Vertrauen, hoffen, lieben
Gewichtige Worte und Werte von ebensolchem Gewicht findet man in diesem Buch. Was man gleichfalls findet, ist sind die Pendants, Einsamkeit, Leid, und Wut. Es ist ein Buch der Extreme und ein Buch der Gegensatzpaare. Wie Realität und Märchen. Aus diese Mischung hat Antonia Michaelis mit Die Worte der weißen Königin eine sehr dunkle Geschichte gewoben. Gut, dass die Dunkelheit einmal endet und nicht nur im Märchen. Von MAGALI HEISSLER
Schneckenfluch mit Pilzen
Wer sich bereits beim Anblick von Nacktschnecken gruselt, wird vielleicht davor zurückschrecken, Das schaurige Haus in die Hände zu nehmen. Wer aber etwas stärkere Nerven hat, dem rät PAULA FRANK (12 Jahre) zuzugreifen.
Wie funktionieren Eltern?
Katies unverzichtbare Gebrauchsanweisung für die katastrophenfreie Steuerung deines Erziehungsberechtigten ist mehr als ein Roman. Nebenbei kann man erfahren, wie man kleinere Reparaturen an seinen Eltern selbst vornehmen kann. Unsere Jugendbuchexpertin KATJA GUCKENBERGER (12 Jahre) findet das Buch mit ihrer Fast-Namensvetterin nicht nur hilfreich, sondern vor allem sehr lustig.
Verfluchtes Mittelalter
2011 erhielt Ulrike Poznanski für ihren gelungenen Jugendroman „Erebos“ den Preis der Jugendjury des Deutschen Jugendliteraturpreises. Nun legt sie nach, mit einem Roman, der seine Leser in die Welt der Mittelalter-Conventions führt. Die Erwartungen sind hoch, werden sie auch erfüllt? Von BEATE MAINKA
In Bedrängnis
Lissy Winterhart, die gebeutelte Heldin aus Herz, Klopf! ist zurück, stachelig, bissig, abweisend und zugleich ängstlich, mitfühlend und liebebedürftig, wie eh und je. Begegnungen mit anderen Menschen verlaufen unverändert heftig, Lissys Bemühungen um Kontrolle, auch ihrer selbst, scheinen immer noch zum Scheitern verurteilt. Diesesmal schlägt auch noch die Liebe zu, die ganz große, und Lissy steht in all ihren Verstrickungen plötzlich mit dem Rücken zur Wand. Sie hat sich zu viel zugemutet. Das gilt allerdings auch für die Autorin, fand MAGALI HEISSLER nach der Lektüre von Agnes Hammers Jugendthriller Nacht, komm!
Das Bildnis
Sabine Ludwig hat mit Painting Marlene ein Jugendbuch geschrieben, das LIA DOLFUS nicht aus der Hand legen wollte und sie mindestens vier Mal überzeugte, den Täter nun aber wirklich entlarvt zu haben.
Wo das Erzählen noch geholfen hat
Märchenbücher müssen dick sein und geheimnisvoll wirken, so ähnlich wie Zauberbücher voller magischer Zaubersprüche. Und genau so sieht Michael Köhlmeiers Sammlung von 100 Märchen aus: ein unheimlicher Rabe auf uraltem Pergament wartet nur darauf, dass wir uns an 100 Geschichten aus aller Welt wagen. ANDREA WANNER hat sich von der Beschwörungsformel »Es war einmal …« in Bann ziehen lassen.
Traumberuf Model?
Beim Betrachten des Titelbildes denkt man sofort an Iman, das Vorzeigemodel der Moderbranche aus Somalia. Wer jetzt allerdings eine mit Klischees behaftete Aschenputtel-Geschichte über den kometenhaften Aufstieg eines jungen Mädchens zum neuen Star der Laufstege erwartet, der wird eindringlich und überraschend enttäuscht. Von BEATE MAINKA
Erdenschwer
Wer träumte nicht davon, Flügel zu haben, sie auszubreiten und sich hinauf in die Lüfte schwingen zu können, um davon zu fliegen. Lucy Christopher verbindet in Isla Schwanenmädchen diesen alten Menschheitstraum mit klassischen Märchenmotiven und einer ernsten Familiengeschichte. Leider genügt ihr das nicht. Und so werden erzählerische Konventionen zu Bleigewichten, die den Flug – kaum begonnen – mit einer Bruchlandung enden lassen. Von MAGALI HEISSLER
Ein entwischtes Engergieteilchen
Über Buchcover lässt sich streiten. Und wahrscheinlich greift ein junger Leser zielsicher nach genau dem Buch, das ein Erwachsener mit einem einzigen Blick auf das Äußere verschmäht. In diesem Fall hätte der junge Leser Glück und der erwachsene Pech gehabt. ANDREA WANNER spricht aus Erfahrung, denn beinahe hätte sie eines der Highlights des Bücherherbsts verpasst.
Was Politik in einem privaten Leben anrichten kann
Hamayuns Probleme mit den Taliban und der ersten Liebe. Anoush Elman und Edward van de Vendel erzählen die Geschichte einer Flucht. Von GEORG PATZER
Verschwommene Sicht
Mit sechzehn ist es höchste Zeit, die Kinderstube zu verlassen. Das ist jedoch nicht nur unbequem, sondern kann auch verflixt weh tun, da so manche kindliche Illusion einem scharfen Blick nicht standhält. Kein Wunder, dass manche Jugendliche sich vor solchen Erfahrungen drücken. Francesco Gungui führt in seinem umfangreichen Roman Ich mag dich, wie du bist leider nicht nur seine Heldin auf verschlungene Wege durch den Dunst, sondern auch die Leserinnen. MAGALI HEISSLER folgte ihnen eher kopfschüttelnd durch das vielfach künstlich eingenebelte Labyrinth.
Der Freund aus dem Labor
Charlotte Kerner hat mit Blueprint bereits ein sehr erfolgreiches Buch zum Thema »Klonen« verfasst. Auch ihr neuer Roman, Jane Reloaded, beschäftigt sich mit dieser Thematik, allerdings ist die Handlung hier noch weiter in die Zukunft versetzt. Unsere Jugendbuchexpertin SOPHIA RIESSBECK (12 Jahre) hat das Buch probegelesen und fühlt sich von der Autorin zwar belehrt, aber wenig unterhalten.
Wer ist Vango?
Paris 1934. Im Alter von 19 Jahren soll Vango vor der Kathedrale Notre Dame zum Priester geweiht werden. Doch es kommt alles ganz anders. Eine Jagd durch Raum und Zeit beginnt. Und an dem Leser nagt ständig eine Frage: Wer ist Vango? Von TANJA LINDAUER
Sein und Schein
Man muss ja nicht immer gleich bei Nietzsche oder Schopenhauer nachschlagen, um die Welt zu verstehen. Man kann ja auch mal selber nachdenken, was es mit der Welt auf sich hat. GEORG PATZER hat das an dem Buch Was, wenn es nur so aussieht, als wäre ich da? probiert.
Nach dem großen Knall
Wieder ein neuer Verlag, der sich an den Fantasy-Hype dranhängt und versucht, aus dem 100. Biss-Aufguss noch Geld zu machen, könnte man bei der neuen Reihe INK des Egmont-Verlages denken. Doch ein genauerer Blick lohnt, stellte BEATE MAINKA fest …
Graswurzelliebe
Liebe zu empfinden scheint eine einfache Sache zu sein, tatsächlich ist es eine ziemlich komplizierte. Liebe hat einiges damit zu tun, dass man stabile Verbindungen akzeptieren kann, gleich, ob man eine Sache liebt oder einen Menschen. Manchmal aber spielt das Leben so, dass Verbindungen keine Zeit dazu haben, stabiler zu werden. In dem Fall gewöhnt man sich ans Ungewisse, vor allem, wenn man noch sehr jung ist. Was passiert, wenn aus schierem Hinnehmen von Gegebenheiten plötzliche kleine Wurzeln echter Zuneigung schlagen, ist das Thema des neuen Romans von Marjolijn Hof – Nie ist ganz schön lang. Von MAGALI HEISSLER
Die Gefahr, dem Leben verloren zu gehen
Jung, männlich, schwul und das in einer typischen US-amerikanischen Neubausiedlung im typischen US-amerikanischen Mittleren Westen. Kennt man die Stichworte? Klar. Gibt es dazu noch etwas zu sagen? Nein, ist man versucht zu antworten. Damit würde einem aber wirklich etwas entgehen. Der junge Autor Nick Burd mag nicht unbedingt das Ausnahmetalent sein, als das ihn die zu sinnlosen Superlativen neigende Presse in den USA abfeierte, aber mit seinem Erstling Die Wonnen der Gewöhnlichkeit hat er tatsächlich weitgehend Außerordentliches geleistet, findet MAGALI HEISSLER.
Mein Onkel, die Stasi und die Fußball-WM 1974
21 Jahre nach der Wiedervereinigung hat sich der renommierte Autor Manfred Theisen eines Themas angenommen, das für die junge Generation Gesamtdeutscher allmählich in Vergessenheit gerät. Verpackt in eine spannende Agentengeschichte erzählt er von Geschehnissen, die so oder ähnlich tatsächlich passiert sind; und schreibt damit gegen das Verdrängen und Vergessen der Stasi-Vergangenheit der DDR an. Von BEATE MAINKA.
Zwei Frauen in einem Körper
Melanie und Wanda haben vieles gemeinsam, vielleicht zu viel. Sie sind beide stark, liebevoll und mitfühlend. So weit, so gut. Doch sie müssen sich zudem auch noch einen Körper teilen. TANJA LINDAUER freut sich über die Taschenbuchausgabe des 2008 erschienenen Bestsellers von Stephenie Meyer.
Göttliche Liebe
Aufgepasst Edward und Bella, ihr bekommt Konkurrenz! Helen und Lucas sind unsterblich ineinander verliebt, sie sind beide Halbgötter – sogenannte Scions – und sie stammen aus verfeindeten Familien. Doch ihre Liebe darf nicht sein... Von TANJA LINDAUER
Bühnenzauber und Magie
Zirkus und Theater, echte Zauberer und Illusionisten, Clowns und Könige, schöne Prinzen und tapfere Mädchen, ein Djinn, sprechende Wasserspeier und ein Hauch von Drache – für ihren phantastischen Roman Das gefrorene Lachen hat Susanne Gerdom eine halb vergessene und recht staubige Truhe aus der hinteren Ecke des Erzähler-Dachbodens gezerrt, aus ihrem Inhalt aber eine attraktive und nahezu staubfreie neue Geschichte gezaubert. Von MAGALI HEISSLER
Ursachenforschung in Sachen Gewaltbereitschaft
Manchmal wird die Aktualität von Büchern von der Wirklichkeit noch überholt und gesteigert. Das exemplarische Jugendbuch der Finnin Terhi Rannela über die Geschichte einer jungen Frau, die zur Amokläuferin wird, erhält durch die schrecklichen Ereignisse in Norwegen verstörende Bedeutsamkeit. Von BEATE MAINKA
Behinderungen
Mit dem Abitur endet ein Lebensabschnitt, der mit einem klar definierten Ziel nämlich. Wem danach die Ziele fehlen, kommt leicht ins Stolpern. Das Leben ist voller Fallen und Hürden. Nicht selten aber steht man sich vor allem selbst im Weg. Christian Bartel bringt in Zivildienstroman seinen Helden fast um den Verstand. Von MAGALI HEISSLER
Auf der Suche nach Alternativen
»Was habe ich dem lieben Gott nur getan, dass er mir eine an Sofa klebende Schnecke, einen Modejunkie und eine virtuelle Schweinehirtin anhängt«, fragt der gestresste Arzt Dr. Baudoin seine Frau. Er spricht von seinen drei Kindern, Violaine, Paul-Louis, und Mirabelle. Dass das keine Geschichte für ein französisches Familienidyll wird, ist klar. Aber noch ahnt Baudoin nicht, wie schlimm es wirklich werden ist. ANDREA WANNER begleitet die Familie durch ihre Krise.
Steampunk is coming!
Wer sich mit fantastischer Literatur auseinandersetzt und ein bisschen abseits der Vampir-, Werwolf- und Urban Fantasy-Pfade wandelt, kann in letzter Zeit eine aufregend neue Strömung entdecken – den Steampunk. Richard Harland, britischer Fantasyautor, zählt mit zwei außergewöhnlichen Jugendromanen zu dessen lesenswerten Vertretern. Von BEATE MAINKA
Facetten der Liebe
Jena möchte sie romantisch, Skye beschützend, Dakota will über sie herrschen und Owen sich am liebsten heraushalten. Die Liebe aber lässt sich weder hineinreden noch gar in die Karten schauen und schleudert die vier gnadenlos in tiefste Abgründe und auf höchste Höhen, natürlich dann, wenn sie am wenigsten damit rechnen. Die Leserinnen und Leser reißt Carolyn Mackler in Viermal Paradies und zurück ebenso mit. Von MAGALI HEISSLER
Aus der Schale schlüpfen
Als Kind neigt man dazu, die Dinge hinzunehmen, wie sie sind. Verwirrende Lebensumstände, schwierige Eltern, abweisende Gleichaltrige, man arrangiert sich. Die eine oder andere Seltsamkeit kann man sogar liebgewinnen. Mit wachsender Lebenserfahrung aber tauchen Fragen auf. Jacques Couvillion zeigt in Chicken Dance, dass man, wenn man Antworten will, die Sache von einem neuen Standpunkt aus betrachten muss. Auch wenn dieser jenseits des Nestrands liegt. Von MAGALI HEISSLER
Sommer der Veränderung
Zugegeben, das Cover und der Titel lassen den üblichen flachen Teenie-Kitsch vermuten, doch das Bild täuscht. Im Buch findet sich eine berührende, einfühlsame Adoleszenzgeschichte von einer, die Schlimmes verkraften muss und daran reift. BEATE MAINKA war positiv überrascht.
»Geh nicht gelassen in die gute Nacht«
Irgendwo in der Zukunft, in einer Welt, in der der Zufall ausgeschaltet ist und »das System« allen Menschen ein Leben in Sicherheit garantiert, geschieht das Unfassbare: ein Fehler im System bringt die Welt in Wanken. ANDREA WANNER hat den ersten Band der Trilogie gelesen.
Zickzackwege
Manchmal ist das Leben wie Treibsand. Jeder Schritt muss sorgfältig überdacht werden. Am allerbesten wählt man nur sichere Wege, die man in- und auswendig kennt. Aber manchmal hält das Leben ungeahnte Überraschungen bereit. ANDREA WANNER begleitet den 12jährigen Frankie auf neuen Wegen.
Zeit der Lügen
Lügen gilt als eklatantes Fehlverhalten, trotzdem ist es aus dem Leben nicht wegzudenken. Es gibt Dutzende Varianten und Dutzende von Gründen dafür. Einigkeit herrscht nur darüber, dass Lügen schaden, selbst wenn sie nützen. Anne-Laure Bondou erzählt in Zeit der Wunder gleich von einem ganzen Lügengewebe, in das ihr junger Protagonist eingesponnen wird. Mit gutem Grund, der zugleich ein wirklich schrecklicher ist. Das Doppelgesicht der Lüge eben. Von MAGALI HEIßLER
Sommerfieber
Wenn die Hitze schwer über den Feldern liegt, wenn sich kein Lüftchen regt und die Welt nach süßer Limonade und Eis schmeckt, scheint die Zeit stehen zu bleiben. Sommerglück und Kinderglück sind eins. Aber man bleibt nicht immer ein Kind und auf einmal erkennt man, dass die vertraute Wärme nur eine Seite des Sommers ist. Die andere ist ein loderndes Feuer. In Hannah Roberts McKinnons Franny Parker begegnet eine Dreizehnjährige seinen Gefahren. Von MAGALI HEISSLER
Von Horror und Heiterkeit
Das emotionale Spektrum von Schönheit und Schrecken klafft kaum irgendwo stärker auseinander als im Märchen - es sei denn in der Märchenverfilmung. Rapunzel und Red Riding Hood markieren in Sachen Zielpublikum und Inszenierung die Extreme des Genres der Märchenadaption. Was Küss den Frosch, Beastly und zum Jahresende wohl auch Puss in Boots eint, ist die enorme Distanz zur Vorlage. Die ursprüngliche Fassung der Märchen, sei es die der Brüder Grimm, Charles Perraults oder der zahlreichen Autoren von Kunstmärchen, verblasst im kollektiven Gedächtnis immer mehr gegenüber den modernen Variationen. Für LIDA BACH ein Grund mehr die Originale neu zu entdecken.
Von Todessehnsüchten und Unsterblichkeitsfantasien
Jugendliteratur thematisiert das Thema Tod in vielen Facetten, von ganz realistischen Einzelschicksalen über Kriminalromane bis hin zu den seit Jahren beliebten Vampir-Romanen, die die Naturgesetze von der Endlichkeit des menschlichen Lebens aufheben. Was fasziniert jugendliche Leser daran? Von BEATE MAINKA
Im Reich der Fantasie
Wo die Fantasie herrscht, ist das Unmögliche möglich. Dort gibt es Einhörner und Drachen, dort liegt das Schlaraffenland, in dem alle immer satt werden, und das Land des ewigen Friedens, wo einem nicht einmal ein Steinchen in den Schuh gerät. In seinen hellsten Landstrichen findet man die Insel Utopia und ihre Ableger. In dunkleren Gegenden gibt es allerdings Landschaften, deren erdachte Gegebenheiten nur Verwirrung stiften. Wie bei Janne Teller: Krieg. Stell dir vor, er wäre hier. Von MAGALI HEISSLER.
Sterben für Fortgeschrittene in sieben Schritten
Die junge New Yorker Autorin Lauren Oliver hat es mit ihrem Debütroman auf Anhieb auf die diesjährige Nominierungsliste zum Deutschen Jugendliteraturpreis geschafft, ausgerechnet mit einem Buch über das wiederholte Leben und Sterben eines jungen Mädchens. Und das mit Recht, findet BEATE MAINKA.
Yoda: Die Akte
Früher, also ganz früher, war die Weisheit eine Göttin und ihre Worte ein Wunder an Sprachkunst. Seit Star Wars Episode V ist jedoch klar, dass die Weisheit klein, grün und spitzohrig ist und ihr Spruch ganz sicher nicht den geltenden Regeln der Grammatik unterliegt. Was der Weisheit offenbar keinen Abbruch tut. Wenn sie denn echt ist. Aber kann man an Yoda zweifeln? Tom Angleberger untersucht die Sache in Yoda ich bin! Alles ich weiß!. MAGALI HEISSLER schaut ihm dabei auf die Finger.
Die Nebel lüften
Ältere Bücher, vor allem, wenn sie als sogenannte Klassiker gelten, umgibt ein gewisser Nimbus. Zuweilen wird dieser auch mit einer bloßen Staubwolke verwechselt. Sutcliffs Klassiker des historischen Jugendromans erschien zum ersten Mal 1954, zehn Jahre später kam er in deutscher Übersetzung heraus. Seit damals war er immer lieferbar, vierzig Jahre später, 2004, gab es eine Ausgabe in neuer deutscher Rechtschreibung und schließlich eine Neuübersetzung. Die aktuelle Ausgabe ist aus Anlass der aktuellen Hollywood-Verfilmung des Stoffs mit einem Ausschnitt aus dem Filmplakat geschmückt. Ist Rosemary Sutcliffs Der Adler der neunten Legion ein Schatz oder klimpern da nur falsche Münzen? MAGALI HEISSLER hat genauer hingesehen.
Höhlenmädchen
Die Personen in Kevin Brooks‘ Romanen rekrutieren sich aus den Randbereichen der menschlichen Gesellschaft, das ist in Killing God nicht anders. Dass der 51jährige Autor allerdings die Erzählperspektive einer 13jährigen einnimmt, die schwerste seelische Verletzungen erlitten hat, klingt nach einem gewagten Experiment. Von BEATE MAINKA
Ein besonderer Sommer
Diesen Sommer ist alles anders. Jenny Han erzählt von den Gefühlen einer Heranwachsenden und von dem Sommer, als ich schön wurde. Von GEORG PATZER
Eine Schlange im Paradies
Manchmal ist es schwer festzustellen, was überhaupt die Wahrheit ist. Vielleicht wäre es ein erster Schritt, überhaupt einmal zu reden. „Du musst die Wahrheit sagen“ klingt dramatisch – und genau so meint es Mats Wahl in seinem neuesten Roman, der ANDREA WANNER fesselte.
Das Ungeheuer in der Schönen
Schönheit ist ein böser Zauber von altersher. Sie blendet, verführt, bringt am Ende gar denjenigen den Tod, die ihr begegnen. Hin und wieder allerdings fällt der Fluch auf die Schönen selbst zurück. Kristin Cashore nimmt sich in ihrem zweiten Fantasy-Roman "Die Flammende" einer solchen fluchverbreitenden und zugleich verfluchten Heldin an. Das Ergebnis weist beträchtliche Schönheitsfehler auf. Von MAGALI HEISSLER
Vergangenheit will und muss aufgearbeitet werden
Wie viel Last lässt sich auf den Schultern einer 15jährigen abladen, ohne dass sie daran zerbricht? Irgendwann einmal, früher, war Rowans Leben in Ordnung, jetzt ist es nur noch Kaputte Suppe. Gemeinsam mit der britischen Autorin Jenny Valentine fragt sich ANDREA WANNER wie lange das wohl gut geht.
Übermäßiges Studium zerrüttet den weiblichen Geist
Dies war im viktorianischen England um das Jahr 1870 landläufige Meinung unter Wissenschaftlern. Damit hat die aufgeweckte Louisa kaum eine Chance, ihren Berufswunsch Ärztin zu verwirklichen. Doch es kommt noch schlimmer ... Von BEATE MAINKA
Freiheit hat ihren Preis
Ihr Schicksal scheint vorbestimmt: heiraten, Kinder kriegen, schuften, ohne je wirklich etwas zu erreichen. Was das Leben zu bieten hat, sieht sie an ihrer eigenen Mutter, die neun Kinder zur Welt gebracht hatte, wovon vier bereits wieder gestorben waren. Alles ist geregelt: Pell wird den Nachbarjungen Birdie Ridley heiraten. Meg Rosoff erzählt von einer jungen Heldin und ihrem großen Ziel: Davon, frei zu sein. Von ANDREA WANNER
Wenn die Dämme brechen
Die Welt ist voller Probleme und Gefahren. Ein sehr junger Mensch, mit seiner geringen Lebenserfahrung und unbehütet, kann leicht in ihre Strudel geraten und an den Klippen zerschellen. Ellen Hopkins schildert in Crank, ihrem im Ursprungsland USA vielgelobten und preisgekrönten Erstling für Jugendliche, eine solche Geschichte. Noch dazu in Versen. Bei MAGALI HEISSLER hat die Lektüre Stirnrunzeln ausgelöst.
Knietief im blutigen Schlamm
Mit Der Monstrumologe legt Rick Yancey den ersten Band einer Jugendbuchreihe vor, aus der wirklich etwas werden könnte ... Von JAN FISCHER
Fantasy mit einer gehörigen Portion Klassik
Was wäre, wenn alle berühmten verstorbenen Schriftsteller in einer Stadt zusammenleben würden, mit all ihren Vorlieben, Marotten, Eitelkeiten? Und wie sähe die beste aller Welten aus? Diesen Fragen spürt der Belgier Peter van Olmen in seinem ersten Fantasyroman für Jugendliche Odessa und die geheime Welt der Bücher nach. Von BEATE MAINKA
Flügge werden
Der Sprung über den Nestrand ist bei weitem nicht so leicht, wie es aussieht. Dies gilt umso mehr, wenn man schon unter schwierigsten Umständen lebt und sich vermeintlich bestens mit ihnen arrangiert hat. Die verstreichende Zeit aber fordert Veränderungen. Do van Ranst erzählt in Müttern mit Messern sind gefährlich von der Herausforderung, erwachsen zu werden unter erschwerten Bedingungen. Von MAGALI HEISSLER
Unsere Zukunft
Das alte Jahr geht zu Ende. Mit Timothée de Fombelles Märchen Céleste wirft ANDREA WANNER einen Blick in die Zukunft.
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Alles, nur kaum Eier
Verrückte Hühner kennen alle – kein Zweifel, dass es sie wirklich gibt. Heinz Janisch erzählt, wie ein Bauer an seinem jedoch fast verzweifelt. Sein verrücktes ...
Fremd bin ich eingezogen
Der Nürnberger Autor Leonhard F. Seidl bezeichnet seinen Debütroman Mutterkorn als »Geschichte einer Befreiung«. Eine Bestandsaufnahme von HUBERT ...
Lieblingstiere (3)
Es galoppiert mein hohes Ross
von Zauberschloss zu Zauberschloss
Bellevue, Neuschwanstein, Camelot
und heute hü und morgen hott
Kafka und Komik?
Beim Namen Franz Kafka denken die meisten an Beklemmendes wie Der Prozess oder Das Schloss, an Unheimliches wie Ein Bericht für eine Akademie oder In der ...
Bonsoir Tristesse
Jean Cayrol gehört zu den großen Unbekannten der französischen Nachkriegsliteratur. Sein Roman Im Bereich einer Nacht (L'espace d'une nuit) erschien ...
Nachhaltig wortgewaltig
Ich bin es gewohnt, in regelmäßigen Abständen verständnislos angeschaut zu werden – in der Tat dürfte ich wahrscheinlich deutschlandweit einer der wenigen ...
Schweizerinnen auf dem Vormarsch?!?
Wer fällt Ihnen ein, wenn Sie an starke Schweizer Frauen denken? Wenigstens irgendeine Frau? Frau? Fühlen Sie sich nicht zu schlecht, wenn Ihnen zu dem Land, in dem die Frauen erst 1971 ...
Den Lauf der Welt verändern
Um die Gunst der Leserschaft kämpfen viele Comics. Die Chaostheorie, das erste Album der neuen Serie Kaplan & Masson, kann gerade durch seine Solidität ...
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