Na, dann mal los ...
Der erste Band der Manara-Werkausgabe, in dem der Südtiroler Zeichner auf Federico Fellini trifft, präsentiert zwei eigenwillige, aber gelungene Zusammenarbeiten der beiden Legenden. Von JENS ESSMANN
Böser gut, alles gut
Der Abenteuercomic Alim der Gerber geht in die zweite und dritte Runde. MATTHIAS ROSS hat sich angeschaut, ob es sich lohnt, der Serie weiter zu folgen.
Kurios fad
Bei Carlsen Manga erscheint, nach der jüngst veröffentlichten Reihe Shinanogawa, wieder eine Miniserie von Kazuo Kamimura, deren erster Band leider nicht die hohen Erwartungen, die CHRISTIAN NEUBERT an den meisterhaften Mangaka legt, erfüllen kann.
Die Welt ist schlecht, ungelogen!
Mit Kinderliteratur hat dieser Pinocchio nicht mehr viel zu tun. Das Comic-Update des Klassikers ist Ausdruck einer düsteren, apokalyptischen Weltanschauung – und außerdem wunderschön anzusehen. Von NILS KURFÜRST
Die Melancholie des Mysteriösen
Willkommen in Lovecraft lautet der Untertitel von Joe Hills Comicdebüt, und auch wenn der erste Band der Serie noch keine allumfassenden Urteile zulässt, bleibt zunächst festzuhalten: Das ist kein Programm, sondern eine freundliche Referenz. Eine Verbeugung vor dem pathologischen Traditionalisten, der die verborgenen Universalängste, die die Gothic Novels beherbergten, in Gestalt längst vergessener monströser Sternenvölker zur manifesten Bedrohung der gesamten Menschheit umgestaltete. Von SVEN JACHMANN
Wie klingt Bretécher, wenn sie lacht?
Einst war Claire Bretécher die einzige Comic-Künstlerin, die wir kannten. Nun ist, nach vielen Jahren, von der Französin ein neuer Agrippina-Band auf deutsch erschienen. Ein Anlass zur Rückbesinnung – mit BRIGITTE HELBLING.
Abenteuerliches Reportagekunstwerk
Ein Comic, der zugleich ein spannendes Abenteuer-Epos, eine fundierte Dokumentation humanitärer Hilfsarbeit und ein grafisch innovatives Kunstwerk sein will, muss eigentlich an seinen eigenen Ansprüchen scheitern. Oder er gelingt und wird grandios – wie Der Fotograf von Guibert, Lefèvre und Lemercier. Von ALEXANDER FRANK
Die einen trauen sich, die andern nicht
Nach einem Joint sieht alles anders aus: Wie der Rentner Emile die Lust am Leben wiederfindet. Von BRIGITTE HELBLING
Geschichte als Abenteuer
Der „French and Indian War“ in Nordamerika Mitte des 18. Jahrhunderts bildet den historischen Hintergrund für eine klassische Abenteuergeschichte im Stile der Schatzinsel. Überzeugend ist dabei vor allem die visuelle Gestaltung. Von NILS KURFÜRST
Lonesome Canadian Mountie
In drei klassisch frankobelgischen Bilderzählungen führen Rodolphe und Léo durch neue Abenteuer aus dem Leben ihres Helden Philipp Trent, Sergeant der Königlichen Berittenen Polizei Kanadas. Von CHRISTIAN GALGENMÜLLER
Was sie schon immer über Rom wissen wollten, aber nicht zu fragen wagten
Enrico Marini zeigt in Die Adler Roms, was der Geschichts- und Lateinunterricht schamhaft verschweigt. Von PETER KLEMENT
,,Hey - wie soll man Perfektion verbessern?"
Der Comicautor Robert Venditti hat eine steile Karriere hingelegt. Sein Debüt The Surrogates, das er zusammen mit dem Zeichner Brett Weldele geschaffen hat, erntete in den USA beste Kritiken und wurde prompt verfilmt. In der Science-Fiction-Geschichte geht es um eine Welt, in der die Menschen nur noch mittels Robotern, den sogenannten Surrogaten, interagieren und kommunizieren. Jetzt erscheint The Surrogates im CrossCult-Verlag auch auf Deutsch. MATTHIAS ROSS hat sich mit den Schöpfern getroffen und sich mit ihnen über den Comic, seinen Helden Harvey Greer und die anstehende Verfilmung unterhalten.
Die Götter müssen verrückt sein
Die Waffe der Götter, zweiter Band der Reihe Redhand überrascht mit einer verblüffenden Wandlung des Helden: Aus dem Nihilisten wird ein Sozialist – oder war er das etwa von Anfang an? Von MATTHIAS ROSS
Die Sorgen der kleinen Leute
Wenn am Himmel die Helden fliegen, wie soll da ein gewöhnlicher Comic-Zeichner noch bei einer Frau punkten? BRIGITTE HELBLING gefällt Andi Watsons elegante Superhelden-Persiflage.
Gabba Gabba Hey!
Sie sieht nicht nur aus wie eine Single, sondern bringt auch sonst alles mit, was eine gute Schallplatte ausmacht, findet zumindest FALK STRAUB und lässt sich vom ganz eigenen Rhythmus dieser Comic gewordenen Geschichte des Rock ’n’ Roll mitreißen.
Fakt, Fiktion, Satisfaktion
Vor knapp acht Jahren hat Hermanns Abenteuerreihe Bos-Maury bei Kult Editionen eine neue Heimat gefunden. Nun wurde dort jüngst sein neuester Streich herausgegeben: Wassja führt den Leser in die Wirren des Kampfes um die Zarenkrone zu Beginn des 17. Jahrhunderts. Von CHRISTIAN NEUBERT
Trau ihm, er ist ein Cop
Unter dem Pseudonym Pierre Dragon verbirgt sich ein wirkliches Mitglied der Renseignements Généraux – des Geheimdienstes der Nationalen Polizei Frankreichs –, der mit RG – Verdeckter Einsatz in Paris sein Debüt als Comicautor vorgelegt hat. Von CHRISTIAN NEUBERT
Schicksal in der Schwebe
Die etwas andere Familiengeschichte um das Haus Sambre geht mit Verflucht sei die Frucht ihres Leibes! in die Verlängerung. In den Startlöchern: eine Mutter im Knast und ein Sohn in der Gruft. Wo das hinführen wird, steht in den Sternen, wie es sich anlässt, steht hier. Von BORIS BAUSCH
Mikroskopisch groß
Der Avant-Verlag hat erneut Großes geleistet und sämtliche Strips der einzigen bekannten Helden des Nanokosmos, Leroy & Dexter, in einem ausgesprochen liebevoll editierten Büchlein versammelt. Großartig, findet CHRISTIAN NEUBERT
Paris 2011 - Aufbruch ins Ungewisse
Im zweiten Band der Serie Der große Tote setzen die Protagonisten ihren langen und beschwerlichen, mit Umwegen gespickten Weg fort. Und der Leser fiebert mit. Von CHRISTOPHER FRANZ
Üppig grünes Grauen
Was niedlich daherkommt, muss nicht niedlich sein: Jenseits ist nichts für schwache Nerven. Von BRIGITTE HELBLING
Family Business
Was herauskommt, wenn ein berühmter Vater zusammen mit seinem Sohn eine Vater & Sohn-Geschichte der etwas anderen Art fabriziert, hat sich FALK STRAUB angesehen und einen Piratencomic von Yves und Hermann Huppen zur Hand genommen.
Kein Superheld. Nirgends.
Mit Vier Augen vollzieht der 30-jährige Sascha Hommer den rite de passage des modernen Comic-Künstlers und erzählt aus seinem Leben. Von BRIGITTE HELBLING
Bis repetita non placent!
„Wiederholungen gefallen nicht!“, sagt Julius Caesar in Asterix und der Arvernerschild. Man wünschte sich, Marvel und Paul Jenkins hätten das auch gewusst, bevor sie mit ihrer Reihe Mythos begannen. Von MATTHIAS ROß
Unter falschem Namen
Mit Okko, einem Comic über einen herrenlosen Samurai, gelingt Hub ein Qualitätssprung, den ihm neun Jahre nach seinem Debüt als Comiczeichner wohl niemand mehr zugetraut hätte. Von FALK STRAUB
Liebe in Zeiten des Krieges
Mit Mattéo widmet sich der französische Comic-Künstler Jean Pierre Gibrat erneut seinem bevorzugten Thema: dem Krieg. Oder doch eher der Liebe? Von CHRISTOPHER FRANZ
Aus den Tiefen des Golden Age
Superman und Batman, die zugkräftigsten Superhelden der frühen Comic Book-Ära, hatten um 1940 viele weit weniger bekannte Kollegen. Deren Publikationsgeschichte war häufig schon vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs zu Ende, in dem sie immerhin eine Aufgabe hatten: die Nazis in Schach zu halten. Die meisten von ihnen gerieten rasch in Vergessenheit. Skurrile Charaktere wie The Fighting Yank, The Dynamic Man oder The Death-Defying Devil sind aber seit kurzem wieder interessant geworden – ihr Copyright ist nach mehr als 50 Jahren abgelaufen. Wie der Versuch ausschaut, die Helden als Project Superpowers wiederzubeleben, hat sich ANDREAS ALT angesehen.
Leichen pflastern ihre Wege
Comics über den Wilden Westen wildern gerne in einem anderen Medium: Oft dienen große Filmklassiker als Inspiration. Da macht auch Durango keine Ausnahme und geht mit seinem fünfzehnten Album El Cobra ins neunundzwanzigste Jahr. Von FALK STRAUB
Endlos kriminell
Comic-Magazine sind wie Wundertüten: von außen meist verlockend, aber was drinsteckt, ist ungewiss. Wenn man Glück hat, kann man aber tolle Funde machen. ALEXANDER FRANK griff zu und wurde gleich doppelt beglückt: erstens von Spring, zweitens von Orang.
War of no Words
Was kann man über die Werke eines der wichtigsten Comicautoren der Gegenwart noch Neues schreiben? Nicht viel, findet FALK STRAUB, wagt aber dennoch einen Versuch mit Alan Moores zweitem Band der Liga der außergewöhnlichen Gentlemen.
Action povera
Ein Mann geht spazieren und erlebt fast nichts. Wie viel dieses „fast nichts“ allerdings sein kann, zeigt Jiro Taniguchi in seinen 18 Comic-Meditationen Der spazierende Mann, die über 15 Jahre nach ihrer Erstveröffentlichung nun auch endlich auf Deutsch zu haben sind. Von ALEXANDER FRANK
Altes Eisen in neuem Glanz
Auf eine werkgetreue Umsetzung des umfangreichen Prinz Eisenherz-Epos mussten die Fans hierzulande lange warten – bis der 2006 gegründete Bocola Verlag sich der Sache angenommen hat. Inzwischen ist dort der neunte Band der auf 18 Bände angelegten Reihe erschienen. Von CHRISTIAN NEUBERT
Keine Stolpersteine, leider
Eine neue Serie über das Leben im Deutschland der NS-Zeit, der trotz aller guten Ansätze leider schnell der Biss und die eigenen Ideen ausgehen. Von JENS ESSMANN
Schlag auf Schlag
Im zweiten Band der Legende vom Changeling fegt Autor Pierre Dubois mit rasantem Erzähltempo über kleine inhaltliche Schwächen hinweg und hält die geheimnisvolle Story weiterhin in der Schwebe zwischen Fantasy und Realismus. Von FALK STRAUB
Glücksspiele
Auch im zweiten Sammelband von Jack of Fables haftet das Pech an den Fersen des märchenhaften Protagonisten. Gewohnt routiniert rücken Autoren und Zeichner ihren Hans ins Unglück – in Geschichten voll seltener Einfälle, die dem Leser eine seltsam sterile Kurzweil bescheren. Von FALK STRAUB
(Zeit)Reise ins Verderben
Es ist schon eine Crux mit den Zeitreisen. Viele physikalische Zusammenhänge sind zu beachten, die Gefahren kaum abzuschätzen. Deshalb sollte man als Laie lieber die Finger davon lassen. Die Autoren des neuen Spirou-Bandes Zu den Ursprüngen des Z haben es leider nicht getan… Von CHRISTOPHER FRANZ
Knollennase Marcos Lehrjahre
Mit Gewissheiten ist der vierte und letzte Teil von Manu Larcenets wunderbarer Comicserie Der alltägliche Kampf erschienen. Höchste Zeit, diese vier schmalen Bände voller lässiger Melancholie und poetischem Witz allen ans Herz zu legen, die keine Vorurteile über Männer mit Knollennasen haben. Von ALEXANDER FRANK
"Es geht um drei, vier Genres"
Die kleinen Comicbücher mit festem Einband, etwas backsteinartig, mit oft recht blutrünstigen, aber immer phantasievollen Geschichten – sie sind für den Ludwigsburger CrossCult Verlag charakteristisch. Sie machen seinen Erfolg aus, der sich im Gefolge der Mangawelle auch im Buchhandel eingestellt hat. Und doch bietet CrossCult ein weit vielfältigeres Programm, geht in jüngster Zeit sogar erste Schritte von den Comics zur Literatur. Darüber gibt Filip Kolek, seit knapp zwei Jahren CrossCult-Redakteur, im Gespräch mit ANDREAS ALT näher Auskunft.
Elend und Glanz, Schwurbel und Brillanz
Comics bestehen meistens aus Texten und Bildern, die gleichberechtigt zu Bedeutung und Sinn beitragen. Sollte man meinen. Manchmal reicht es aber, wenn eine Komponente so gut ist, dass es auf die andere weniger ankommt. FRIEDEMANN SPRENGER ist auf so einen Fall gestoßen.
Illustr(iert)e Männerprobleme
Spams. Im besten Fall sind sie lästig. Schlimmstenfalls zerstörerisch. Dass schon in den Betreffzeilen eine Komik mit großem Potential liegt, entgeht dem Adressaten der ungebetenen Nachrichten wohl im Allgemeinen. Schön, dass sich Nicolas Mahler in seinem neuesten Werk diesem vielversprechenden Thema angenommen hat. Von CHRISTOPHER FRANZ
Die Leiden des Fluppenkaspers
Ein knabenhafter Ich-Erzähler wird nachts von seltsam lädierten Robotern über eine Wiese gejagt. Warum, weiß er selbst nicht, aber sein lakonischer Ton verrät, dass dies nicht zum ersten Mal geschieht. Trotz seiner kindlichen Statur bleibt er der klassische Miller-Noir-Held: Rauchen will er, und später wird sein Leben davon abhängen, dass er eine Erektion unterdrückt. Von SVEN JACHMANN
Eine saubere Sache
Mit seiner Autobio lässt uns der Franzose Cyril Pedrosa an seinem Leben als waschechter Botschafter der politischen Ökologie teilhaben – mit all den speziellen Tücken, Zwiespalten und Glücksmomenten, die für einen solchen Charakter wohl unvermeidlich sind. Von CHRISTIAN NEUBERT
Gotham Noir
Heath Ledgers Darstellung des Jokers in The Dark Knight wird die Figur auf lange Zeit hin prägen. Sein Joker gilt als der ultimative Joker. Kann ein Comic da überhaupt noch mithalten, der Figur genauso viel Tiefgang geben wie ein Schauspieler? Brian Azzarello und Lee Bermejo gelingt es mit ihrer Graphic Novel Batman: Joker. MATTHIAS ROß über Etiketten, Neo-Noir und Superhelden.
Eine Reise in die Vergangenheit
Die Albenserie Die Abenteuer von Blake und Mortimer gehört zum Kanon der frankobelgischen Comic-Kultur. Wie nicht anders zu erwarten war, erfüllt auch der neueste Band Das Heiligtum von Gondwana die hohen Zielvorgaben. Von CHRISTOPHER FRANZ
Hit the road, Jack!
Wie sähe unsere Welt aus, wenn Märchenfiguren inkognito seit Jahrhunderten unter uns lebten? Dieser spannenden Frage ging Bill Willingham bereits in seiner Erfolgsserie Fables nach, deren Spin-off Jack of Fables nun auf Deutsch vorliegt. Von FALK STRAUB
Der Pate des Punishers
Seit zehn Jahren schreibt Garth Ennis eine Punisher-Serie nach der anderen. Weil jetzt mit der Garth Ennis Collection 3 und Valley Forge, Valley Forge zwei der Comics auch auf Deutsch erscheinen, werfen wir einmal einen Blick darauf, wie sich der Punisher in dieser Zeit entwickelt hat. Das hat MATTHIAS ROß für uns getan.
Out of the Past
Brian K Vaughan und Eduardo Risso stoßen mit Wolverine: Logan die Tür zu einem bisher unbekannten Kapitel von Wolverines Vergangenheit weit auf, und dahinter wartet ein großer Knall. Von MATTHIAS ROß
Preziöse Krisen
Kiriko Nananan gilt als eine der bedeutendsten Autorinnen von josei manga, japanischen Comics für junge erwachsene Frauen. ALEXANDER FRANK ist mehr erwachsen als jung und dabei weder Frau noch Japaner. Trotzdem hat er zwei ihrer Bücher gelesen, die auf Deutsch im Verlag Schreiber & Leser erschienen sind.
Narrenfreiheit der Adoleszenz
Entweder man begreift bereits in der Schule, dass die Zeit danach eine freundlich lächelnde Hölle voller Entscheidungszwänge sein wird, oder man lässt es bleiben. Diese Einsichten bedeuten bereits zwei Lebensentwürfe, und derer werden viele in FABs Geschichten aus den Neunzigern geboten. Von SVEN JACHMANN
Seemannsgarn
Was wurde eigentlich aus einem der berüchtigtsten Schiffsköche der Weltliteratur? Mit Long John Silver beantworten Xavier Dorison und Mathieu Lauffray diese Frage in Form eines atmosphärisch dichten Abenteuercomics. Von FALK STRAUB
Rot ist dicker als Wasser
Ein Sammelband mit dem ersten, vierteiligen Zyklus lädt Neueinsteiger in die dramatische Welt von Sambre ein. Hier landen ein Junge und ein Mädchen aus der Provinz voneinander getrennt im Paris des Jahres 1848. Die Spannung im Vorfeld der Februarrevolution und bei deren Ausbruch spiegeln die Zerreißprobe, welcher die beiden Teenager ausgesetzt sind. Von BORIS BAUSCH
Eigenwillige Troll-Welt
Die Mumins sind in Deutschland nicht unbekannt – die Kinderbücher von Tove Jansson (1914 – 2001) sind hier ebenso verbreitet wie die Zeichentrickversion, und vielen dürften die skurril-niedlichen Trolle auch in der Interpretation der Augsburger Puppenkiste von 1959 begegnet sein. Trotzdem betritt der Berliner Reprodukt Verlag mit seinen gesammelten Mumins-Comicstrips Neuland: Noch nie wurden diese Werke in originalgetreuer Fassung und Übersetzung auf Deutsch veröffentlicht. Von ANDREAS ALT
Taliban trifft Tausendundeine Nacht
Das Geheimnis des Wassers bietet orientalische Exotik, Fantasy und eine Story, die sich erzähltechnisch wie inhaltlich auf der Höhe der Zeit befindet. Von MATTHIAS ROß
Harte Jungs
Amoralische Superhelden bekommen durch die Elitetruppe The Boys gehörig ihr Fett weg. Auch im dritten Sammelband des gleichnamigen Comics geht es gewohnt derb und makaber zu. Von FALK STRAUB
Westernparodie nach Rezept
Lucky Luke reitet wieder. Mit Unterstützung des Szenaristen Laurent Gerra setzt Zeichner Achdé den berühmtesten Cowboy des frankobelgischen Comics im Kampf gegen eine Präsidentschaftswahlkampf-Intrige in Szene. Mit Gags und Anspielungen wird nicht gespart, der Geist der liebenswerten, klassischen Western-Parodie bleibt aber auf der Strecke. Von ANDREAS ALT
Sammlerliebe, Sammelwahn
Leser und Sammler von graphischer Literatur – oder einfach von Comics – haben es schwer: Ihre Leidenschaft wird von vielen misstrauisch beäugt, das Objekt der Begierde oft als Kinderkram abgetan. Dem ist jedoch nicht so, wie der Kanadier Seth beweist. Mit Wimbledon Green zeichnet er das nobilitierende Portrait eines Comicsammlers. Er positioniert ihn geschickt zwischen der Eleganz des sammelnden Goethe und dem Wahn eines William Randolph Hearst. Von CHRISTOPHER FRANZ
Der Unglücksstrom
Hideo Okazaki kommt im ersten Teil seiner Coming-out / Coming-of-age – Saga einer jugendlichen Schönheit in Japan zur Zeit der großen Depression mit reichlich Tabubrüchen daher – und Kazuo Kamimura liefert die entsprechenden Bilder. Von CHRISTIAN NEUBERT
Bewegter Stillstand
Eine Graphic Novel über den Besuch eines Comic-Zeichners bei seinen Eltern, die hochtrabend Die drei Paradoxien betitelt ist und sich damit auf den Philosophen Zeno bezieht, muss eigentlich Hochstapelei sein. Eine Gelegenheit, den hochgelobten Jungstar Paul Hornschemeier zu demontieren? Eher im Gegenteil. Von ALEXANDER FRANK
Waltz with Bashir - der Comic
Was ist authentischer? Ein Film oder ein Comic? Auch wenn beide versprechen dokumentarisch zu sein. Den Film hatte sich weiland Christian Lailach angeschaut, den Comic jetzt THOMAS WÖRTCHE
Comicmania unter Großstadtbedingungen
Das Münchner Comic Festival blickt auf eine rund 20-jährige Geschichte zurück und sieht sich seit kurzem selbstbewusst als Ergänzung zum Internationalen Comic Salon Erlangen, der 1984 begründet wurde. Unter Großstadtbedingungen wird eine solche Veranstaltung wohl nie den gleichen Stellenwert haben wie in der beschaulichen fränkischen Hugenotten- und Universitätsstadt. Aber den Festivalmachern ist in diesem Jahr ein deutlicher Schritt nach vorn gelungen. Besucher, Aussteller, Händler und Künstler waren sehr zufrieden, wie ANDREAS ALT feststellte, der sich in München umgesehen hat.
Die Ernsthaftigkeit der Ironie
In der opulenten Neuauflage von Coseys viel zu lange vergriffener Graphic Novel begibt man sich zwischen den Bergen und Schluchten der Walliser Alpen auf ein Abenteuer im sanften Rausch der Nostalgie. Von JENS ESSMANN
Love & Hate
Richard Corben is back. Mit Bigfoot versucht der Altmeister des Fantasy-und Horrorcomics an die düsteren und blutigen Arbeiten anzuknüpfen, die ihn vor Jahrzehnten berühmt gemacht haben. Müde Reprise oder bewährte Qualitätsarbeit? ANDREAS ALT und SVEN JACHMANN erklären, warum man diesen Comic lieben oder hassen kann.
Das Medium ist die Massage
Unschuldige Kinder im Museum eingesperrt! Museumswächter verweigert jede Hilfe! Seit Mai 2007 können die Leser der „Frankfurter Rundschau“ das Schicksal von Niffi und Gustav in einem täglichen Comicstrip verfolgen - jetzt auch gesammelt als Buch. Von ALEXANDER FRANK
Noir ist noir ist noir ist noir ...
Noir hat zurzeit Konjunktur. Obwohl noir vielleicht doch nur ein zeitgebundenes, ein historisches Konzept ist. Szenarist Ed Brubaker und Zeichner Sean Phillips sind da mit dem 3. Band ihres „Criminal“-Projektes konsequent – sie beschwören die 1960er und 1970er Jahre herauf, in denen die Dinge anfingen, komplizierter zu werden, aber an manchen Punkten noch ganz einfach waren. FRIEDEMANN SPRENGER hat sich auf die Zeitreise begeben
Phantastisch schön
Wenn Pierre Dubois und Xavier Fourquemin in der Legende vom Changeling Historisches mit Phantastischem, Großstadtgrau mit Naturidyll, Sozialkritisches mit Träumerischem, Dickens mit Tolkien vermischen, kommt wahrlich keine Missgeburt zum Vorschein, wie dies der Titel des ersten Bandes vermuten ließe. Von FALK STRAUB
Geist sucht Körper
Tim Jones und Mike Johnson haben sich viel vorgenommen: Ihr Star Trek: Countdown soll die Lücke schließen zwischen den letzten Star Trek-Filmen, in denen es um die Abenteuer der Next Generation um Picard und Data ging, und dem neuen Prequel um die Originalmannschaft von James T. Kirk und Spock. Doch der Comic beweist, dass, was inhaltlich gelingen mag, weder den Geist einer Serie noch den eines Filmes unbedingt treffen muss. Von MATTHIAS ROß
Meisterwerk der Ligne Claire als Nischenprodukt
Es ist eine Detektivserie mit zahlreichen grafischen und inhaltlichen Bezügen und Zitaten. Das neunte Abenteuer von Dick Herrison ist im Stil der Ligne Claire gehalten und huldigt Klassikern der französischen Kriminalliteratur. Der Titelheld versucht, eine rätselhafte Selbstmord-Serie aufzuklären und eine Erklärung für bizarre Phänomene einer Seelenwanderung zu finden. Typisch ist dagegen die Publikationsgeschichte der Serie in Deutschland. ANDREAS ALT hat sich Gedanken gemacht
Chronist der Träumer
Zehn Jahre nach seiner Erstveröffentlichung in den USA erscheint die Übersetzung dieses Comic-Klassikers. Endlich. Von THOMAS VON STEINAECKER
Schrecken im Paradies
Zu den dunkelsten und dennoch – oder gerade deswegen – unbekanntesten Kapiteln der europäischen Geschichte gehört bis heute die Zeit der Kolonialpolitik. Sich diesem Thema im Comic zu nähern ist gewagt, aber lohnenswert, wie Peter van Dongens Rampokan zeigt. Von CHRISTOPHER FRANZ
Mördermythen
Was kann ein Comic, was andere Kunstformen, die dasselbe Thema zum Stoff haben, nicht können? Oder anders können? Jack-the-Ripper hat derart viele mediale Bearbeitungen erfahren, dass es kaum noch möglich sein sollte, dem Sujet noch überraschende Seiten abzugewinnen. SVEN JACHMANN hat sich bemüht.
Postapocalypse Now
Kurt Busieks Redhand, Band 1: Der Preis des Vergessens verbindet europäische und amerikanische Erzähltradition in einem furiosen Fantasy-Spektakel – und ist sogar noch blutiger, als es das Cover verspricht. Von MATTHIAS ROß
Pulp Fiction
Weniger Satire, eher Groteske: Hard Boiled beschreibt die zukünftige Welt als technoide Apokalypse, die vor entfremdender Dekadenz ihren eigenen Ausnahmezustand verschlafen hat. SVEN JACHMANN hat sich den Comic von Frank Miller und Geof Darrow angeschaut
Superhelden unter sich
Der derzeit beliebteste US-Präsident trifft auf den seit Jahrzehnten beliebtesten Comic-Superhelden. Das bemerkenswerte Gipfeltreffen spielt sich zwar auf lediglich fünf Heftseiten des neuen Spider-Man-Comics ab, man kann ihm eine gewisse historische Dimension aber nicht absprechen. Von ANDREAS ALT
Revolverhelden
Beginn der Sommerferien, ein verschlafenes Dorf im Jahr 1980, vier Jugendliche, die nichts mit sich anzufangen wissen, lähmende Langeweile. In diese Szenerie stolpert ein Revolver, den die Brüder Uwe und Alex auf der Suche nach Süßigkeiten in einem Geheimfach von Omas Kommode finden. Von ALEXANDER FRANK
Ways Comical Romance
Die Umbrella Academy, eine Miniserie über eine verschrobene Superheldenfamilie, hält fast alles, was die Vorschusslorbeeren versprechen. Von FALK STRAUB
Traditionspflege und Experimentierfreude
Wer in Deutschland, dem ewigen Entwicklungsgebiet der Neunten Kunst, Comics verlegt, der muss ein Enthusiast, ein Missionar sein – und natürlich ein solider Geschäftsmann, eine solide Geschäftsfrau. In unregelmäßigen Abständen wollen wir die Verlage vorstellen, die sich dem wechselvollen Handel mit Alben und Heften, mit Serien und Graphic Novels widmen. Den Anfang macht der in Bielefeld ansässige Splitter Verlag. Von SVEN JACHMANN
Zwei Gangsterjäger als Comic-Schlüsselfiguren
Diese beiden Verbrecherjäger des amerikanischen Comics haben mehr gemeinsam, als man auf den ersten Blick vermuten würde... Von ANDREAS ALT
Kuba als Reise-Comic
Früher war es für manche so etwas wie das kleine gallische Dorf, in dem die unbeugsamen Revolutionäre dem benachbarten Imperium trotzen. Später wurde es für andere zu einer Art Galapagos der menschlichen Spezies, wo Buena-Vista-Touristen nach dem fast schon ausgestorbenen Authentischen suchen. Von ALEXANDER FRANK
Hommage an Edgar von Deadgar
Während das Poe-Jahr feinsinnige Exegesen, subtile Auslegungen, (neunmal-)kluge Bewertungen, absonderliche Einordnungen und bewunderndes Staunen galore produziert, haben sich der Zeichner Richard Corben, der Szenarist Rich Margopoulos und andere einschlägige Gestalten zusammengerottet, um den Gottvater aller hackwriter mit und ohne Ambitionitis mit einem Comic-Album zu ehren, das so schön schaurig, kitschig, genial und daneben ist, wie das hohe Geburtstagskind selbst es war … Beifällig betrachtet von THOMAS WÖRTCHE
Gang bang
Tatsächlich kann man mit Lost Girls eine Menge Spaß haben, wird man doch die meiste Zeit auf sehr viel niveauvollere Weise angetörnt, als das sonst bei Pornos der Fall ist. Von TINA MANSKE
Prügeln, Verstümmeln und Töten - aber unterhaltsam
Die mehrfach preisgekrönte US-Comicserie The Goon gibt es jetzt auch auf Deutsch. Von ANDREAS ALT
Gelbe Haut, schwarze Tusche
In Halbe Wahrheiten geht Tomine über den andeutenden, fragmentarischen Gestus seiner kürzeren Comics hinaus und öffnet nicht nur einen kleinen Spalt in seelische Abgründe, sondern versucht so etwas wie eine abgerundete Charakterstudie seines Protagonisten zu entwickeln. Von ALEXANDER FRANK
Blut & Beißer
1942. Graf Dracula alias Vlad lebt. Oder so. Die Nazis sind entzückt, die Brits wollen auch profitieren und im Grunde ging es im Zweiten Weltkrieg nur um so etwas: Blut, Wölfe und geile Uniformen. Oder so. So könnte man zumindest den Comic Ich bin Legion verstehen. Muss man sogar, befürchtet THOMAS WÖRTCHE
Art the Artist
Breakdowns beweist einmal mehr, dass Art Spiegelman vor allem ein Comic-Künstler ist, dem mehr an der Erprobung visueller Möglichkeiten als am Transport griffiger Botschaften liegt. Von GISELA TRAHMS
Schwieriges Coming-Out
Keine Graphic Novel im engen Sinn, aber eine lohnenswerte Lektüre zu Introspektion, familieninterner Detektivarbeit und allgemein verbreiteten Verdrängungstaktiken. Von TINA MANSKE
Schicksalhafte Begegnung
Das Comicalbum Ausgetrickst des Amerikaners Alex Robinson erzählt gleich sechs Geschichten auf einmal, durch sechs verschiedene Hauptpersonen, und Robinson gelingt es, für jede dieser Figuren eine eigene Erzählperspektive zu schaffen. Von TINA MANSKE
Kindisch bis todernst
Der Comic Tigerboy bündelt viele verschiedene Perspektiven einer Jugend in der Provinz. Von TINA MANSKE
Die Seidenstraße führt jetzt nach Zürich
Dort lebt die Exil-Iranerin Parsua Bashi seit 2004. Die Graphikerin meldet sich hier mit einer, wie der Klappentext meint, „graphischen Novelle“, einem Comic-Roman, einem Roman mit wirklich vielen Bildern, wie immer man ihr Werk auch nennen möchte. Man kann es, von der Form abgesehen, auf jeden Fall gut nennen. Von DANIEL J. GALL
Das Empire in Gefahr
Allerlei seltsame Gestalten tummeln sich in diesen beiden Comicbänden, die man mittlerweile schon in etlichen Filmen bestaunen konnte. Dabei stammen solche Figuren wie Captain Nemo, Doctor Jekyll und Mr. Hyde oder Wihelmina Parker aus der Literatur des 19. Jahrhunderts, von wo aus sie sich ihren Weg in die Herzen einer großen Zahl von Lesenden bahnten. In der „Liga“ finden sie sich vereint und versuchen vehement das Britische Empire zu beschützen. Ob es ihnen gelingen wird? Von THOMAS COMBRINK
Essay: Heißenbüttel über Sprechblasen
Wegen der Sprechblase knallt es ganz gewaltig im Comic: Bild und Schrift kollidieren plötzlich, und die Sprache versucht das Visuelle zu illustrieren, zu erklären oder auch verfremdend zu unterwandern - je nach Art des Comics. HELMUT HEIßENBÜTTEL macht sich in diesem Text Gedanken über die Sprechblase und deren kunstgeschichtlicher Herkunft.
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Nackt unter Türstehern
Alle 14 Tage berichtet STEFAN BEUSE von den Erhabenheiten und Fallstricken der Welt. Heute: Muskelhengste im Fitnessstudio.
Verraten und verspielt
Indie meets HipHop: Das Duo Broken Bells vermag aus diesem musikalischen Zusammenstoß keine Funken zu schlagen. Von JÖRG VON BILAVSKY
Dampfer der guten Laune
Drei Hamburger Jungs rocken auf der Bühne ab. Postpubertär aber spaßig. Von JÖRG VON BILAVSKY
2000 Jahre Dekadenz
Jetzt also die Griechen. Man dachte ja eigentlich, Guido Westerwelle hätte die größten Schmarotzer des deutschen Gemeinwesens ein für allemal identifiziert - da kommen ihm die ...
Voll abgekackt
Tommy Jaud präsentiert sich mit Hummeldumm auf der Höhe seines Schaffens. Mutig: Der schriftstellernde Komödiant schreckt auch vor kotigen Kalauern nicht zurück. Der ...
Eine Geschichte, kein Skalpell
Und die Nilpferde kochten in ihren Becken ist ein Schlüsseltext der Beat Generation. Es ist aber besser, das beim Lesen zu vergessen. Von JAN FISCHER
Miasmen am Kap
Roger Smith ist das südafrikanische Lieblingskind der internationalen Kriminalliteratur. Auch bei uns. Südafrikanische Kriminalliteratur ist sowieso in, auch wenn ...
Unmoralisch und grandios
Der vierte Band von Sleeper ist Abschluss von nicht weniger als einer der besten Comic-Serien aller Zeiten. Nun ist Sleeper auch auf Deutsch endlich komplett. NILS KURFÜRST ...
Masse schlägt Klasse
Viel zu oft wölken auch Kritiker interpretativ. Literaturkritik heißt aber auch Handwerkskritik. KLAUS KAMBERGER hat eine Stichprobe aus der ausgeuferten Produktion genommen und durch ...
Herr und Knecht
Der Knast als Topos des Kinos. Audiards Experimente mit dem Setzkasten des Genres zeigen die Kehrseiten von Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit. Von NICOLAS OXEN
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