Niederauffahrt von Pier Paolo Pasolini
Neues & Unbekanntes von, über, gegen den italienischen Poeten. Zwei deutsche Publikationen erinnern an Pier Paolo Pasolini: der Dichter als Journalist der italienischen Badestrände mit den hässlichen Deutschen und der Dichter & sein maßloses Oeuvre im Lichte unserer Gegenwart. Von WOLFRAM SCHÜTTE
Als wir Detektive waren
Das „Yps“-Heft kehrt zurück. Ein bisschen wenigstens. JAN FISCHER über das Comeback eines Kultheftes im Internet und auf dem iPhone.
Was machst du hier eigentlich?
„To air is human“ (Bjorn Turoq)
Wie ich einmal drittbester Luftgitarrist Deutschlands wurde. Von JAN FISCHER
Phantásien ist keine Falle
Über das Ewig-Kindliche in Erinnerung an Michael Ende, der am 12. November 80 Jahre alt geworden wäre. Von MARTIN BEYER
Ich und meine Tirolerin auf der Buch Wien 2009
Ein Besuch der Wiener Buchmesse der etwas anderen Art. Von SENTA WAGNER
Knacken und Rauschen
JAN FISCHER ist gewandert, viele Wochen. Durch Deutschland, Belgien, Frankreich, von Hildesheim nach Bordeaux. Nicht alleine, sondern in einer kleinen Gruppe. Und abends gabs kein Fernsehen, sondern Literatur. Ein Essay über die Wiederentdeckung dieser lustigen kleinen Kulturtechnik namens Vorlesen.
Und über uns der Himmel
WOLFRAM SCHÜTTE über die gütliche Einigung zwischen Spiegel und Rowohlt-Verlag, falsches Mitleid für Nazikriegsverbrecher, die als gebrechliche Opas auf der Anklagebank sitzen, den brillanten Sarkastiker Kurt Kister und eine Blamage der hessischen Kultusministerin, die eine bemerkenswerte Kenntnisferne der ihr anvertrauten Kultur offenbarte.
Kriminalliteratur: Ihre Essenz, ihre Protagonisten
Der katalanische Autor ANDREU MARTIN über Grundsatzfragen der Kriminalliteratur (Teil I).
Mäzenatisches Zubrot
WOLFRAM SCHÜTTE über Signierstunden nach Lesungen, über den Unikatwert von Leseexemplaren, - der eine seriöse Möglichkeit für unterbezahlte Rezensenten und Buchhändler sein könnte, sich ein bescheidenes Zubrot zu verdienen - und über von den Verlagen rätselhafterweise verschenkte Werbemöglichkeiten.
55 Maximen
Aufgefordert, sich über die Frage zu äußern, ob es heute wieder einer „engagierten Literatur“ bedürfe, hat der in Berlin lebende Schriftsteller MICHAEL KLEEBERG 55 Maximen versammelt, die er vornehmlich den Schriften von ihm geschätzter Kollegen entnommen hat. Die Zitate in Rede und Widerrede schreiten den Raum aus, in dem Kleeberg seine Antwort sucht - im Lichte historischer Erfahrungen und Erkenntnisse.
Warum auch das Richtige falsch sein kann
In seiner Kalendergeschichte Kannitverstan erzählt Johann Peter Hebel, wie einer durch lauter Missverständnisse zu richtigen Erkenntnissen gelangt. Dass man mit falschen Voraussetzungen zu korrekten Schlüssen finden kann, erleben wir jeden Tag. Aber auch das Gegenteil ist alltäglich: dass jemand Richtiges feststellt und doch Unrecht hat. Ein Kommentar von THOMAS ROTHSCHILD zu Daniel Kehlmanns Salzburger Eröffnungsrede.
Eine Portion Frechheit
Die Zahl derer, die – anders als die 68er aus linken sozialdemokratischen oder kommunistischen Familien – zu den diversen K-Gruppen der siebziger Jahre strömten und heute weit rechts angekommen sind, ist zu groß, als dass man an einer Gesetzmäßigkeit zweifeln möchte. Von THOMAS ROTHSCHILD
Vor Yasmina Reza
THOMAS ROTHSCHILD über Friederike Hellers Inszenierung der Trilogie des Wiedersehens von Botho Strauß in Stuttgart.
Maskierte Bildschirme
Alle sprechen von Büchern im Fernsehen, keiner vom Fernsehen im Buch. Eine Beobachtung von LINO WIRAG
Markt & Totschlag
Die Produktion läuft auf Hochtouren: Grimmis, Krimis, Kriminalliteratur in allen Sortierungen werden auf den Markt geknallt. Hauptsache sie machen Umsatz, drehen schnell und stören nicht und machen auch sonst keinen Umstand. Da bleibt fürs Umschauen und Nachdenken kaum noch Platz. Das ist schade, denn die Musik spielt längst schon woanders. Ein Kommentar von THOMAS WÖRTCHE
Crankos Erben
Das Tanzensemble Gauthier Dance liefert mit seiner dritten Produktion Four Play einen weiteren Paukenschlag am Theaterhaus Stuttgart. Von THOMAS ROTHSCHILD
Nitschewo
THOMAS ROTHSCHILD über die temporeiche, auf zwei Stunden zusammengestrichene Onkel Wanja-Interpretation am Melchinger Theater Lindenhof.
Wozu Journalisten?
Das Magazin der Sueddeutschen Zeitung widmet eine ganze Ausgabe der Beantwortung dieser Frage. Aber man fasst sich an den Kopf, wenn man in einem gut vierzigseitigen Magazin über die alte Zeitung und das neue Internet nur eine Seite über die Pressefreiheit entdeckt - eine Seite, die noch nicht einmal zum redaktionellen Teil gehört. Von CARL WILHELM MACKE
Provincial News
WOLFRAM SCHÜTTE über Kritiker, die lieber reden als lesen, deutsche Sprichwörter, nachgesendete Briefe und Adornos Lieblingsredewendung „Unter Dach und Fach gebracht“.
Ein Buchmesselogbuch - Teil 3: Rückschau
Nun sind sie vorbei, die Tage der Leipziger Buchmesse 2009 und des an sie angeschlossenen gigantischen Lesefestivals Leipzig liest. Die Besucherzahlen übertrafen auch in diesem Jahr die des Vorjahrs. Alle sind noch viel zufriedener als sonst. Neben dem immerwährenden Aufschwung der Leipziger Messe hat man in diesem Jahr weitere Trends erkennen können. Notizen von HEIKO ZIMMERMANN.
Ein Buchmesselogbuch - Teil 2: Zwischenbericht und Tipps für das Wochenende
Es ist Wochenende auf der Buchmesse. Die Zeit der Schulklassen, die zum Besuch der Messe genötigt werden, damit die Lehrer etwas Abwechslung haben, ist gezählt. Jetzt drängen die literatur- und/oder spektakelinteressierten arbeitenden Menschen auf das Messegelände - und natürlich die Manga-Kinder. Notizen von HEIKO ZIMMERMANN
Ein Buchmesselogbuch - Teil 1: Vorschau auf Donnerstag und Freitag
65.000 Quadratmeter, 2.135 Aussteller aus 38 Ländern und unzählige Lesungen auf "Europas größtem Lesefest" - da ist es nicht leicht, den Überblick zu bewahren. HEIKO ZIMMERMANN sieht sich für uns auf der Leipziger Buchmesse um und sagt Ihnen, welche Veranstaltungen sich lohnen - und um welche Sie besser einen großen Bogen machen sollten.
Unsere Lieblingsbücher 2008
TITEL-Mitarbeiter stellen ihren persönlichen Favoriten des Bücherjahres 2008 vor. Eine ebenso subjektive wie abwechslungsreiche Bestenliste zum Jahreswechsel.
Blätterrauschen
WOLFRAM SCHÜTTE über kuriose Anfängerfehler in der FR, Claude Levi-Strauss und das voreilige PR-Debakel rund um den Stauffenberg-Film „Valkyrie“.
200 Jahre Beate Uhse
1989, irgendwann an einem sehr deutschen Novembertag, sind wir aus dem Osten gekommen. In Maueröffnungstrikotagen stiegen wir aus am Bahnhof Zoo und kannten bereits ihren Namen: Beate Uhse. Neugierig, auch ungläubig gingen wir dann da hinein und vereinigten uns. Eine Reflexion über Beate Uhse und Heinrich von Kleist (Die Marquise von O.) von TIM BOSON.
Witzfigur & Possenreißer
WOLFRAM SCHÜTTE über Milan Kundera, Elke Heidenreich und das Ende von "Lesen!" und den von Bahnchef Mehdorn einmal mehr gedemütigten Verkehrsminister Tiefensee.
Der Augenblick der (Un)Wahrheit
WOLFRAM SCHÜTTE über den neuen, selbstbejubelten Eventauftritt „ZEITLiteratur“ - Florian Illies geschniegelte Nachahmung von „Literaturen“ - und die entlarvenden Reaktionen auf den neuen Nobelpreisträger Le Clézio.
Ein Plädoyer fürs Grobe
Der Auferstehungsblues reiht sich ein in die Tradition eines politischen, eines allegorischen Theaters, in dem Thesen, Haltungen, Positionen verkörpert werden, nicht komplexe psychische Systeme. THOMAS ROTHSCHILD über Arthur Millers Auferstehungsblues in der Regie von Claudia Bauer am Schauspiel Stuttgart.
Unter dem Pflaster liegt das "Sprachsalz"
THOMAS ROTHSCHILD berichtet von dem Literaturfestival aus der Salzstadt Hall, bei Innsbruck.
Verstimmte Begräbnis-Violine
WOLFRAM SCHÜTTE über die leider oft genug zu gering geschätzte Kunst der Übersetzung, den Chilenen Luis Harss, der 1967 unter dem Titel “Into the Mainstream: Conversations with Latin American Writers” zehn lateinamerikanische Autoren interviewte und damit so etwas wie einen “Kanon” der Großen konstituierte - und über Rohan Kriwaczeks Buch “Eine unvollständige Geschichte der Begräbnisvioline”.
Salut für ein mundiales Unikum
Das deutsche “Lettre” feiert sich, seine 7500 Abonnenten und die 16.000 Käufer des vierteljährlich erscheinenden Periodikums mit einer Jubiläumsausgabe, die mit ihren 250 großformatigen Seiten dem Umfang von drei Taschenbüchern und mit dem Preis von 17,00 Euro zwei Kinokarten entspricht, aber ein Vielfaches an Konsumtionsdauer und gedanklichem und visuellem Vergnügen verspricht. Von WOLFRAM SCHÜTTE
Glaube an die Nachwelt
WOLFRAM SCHÜTTE u.a. über den erneut erweiterten Wirtschaftsteil der SZ, der nun ihr Kernstück geworden ist und in dem die Musik spielt, nach der alle anderen Teile (Politik, Sport, Feuilleton) tanzen.
Politische Kriminalliteratur aus Deutschland
Auch so richtet man eine Kultur zugrunde: Die Hauptstadtliteraten Michael Kumpfmüller und Dirk Kurbjuweit versuchen sich an staatstragenden Politkrimis. Das Ergebnis: Kuschelliteratur. Für Genrespielarten mit politischer Perspektive gibt es derzeit wohl nur eine Hoffnung: Irgendjemand muss Heinz Bude überzeugen, einen Kriminalroman zu schreiben. Ein Kommentar von ULRICH NOLLER.
Die Preisträger
"Neue Stimmen braucht das Land!", so tönten wir letztes Jahr laut, als wir den Wettbewerb neuer Kritik gemeinsam mit Glanz und Elend ausriefen. Was wollten wir eigentlich? Wir wollten, dass es knistert, wenn von Literaturkritik die Rede war, und nicht, dass man ins Gähnen kam, wir wollten Gewitztheit und keine Routine, wir wollten leidenschaftliche Auseinandersetzung und keinen irgendwie gearteten "Umgang" mit der Materie...
Und wir wurden von vielen interessanten Beiträgen überrascht, herzlichen Dank allen Teilnehmern! TITEL präsentiert hier nun mit den Siegertexten drei ganz ungewöhnliche - aber spannende! - Zugänge zur Literatur und Kultur, mal aus einem klugen Zynismus (Waldscheidt) schöpfend, mal von dem Hochstand der Philosophie herunter (Steinhaus) und mal mit rotzfrechen Rhetorikkünsten prahlend (Boson). Lassen Sie sich - wie wir es wurden - von dieser Kleinkunst der Kritik überraschen!
Literarische Spaziergänge in Berlin
Auf www.literaturport.de zeigen Autoren neuerdings „ihr“ Berlin in Text und Bild zum Nachgehen. Unter anderem sind Tanja Dückers und Kristof Magnusson mit von der Stadtpartie mit dem Titel „Literatouren“. In wenigen Tagen folgt Judith Hermann. Von LUTZ STEINBRÜCK
Schützenswertes Geheimnis
WOLFRAM SCHÜTTE über 'Inside-Out', schützenswerte Geheimnisse, Lektoren-Abwesenheit und geduldige Wartende.
Erschöpfung eines Landes
Tim Hetheringtons nun mit dem World Press Photo Award des Jahres 2007 geehrtes Foto spiegelt den Schockzustand eines ganzen Landes. Von ULRICH BLODE
Viel Menschliches recht fremd
„Wie wir von anderen Kulturen lernen können“, verspricht der Untertitel des in der Edition Trickster im Peter Hammer Verlag erschienenen Bandes Fast nichts Menschliches ist mir fremd. Da mich diese Frage seit vielen Jahren umtreibt, ohne dass ich bislang jedoch, es sei geklagt, darauf endlich die (inständig erhoffte) definitive Antwort gefunden hätte, nahm ich das Buch einigermaßen gespannt zur Hand. Leider fand ich die endgültige(n) Antwort(en) auch diesmal nicht. Von HANS DURRER
Das Privileg von Candide
WOLFRAM SCHÜTTE über Jean-Luc Godard & Mörike, Kundengeschenke und ein Privileg von Candide.
fast-food-Fassung
WOLFRAM SCHÜTTE über die 38 Seiten dünne fast-food-Fassung von Don DeLillos Roman „Falling Man“ mit dem das „Zeit-Magazin“ die Unversehrtheit und Originalität eines Kunstwerks unter tätiger Mithilfe seines Autors auf dem Altar einer zeitgemäßen Verwurstung liquidiert hat, Ulli Hoeneß’ Empörung über die Plebs der Südkurve, überfüllte Ausstellungen als kulturelle „Events“ und über die bemerkenswerte Dankesrede des Schriftstellers Ingo Schulze anlässlich der Verleihung des „Thüringer Literaturpreis“.
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TITEL - Kulturmagazin bringt jeden Montag, Donnerstag und Samstag Neuigkeiten aus Literatur, Krimi, Musik und Film.
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