Arnd Pollmann: Unmoral Music for Films Nikka Costa: Pro Whoa Wolf Wagner: Tatort Universität Die Taube auf dem Dach - ab nächster Woche im Kino! Volker Reinhardt: Der Göttliche
Freitag, 10. September 2010 | 19:42

 

Pesthauch des Bösen

„Die Priester sagten uns, es sei Gottes Strafe. Für welche Sünde?“ 662 Jahre nach der Handlungszeit von Christopher Smiths mittelalterlicher Splatter-Orgie ist die vom Hauptcharakter gestellte Frage aktueller denn je. Was hat das Kinopublikum verbrochen, dass es die krude Inszenierung und die reaktionäre Botschaft von Smiths Horrorstreifen Black Death heimsuchen? fragt LIDA BACH.

 

Aus einer anderen Zeit

Reicht ein vor fast 40 Jahren ausgesprochenes Aufführungsverbot, um einen Film im Jahr 2010 in die Kinos zu bringen? Wenn es nach der DEFA-Stiftung geht, ja. Von BASTIAN BUCHTALECK

 

Opfer verstärkter Aufmerksamkeit

Der Weg eines DDR-Verbotsfilms. Von BASTIAN BUCHTALECK

 

Das dreckige Halbdutzend

Filme „in denen Männer noch Männer sind, die ihre Konflikte im Nahkampf lösen“ hätten Sylvester Stallone zu seinem Action-Reißer „The Expandables“ inspiriert, verkündet das Pressematerial. Das klingt nach martialischer Gewaltverherrlichung und Machismo. Doch der Begriff Inspiration ist bei Stallones jüngstem Werk wörtlich zu nehmen. Seine Einfälle sind kein Neuaufguss bekannter Klischees und plumper Stereotypen, sondern deren genüssliche Ironisierung. Von LIDA BACH

 

Ein aussterbendes Amerika

Der melancholische Blick auf ein Amerika, das Raum lässt für social sidewinders sowie die Schönheit und den Schmerz des Scheiterns. Von GERD HASELMAIER

 

Erschreckende Ehrlichkeit

In den Geschichtsbüchern und Medienarchiven halten sich manche Namen als grausige Mahnmale der Perversion. Josef Fritzl oder Marc Dutroux stehen da für die Seite der Täter und Natascha Kampusch oder Madeleine McCann bilden die traurige, vor allem mediale Speerspitze der Opfer, die es zu ungewollter Berühmtheit geschafft haben. Von MAXIMILIAN REISS

 

Wie ich den Krieg gewann

M. Night Shyamalan versucht mit seiner Verfilmung der erfolgreichen US-Zeichentrickserie Avatar: Die Legende von Aang einen Actionfilm für Kinder zu inszenieren. Doch sein Fantasy-Spektakel um stereotype Figuren in computergenerierter Kulisse ist mehr als fragwürdig. Von LIDA BACH

 

To creativity and beyond

1994 bringt Steven Spielberg mit JURASSIC PARK gleich mehrere computeranimierte Dinosaurier auf die Leinwand und läutet damit den endgültigen Siegeszug des CGI (Computer Generated Images) ein.. 1995 bringt John Lasseter zwar nur einen einzigen Dinosaurier auf die Leinwand, aber dafür ist auch die gesamte TOY STORY um ihn herum aus dem Computer generiert. Von MAXIMILIAN REISS

 

Die von der schnellen Truppe

Der kultträchtige Spruch, der die Fernsehauftritte des alten „A-Team“ einleitete, könnte abgewandelt auch der Kinoadaption vorangehen: „Vor 23 Jahren wurden die vier Männer einer militärischen Spezialeinheit für ein Verbrechen verurteilt, dass sie nicht begangen hatten. Die Fernsehserie, in der sie zu Kult-Figuren geworden waren, wurde eingestellt. Sie brachen aus dem Videoregal aus und tauchten im Actionkino unter. Wenn Hollywoods Produzenten ein Problem haben, weil ihnen die Ideen ausgehen, rufen sie „The A-Team“! Von LIDA BACH

 

Liebe mit Handicap

„Wer will schon normal sein?“, fragen Laura und Daniel und durchbrechen als ungleiches Liebespaar eingefahrene Verhaltensweisen und Vorurteile. Der spanische Spielfilm Me too (Yo, también) erkundet die diffizile Zuneigung zweier Menschen und hinterfragt humorvoll die vermeintlichen Grenzsetzungen zwischen Behinderung und sogenannter Normalität. Von MONIKA THEES

 

Der Stoff aus dem die Träume sind

Ein Ungleichgewicht zwischen ansprechender Optik und der Bedeutung des Inhalts ist nicht nur charakteristisch für Träume, ein anschauliches Beispiel dafür ist Christopher Nolans Science-Fiction-Thriller. In der labyrinthischen Gigantomanie der verschachtelten Handlungsebenen ist der Regisseur und Drehbuchautor noch verlorener als seine Charaktere. Von LIDA BACH

 

Der Name der Dose

Man mag den Plot – uneinsichtiger Protagonist überdenkt seine überhebliche Einstellung gegenüber Liverollenspiel und das Ende ist happy – etwas cheesy finden. Aber das ist er nicht. Er ist konsequent, meint MARTIN SPIESS

 

,,Kämpfen nicht gut. Aber wenn kämpfen, dann gewinnen." *

LIDA BACH war im Hotel Adlon und hat einen überaus redseligen Will Smith erlebt. Jackie Chan dagegen versuchte, seiner Rolle als weiser Alter, der nur das Nötigste sagt, gerecht zu werden.

 

Lost in Space

Predators, so wie ihn Produzent und Ideengeber Robert Rodriguez verstanden wissen will, soll weder ein Reboot der Kinoserie, noch ein Remake/Reimagining des Originalfilms von 1987 sein, sondern ein Sequel zu dem längst zu einem Kultfilm der 1980er Jahre erhobenen Sci-Fi-Horror-Actionfilm Predator. Von ASOKAN NIRMALARAJAH

 

Die Schönheit der Bewegung im Alter

Der tschechische Hochspringer Jiri Soukup sagt mit einem Augenzwinkern, worauf es ihm ankommt: „Ich will meine Jugend verlängern.“ Darum treibt er auch noch mit über 80 Jahren Sport, Leistungssport sogar. Er trainiert, um bei der 18. Leichtathletik-WM der Senioren im finnischen Lahti anzutreten. Von BASTIAN BUCHTALECK

 

Mitten aus dem Leben

Alltägliche Dramen, die den Zeitungen kaum noch eine Meldung wert sind, hat Moodysson zu einem bewegenden, eindringlichen und globalen Gesellschaftsdrama verdichtet. Von STEFAN VOLK

 

Gegen das Vergessen!

Der deutsche Dokumentarfilmer Uli Stelzner schildert in „La isla“ die jüngere Gewaltgeschichte Guatemalas. Anhand der erst kürzlich entdeckten Geheimarchive der Policia National zeichnet er die Tragödie eines Landes nach und porträtiert eine junge Generation, die sich den Schrecken der Vergangenheit stellt. Von MONIKA THEES

 

Berlin ist nicht Chicago

Thomas Brasch benutzte als Dichter nicht nur Wörter, sondern auch Bilder. Mit der nun erschienenen DVD-Edition seiner Filme ist Brasch als poetischer Regisseur wiederzuentdecken. Von ANDREAS MARTIN WIDMANN

 

Das Gehirn als Black Box

Manchmal, so scheint es, ahmt nicht das Kino die Wirklichkeit nach, sondern die Wirklichkeit das Kino. Vorausgesetzt, man traut den Worten jener, die dem Tod schon mal direkt ins Auge blickten und behaupten, dort ihr Leben im Zeitraffer gesichtet zu haben. Von MATTHIS WANNHOFF

 

Der Ball ist rund, die Seele wund

Zwei Filme wurden beim 25. Dok.fest in München gezeigt, die sich vordergründig mit dem Thema Fußball auseinandersetzen. Doch sind sowohl „Entre la coupe et ´election“ als auch „Hoffenheim-das Leben ist kein Heimspiel“ alles andere als Sportdokumentationen. Geht es doch um so viel mehr als das runde Leder. Um die Träume der Menschen. Den Traum von Gemeinschaftsgefühl und Identität. Von Gerechtigkeit und den richtigen Platz im Leben. Es geht aber auch um den Traum vom Aufstieg, unweigerlich verbunden mit der Macht des Geldes. Von TOM ASAM

 

Anarchie oder Attitüde?

Ein braver deutscher Dokumentarfilmer begleitete Russlands böseste Band auf der Suche nach der russischen Seele ... Von JÖRG VON BILAVSKY

 

"Das Exotische findet sich auch im Detail des Alltags ..."

Eine neue Festivalleitung wurde einer langen Tradition gerecht, sorgte aber auch für frischen Wind und interessante Neuerungen. TOM ASAM war vor Ort und sprach mit der neuen Doppelspitze.

 

Chronik eines angekündigten Todes

Das Debüt von Özcan Alper reiht sich ein in eine neue Generation des jungen türkischen Kinos, das seit einigen Jahren international Aufmerksamkeit erregt.

 

Distanz zum Eigenen

Die Erzählung entfaltet sich langsam und bedächtig und ist gerade deshalb bezaubernd. Auch die Schauspieler agieren bestechend: Es gelingt Ihnen, jeden einzelnen Augenblick des Films mit Leben zu füllen. Von SASCHA ORMANNS

 

Auf dem Todeszug ins gelobte Land

Gnadenlose Gewalt in bestechenden Bildern und furiosen Schnittfolgen: Souverän und schonungslos erzählt Cary Fukunaga von der Mara Salvatrucha, der wohl größten und gefährlichsten Gang der Welt. Von CARSTEN HAPPE

 

Sichtbares Denken

Deleuzes Philosophie der Vielfalt wird in Deutschland noch immer als sprunghaft und beliebig verkannt. Allein die Kultur- und Medienwissenschaften nehmen Deleuze ernst. Vertreter der Philosophie sehen darin nur einen zusätzlichen Beweis, dass er keine Aufmerksamkeit verdient. Außerdem schreibt Deleuze philosophische Werke mit Stil, was ohnehin als ungenau gilt. In Frankreich ist von solcher Abweisung nichts zu spüren. Und das zu Recht, denn Deleuzes Offenheit verdankt sich seiner Stringenz. Bescheidenheit ja, aber mit der Spitze der Intelligenz –  genau das veranschaulicht Abécédaire, der einzige Film, der Deleuze vor einer Kamera zeigt. Von LINE SORYANO

 

Aufbruch in Unversicherbare

Mit Vorsicht Sehnsucht drehte Alain Resnais den Traum von einem Film. Von WOLFRAM SCHÜTTE

 

Galerie der Eitelkeit

Dass die Jugend an die Jungen verschwendet ist, philosophierte bereits George Bernard Shaw, der Zeitgenosse Oscar Wildes, dessen einziger Roman die literarische Vorlage für diese mittlerweile sechzehnte Verfilmung liefert. Vor 120 Jahren verfasste Wilde sein faustisches Hauptwerk über Schönheit, hedonistische Dekadenz und die Abbildung des Seelischen. Von MARTIN WOLKNER

 

Der unerhörte Ruf der Marionette

Ein auf allen Ebenen ambivalenter Film, der gerade durch seine bewusst ausgestellte Künstlichkeit überzeugt. Von ALEXANDER SCHOLZ

 

Ein wahrhaftiger Verlierer

Es ist das brillanteste Filmplakat der Saison, wenn nicht des gesamten Filmjahres: Unterhalb einer gigantischen Gedankenblase richtet Ben Stiller seinen Blick nach oben, wo sich in einem großen Nichts ein einsames Fragezeichen gebildet hat. Wahrlich eine passende Metapher für den Gemütszustand, für das gesamte Dasein von Roger Greenberg, der Titelfigur des Films, wenngleich er kaum etwas geleistet hat, was einen Film über ihn rechtfertigen würde. Von CARSTEN HAPPE

 

Die Poetik des Profanen

Es gibt sie noch. Diese kleinen Filme, die sich abseits des effekt- und emotionsheischenden Hollywood-Einerleis den Geschichten widmen, die das Leben schreibt. PATRICK HILPISCH hat sich einen solchen filmischen Lichtblick angesehen.

 

Der Regen regnet jeglichen Tag

Vom 14. Internationalen Filmfestival in Sofia berichtet THOMAS ROTHSCHILD.

 

Schuld und Sühne

Ohne zu moralisieren lotet Troubled Water die widersprüchlichen Perspektiven von Tätern und Opfern aus. In der quälenden moralischen Verunsicherung liegt die große Stärke dieses tiefgründigen Psychodramas. Von STEFAN VOLK

 

Herr und Knecht

Der Knast als Topos des Kinos. Audiards Experimente mit dem Setzkasten des Genres zeigen die Kehrseiten von Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit. Von NICOLAS OXEN

 

Alice Doesn´t Live Here Anymore

Jeder Kameraschwenk enthüllt ein überbordendes Szenario aus Kitsch und Anti-Kitsch. Alice im Wunderland ist eine stimmige Balance aus finsteren Mittelalterverliesen und neonfarbenen Blumengesichtern – und Johnny Depp ist nicht der einzige, der sich mühelos durch eine Welt des Irrsinns bewegt. Von DANIEL BICKERMANN

 

Groß ist nur die Enttäuschung

Laszive Kostüme, lange Beine, launige Lieder – mehr als eine Nummernrevue mit großem Staraufgebot hat Rob Marshall dieses Mal nicht zu bieten. Von STEFAN VOLK

 

Ohne Traumbilder geht es nicht

Werner Herzog hat einen fremden Stoff mit seiner ureigensten Handschrift uminterpretiert. Spätestens im Schlussbild findet alles zusammen: die innere und die äußere Welt, Herzog und Hollywood. Von WERNER BUSCH

 

Raum und Zeit

Vom 40. Internationalen Forum des jungen Films bei der Berlinale berichtet THOMAS ROTHSCHILD

 

Die zersetzende Kraft des Altmeisters

Auf die surreale Stimmung, die vom Film Besitz ergreift, versteht sich Polanski wie kaum ein anderer. In seinen besten Momenten erinnert Der Ghostwriter an Polanskis Horror-Meisterwerk Rosemary’s Baby. Von STEFAN VOLK

 

Ausbruchstimmung

Dieser Film erzählt mit betörenden Mitteln von den Lehrjahren des Herzens, voller Kitsch und Wahrhaftigkeit, voller Empathie für seine Figuren und mit einer großen Warmherzigkeit. Von CARSTEN HAPPE

 

Jenseits von Genre

George Clooneys Darstellung unterscheidet sich zwar kaum von der aus anderen Filmen, jedoch passt seine beiläufige Lässigkeit ganz hervorragend zu dieser unterhaltsamen Geschichte. Von SASCHA ORMANNS

 

Ars moriendi

Die literaturhistorischen Quellen weisen gerne darauf hin, daß Leo Tolstoi als junger Mann in der Welt der großen Literatur keine Einstiegsschwierigkeiten hatte. Das Publikum lag ihm nach der ersten Veröffentlichung sofort zu Füßen, die Brotarbeit brauchte er dank adeliger Besitztümer nicht zu übernehmen. Umso komplizierter gestaltete sich sein Lebensabend, dem sich der Film von Michael Hoffman widmet. Von EKATERINA VASSILIEVA

 

Leistungsschau des Schweizer Filmschaffens

Ein Festivalbericht von THOMAS ROTHSCHILD

 

Extensions of Man

Die Prämisse von Surrogates klingt nach einer wahren Utopie: Eine Zukunft, in der man die Welt mithilfe eines menschlich aussehenden Roboters erleben kann; ein Leben mit Garantie auf körperliche Unversehrtheit, da der Mensch an sich ja im sicheren Heim bleibt. Doch wie bei quasi jeder filmischen Utopie verdrängt die Illusion der schönen neuen Welt lediglich Probleme. Von NILS BOTHMANN

 

Aufwärts, nicht vorwärts

Ein Baum habe einen Standpunkt, sagt Hans Magnus Enzensberger. Er aber sei ein Mensch, und der Mensch habe gegenüber dem Baum den Vorteil, dass er sich bewegen könne. - Wohl wahr...

 

Freunde, zusammen, zur Freiheit!

Gekonnt reihen sich Albernheit und Sentimentalität aneinander, ohne Überraschungen – aber eben auch ohne Langeweile. Letztlich ist dies ein harmloser Film, aber besser als befürchtet... Von CORNELIS HÄHNEL

 

Liebe! Sex! Die Seele!

Obwohl Soul Kitchen bestimmt nicht Fatih Akins Meisterwerk ist, fällt es doch schwer, sich seinem Charme zu entziehen. Eine schnelle, coole und witzige Komödie, die sich nicht um politische Korrektheit oder intellektuellen Anspruch schert. Von MARIEKE STEINHOFF

 

Schneeleiden

Die Depression als Inspirationsquell. Während hierzulande, ausgelöst durch den Suizid eines Nationaltorwarts, verstärkt die gesellschaftliche Tabuisierung psychischer Erkrankungen diskutiert wird, bekennt sich nur wenige Monate nach Lars von Triers Antichrist ein weiterer skandinavischer Filmemacher höchst offen zur Verwurzelung seines jüngsten Werks in Seelenpein. Von MATTHIAS WANNHOFF

 

Das solipsistische Genie mit dem Scheuerlappen

Séraphine Luis gilt in der Malereigeschichte manchen Historikern als die „größte naive Malerin der Welt”. Der französische Autor und Regisseur Martin Provost hat für seine biografische Phantasie über Séraphine 7 Césars gewonnen. Der meistdekorierte französische Film von 2008 kommt am 17. Dezember in deutschen Kinos. Von WOLFRAM SCHÜTTE

 

Blaues Wunder

Man kommt nicht an ihm vorbei: Der Wille Camerons, mit seinem Kino zu verblüffen, die erstaunliche Unaufdringlichkeit, mit welcher das Unspektakuläre spektakulär wird, ist ungebrochen faszinierend und berechtigt jeden Superlativ, der einst auf Terminator 2, auf Titanic oder heute auf Avatar angewandt wird. Von JAKOB STÄHLIN

 

Der Fluch der Thematik

Wie man einem Genre, das von Captain Sparrow nur reanimiert wurde, um es endgültig zu marginalisieren, durch subtile Herangehensweise neues Leben einhaucht. Von ALEXANDER SCHOLZ

 

(Fast) alles ist möglich

Wachgeküsst von New York: Alt liebt jung, genial liebt dumm. Wahlbeziehungen und Metamorphosen à la Woody Allen. Von STEFAN VOLK

 

Realismus und darüber hinaus

THOMAS ROTHSCHILD über gegenwärtiges Autorenkino beim Festival von Gijón.

 

Die zweite Chance

Wer hat sie sich noch nie gewünscht, eine zweite Chance? Doch wäre das Leben dann wirklich besser? Anno Sauls Die Tür spielt die Frage durch: Was wäre wenn …? Ein Film über die Rückkehr zum Wendepunkt des Lebens. Von KERSTIN GERMUND

 

,,Abends ist wieder schön"

„Does it have to be a life full of dread?“, fragt die Sängerin PJ Harvey in ihrem Lied „This is Love“, und bei ihr wie bei Matthias Glasner, der einen Film gleichen Titels gedreht hat, ist die Frage wohl rhetorisch gemeint. Schatten ist vom Licht nicht nur untrennbar, die beiden bedingen sich immer auch gegenseitig. DANIEL BICKERMANN

 

Der Pfarrer & die Mörderin oder Miss Kiki in Taipeh

Autorenfilme auf dem 58. Internationalen Filmfestival Mannheim-Heidelberg.

Nach der Berlinale ist das für Spiel- & Dokumentarfilme offene (58.) Internationale Filmfestival Mannheim-Heidelberg das älteste in Deutschland. Es favorisiert den Autorenfilm: ein Ort der Entdeckungen für Cinéasten und für ein Publikum, das neugierig ist auf den kinematografischen Reichtum jenseits des Mainstreams…Von WOLFRAM SCHÜTTE

 

Always Trust Your Teammates!

Ein klassischer Loach – mit einer Ausnahme: Es ist sein witzigster, verspieltester und unterhaltsamster Film seit vielen Jahren. Von CARSTEN HAPPE

 

Genrehybrid mit Bürokautz

Regisseur Steven Soderbergh betreibt ein ruppiges Wechselspiel zwischen Komik und Suspense. Das Problem ist dabei nicht, dass der Film aus dem Gleichgewicht gerät, sondern dass er dramaturgisch verflacht. Von STEFAN VOLK

 

Die Einsamkeit der Langstreckenläufer

Fundstücke auf den 43. Internationalen Hofer Filmtagen - Ein Festivalbericht von WOLFRAM SCHÜTTE

 

Wo die Liebe hinfällt

Romantische Komödien sind seit einigen Jahren fest in amerikanischer Hand. Hier haben wir nun einen seltenen Leckerbissen – eine Romantic Comedy Schweizer Art. Von JENNY FEILGENHAUER

 

Jetzt als DVD:

Rockfestival als zweites Standbein

Im Dorf Wacken (1800 Einwohner) gibt jedes Jahr ein Rock-Festival (40.000 Teilnehmer). Für die Einheimischen eine wichtige Einnahmequelle und Höhepunkt des Jahres.

 

Freundinnen fürs Leben
Freundinnen können füreinander lügen. Sie können Welten in Bewegung setzen, um sich gegenseitig zu schützen, und ihre Treue gilt mehr als jedes pompös gegebene Eheversprechen. Ihre Freundschaft nährt sich aus Gemeinsamkeiten ebenso wie aus Unterschieden – auch die größten Gegensätze finden eine gemeinsame Basis.

 

Rothschild's DVD-Tipp:

Ein Klassiker des sowjetischen Films

Kein Geringerer als Dmitri Schostakowitsch schrieb die lange verschollene Musik zu dem Meisterwerk, das 1929, an der Schwelle vom Stumm- zum Tonfilm gedreht wurde.

 

Eine lupenreine Filmperle

Und nach fast drei Stunden des epischen Genusses fragt man sich, warum nicht jeder Film eine solch perfekt inszenierte Perle (mit hohem eigenem Anspruch) sein kann.

 

Gegen das zynische Einverständnis mit dem Bestehenden

Duisburger Filmwoche 31: das Dokumentarische, die Fiktion und die Affen

Ein Festivalbericht von Thomas Rothschild

 

Erwartete Wendung
Nachdem Wright bereits Jane Austens Stolz und Vorurteil erfolgreich auf die Leinwand gebracht hat, arbeitet er diesmal nach einer Romanvorlage des Briten Ian McEwan. Fesselnde, sogartige Bilder und beeindruckende Detailnähe kennzeichnen die stark besetzte Literaturverfilmung.

 

Schlaflos im Norden

Die 49. Nordischen Filmtage zeigten erneut: Die Filmschaffenden aus Skandinavien verstehen es immer noch am besten, die Abgründe unseres Lebens zu bebildern und zu erzählen. Auch wenn es zuweilen beim Zusehen weh tut.

 

Frühlingswarten
Die äußerst subtile Inszenierung wirkt, ohne je aufdringlich zu sein, sie ist poetisch, ohne auch nur ein einziges Mal rührselig zu werden. Rafi Pitts Film ist sicherlich viel zu zurückhaltend, um vom iranischen Publikum als gesellschaftspolitischer Aufruf verstanden zu werden, doch die Botschaft ist eindeutig: Es ist längst Zeit für einen Jahreszeitenwechsel!

 

Fluß ohne Wiederkehr
Neben einer politischen Komponente scheint Lawrence auch die mit dem Volk der Aborigines verbundenen Glaubensmythen zu faszinieren, derer er sich geschickt bedient, um seinem Film von Beginn an eine beklemmende, unheimliche Aura zu verleihen. Daß dieses komplexe und vielschichtige Werk thematisch letztlich doch ein wenig überladen wirkt, ändert jedoch nichts an seiner eigenwilligen Klasse.

 

Die Phantasie des Dokumentarischen

Notizen auf den 41. Hofer Filmtagen

Von Wolfram Schütte

 

Das Zimmer, das Bett, der Körper, die Seele
Ohne einander zu kennen, tasten die Protagonisten sich unsicher auf dem Terrain ihres Gegenübers vor, überprüfen, ob sich der sexuelle Akt um ein sinnvolles Gespräch erweitern läßt oder doch nur auf sich selbst beschränkt bleiben wird.

 

Vom Kosovo nach Oslo

Es ist immer wieder beglückend dadurch zu erfahren, wie reich an Themen und Ästhetiken das Kino der Welt ist - und schmerzhaft, zu wissen, dass kaum einer der in Mannheim zu sehen gewesenen Filme in unsere Kinos oder ins Fernsehen kommen; auch auf DVD wird man sie nicht wiedersehen: ein Feuerwerk an inspirierter Filmkunst, das danach verlöscht und allenfalls im Gedächtnis der Zuschauer verblassende Spuren hinterlässt.

 

Der Zauber von Eis und Finsternis

Auf der Berlinale zurecht mit dem FIPRESCIPreis ausgezeichnet hat Jagdhunde, eine Zusammenarbeit mit dem »Kleinen Fernsehspiel« des ZDF, nach ausgedehnter Festivaltour auch hierzulande die große Leinwand vollauf verdient.

 

Das Lustprinzip
Die Anspannung der Darsteller kurz bevor der Vorhang fällt, ihr leidenschaftliches Spiel, dieses eigentümliche Gefühlsgemisch aus Traurigkeit und Erleichterung, welches die Ensemblemitglieder nach der Vorstellung packt – Ang Lees Spionagedrama beginnt mit einer ungeheuer stimmungsvollen cineastischen Verbeugung vor dem Theater.

 

Schießen oder erschossen werden
Klopka gelingt das Kunststück, mehrere Dinge zugleich zu tun – es ist ein langsamer, unerbittlicher Thriller, eine Tragödie von klassischen Dimensionen, zugleich aber auch die Analyse einer Gesellschaft, in der der Mittelstand auf sehr dünnem Eis balanciert, während darüber eine neue, schwerreiche Oberschicht entsteht, von der keiner so genau weiß, wie sie eigentlich ihr Geld verdient.

 

 
Das Leben geht weiter

Jia Zhang-Kes filmische Meditation über eine gigantische Umweltzerstörung. Von Wolfram Schütte

 

Gegen den Baum
Baisch, Anzengruber und Schwanenmeister, drei Herren mittleren Alters, die nach einem Unfall gemeinsam in einem Mercedes Benz eingeschlossen sind, könnten Linderung durch Humor gebrauchen. Festgefahren im Wald zwischen zwei Bäumen wächst stündlich ihr Leid.

 

Weniger ist manchmal mehr
Der Titel seines neuen Films "Auf der anderen Seite" bezeichnet mehr oder weniger auch das Leitmotiv seiner Vorgänger und weist hier erneut auf die Überquerung geographischer sowie kultureller Grenzen hin. Das altbewährte Muster hat wieder zum Erfolg geführt, diesmal mehr denn je.

 

Im Dazwischen der Worte
Wie schon in seinem Vorgängerfilm "Uzak", für den Nuri Bilge Ceylan 2003 die Goldene Palme in Cannes erhielt, ist auch diesmal die Sprachlosigkeit das große Thema des türkischen Filmemachers. Verkörpert wird das Paar in der Krise von Ceylan selbst und seiner Ehefrau.

 

…daß man sich drin spiegeln kann

Pro Jahr gibt es eine Handvoll deutscher Produktionen, bei denen ein Blick auf die Stabliste ausreicht, um sicher zu sein, einen handwerklich überdurchschnittlichen, ja meisterlichen Film sehen zu werden.

 

Aus und in der Zeit

Thomas Rothschild berichtet vom diesjährigen Dokumentarfilm-Festival 'Flahertiana' in Perm.

 


Die perfekte Maschine


Paul Greengrass hat mit „Das Bourne Ultimatum“ ein makelloses Meisterwerk der Effizienz geschaffen.

 

Ein langsamer Tod

Vom 31.
Festival des Films du Monde in Montréal berichtet Thomas Rothschild für das titel-Magazin.

Den Hauptpreis teilen sich
Ben X und Ein Geheimnis. Auch der Publikumspreis ging an Ben X. Der Film steckt voll von Überraschungen und vermeidet didaktische Besserwisserei ebenso wie jugendtümelnde Anbiederung an aktuelle Moden. Der Film ist, wie sein Held, selbst ein Außenseiter und hat das Zeug für eine Karriere, nicht nur bei Festivals.

 


Über zwei römische Imperien


"Die letzte Legion" ist nichts weiter als der traurige Beweis dafür, dass Fernsehästhetik endgültig seinen Weg auch ins internationale Kino gefunden hat.

Was wäre, wenn...

… über Nacht alle Erwachsenen vom Antlitz der Erde verschwunden wären und nur eine Handvoll Kinder noch durch die Straßen der Städte und durch die Länder ziehen ...

Amerika, der Weltstaubsaugervertreter

Die Amerikaner können einem wirklich leid tun. Jetzt hatten sie endlich mal wieder einen historischen Moment: Abzug aus dem Irak - aber keiner wollte jubeln. Obama hat es freilich auch wieder ...

Grinsen ins Gesicht

Monsters of british humor mit charmantem Indiefolk von der Insel. Von GERD HASELMAIER

"Staatsfeind Nr. 11" - Tourplan 2010

"Kabarettisten sind von der schnellen Truppe, zumal solche wie Tretter, die nicht dem allfälligen Comedy-Genre anhängen, sondern richtiges, politisches Kabarett machen ..." ...

,,Sie ähneln uns zu sehr"

Fast zerbrechlich wirkt die Dame, die im Hotel Adlon von ihrer Arbeit erzählt. Doch in ihrer sanften Stimme liegt unbeirrbare Entschlossenheit. Neben ihr ihr ständiger Begleiter Mr. H., ...