Zwei Jahre Digitale Spiele bei TITEL-Kulturmagazin Kernnzeichen T - 27.01.2012 Zum Tod der Literatur-Nobelpreisträgerin Wislawa Szymborska von Michael Ebmeyer GEH MIR FORT - Grobzeug im Rindermix 2 - Teil XLI Roedelius: Plays Piano (Live in London 1985)
Dienstag, 07. Februar 2012 | 05:57

 

Kafka und Komik?

Beim Namen Franz Kafka denken die meisten an Beklemmendes wie Der Prozess oder Das Schloss, an Unheimliches wie Ein Bericht für eine Akademie oder In der Strafkolonie. Dabei ist es eigentlich kein Geheimnis, dass Gregor Samsa Züge einer Comic-Figur hat. Im Allgemeinen gilt Kafka weiter als »Schmerzensmann«, sind Kafka und Komik nicht kompatibel. Mit diesem falschen Bild räumt das Buch Kafkas komische Seiten von Astrid Dehe und Achim Engstler gründlich und vergnüglich auf.

Von PIEKE BIERMANN

 

Subtilitäten & Tricks des Realismus

James Woods Kunst des Erzählens ist ein brillanter Essay & eine Leseanleitung.

Von WOLFRAM SCHÜTTE

 

 

»Heut, wenn man wär, da hätt man was davon«

In Robert Schindels neuestem Essay- und Redenband Man ist viel zu früh jung ist das zentrale Motiv der Blick zurück – jedoch keineswegs der nostalgisch verharmlosende Blick, sondern der scharf analysierende, entlarvende. Von HUBERT HOLZMANN

 

Die Kunst der Pointe

»Ernst nehmen« und »ernst meinen« sind unterschiedliche Dinge. Die aktuelle Nummer des Exot. Zeitschrift für komische Literatur ist ein Lehrstück darüber. Von JAN FISCHER

 

Zeichen der Zeit

Es lässt sich nicht mehr übersehen: bereits in wenigen Wochen wird ein neues Jahr eingeläutet. Ein Blick auf ausgewählte Literaturkalender 2012 lässt uns bereits in Vorfreude schwelgen. Von INGEBORG JAISER

 

Ein literarischer Sprengmeister

Dieter Kühn reitet in seinen gefälschten Geschichten Den Musil spreng ich in die Luft zwar nicht auf Kanonenkugeln durch die Luft, wird aber von Beethoven und den Musen geküsst. Von HUBERT HOLZMANN

 

In diesen Nächten weiß niemand, wo er wirklich ist

Unterwegssein ist alles – Tagebuch Berlin-New York – mit einem Wort, das es nur unzureichend zu treffen vermag: beeindruckend! Von STEFAN HEUER

 

Ironische und aberwitzige Stories über die kleinen Hürden im Alltag

In Small Country versammeln sich gleich vier kurze Erzählungen von Kultautor Nick Hornby. Sie alle handeln von naiven Protagonisten, die in außergewöhnliche, absurde Situationen geraten. Ganz Hornby, werden natürlich auch Themen wie Fußball oder Musik wieder aufgegriffen. VON TANJA LINDAUER

 

Peter in the sky with diamonds

Am Anfang steht das Wort, respektive der Imperativ: In Peter Sloterdijks Du musst dein Leben ändern tönt der Appell so dringlich, dass man sich ihm nicht mehr entziehen kann. Und das ist auch gar nicht möglich, wie eingehend bewiesen wird, denn längst wollen und müssen wir ihm Folge leisten, wie schon viele Generationen vor uns. VIOLA STOCKER lässt sich von Peter Sloterdijk in die Trainingslager der Menschheit entführen.

 

Seismograph des Alltäglichen

Seerücken – so heißt eine ländlich geprägte Region südlich des Bodensees. Im gleichnamigen Erzählband von Peter Stamm geht es um Alltagssituationen, die es in sich haben. Von HUBERT HOLZMANN

 

Durchs wilde Vorgestern

Uwe Tellkamp durchstreift Straßenzüge, durchstöbert verstaubte Dachböden, durchkämmt seine Stadt. Er sucht Erinnerungsorte auf und öffnet vergessene Schatztruhen in seinen Dresdner Erkundungen – einer Zeitreise mit der Schwebebahn.

HUBERT HOLZMANN hat für die 165 Seiten ein Billett gelöst.

 

Die Meisterin der Mikrogroteske

In Marie T. Martins soeben beim Leipziger poetenladen-Verlag erschienenem Debütband Luftpost zählen die Sätze. Von LEIF NYBELEN

 

In der Kürze liegt die Wucht

Auf den Punkt kommen – in seiner Kurzgeschichtensammlung Die Kuh ist ein einsames Tier nimmt sich David Albahari diese Losung sehr zu Herzen: Die Prosastücke des Bandes sind auf ein Minimum reduziert. CHRISTIAN NEUBERT entdeckt in den knappen Texten große Weiten und bemerkenswerte Tiefe.

 

Menschliches, Allzumenschliches ...

15 Erzählungen bedeuten 15 Verstörungen, 15 Enttäuschungen, 15 Überraschungen. – Eine Beschreibung der »Flugkoordinaten« von Helmut Gotschys Storch. Von HUBERT HOLZMANN

 

Geheimnisse zwischen Poe und Beckett

»Nicht in der Wahrheit, sondern in der Täuschung werden die Untiefen der Existenz berührt«, hatte Hartmut Lange eine Figur in seinem 2007 erschienenen Novellenband Der Therapeut sagen lassen. In den sieben neuen Erzählungen hat der 74-jährige Lange wieder einmal – stilistisch gewohnt souverän und ausgefeilt – diese seelischen Untiefen ausgelotet und ein faszinierendes Verwirrspiel im Grenzbereich menschlichen Handelns und Denkens inszeniert. Von PETER MOHR

 

Love´s Writer´s Lost

Autobiographisches vermischt mit Philosophischem, ein Ich, das diffundiert und doch ständig präsent ist in einer  Natur, die als Spielwiese für einen Schauspieler dient. – Notizen von HUBERT HOLZMANN zu Peter Handkes Erzählung Der Große Fall.

 

Reden, Leserbriefe, Interviews & Essays

Der Wahrheit auf der Spur – der Titel dieses Sammelbandes ist zugleich dessen Programm. Auf fast 300 Seiten (ohne Anmerkungen) haben Wolfram Bayer, Raimund Fellinger und Martin Huber Reden, Leserbriefe, Interviews und Feuilletons von Thomas Bernhard zusammengetragen und veröffentlicht. Ein lesenswertes Buch, das Fragen aufwirft, Hinweise gibt und Spuren auslegt, aber – Gott sei Dank– keine endgültige Antworten liefert. Von JÖRG ESCHENFELDER

 

Träumereien in Harry`s Bar

Seit Jahrzehnten lässt sich Hanns-Josef Ortheil von Venedig betören und verführen. Jetzt widmet er der Stadt zwischen Fischmärkten, Frühmessen und Fahrradtouren ein Liebhaberbuch. Von INGEBORG JAISER

 

Ein dünner Band

Es ist ein dünnes Bändchen, das der Suhrkamp Verlag mit Sind Sie gern böse? da aufgelegt hat. 62 Seiten gefüllt mit Thomas Bernhard und Peter Hamm. Durchgeschaut von JÖRG ESCHENFELDER

 

Die Leiche im Weinberg, im Fass, in der Badewanne

Der Gemischte Satz - herausgegeben von Sabina Naber - weiß zu überzeugen. Von STEFAN HEUER

 

Kurz und knapp und schaurig-schön

Kurze Schauermärchen, morbide Kurzgeschichten, märchenhafte Morbiditäten – es ist egal, in welche Schublade man Petruschewskajas Prosa steckt. Solange man sie liest! Findet CHRISTIAN NEUBERT.

 

Zettels Raum

In guten Novellen wird immer erzählt, getrunken und gegessen. Uwe Timm schlägt in seinem neuesten Werk einen weiten Bogen vom studentischen Freitisch in den 1960er Jahren bis zum melancholischen Zurückerinnern bei einem Cappuccino in der Gegenwart. Arno Schmidt spielt nebenbei auch noch eine gewichtige Rolle. Von INGEBORG JAISER

 

Eine wunderbare literarische Entdeckung

Jack Kerouacs Mein Bruder, die See erzählt von der Flucht aus der unsicheren Alltagswelt New Yorks ans rettende Deck eines Handelsschiffes. Von HUBERT HOLZMANN

 

So viel Enzensberger war nie

Ein Rückblick auf über fünf Jahrzehnte Arbeit – Hans Magnus Enzensbergers »Revue« Meine Lieblings-Flops, gefolgt von einem Ideen-Magazin. Durchgeackert von HUBERT HOLZMANN

 

Die Spülmaschine und das Liebesspiel

Die Tränen meines Vaters – nachgelassene Erzählungen von John Updike. Vorgestellt von PETER MOHR

 

Niemand hat die Absicht, eine andere Wirklichkeit zu errichten!

Marc Degens und die primäre Sekundarliteratur seiner Popmoderne – Unsere Popmoderne. Von STEFAN HEUER 

 

Der unglücklich verhinderte Aufsteiger

Damián Tabarovsky Medizinische Autobiografie. Von WOLFRAM SCHÜTTE

 

Miniaturen aus dem Alltag

Im Quartheft 21 stellt das Berliner Verlagshaus J. Frank die erste Prosasammlung des Autors Björn Kuhligks unter dem Titel bodenpersonal vor – ein Dialog zwischen den Kulturen. Von HUBERT HOLZMANN

 

Familienaufstellung

Mütter und Söhne verbindet nicht nur einzigartige Blutsverwandtschaft, sondern ein oft komplexes, widersprüchliches, vielschichtiges Beziehungsgeflecht. Der irische Schriftsteller Colm Tóibín legt auf meisterhafte Weise die grimmigen Untiefen und Fallstricke familiärer Verbindungen offen. Von INGEBORG JAISER

 

Der lange Weg zu »Shoah«

Claude Lanzmanns Erinnerungen Der patagonische Hase: ein literarisches Monument. Von WOLFRAM SCHÜTTE

 

China - unterwegs

Einen Augenblick später war das Frühstück fertig. Schwesterchen Yao legte Tang eingelegtes Gemüse und Stäbchen hin, schöpfte ihm sein Schälchen voll Suppe und kniete nieder. Schob die Suppe vor ihn hin und streckte ihm ihr Gesicht entgegen. »Schlag zu«, sagte sie. »Dann geht es uns allen besser.« (Aus dem Erzählband von Jingze und Bartz Unterwegs. Literatur-Gegenwart China)

 

Vorgestellt von SIMAK BÜCHEL

 

»Ich habe mich an meine Briefe verschwendet.«

Manche Autoren sind und bleiben ein Geheimtipp, auch wenn sie mal einen Bestseller gelandet haben. So einer ist auch Albert Viogoleis Thelen, der 1953 mit Die Insel des zweiten Gesichts fast berühmt wurde. Jetzt ist der erste Band seiner ausgewählten Briefe unter dem Titel Meine Heimat bin ich selber erschienen. Von GEORG PATZER

 

»Mehr nicht!«

Was erwarten wir uns von einem neuen Bernhard-Buch? Natürlich Bernhard, nichts Anderes, nichts Neues. Und das schenkt uns Suhrkamp in letzter Zeit zu Hauf, den Bernhard. Goethe schtirbt von Thomas Bernhard versammelt vier Erzählungen, die bisher schwer zugänglich waren, da sie in Zeitungen, Programmheften und Katalogen abgedruckt wurden. Von ANDREA SAKOPARNIG

 

Zeitlose Semiologie

Nach nun fast fünfzig Jahren liegen Roland Barthes Mythen des Alltags erstmals in vollständiger deutscher Übersetzung vor. Die Neuauflage bezeugt die Aktualität seiner semiologischen Gesellschaftsstudien und verdeutlicht noch einmal das irritierende Potential dieser Überlegungen – auch im Blick auf die Konventionalisierungen unseres gegenwärtigen Alltagslebens. Von MARTIN ENDRES

 

So schnell kann´s gehen, das Vorlesen!

Wenn Andersen und Tolstoi auf Preußler und Arjouni treffen, entsteht ein Vorlesebuch für Groß und Klein: Ratzfatz herausgegeben von Daniel Kampa. Von MARIA-BERNADETTE EHRENHUBER

 

»Surrealism to me is reality«

Skurrile Non-Sense-Texte, anspielungsreiche Gedichte, groteske Comedy – John Lennons In seiner eigener Schreibe ist eine Sammlung des Andersartigen, Herausstechenden, manchmal durchaus Provozierenden. Auch noch nach fast 50 Jahren. Von HUBERT HOLZMANN

 

Aus dem Tagebuch eines Schriftstellers

António Lobo Antunes´ Drittes Buch der Chroniken. Von WOLFRAM SCHÜTTE

 

Rettet die Bücher!

Ein liebevoller Aufstand gegen die Ausrottung des Buches - Alexander Pechmanns Roman Das Haus des Bücherdiebs. Von CHRISTIANE MIETH

 

Der Fall Raddatz

Ein Kulturbetriebs-Porno aus lauter Peinlichkeits-„Stellen“. Von WOLFRAM SCHÜTTE

 

Brennende Fabulierlust

Die Herausgeberin Michi Strausfeld verspricht für Schiffe aus Feuer, eine Anthologie bestehend aus 36 Kurzgeschichten, nichts Geringeres als einen Querschnitt durch die Post-Post-Boom Generation der lateinamerikanischen Literatur. Was nach Borges, Marquez und Allende kommt. Von DANIEL WÜLLNER

 

War das denn alles?

Julian Barnes unterhält mit letzten Fragen. Von WOLFRAM SCHÜTTE

 

ich greife mir barsche aus dem himmel

Eine Exkursion in die Welt des Crauss

 

"Na bitte!", höre ich mich rufen, als ich das Buch aus der Versandtasche pule. Meine Frau wittert den lange fälligen Lottogewinn, schaut dann aber ins Arbeitszimmer und sagt im neutralstmöglichen Tonfall: "Toll, ein Buch."

Von STEFAN HEUER

 

Merde bringt Glück!

Nach dem Bestseller Stadt der Diebe erweist sich David Benioff auch als Meister über die kurze Distanz. Ein begnadeter Geschichtenerzähler mit dem Gespür für die Macht des Augenblicks – und den Humor, der aller menschlichen Tragik beiwohnt. Von TOM ASAM

 

Geträumte Sprache

Oder: Die verborgene Geschichte ist die wahre

 

Der Traum dient nicht der Realitätsflucht, sondern als Zugang zur verborgenen, archaischen Seite der Wirklichkeit. Und die Literatur als Möglichkeit, diese geträumte Seite auszudrücken und mitzuteilen, als Suche nach den Grenzen des Sagbaren und als Versuch, diese Grenzen zu verschieben. Nicht umsonst nimmt Borges einen zentralen Platz in Piglias literarischem Universum ein. Von SIBYLLE LUITHLEN

 

Weit herumgekommen

Ein Kirchenheiliger ist der weitgereiste Journalist und Autor wahrlich nicht. Dass sein neuestes Buch diesen Titel trägt, dürfte also ein kleiner Witz sein und sich höchstens über eine vage äußerliche Ähnlichkeit erklären lassen – wobei natürlich unbekannt ist, wie Jesus tatsächlich ausgesehen hat. Von BASTIAN BUCHTALECK

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