von Michael Ebmeyer GEH MIR FORT - Grobzeug im Rindermix 2 - Teil XLI Zwei Jahre Digitale Spiele bei TITEL-Kulturmagazin Roedelius: Plays Piano (Live in London 1985) Zum Tod der Literatur-Nobelpreisträgerin Wislawa Szymborska Didier Convard / Jean-Christophe Thibert: Kaplan & Masson Band 1, Die Chaostheorie
Dienstag, 07. Februar 2012 | 05:41

 

Ein Geheimtipp der deutschen Literatur

Die Kinder der Finsternis von Wolf von Niebelschütz, erschienen 1959, entführt den Leser in die faszinierende Welt des Mittelalters. Eine Pflichtlektüre findet HUBERT HOLZMANN

 

Grimmige Geschichten

Arthur Rackham, Walter Crane, Kay Nielsen, Divicia Landrova und der am Art Work für Disneys Schneewittchen beteiligte Gustaf Tenggren sind nur die berühmtesten der Künstler, deren von 1820 bis 1950 entstandene Illustrationen Grimms Kinder- und Hausmärchen zur visuellen Schatzkammer machen. Eigens von Laura Barrett für den die grimmsche Märchenwelt in ihrer ganzen Zauberkraft und symbolischen Tiefe erweckenden Bildband kreierte Silhouetten fügen sich makellos an die aus Originaleditionen aus fünf Dekaden entnommenen Scherenschnitte zum Schmuck der 27 ausgewählten Märchen. Von LIDA BACH

 

 

Der junge Wilde oder Eine Fantasie auf das Parisurteil

»Nichts auslassen im Leben!« So ähnlich könnte der Wahlspruch des jungen Prinzen klingen, den Christoph Martin Wieland (1733-1813) in seinem Feenmärchen, der Geschichte des Prinzen Biribinker (1764), als Beispiel für eine moderne pragmatische Lebenssicht – nicht nur in seiner Zeit des Enlightenment – zeichnet.

Von HUBERT HOLZMANN

 

Die Nebel lüften

Ältere Bücher, vor allem, wenn sie als sogenannte Klassiker gelten, umgibt ein gewisser Nimbus. Zuweilen wird dieser auch mit einer bloßen Staubwolke verwechselt. Sutcliffs Klassiker des historischen Jugendromans erschien zum ersten Mal 1954, zehn Jahre später kam er in deutscher Übersetzung heraus. Seit damals war er immer lieferbar, vierzig Jahre später, 2004, gab es eine Ausgabe in neuer deutscher Rechtschreibung und schließlich eine Neuübersetzung. Die aktuelle Ausgabe ist aus Anlass der aktuellen Hollywood-Verfilmung des Stoffs mit einem Ausschnitt aus dem Filmplakat geschmückt. Ist Rosemary Sutcliffs Der Adler der neunten Legion ein Schatz oder klimpern da nur falsche Münzen? MAGALI HEISSLER hat genauer hingesehen.

 

Dunkelkammer der Seele

Alfred Kubin schrieb seinen ersten, einzigen Roman in einer Schaffenskrise 1908. In nur drei Monaten entstand Die andere Seite, eine beklemmend düstere Endzeitvision. Sie beeinflusste Expressionisten und Surrealisten, gilt heute als Klassiker der »schwarzen« Moderne und erweist sich als Werk von erstaunlicher Aktualität. Von MONIKA THEES

 

3627 Zentimeter in die amerikanische Nacht gehaucht

Jack Kerouacs generationenbildender Roman On the Road liegt jetzt in der Urfassung vor. Die ganzen 3627 Zentimeter. Unnötig ist das nicht. Aber auch nicht wichtig. Von JAN FISCHER

 

Grausame Geschichten

Und der Doktor sitzt dabei und gibt ihm bitt’re Arzenei. Um einen der kleinen Patienten dabei zu beruhigen, entwarf der Frankfurter Kinderarzt Heinrich Hoffmann oft Bildgeschichten und Verse. Wenn sie denen des Struwwelpeter ähneln, waren die Kinder vielleicht mehr von Grauen gebannt als beruhigt. 1844 verfasste Hoffmann den Struwwelpeter als Weihnachtsgeschenk, unzählige Male wechselte es in Interpretationen, Adaptionen und Parodie seine Gestalt. Die Faszination des buchgewordenen Kinderschrecks aber ist zeitlos. Von LIDA BACH

 

Wirklichkeit und Vorstellung verschmelzen zur Kunst

„Ich hatte eine Farm in Afrika am Fuß des Ngong-Gebirges.“ Mit diesem Satz eröffnet Karen Blixen (1885–1962), in Deutschland unter dem Pseudonym Tania Blixen bekannt, ihren Weltklassiker. Und bereits mit dem ersten Satz wird der Leser von der Kraft der Erzählung erfasst und in eine fremdartige und unbekannte Welt hineingezogen. TANJA SIEG hat die Neuausgabe des Romans zum 125. Geburtstag der fantastischen Geschichtenerzählerin noch einmal gelesen.

 

Huck, wo bist du?

Mit Superlativen sollte man in der Literaturkritik sehr vorsichtig umgehen, aber diese Romane gehören ganz eindeutig zu den großen Klassikern der Weltliteratur: Tom Sawyer und Die Abenteuer des Huckleberry Finn sind unverwüstliche Werke eines großartigen Literaten. Eine neue Hörspiel-Adaption führt uns pünktlich zum Mark-Twain-Jubiläum wieder direkt auf den Mississippi. Ein Klassiker-Check von MARTIN BEYER.

 

Billy Pilgrims Reise durch Zeit und Raum

1969 erschien Kurt Vonneguts Schlachthof 5 oder Der Kinderkreuzzug. Der Roman avancierte zur „Antikriegsfibel der Vietnam-Generation“, zum literarischen Meisterwerk der US-amerikanischen Postmoderne. Der Rowohlt Verlag legt jetzt eine Neuausgabe vor. Ein Klassiker-Check von MONIKA THEES anlässlich des 65. Jahrestags der Bombardierung Dresdens, deren Schrecken den Kern dieses immer noch berührenden Romans bildet.

 

Einblicke mit monströser Wucht

Realistisch erzählte Texte sind langweilig? Hier kommt ein Gegenbeweis: Die Neuauflage von John Cheevers Der Schwimmer ist erschienen und belegt, weshalb Cheever zu den lesenswertesten Klassikern unter den amerikanischen Kurzgeschichtenautoren zählt. Von SIMONE SCHRÖDER

 

Kopulation ist nicht geiler als der Tod

Walt Whitmans „Ich“ fliegt über Amerika. Und was sollen wir damit, wir Nichtamerikaner? Whitmans Grasblätter sind auch uns zugeeignet, den Bewohnern „fremder Länder“:

 

Ich hörte, daß ihr etwas erbittet, dieses Rätsel der Neuen Welt zu bekunden / und Amerika zu erklären, seine athletische Demokratie,/Deshalb sende ich euch meine Gedichte, damit ihr in ihnen erblickt, was ihr verlangt.

Von BRIGITTE HELBLING 

 

Beim Wiederlesen von Pan

WOLFRAM SCHÜTTE nimmt Hamsuns 150. Geburtstag am 4. August zum Anlass, in die eigene Leservergangenheit zurückzukehren und zu überprüfen, ob sich der damalige fiebrige Lesetaumel bei der Lektüre des Pan auch beim heutigen Wiederlesen einstellen will.

 

Ein Hunger(-künstler)

Vor mehr als 115 Jahren hat Knut Hamsun Hunger geschrieben, einen Roman über eine gescheiterte Persönlichkeit, wie sie auch heute in jedem Stadtpark, auf jedem Bahnhofsvorplatz zu finden ist, in ausgelatschten Turnschuhen und speckigem Ledermantel, laut aus der Zeitung rezitierend. SIMONE SCHRÖDER hat den Klassiker begutachtet und kam zu dem Schluss: Auch in der Neuauflage glänzt der Roman als zeitgemäßes Stück Weltliteratur.

 

Paradies, verloren

Gewöhnlich haben die Klassikerausgaben des Manesse Verlags das Format eines Notizbuchs, das sich bequem in die Tasche stecken lässt. Anders diese groß angelegte Neuübersetzung von Schau heimwärts, Engel, die der Verlag achtzig Jahre nach Erscheinen der Originalausgabe vorlegt. Von ANDREAS MARTIN WIDMANN

 

Poes Jahrhundert

Edgar Poe, der beliebig Reduzierbare, hat ein Gesamtkunstwerk hinterlassen. Erfinder der Detektivgeschichte? Ja, aber anders. Erfinder des 19. Jahrhunderts? Das vor allem. DIETER PAUL RUDOLPH stellt uns „seinen“ E.A. Poe vor

 

Der große Einflüsterer

Vladimir Nabokovs Fahles Feuer ist eines der meistinterpretierten Werke der Weltliteratur. In ihm begegnen wir einem rätselhaften Erzähler, der uns den Leserbegriff des Autors näherbringt. LARS CLAßEN hat die Neuauflage diese Klassikers betrachtet.

 

Kluge Autopsie jener Jahre der Hoffnung

Im Klassiker-Check heute: Die zehn Martin-Beck-Romane von Sjöwall/Wahlöö - Ein Fachgutachten von DIETER PAUL RUDOLPH

 

Glück gehabt oder: Die rasende Sanseverina

- Stendhals "Kartause von Parma" in Elisabeth Edls neuer Übersetzung

Nach dem vor drei Jahren erschienenen “Rot und Schwarz” hat nun Elisabeth Edl den zweiten der großen Romane Stendhals, die 1839 erschienene “Kartause von Parma”, nicht nur neu übersetzt, sondern auch mit umfangreichen Materialien und Anmerkungen im Münchner Carl-Hanser-Verlag veröffentlicht. Der Stuttgarter Germanist Heinz Schlaffer hat der allgemeinen Wertschätzung von Autor & Werk eine amüsante kritische Widerrede gewidmet. Von WOLFRAM SCHÜTTE

 

Das Epitaph des deutschen Bildungsbürgertums

Es könnte kaum ein würdigeres Buch für den Start unserer neuen Klassiker-Rubrik geben:60 Jahre nach seiner Erstveröffentlichung stehen wir als Leser staunend vor Thomas Manns letztem großen Wurf. Der Doktor Faustus ist weniger ein Roman als ein zeitloses Monument deutscher Literatur: Bildungssatt, wunderbar komponiert, tiefgründig, tragisch – ein wahres Lesevergnügen (sic)!

 

Immer auf der Spur von Zensur

J. M. Coetzees radikale Antworten auf die Frage: „Was ist ein Klassiker?“

Bislang konnte man den Essayisten J. M. Coetzee nur als Autor der Überlegungen seiner Phantasiefigur „Esther Costello“ indirekt ausmachen. Nun hat der Nobelpreisträger von 2003 für sein deutsches Publikum eine Auswahl seines umfangreichen Essayismus unter dem Titel „Was ist ein Klassiker?“ veröffentlich. Von WOLFRAM SCHÜTTE

Den Lauf der Welt verändern

Um die Gunst der Leserschaft kämpfen viele Comics. Die Chaostheorie, das erste Album der neuen Serie Kaplan & Masson, kann gerade durch seine Solidität ...

Musique Electrique

Sie leben. Die Stimmen vom neonfarbenen See an den blauen Feldern. Von TOM ASAM.

Bonsoir Tristesse

Jean Cayrol gehört zu den großen Unbekannten der französischen Nachkriegsliteratur. Sein Roman Im Bereich einer Nacht (L'espace d'une nuit) erschien ...

Die Faszination des Grauens

Kaum ein Werk der Weltliteratur hat, sieht man einmal von der Bibel ab, so viele Künstler unterschiedlicher Epochen und Stilrichtungen zur Umsetzung ins Bildmedium angeregt. Die ...

Life and Death of a Hollywood Extra

»Rede!« – »Ich werde nichts sagen!« Blitz! Schock! Flackern! Noch höher drehen die russischen Schurken die Stromzufuhr des ...