Zeitgeschichtliches Panorama
Am Wochenende hat der Verband der Deutschen Kritiker in Berlin seine „Kritikerpreise 2009“ verliehen. In der Kategorie Literatur wurde Ursula Krechel geehrt.
Faszinierend
THOMAS ROTSCHILD kratzt am Image von Amos Oz.
Der tödliche Kuss
Thomas Rothschild über die Zarzuela La Leyenda del Beso und Sexualität als Gefährdung, die zum Tode führt.
Die Schludrigkeit des Umgangs mit Sprache und kulturellen Kategorien im Rundfunk und in den Zeitungen hat sich längst ausgewirkt. Wer darauf hinwies, galt als Kulturpessimist, gar als Beckmesser. Jetzt haben wir den Salat. Freilich, es geht auch so. Aber wer sich mit diesem Zustand abfindet, soll zumindest eingestehen, dass er sich vom Menschenbild der Aufklärung verabschiedet hat. Von Thomas Rothschild
Fakten und Fiktion
„Wie heißen Sie denn eigentlich?“ „Glanz“ sage ich. Ich melde mich auch am Telefon gern mit „Glanz“, denn da kann ich später immer noch behaupten, ich sei falsch verstanden worden, ich hätte ja Glavinic gesagt.
(Thomas Glavinic, „Das bin doch ich“)
Von Eckart Löhr
Der Schneemann
Tim Boson wagt in seinem Essay eine leise, ganz allmählich vonstatten gehende Annäherung, eine kreisende Suada an das Faszinosum Joseph Beuys.
Es gibt Tierschutz, weil es eine Sorte von Menschen gibt, vor denen man Tiere schützen muss. Sie ist benennbar: diese Menschen heißen Tierquäler. Es gibt Gebäudeschutz, weil es Subjekte gibt, die Gebäude gefährden: Vandalen, Einbrecher, Terroristen. Es gibt Konsumentenschutz – aber wo bleibt das Wort für jene, vor denen man Konsumenten schützen muss? Warum spricht niemand von Konsumentenbetrügern, von Verkaufskriminellen, von Werbegaunern, wenigstens, wie einst Vance Packard, von „hidden persuaders“? Die Sensibilität gegenüber sprachlichen Phänomenen ist selektiv. Von THOMAS ROTSCHILD
Die Schamlosigkeit, der Exhibitionismus, mit dem Frauen und Männer in der U-Bahn, im Kino, auf dem Gehsteig in ihre Handys brüllen, ohne Scheu vor Mithörenden, ohne Rücksicht erst recht auf deren Ruhebedürfnis, oft mit einem geradezu auffordernden Gestus, als wären ihre privaten Mitteilungen von menschheitsbewegendem Interesse, ist zur Landplage geworden. - Eine Kolumne von Thomas Rothschild
Unsere Bücher des Jahres
Ganz besondere Bücher des vergangenen Jahres waren für uns die fünf Titel, die von unserem Mitarbeiter Daniel J. Gall besprochen wurden. Daniel J. Gall verstarb im vergangenen Jahr völlig überraschend und viel, viel zu früh. Wir wollen uns auf diesem Wege bei ihm bedanken.
Es wäre eine Untersuchung wert, ob es einen Zusammenhang gibt zwischen der Erfolgsgeschichte von Coca-Cola und der bedenkenlosen Nachgiebigkeit entnervter Mütter gegenüber dem „Mama, ich hab’ Durst“ ihrer quengelnden Sprösslinge.
Das Regietheater zeichnete sich in seiner heroischen Zeit, in den siebziger und achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts, dadurch aus, dass es für „klassische“ Stücke moderne psychoanalytische oder soziologische oder textkritische Deutungen fand und organisch in die Inszenierung einarbeitete. Kostüm und Bühnenbild waren dann eine wichtige Ergänzung, nicht isolierte Signalstationen, wie heute leider allzu oft.
Globalisiertes Paradies?
Dass die EU ein rein ökonomisches Projekt ist, könnte jeder wissen, der sich nicht vom ideologischen Gefasel den Verstand rauben lässt. So betrachtet muss man jenen Bevölkerungen Sympathie zollen, die sich gegen den Brüsseler Imperialismus zur Wehr setzen. Wahrscheinlich ist der Zug aber abgefahren. Ernsthaft ist dieses Projekt nicht mehr zu gefährden. Von THOMAS ROTHSCHILD
Hans Durrer über Hofberichterstattung und Qualitätsjournalismus.
Frage als Antwort
Der Typus des wirklich neugierigen Befragers, der Typus eines Marcel Ophüls, eines Günter Gaus oder Alexander Kluge stirbt aus. Die heutigen Interviewer können nicht mehr auf Antworten eingehen, weil sie nicht zuhören, weil sie gar nicht erst Fragen stellen, auf die sie interessante Antworten erhalten würden. Von Thomas Rothschild
Eine Kolumne von Thomas Rothschild
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Die Faszination des Grauens
Kaum ein Werk der Weltliteratur hat, sieht man einmal von der Bibel ab, so viele Künstler unterschiedlicher Epochen und Stilrichtungen zur Umsetzung ins Bildmedium angeregt. Die ...
Schweizerinnen auf dem Vormarsch?!?
Wer fällt Ihnen ein, wenn Sie an starke Schweizer Frauen denken? Wenigstens irgendeine Frau? Frau? Fühlen Sie sich nicht zu schlecht, wenn Ihnen zu dem Land, in dem die Frauen erst 1971 ...
Harder. Faster. Louder!
Frank Schäfer, mit universitären Würden ausgestatteter Geisteswissenschaftler, Autor, Kritiker, Hobbymusiker und eingefleischter Metal-Fan hat eine Interviewsammlung zum Thema Heavy ...
Alles, nur kaum Eier
Verrückte Hühner kennen alle – kein Zweifel, dass es sie wirklich gibt. Heinz Janisch erzählt, wie ein Bauer an seinem jedoch fast verzweifelt. Sein verrücktes ...
Vertrauen, hoffen, lieben
Gewichtige Worte und Werte von ebensolchem Gewicht findet man in diesem Buch. Was man gleichfalls findet, ist sind die Pendants, Einsamkeit, Leid, und Wut. Es ist ein Buch der Extreme und ein Buch ...
Der Monat in Spielekritik: Januar
Jeden ersten Dienstag im Monat blickt das Ressort Digitale Spiele zurück auf lesenswerte und ...
Zombie. Zum Mitnehmen, bitte!
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