Erinnerungen an die gamescom 2010
Zwei Wochen nach der gamescom 2010 wirft die ehemalige gamepals.de-Redakteurin und Spiele-Liebhaberin STEFANIE MARX einen gemischten Rückblick auf die Entertainment-Messe, die erneut die Rheinmeteropole zum Zentrum der Spielefreunde in Deutschland machte: Welche Spiele begeisterten? Welche sollten wir besser meiden? Diese und mehr Fragen beantwortet uns die Leipzigerin im folgenden Interview.
Lesen über Spiele
Video- und Computerspiele nehmen einen zunehmend größeren Raum in unserer Alltagswelt ein. Längst sind sie zu einem wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Phänomen geworden, welches auch Studenten und Dozenten weltweit an den Universitäten interessiert. Diese Forschungsarbeiten lassen sich unter dem Begriff der Game Studies zusammenfassen. RUDOLF INDERST stellt zwei Vertreter vor.
Die Konventionalverschwörung
Wie würde es wohl aussehen, wenn Sam Fischer und James Bond gemeinsam in dem Kampf zögen? Alpha Protocol nennt sich selbst ein Spionage-RPG, verbindet die Elemente des Rollenspiels mit denen der verschiedenen Schleich-Genres und zieht inhaltlich durch fast alle großen Vorbilder, die je einmal mit Spionen, Terroristen oder amerikanischen Geheimorganisationen und Verschwörungen zu tun hatten. GISELA WOLF zieht los, die Freiheit zu verteidigen, die Maschinenpistole in der einen Hand und eine Klischee-Checkliste in der anderen.
Valve: Alien Swarm
Space Marines haben Hochkonjunktur, ob als messianischer Heilsbringer in Hightech-Rüstung (Halo), schnodderiges Alienfutter (Aliens – Die Rückkehr) oder stummer Schrotflintenträger (DOOM u. Quake II). In Valves gratis top-down-shooter bekommt man schnodderige Marines in Hightech-Rüstungen und eine Busladung voller Waffen, die an dem namensgebenden Schwarm ausprobiert werden wollen. PETER KLEMENT ist in den Raumanzug geklettert, um eine unheimliche Begegnung der dritten Art Mores zu lehren.
Der digitale Appetithappen
Ah, die Urlaubszeit in meinem Bundesland! Die übliche Blechlawine auf der Autobahn, die Menschenmassen am Badesee - kurzum, warum nicht mal in eine ruhige Gegend fahren? Warum nicht mal abschalten, die Seele baumeln lassen? So ein Ort wie Bright Falls, der nicht von ungefähr an eine Mischung aus Twilight und Twin Peaks erinnert, käme da genau richtig. Von RUDOLF INDERST
Das Spiel, das abhanden kam
JAN FISCHER spielte All Points Bulletin nur kurz. Dann wurde es ihm gestohlen.
Digitale Spiele als interpassive Unterhaltungssoftware
Wenn man Video- und Computerspiele als „interaktive Unterhaltungssoftware“ bezeichnet, dann schwingt da irgendwie etwas Kaltes und Logistisches mit – der Mief von Großhandelsvokabular klebt an diesem semantischen Ungetüm. Und doch ist der Begriff nicht tot zu kriegen. Wenn man nun den Feind nicht schlagen kann, so heißt es, muss man sich diesen eben zum Verbündeten machen. Anschließend wollen wir durch eine Transformation – dem Gang durch die Institutionen, wenn man so will – gefügiger machen und ihn mit persönlichen Erfahrungen normativ neu aufladen: kurzum, es gilt, Deutungshoheit gewinnen! RUDOLF INDERST sagt: Willkommen zur interpassiven Unterhaltungssoftware.
Der Prinz und sie
Die Traditionsreihe um den mal optimistisch-lustig, mal eher getrieben-verzweifelten (aber stets fidel-sprungkräftigen) jungen Mann zieht bereits seit vielen Jahren viele SpielerInnen in ihren Bann. So auch Bettina Lämmle, die an der Universität Mannheim u.a. zu den Themen Mündlichkeit/Schriftlichkeit und Kreolistik im Rahmen ihrer Promotion arbeitet. Ihre Erkenntnisse werden den Weg in einen Game Studies-Sammelband finden, der am Ende des Jahres erscheinen wird. RUDOLF INDERST traf sich mit der sympathischen Romanistin auf einen semi-orientalischen Plausch.
Appetithappen: ModNation Racers
Seien wir ehrlich, in Sachen Fun Racer ist Mario Kart eine schon fast unheimliche Entität. Egal, ob auf SNES, DS oder Wii oder GameCube, seit Jahren endet die Freundschaft, wenn gegeneinander in bunter Grafik gefahren, nein, gerast wird. Die Frage ist nun: Kann Sonys Fun Racer ModNation Racers dasselbe an Gehässigkeit aus uns herausholen? RUDOLF INDERST dreht eine Runde.
Ich denke, also spring´ ich!
Braid ist mehr Kunst als Spiel, eine reflexive Meditation über Zeit, Erinnerung und dem menschlichen Streben. Zwar kommt Braid als niedliches Jump 'n' Run daher, doch das sollte nicht davon ablenken, dass Spielmechanik und Plot zu einem größeren Ganzen werden. PETER KLEMENT hat den Protagonisten Tim durch Raum und Zeit begleitet, dabei gegrübelt und gelernt.
Böse Wölfe und rote Kappen
Rotkäppchen hat innerhalb unseres Kulturkreises eine große Bekanntheit und Relevanz, weshalb es auch über die Jahre einiges an Bearbeitungen und noch mehr Interpretationen angesammelt hat, von denen nun auch die digitalen Spiele eine vorzuweisen haben. „The Path“ von Tale of Tales zeigt neue Betrachtungsweisen einer der ältesten Geschichten des Märchenfundus. GISELA WOLF hat Kuchen, Wein und Butter im Korb und sucht ihren gefürchteten Namensvetter.
Tom Clancy´s Splinter Cell: Conviction
"PETRI HEIL!" - der Sam(igste) unter den Fis(c)hern ist zurück und verführt Angler weltweit, das Genre stealth action wieder zu bereisen. Der fünfte Teil der preisgekrönten und millionenfach verkauften Splinter Cell-Reihe wurde gänzlich von Ubisofts Studio in Montreal entwickelt und sorgt dafür, dass auch RUDOLF INDERST den Köder (zunächst einmal) schluckt.
Brücken zu den Maschinen
Was haben ein Roboter, eine mit Maschinen bevölkerte Stadt und die Verfasserin dieses Artikels gemeinsam? Und warum sind uns manche Dinge so vertraut, dass wir kaum mehr merken, dass sie fremd sind? GISELA WOLF sucht mit Besenstielen, Batterien und einer Menge Öl die Brücken.
Appetithappen: Tournament of Legends
Ab sofort wird eine neue Unterkategorie das Ressort Digitale Spiele bereichern. Es handelt sich dabei um die Kategorie Appetithappen. Wie der Name schon anklingen lässt, verbergen sich darunter Kurzvorstellungen aktuellerer Spiele. Den Auftakt macht Tournament of Legends, das das Genre "Beat 'em-Up" auf Nintendos Wii bereichern wird. RUDOLF INDERST "tritt es wie Beckham".
,,Da kannst Du eine Faust von abhaben!"
Der aufrechte Gang, das lesen wir in Hans Magnus Enzensbergers Zickzack, ist, nach wie vor, ein beliebtes moralisches Postulat. Vorgetragen wird es, so der Autor, mit einem gewissen Menschheitspathos. Dass ein Spiel wie UFC Undisputed 2010 nun alles versucht, dieses zu konterkarieren, fordert Überlegungen heraus. Sollten diese nicht standhaft sein, werden wir the Octagon nur auf einer Trage verlassen. RUDOLF INDERST stellt Ringrichter auf die Probe.
,,Zieh Fremder!"
Wie Duelle wieder Einzug in deutsche Wohnzimmer halten.
Bereits zur Jahresmitte ein heißer Anwärter auf den Titel „Spiel des Jahres“! Nicht umsonst lobt die Kritik diese offene Wildwest-Spielwelt zu Zeiten des Einbruchs der Industrialisierung. Dabei sorgen die Macher für einen hohen Wiedererkennungswert des Genres "Western" – zu den Insignien dieser Überlieferung kultureller Artefakte gehört auch der spannendste aller Zweikämpfe: das Duell. RUDOLF INDERST mimt den Gunslinger.
Willkommen am Ereignishorizont
Portal ist einer dieser Meilensteine, über die man sich später im Altersheim mit seinem Bettnachbarn unterhalten wird. Bereits heute reicht die bloße Erwähnung um glasige Augen und ein entrücktes Lächeln auf die Gesichter von Spielern und Spielerinnen zu zaubern. Es ist das spielerische Äquivalent zu Faust. Das mag dick aufgetragen wirken – ist es auch. Aber über Portal zu schreiben ist ähnlich knifflig, wie jemand die 9. Sinfonie per Chat zu erklären. PETER KLEMENT startet einen Versuch mit Händen, Füßen und dem gelegentlichen Einsatz von Onomatopoesie.
Knochen grinden mit Skate 3
Es herrscht eine diebische Wollust vor, wenn es um die Zerstörung des virtuellen Ichs geht. Was haben wir unseren kleinen Spielfiguren nicht schon alles lächelnd angetan? Und das stets mit einer unheimlichen Freude! Die Folterknechte am Pad bekommen nun – neben einem exzellenten Skateboardspiel – auch erneut die Möglichkeit, ihre schlimmsten Phantasien mithilfe des Spielmodus Hall of Meat aus dem Keller zu holen. RUDOLF INDERST springt darauf an und runter/dagegen/hinein…
Währendessen in der realen Welt
Jan Fischer hat sich die volle Packung gegeben und Doom 1 bis 3 in mehreren Dauersitzungen gespielt. Was mit ihm passiert ist, woran er sich noch aus seiner Zeit als Präabiturient erinnert, und was ihm neu war, beschreibt er hier. Im zweiten Teil seiner Reportage (zum ersten Teil) spielt er Doom II: Hell on Earth und Doom 3.
Wir waren Space Marines
JAN FISCHER hat sich die volle Packung gegeben und Doom 1 bis 3 in mehreren Dauersitzungen gespielt. Was mit ihm passiert ist, woran er sich noch aus seiner Zeit als Präabiturient erinnert, und was ihm neu war, beschreibt er hier. Im ersten Teil seiner zweiteiligen Reportage spielt er Ultimate Doom und Doom II: Hell on Earth.
Angriff der Full Motion Video-Spiele
Anfang der 1990er-Jahre schien der Traum vieler Computer- und Videospieler zum Greifen nahe! Das neue Speichermedium Compact Disc hatte genug Kapazität, um endlich abgefilmte Videosequenzen und damit dramaturgische Filminhalte Teil digitaler Spiele werden zu lassen. Man träumte von einer Zukunft, die nicht mehr auf sprites oder Vektoren angewiesen war. Clevere Produzenten, wie der US-Amerikaner Tim Zitto, sahen ihre Chance gekommen: Von 1991 bis 1995 produzierten er und seine Firma Digital Pictures Full-Motion-Video-Spiele für verschiedene Konsolen, die sich auch sehr gerne im Genre der Horrorfilme bedienten – RUDOLF INDERST mit einem kritischen Rückblick fast 20 Jahre später …
Videospiele als episches Theater?
Ja, der Vergleich von Theaterstücken und Computerspielen ist problematisch, beide Kunstformen haben große genuine Stärken. Aber warum sollten nicht einzelne Aspekte kompatibel sein? RUDOLF INDERST erklärt, warum digitalen Spielen ein paar Entfremdungseffekte à la Brecht nicht schaden würden.
Wie gut es tut, auf der richtigen Seite zu stehen
Inseln, Dschungel und amerikanische Geheimdienste – diese spezielle Form der Liebesgeschichte findet der geneigte Spieler im aktuellen Sandbox-Action-Titel Just Cause 2. Grund genug für RUDOLF INDERST, das „Märchenbuch“ der Zeitgeschichte aufzuschlagen und dieses ein wenig mit der Spielwelt zu vermischen: Willkommen zu Just History 2.1!
Böse ist das Meat Life und chaotisch noch dazu
„Ich habe schon Nazis erschossen, als sie noch kleine, braune Pixelhaufen waren“ – In einem weiteren Beitrag zur Debatte plädoyiert JAN FISCHER für das Spiel und gegen die voreilige Konstruktion eines Zusammenhangs zwischen „Killerspielern“ und Amokläufern.
Zum Teufel mit der Freiheit!
Mit Heavy Rain distanziert sich das französische Entwicklerteam Quantic Dream bewusst von den unendlichen Weiten der Online-Rollenspiele und sucht Zuflucht bei restriktivem Storytelling. Dabei nutzt der Psychothriller die Grenzen der Dramaturgie, um die Spieler mit ihrer eigenen Moral zu konfrontieren. Von DANIEL WÜLLNER
"How do you like that, motherfucker"
Bad Company 2 ist Bruckheimer zum Selberspielen: Explosionen, markige Sprüche und ein Kugelhagel, der so dicht ist, dass einem Hören und Sehen vergehen. PETER KLEMENT hat sich das Maschinengewehr umgeschnallt und in dem Amalgam aus Bad Boys und Das dreckige Dutzend den Lauf glühen lassen.
Im Kaninchenbau
Sie werden als „Killerspiele“ gebrandmarkt, haben ereifernde Rufe nach Zensur entfacht und werden gerne für so manche gesellschaftliche Fehlentwicklung verantwortlich gemacht: Das Computerspielgenre der Shooter treibt so manchem Kulturkritiker den gerechten Zorn ins Gemüt. PETER KLEMENT mit einem Beitrag zur Debatte und dem Plädoyer, digitale Spiele als fiktionale Werke zu erkennen – und nicht als gemeingefährliche Ausbildungslager für Amokläufer. Und da wir heute den Alice im Wunderland-Tag haben, kommt das Ganze in eine hübsche Analogie verpackt daher …
Der Groove des Meeres
Endless Ocean 2 entwickelt seine ganz eigene Art von Sog. Wenn man es lässt. Von JAN FISCHER
... and it`s all about being a good daddy!
Von Anfang an haftete dem Unterwasserabenteuer BioShock 2 der Vorwurf an, das Sequel zu sein, das es nicht geben durfte. Zu abgerundet, zu perfekt erschien bei Spielern und Fachpresse der beliebte Vorgänger BioShock (2007) – der Verdacht lag nahe, eine Cashcow generieren und melken zu wollen. Jetzt ist der zweite Teil erschienen und bietet neben Altbewährtem und Neuem auch die Möglichkeit, eine der Hauptthesen des Philosophen und Linguisten James Paul Gee zu überprüfen. Von RUDOLF INDERST
Ambivalente Ideologiekritik
Das iPhone als mobile Spieleplattform hat die Unschuld seiner Kinderzeit längst hinter sich gelassen. Einer der meistgespielten und -beachteten Titel für die eierlegende Wollmilchsau aus dem Hause Apple ist Doodle Jump. Von außen betrachtet gibt sich das Spiel als ein harmloser Plattformspaß, doch bei genauerer Betrachtung entpuppt es sich als Munition für die kapitalismuskritische Argumentationsflakbatterie. Eine nicht ganz so ernst gemeinte Manöverkritik von RUDOLF INDERST
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Etwas, das Zündstoff birgt ...
... hat der renommierte Sciene-Fiction-Autor Ray Bradbury im Jahre 1953 mit Fahrenheit 451 geschaffen. Der ...
Aus einer anderen Zeit
Reicht ein vor fast 40 Jahren ausgesprochenes Aufführungsverbot, um einen Film im Jahr 2010 in die Kinos zu bringen? Wenn es nach der DEFA-Stiftung geht, ja. Von BASTIAN BUCHTALECK
Amerika, der Weltstaubsaugervertreter
Die Amerikaner können einem wirklich leid tun. Jetzt hatten sie endlich mal wieder einen historischen Moment: Abzug aus dem Irak - aber keiner wollte jubeln. Obama hat es freilich auch wieder ...
Auf dem Eismeer zur Erkenntnis
MATHIAS BROSE kennt das heimliche vierte Bandmitglied dieser Punk-Aufsteiger!
Axolotl unter Lemmingen
Naturkundliche Ansicht der deutschsprachigen Literaturkritik - von WOLFRAM SCHÜTTE
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