SCHUTTER jedenfalls mag den Roman von Helen Fitzgerald, zumindest letztendlich.
Nur ein Sammelsurium
Das Regional-Krimi-Gedöns treibt oft seltsame Blüten. JOACHIM FELDMANN hat den Glauben an das Gute noch nicht aufgegeben und streift unerschrocken durch seltsame literarische Gegenden. Heute durch Wien …
Blutige Klischees
Kap der Finsternis von Roger Smith hat in Deutschland abgeräumt: Bester Kriminalroman des Jahres bei der KrimiWelt-Bestenliste und zweiter Platz beim Deutschen Krimipreis – hervorragende Kritiken allerorten. MAX ANNAS, der in Südafrika lebt, ist jedoch skeptisch. Ein Kommentar über Rezeption, Nähe und Point-of-View …
Kein Kommentar
Pünktlich zur Fußballweltmeisterschaft in diesem Jahr bringt der Pendragon Verlag D. B. Blettenbergs Roman Land der guten Hoffnung in einer Neuauflage heraus – mit dem fragwürdigen Zusatz „Südafrika-Krimi“. An Aktualität hat der erstmals 2006 erschienene Roman nichts verloren. Es geht um ein Land, das auch fast zwei Jahrzehnte nach dem Ende des Apartheid-Regimes noch immer unter dessen Nachwirkungen leidet. JOACHIM FELDMANN empfiehlt …
»Das Gold am Ende des Regenbogens ist der Mörder«
Die irische Autorin Tana French hat mit ihrem neuesten Roman Totengleich einen dicken Schmöker für den Urlaub fabriziert, der sich leicht liest und an dem es erst einmal überhaupt nichts auszusetzen gibt: Ein altes Herrenhaus, eine mysteriöse Doppelgängerin, gefährliche Liebschaften und eine Heldin aus dem 21. Jahrhundert ergänzen das Tableau zum Mord und betten ihn in eine schauerromantische Kulisse. Aber … NADJA ISRAEL ist enttäuscht.
Dreiecksgeschichte mit tödlichem Ausgang
„Ich protestiere im Voraus gegen den Verdacht, es handle sich um ein politisches Buch. Ebenso protestiere ich gegen den Verdacht, es handle sich um ein unpolitisches Buch“, konstatierte Pavel Kohout, als sein Weissbuch C. J. Bucher erschien. Letztendlich sei es einfach ein in Prag geschriebenes Buch. Das war 1971. Mit dem Roman Die Schlinge legt der 82-Jährige nun einen Prag-Roman vor, in dem es nicht nur um Liebe, Korruption und Intrigen geht, sondern vor allem um ihn selbst. Die Frage, ob es ein politisches Buch sei, erübrigt sich dann eigentlich von selbst. CHRISTINA BACHER hat es gelesen.
Mit Frust, Bart und Turban: Inspektor Singh greift ein
Es gibt noch echte Entdeckungen im Crime County: Inspektor Singh aus Singapur, ein pummeliger Sikh, ausstaffiert mit Rauschebart, Turban und Turnschuhen, ist ein wunderbarer, unkonventioneller Cop. Die ehemalige Singapurer Rechtsanwältin Shamini Flint schickt Singh in ihrem ersten Krimi Die tödliche Familie Lee auf eine Dienstreise nach Malaysia – und dort ist der Teufel los. Eins steht fest: Flint und ihr Sikh-Inspektor Singh ergeben eine unwiderstehliche Kombination … Eine Trouvaille von PETER MÜNDER.
There be Monsters
Mit Dmitry Glukhovskys Metro-Romanen wird die russische Liebe zur Dystopie um eine knisternde Dimension erweitert. Liest sich wie frisch gezapftes Bier, findet BRIGITTE HELBLING.
Eine Stadt für Loser
Daniel Depp möchte nicht auf seinen (Halb-)Bruder Johnny angesprochen werden, heißt es. Warum aber steht der dann mit einem mäßig originellen Spruch auf dem Cover? ANNA VERONICA WUTSCHEL hat sich um so was nicht gekümmert und einfach das Buch gelesen.
Spitzenmittelmaß
Jo Nesbøs Romane um seinen Helden Harry Hole sind Phänomene. Evidenterweise sind sie eher mittelmäßig und wenig originell, dennoch landete jetzt der Leopard auf allen Listen und Rankings ganz oben. JOACHIM FELDMANN hat sich ein paar Gedanken dazu gemacht.
Mein Kampfhund heißt Margaret
James Ellroy war schon immer ein sehr emsiger und bemühter Selbstdarsteller. Deswegen hat SiK ihn sich in Hamburg angeschaut – ein vergnüglicher Lesungsbericht von PETER MÜNDER.
Die Kunst der Kürze
Ian Rankin und die Kurzgeschichte – für HENRIKE HEILAND der perfekte Anlass, eine kompakte, kleine Poetik der Short Story in einer Rezension zu verstecken …
Slapstick in der Puppenkiste
„Mann, wie genug ich habe! Was für ein Scheißjob!“, heißt es so treffend in Jean Amilas Die Abreibung, weshalb H.L. BURKHARDT auch leider nicht in Lob verfällt.
Von Küchen und Kriegen
Gewohnt souverän erzählt Martin Suter in seinem neuen Roman Der Koch von der Wirtschaftskrise, vom Krieg in Sri Lanka und dem Geschäft damit, von der Molekularküche und der Liebe. Heraus kommt ein gewohnt elegant geschriebener Roman mit ein paar Längen. FRANK RUMPEL lässt sich den Appetit aber nicht verderben, au contraire …
Geruhsame Morde
Manchmal ist es sehr nett, sich an kalten Sonntagabenden charmant und intelligent langweilen zu lassen. Eine Qualität, die englische Fernsehserien seit den Tagen der seligen Task Force Police immer wieder kultivieren. Inspector Barnaby gehört dringend in diese Tradition. ANNA VERONICA WUTSCHEL hat sich außerdem noch die DVDs reingezogen …
Hilfsausdruck Seelenverwandtschaft
Simon Brenner ist wieder da, Wolf Haas’ Detektiv mit Polizeivergangenheit. Er nimmt Antidepressiva, hat aber einen coolen Job als Chauffeur des wohlhabenden Bauunternehmers Kressdorf. Er karrt die zweijährige Helena zwischen Mutter und Vater hin und her, zwischen Wien und Kitzbühel. Bis ihm eines Tages an einer Tankstelle das Kind vom Rücksitz geklaut wird. 100 Entführungsstunden später weiß CHRISTIANE GELDMACHER warum.
Pulp Fiction
Grundsätzlich ist großes Misstrauen geboten, wenn Verleger ihre eigenen Werke verlegen. Denn der Subtext heißt: Sonst will sie ja keiner haben … Der Hard Case-Verleger Charles Ardai riskiert diesen Reflex und schreibt unter Richard Aleas in seinem eigenen Verlag Kriminalromane, die richtig gut sind, findet JOACHIM FELDMANN.
Die Freiheit entblößt ihre Brüste
Einem Schriftsteller müsse etwas einfallen, erklärte Wolfgang Schorlau vor einiger Zeit in einem Interview, noch wichtiger sei aber, dass ihm etwas auffalle. „Mir selbst fällt meistens das auf, über das ich mich aufrege.“ Von BRIGITTE HELBLING
Faschist, Hooligan, Hacker
Eine recht ungemütliche Perspektive hat Angelo Petrella in seinem kurzen Roman Nazi Paradise gewählt, denn sein Ich-Erzähler ist ein junger, neapolitanischer Nazi-Skin, gewalttätiger Hooligan und Hacker. Das kann man so machen, findet FRANK RUMPEL.
Maßlos reißerisch aufgedonnert
Jean-Christophe Grangé gehört zu den Autoren, die, obschon mit gewissen Qualitäten, alles superlativistisch abhandeln. Ultraböse, ultrabrutal, ultrabescheuert. Weniger wäre mehr, auch in seinem neuen Buch, meint ANNA VERONICA WUTSCHEL.
Mitreißender Gedankenstrom
Steinfests Bücher tragen schon etwas länger nicht mehr das Etikett „Kriminalroman“. Nein, sie werden vom Verlag, vielleicht auch auf Wunsch des Autors auf dem Cover, als Romane präsentiert. Doch weder das eine noch das andere Signet treffen das Genre, in dem sich des Autors philosophierende Schreibe bewegt. JÖRG VON BILAVSKY schert sich nicht um Schubladen.
Von der Unfähigkeit des Autors, mit Kunst Kunst zu machen
Manchmal haben Autoren ja richtig schöne Ideen. Sogar bei Krimiautoren soll das häufiger vorkommen. Iain McDowall zum Beispiel hatte ein paar richtig schöne Ideen, als er sich an seinen vierten Roman mit den Herren Jacobson und Kerr setzte: Identitätsklau. Im Namen der Kunst. Von HENRIKE HEILAND
Monströse Trivialitäten
Dass in Märchen immer ein tieferer Kern Wahrheit steckt, mag richtig sein. Nicht so, wenn Iris Johansen zur Feder greift und die uralten Storys von Helden, Prinzessinnen und Monstern immer wieder neu klischeegesättigt ineinander ‚schlendriant'. Rührselige Dramatik und Kaskaden von irrwitziger Gewalt wollen Spannung erzeugen, zeichnen dabei allerdings ein derart absurdes Szenario, dass das implizite Feiern von Heroismus, Privatkriegen und Selbstjustiz – gottlob – nicht wirklich ernst genommen werden kann. Von ANNA V. WUTSCHEL
Knochen, Recht und Ordnung
Detailversessen und technikverliebt beschäftigen sich klischeehaft gezeichnete Menschen mit verwesenden Leichen. Dass das eher unappetitlich ist, liegt allerdings kaum an der Konsistenz der Toten, findet KIRSTEN REIMERS.
Noir vom Allerfeinsten ...
und alle Jahre wieder … Ein recycelter Text, weil alle Jahre wieder Weihnachten ist und auch wir unser mörderisches Dinner-for-one haben wollen – von www.kaliber38.de – Macher JAN CHRISTIAN SCHMIDT:
Unterirdisch
Ein Kubaner, der in Madrid lebt, schreibt einen Thriller – das Herz der hispanophilen und spannungsbegeisterten Rezensentin schlug höher. Doch schon der Klappentext dämpfte die Vorfreude: Das Schicksal der Menschheit steht auf dem Spiel. Das klang nach amerikanischem B-Film. Aber es kam noch schlimmer. EVA KARNOFSKY ist not amused.
Das Herz eines Boxers
In einem früheren Leben war Bruno Schmidt Profiboxer. Manchmal begegnen ihm Leute, die sich an diese Zeit erinnern. Sie nennen ihn „Hammer“. Denn unter diesem Namen war er eine große Nummer im Ring. Inzwischen hat Schmidt ein Alter erreicht, in dem man auf körperliche Auseinandersetzungen gerne verzichtet. Dass er sich trotzdem öfter mal prügeln muss, verdankt er seinem neuen Beruf. Bruno Schmidt ist Privatdetektiv. Seinen ersten Auftritt hatte er 2001 in Walter Wolters Kriminalroman Hundstage – Wolfsnächte, damals noch bei Haffmans erschienen. Das neue Buch mit Bruno Schmidt hat JOACHIM FELDMANN gelesen. Wehmütig …
Gelungenes Debüt
Bisweilen gehen sie einem ja schon gehörig auf die Weichteile, nicht wahr? All diese Monster und Wüteriche, diese an Gliedmaßen säbelnden und in Eingeweiden wühlenden Triebtäter, Serienkiller und Satanisten, gothic Psychos, rassistischen Finsterlinge, und dazu all die Knalleffekte und Abnormitäten als unvermeidliches Dekor, diese Badewannen voll Blut und Rinnsale von Sperma und anderen Körperflüssigkeiten, kurz: dieser endlose Schwall von Abartigkeiten, mit dem sich Krimiproduzenten an uns Konsumenten meinen anwanzen zu müssen. Nicht so Stephan Brüggenthies, lobt KLAUS KAMBERGER.
Kein Hexenwerk
Lektoratsschlampereien und -inkompetenzen, unangemessene Werbung und schräges Marketing – vielen Verlagen merkt man an, dass sie auf den Krimi-Boom setzen und ihnen alles andere als Verkaufszahlen herzlich egal ist. HENRIKE HEILAND hat sich geärgert.
Nachtschwärze, Eiseskälte, Langeweile
Drohbriefe, anonyme Beschuldigungen, Katzenkot vor der Haustür – und dann wird die forensische Anthropologin Tempe Brennan auch noch lebendig begraben. Kathy Reichs wirft in ihrem 12. Thriller Das Grab ist erst der Anfang einiges in die Plotschale. Aber richtig überzeugt hat sie KIRSTEN REIMERS damit nicht.
Ein neuer Spenser
Seit einiger Zeit ist Spenser zurück auf dem deutschen Buchmarkt. Anlass für einen liebevoll nostalgischen Rückblick und eine freudige Rezension für JOACHIM FELDMANN
Wann explodiert die Gewalt?
Nelson DeMille hat viele, viele Leser. Aber vermutlich eher stille Verehrer, denn sein Name wird selten genannt, wenn es ums elegante, witzige und sehr robuste Erzählen aus dem Hier und Jetzt geht. Ein Plädoyer für Nelson DeMille von THOMAS WÖRTCHE.
Wenn sich Großmeister verheben
Sooo. Der neue John Grisham. Die gute Nachricht zuerst: Der Anwalt liest sich erst mal ganz gut weg. Die schlechte Nachricht: Der Anwalt ist inhaltlich unglaublich schwach. HENRIKE HEILAND hätte es lieber anders gehabt, aber …
Profikiller mit Schlafstörungen
Lange war er weg, jetzt ist er wieder da. Quarry, der Killer aus der Werkstatt, besser vom Fließband von Max Allan Collins. JOACHIM FELDMANN hat sich bestens amüsiert.
Konfus und bunt zusammengeknobelt
James Patterson schreibt und schreibt und schreibt. Das muss nicht unbedingt sein, findet ANNA VERONICA WUTSCHEL.
Bitter im Abgang
Polt darf den selbstgewählten Ruhestand nicht genießen. Denn nicht nur auf der Alm, sondern auch in den Weinbergen gibt’s die Sünd’. Obwohl … JÖRG VON BILAVSKY hätte es gerne sündiger.
Gedemütigte Götterfrauen
Kwei Quartey wurde als Sohn einer afroamerikanischen Mutter und eines ghanaischen Vaters in Accra, der Hauptstadt von Ghana geboren. Wegen Verteilens von Flugblättern gegen die Militärregierung wurde er kurzzeitig inhaftiert. Deswegen, aber auch ausgelöst durch den Tod seines Vaters, verließ er als junger Mann das Land und siedelte zusammen mit seiner Mutter in die USA über. Heute lebt und praktiziert er als Arzt in Kalifornien und schreibt (jeden Morgen vor seinem Klinikalltag) an seinem zweiten Roman.Ein Kauftipp vom Krimibuchhändler unseres Vertrauens, CHRISTIAN KOCH (zur Buchhandlung).
Blutiges Geschäft
Jürgen Ebertowskis Krimi Blutwäsche thematisiert den mörderischen Konkurrenzkampf global operierender Hersteller von Dialyse-Geräten. Von PETER MÜNDER
Helsinki is hell ...
Harri Nykänen steht eigentlich für stocksolide, ganz sympathische U-Krimis. Jetzt möchte er, so ist zu befürchten, in die E-Liga aufsteigen und hat sich dazu einen jüdischen Polizisten erfunden, der in Helsinki obwaltet … Das ist zumindest beim ersten Mal danebengegangen. THOMAS WÖRTCHE ist leicht angefressen ….
Viel hilft nicht viel
Manchmal hängt man an Serien und Serienfiguren, das ist dann einfach so. sabina schutter zum Beispiel hängt an Lisa Lutz. Und das kommt raus dabei:
Blasser Stillstand
Ein anonymer Serientäter terrorisiert einen Abendkurs im kreativen Schreiben. Das ist anfangs ganz amüsant, im Laufe der Zeit verlieren sich aber Figuren wie Handlung in Unentschlossenheit – zwar wohl bewusst, aber nicht gekonnt. KISATEN REIMERS ist enttäuscht.
Routine
Angelsachsen kennt sie – die Routinekrimis. Bücher, die nicht unter ein gewisses Niveau fallen, aber auch ihre Limits nach oben haben. JOACHIM FELDMANN hat so ein Exemplar aus deutscher Herstellung erwischt.
Von Geistern und Schamanen
Die Krankenpflegerin Dtui, Assistentin des laotischen Pathologen Dr. Siri Paiboun, sitzt in einem dunklen, eiskalten Raum. Sie ist zerschunden, zerkratzt, zerbissen. Wie ein Sack Bohnen wurde sie von einer Bestie über unwegsamen Boden geschleift. Mehrere Frauen sind in letzter Zeit auf barbarische Weise in Vientiane umgekommen. Und Dtui soll die nächste sein, wenn der Vollmond hoch am Himmel steht. Dr. Siri fürchtet um ihr Leben. Von CHRISTIANE GELDMACHER.
Beinahe ein Western
C. J. Box’ Roman Todeszone tanzt auf der Linie von Thriller und Western. So etwas hat spätestens seit Elmore Leonard gute Tradition. JOACHIM FELDMANN ist überzeugt …
Restlos glattgeschliffen
Das spurlose Verschwinden zweier Schwestern im Jahr 1975 nimmt Laura Lippman zum Anlass, eine eigene Geschichte zu erdenken. Die lässt sich zunächst gut an, mit viel Ruhe und Raum für die Figuren. Doch am Ende versinkt alles in überbordender Harmonie. KIRSTEN REIMERS ist enttäuscht.
Wasser auf die Mühlen?
Mit Teufelsg’walt, dem neuen Lisa-Nerz-Roman, geht SiK-Kolumnistin Christine Lehmann weiter ihre unbequemen, nicht stromlinienförmige Wege. Glücklicherweise. SABINA SCHUTTER, selbst Soziologin und mit dem Thema von Lehmanns Roman befasst, weiß das Risiko richtig einzuschätzen …
Don Camillo und Peppone auf Dänisch
Wenn ein Buch Probleme mit dem Anfang und dem Ende hat, wie das bei Jussi Adler-Olsens Roman Erbarmen der Fall ist, dann hat das Buch offensichtlich ein Problem – Aber HENRIKE HEILAND ist erst einmal gutwillig …
Biker-Herzen
Rocker sind ja eigentlich ganz harte Burschen. Doch sie können auch anders. Haben sie einen erst mal in ihr Herz geschlossen. Jörg Juretzka kann davon tolldreiste Geschichten erzählen. Und JÖRG VON BILAVSKY freut sich über die Neuauflage von Der Willy ist weg.
America the Paranoid
Harlan Coben gehört zu der merkwürdigen Spezies von Autoren, über deren Qualitäten man immer verehrend munkelt und raunt. HENRIKE HEILAND hat genauer hingeschaut …
Diagnose: Monster
Unheimliche Morde in einer Kleinstadt und ein Jugendlicher, der sich für einen angehenden Serienmörder hält. Was im ersten Moment wirkt wie ein halbwegs typischer Gemetzelthriller mit Anklängen an Jeff Lindsays Dexter-Morgan-Bücher, entpuppt sich als Crossover aus Horror-, Serienkiller- und Entwicklungsroman. Das lässt KIRSTEN REIMERSetwas unschlüssig zurück.
Die dunklen Schatten der Vergangenheit
Auch in den tiefsten deutschen Provinzen kann es richtig zur Sache gehen. Es gibt nämlich neben den üblichen Regionalgrimmis auch richtige Kriminalromane, die eben dort spielen, wo die meisten Deutschen leben: In Kleinstädten und auf dem Lande. STEFAN HEUER hat einen solchen richtigen Kriminalroman gelesen …
Jagd auf Jäger
Ein Mann rächt seinen Hund und wird zum Serienkiller. Das klingt eher schlicht und doch hat Gerald Donovan aus dieser Geschichte mit Winter in Maine einen klasse Roman gemacht. FRANK RUMPEL freut sich ...
Erfreulich sinnvolles Neuauflegen
William Boyd wurde 1952 in Ghana als Kind schottischer Eltern geboren. Seine Jugend verbrachte er größtenteils in Afrika. Bereits 1981 wurde er für seinen ersten Roman A Good Man in Africa zu einem der 20 besten jungen britischen Erzähler gewählt. Für den Roman Restless erhielt sowohl den Costa Book Award (vormals Whitbread Award), als auch den British Book Award. Die blaue Stunde erschien deutschsprachig erstmals 1995 beim Rowohlt Verlag. Ein Kauftipp vom Krimibuchhändler unseres Vertrauens, Christian Koch. (zur Buchhandlung)
Die Marx Brothers der Eigentumsdelikte
Donald E. Westlake ist zurzeit vor allem in seiner Persona als Richard Stark präsent. Das ist aber schade, denn Westlakes Dortmunder-Romane sind schlichtweg großartig. Und vor allem komisch. Weil es den letzten Dortmunder-Roman auf Deutsch nicht gibt, hat ihn Michael Wuliger eben auf Englisch gelesen.
Nett, knuffelig und doof ...
Ach ja, immer diese Marketing-Bücher. Frankreich, Essen, Morden ... Peter Mayle hat vor Jahren ein paar nette Ideen und auch vom Essen wirklich was verstanden. Der neueste Lifestyle aus dem Kombinationslabor hat dann doch ein paar Macken im Design. ANNA VERONICA WUTSCHEL ist nicht sehr begeistert.
Familienschreck
Thomas Raab lässt seinen behäbigen Zufallsdetektiv nicht zur Ruhe kommen. Selbst der Besuch bei seiner kurenden Freundin Danjela entfacht beim Metzger so manches Feuer. Der Metzger geht fremd war für Peter Münder Anlass, über den Status der Kriminalliteratur prinzipiell nachzudenken, den Roman selbst hat sich JÖRG VON BILAVSKY noch einmal genauer angeschaut. Tja …
Hochprozentig
Vodka, so der Titel des Thrillers von Boris Starling, ist nicht nur ein Gesöff, das immer und in großen Mengen konsumiert wird, Wodka ist die einzig stabile Währung, Geldanlage, Heil- und Schmiermittel, Droge und hier zugleich Metapher. Ein Roman, der sich ein bisschen nach Martin Cruz-Smith anhört … Aber LENA BLAUDEZ, die zur Zeit der Handlung in Russland gelebt hat, erkennt vieles wieder.
Die Mafia als Opfer ihres eigenen Mythos
Schon mit der Verfilmung seines Buches The Gang That Couldn’t Shoot Straight, 1972, mit dem jungen Robert de Niro, hatte Jimmy Breslin in Deutschland kein Glück. Der deutsche Titel war tatsächlich Spaghetti Killer. Und jetzt gibt es wieder ein Breslin-Buch auf Deutsch zu kaufen. Das nächste Desaster, meint JOACHIM FELDMANN …
Von Einbetonierten und Gekreuzigten
Georg Haderer verortet sein Debüt in Kitzbühel, wo ein Serienmörder das Image des Nobel-Skiortes zu gefährden droht. Mal wieder Serienmord also, verpackt in einer einigermaßen soliden, flüssig erzählten Geschichte. FRANK RUMPEL ist leidlich zufrieden …
Brutalo für Ironiker
Ein neuer Roman von Lee Child, der es endlich zum deutschen Publikum geschafft hat, ist immer Anlass zur Freude. Childs Romane sind Prototypen dafür, wie zeitgenössische Kriminalliteratur aussehen kann: intelligent, schnell, gut informiert, mit Action, Drive und Ironie. Kluge Geschichten über kluge Leute und dem Risiko einer sehr literarischen Figur. Ein Statement von THOMAS WÖRTCHE anlässlich des neues Romans: Way Out.
Stochern im Nebel
HENRIKE HEILAND hat ein Buch von Johan Theorin gelesen. Sie hat auch viel über das Buch gelesen. Beides ging schlecht zusammen. Deswegen hat sie ein paar Fragen – voilà:
Urvater des jüdischen Krimis
Gerald Kersh ist ein Klassiker. Aber nicht unbedingt deswegen, weil er ein Vorläufer des BritNoir ist. MICHAEL WULIGER rückt ein paar Dinge zurecht.
"Ein Mann nach meinem Herzen"
Die knapp über 70.000 Einwohner große Stadt Galway liegt an der Westküste Irlands. Nora Barnacle stammte aus Galway. Sie brannte mit dem jungen James Joyce durch und heiratete ihn. Nora war amüsant, leidenschaftlich, mutig, spontan und verstand es sich auszudrücken – direkt und, wenn sie wollte, auch vulgär. Sie verlieh sämtlichen weiblichen Hauptfiguren in Joyce Werk ihre Stimme, vor allem der Molly im Ulysses. Was das mit dem irischen Autor Ken Bruen zu hat, verrät Ihnen FRANK GÖHRE …
Heikle Themen
Die Argentinierin Lucía Puenzo (*1976) wurde in den letzten zwei Jahren – seit ihrem Filmdebüt XXY – nicht nur hierzulande nahezu durchgehend mit Lob überhäuft und als vielversprechendes neues Talent gefeiert. Anerkennung und Beifall verdient sie zu Recht vor allem für ihren Film, in dem sie das heikle Thema Intersexualität angepackt und eine dringend nötige Debatte darüber entfacht hat. Trotzdem muss man nicht in alle Lobeshymnen einstimmen, denn die literarische Qualität ihres (ebenfalls verfilmten) Romans Das Fischkind kann durchaus skeptisch betrachtet werden. DORIS WIESER ist skeptisch …
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2000 Jahre Dekadenz
Jetzt also die Griechen. Man dachte ja eigentlich, Guido Westerwelle hätte die größten Schmarotzer des deutschen Gemeinwesens ein für allemal identifiziert - da kommen ihm die ...
Kurios fad
Bei Carlsen Manga erscheint, nach der jüngst veröffentlichten Reihe Shinanogawa, wieder eine Miniserie von ...
Die Welt ist schlecht, ungelogen!
Mit Kinderliteratur hat dieser Pinocchio nicht mehr viel zu tun. Das Comic-Update des Klassikers ist Ausdruck einer düsteren, apokalyptischen Weltanschauung – und außerdem ...
Die Melancholie des Mysteriösen
Willkommen in Lovecraft lautet der Untertitel von Joe Hills Comicdebüt, und auch wenn der erste Band der Serie noch keine allumfassenden Urteile zulässt, bleibt zunächst ...
Danish Dynamite
Wie das Booklet dank Angabe der Gitarrengriffe beweist, benötigt dieses Quartett nicht viele Akkorde, um für abwechslungsreichen Groove zu sorgen. Von JÖRG VON BILAVSKY
Erst beflissen, dann befreit
Na schön, es gibt Elektro-Autos, aber gibt es auch Elektro-Opern? Jetzt schon: Die innovativen Geschwister The Knife aus Schweden haben's erfunden, zusammen mit Planningtorock und Mt. ...
Ach, Philis!
Netten, gebildeten Männern mit Bart, die gerne Wein trinken, sollte man zuhören. Oder? Von CHRISTOPH POLLMANN
Das Buch für die einsame Insel
Kunstvoll illustriert und aufwändig produziert: dieser Atlas glänzt durch fantasievolle Einfälle und handwerkliche Fertigkeit. Mehr solcher herausragender Gesamtkunstwerke ...
Nackt unter Türstehern
Alle 14 Tage berichtet STEFAN BEUSE von den Erhabenheiten und Fallstricken der Welt. Heute: Muskelhengste im Fitnessstudio.
Alice Doesn´t Live Here Anymore
Jeder Kameraschwenk enthüllt ein überbordendes Szenario aus Kitsch und Anti-Kitsch. Alice im Wunderland ist eine stimmige Balance aus finsteren Mittelalterverliesen und ...
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