Musique Electrique
Sie leben. Die Stimmen vom neonfarbenen See an den blauen Feldern. Von TOM ASAM.
American boy meets british girl
Besser kann man sich die Wartezeit bis zum neuen The XX-Album nicht versüßen, meint TOM ASAM
Für eine Handvoll Lire
Ennio Morricone – klar, den kennt jeder. In den Sechzigern und Siebzigern, als das italienische Unterhaltungs- und Trashkino blühte, gab es aber noch einige andere interessante Filmkomponisten. Einer von ihnen war Riz Ortolani, dessen Soundtrack zu dem Mafia-Thriller Im Dutzend zur Hölle (1973) jetzt auf CD erschienen ist. Von CHRISTOPH HAAS
Live in London 1985
Schlicht der Titel, einfach großartig das Album. Von TOM ASAM
Die Taschen voll Pastiche
Mit gehörig Aplomb treten Black Bananas, ITAL und Philippe Petit die Tür zu KRISTOFFER CORNILS‘ Wohnung ein. Der ist gerade dabei, die Aschenbecher auszuleeren und Gläser abzuräumen. »Leute, habt ihr mal auf die Uhr geschaut? Viertel nach Post-Moderne! Die Party ist vorbei… Aber gut, wenn ihr schon mal da seid, dann kommt halt rein.«
Tolle krumme Dinger
Neben Kollabos mit Jaki Liebezeit und Uwe Schmidt segelt Friedman auch unter eigener Flagge. Im Geiste weht diesmal die japanische Flagge daneben. Von TOM ASAM
In search of the new blue
Ein Update beachtenswerter Veröffentlichungen im Bereich: Singer-/Songwriter – Female. Starke Frauen mit gefühlvollen Songs jenseits der simplen Pop-Formel. Von TOM ASAM
Sexy Ziellosigkeit
Dank eines konsequent vollzogenen Jahresabschlusses ist wieder Platz im Schrank für neue Scheiben. DAVID EISERT fängt mal hiermit an.
Beseelt
Zwei genreübergreifende Stilmixe, in deren Zentrum das Echo großer Soulzeiten nachklingt. Von TOM ASAM
Eine Entdeckung
Eine ganz außergewöhnliche CD, die im Massenangebot unterzugehen droht: The Bubble von einem Musiker, der sich Dánjal nennt. Er kommt, soviel ist zu erfahren, von der dänischen Faroe-Insel. Die erste Hälfte der zehn Songs ist von osteuropäischer Musik und Klezmer inspiriert, die zweite Hälfte nähert sich der englischen Ballade. Bring Me Along erinnert stark an Bob Dylan. Von THOMAS ROTHSCHILD
Belly full of Shelley
Pete Shelley ist vor allem bekannt als Sänger der Buzzcocks, deren Anfang 77 erschienene, erste EP Spiral Scratch noch heute vielen als Meilenstein gilt und von deren späteren Punkpop-Knallern vor allem Ever fallen in love noch heute zum Indie-Disco-Repertoire gehört. Die Geschichte um Shelleys kurzlebiges Groovy-Label ist hingegen weitestgehend unbekannt. Jetzt erscheinen alle (drei) längst vergriffenen Veröffentlichungen und ein bisher unveröffentlichtes Album gemeinsam als Box. Interessant: An allen vier Veröffentlichungen war Shelley als Musiker beteiligt. Noch interessanter: nichts klingt hier auch nur annähernd nach Buzzcocks! Von TOM ASAM.
Sturm und Hang
Auch auf ihrem dritten Album erobert die einzigartige Formation neue Klangräume. Die vier Briten sitzen weiterhin zwischen allen Stühlen – und fühlen sich pudelwohl dabei. Wer sich gerne auf die Suche nach Musik macht, die feinsinnig und aufregend zugleich ist, liegt hier goldrichtig, meint TOM ASAM.
Riecht fast nach Second Hand
Weniger ist manchmal mehr? Bei Canyons Of Statics Farewell Shadows steht eine Binsenweisheit auf dem Prüfstand. KRISTOFFER CORNILS über ein Album, das schon mal sehr viel will
Same same, but different
Auch nach eineinhalb Jahrzehnten freut man sich auf ein neues Album von Nada Surf – zumindest TOM ASAM.
Einbruch der Dunkelheit
Sowohl unser Liebling-Yogalehrer Gonja Sufi als auch Leila geben sich auf ihren neuen Alben einen Touch düsterer als erwartet. Von TOM ASAM
Satanic Psychedelic Loner Rock
Gleich dreimal konnte Swilson die hart umkämpften Satanic Psychedelic Loner Rock Chamionships für sich entscheiden. 1989, 1997 und 2011 stehen als Jahreszahlen des Triumphs unauslöschbar im Briefkopf der iPunks aus LA. Gar nicht so schlecht, findet DAVID EISERT, der einst um ein Haar 2Step Weltmeister geworden wäre.
Die andere Hälfte
Das Solodebüt des schottischen Songwriters, der uns schon mit der Band De Rosa begeisterte. Von TOM ASAM
Melancholischer SciFi-Flick
Angefangen haben Ombeline Chardes und Michel Villar mit Filmscores. Auf dem dritten Album ihres auf fünf Mitglieder angewachsenen Projekts Les Fragments De La Nuit haben sie ihre musikalische Herkunft nicht ganz hinter sich gelassen und wagen sich streckenweise doch über emotionale Manipulation hinaus in neue Bereiche vor. Von KRISTOFFER CORNILS
Hot and spicy
Achtung: dieser China-Mann braucht garantiert kein Glutamat. Hier wird mit dem echten Flavour gearbeitet! Ein heißer Groove-Trip, vorgestellt von TOM ASAM.
Von der Avantgarde zur Arrièregarde
Anfang der 1980er Jahre gehörten Sprung aus den Wolken zu den führenden Bands und interessantesten musikalischen Exportartikeln Deutschlands. Aber wie sprechsingt Kiddy Citny auf Love Beach doch selbst: »Zeit vergeht«. Lust Last Liebe arbeitet sich an Stilmitteln ab, die höchstens zu einem Nostalgietrip gereichen. Von KRISTOFFER CORNILS
New Buddy Jesus
Craig Finn, Sänger von The Hold Steady mit seinem Solo-Debüt. Von TOM ASAM.
Ganz ungekünstelt todtraurig
Darf man der Legende glauben, war Traurigkeit ein entscheidender Trigger für Matt Elliotts Karriere. Als Kind soll sich der Engländer gefragt haben, wie es angehen könne, dass ihn ein russisch-orthodoxes Chorstück die Tränen in die Augen trieb. Aus der langanhaltenden Faszination resultierte mit The Broken Man ein Album. KRISTOFFER CORNILS über ein Amalgam aus Weltschmerz, Liebeskummer und schniefig-schönen Songs.
Mixed and remixed
Gesammelte Remix-Arbeiten zu Stücken des Berliner Quintetts Jazzanova treten an gegen einen waghalsigen Mix von »Vagabundo« Luciano. Von TOM ASAM
Go East!
Zwei interessante Veröffentlichungen aus Tschechien bzw. der Slowakischen Republik präsentiert TOM ASAM.
Autocomplete - pseudorotzig!
Punk Don’t Death… Just Get Through It! Ja, äh, genau. Was? Auf dem zweiten Album stellt der Titel noch den Höhepunkt der Kreativität der schwedischen Band Topper dar. Muss man nicht unbedingt through, findet KRISTOFFER CORNILS. Zumal: Diese Art von Punk deathed a long time ago!
Noi. Voi. Joy.
Es scheint, als bekäme man hierzulande nicht allzu viel über aktuelle, italienische Popmusik mit. Die Trends werden vorwiegend im angloamerikanischen Bereich losgetreten, mehr oder weniger skurrile Nischen sucht der geneigte Hörer hingegen gerne in exotischen Ländern. So denkt man bei italienischem Pop vorschnell an größere Namen der Vergangenheit. Nähert man sich als Fan über gewisse Nischen-Genres an, etwa Postrock, stellt man schnell fest, dass es auch in bella italia eine unglaubliche Fülle von guten – meist (im Ausland) nicht größer beachteten – Bands gibt. Aber wer bekommt hierzulande schon mit, welche italienischen Künstler aktuell den Zuspruch größerer Hörerscharen in ihrer Heimat genießen? Dente gehört dazu. Von TOM ASAM.
Schwarzlicht
Who the f… are Diagrams? Die Stimme kenne ich doch! Ach so: Sam Genders, Frontmann der tollen, experimentell ausgelegten Folkies von Tunng, bringt mit einem neuen Projekt Hell und Dunkel aufs Eindrucksvollste in Einklang: Black light. Von TOM ASAM.
Studi-Pop
Österreich verfügt nicht nur über tierisch viele – nicht selten auch tierisch gute – Indiepopbands. Diese schmücken ihre Cover auch gerne mal mit tierischen Photos. Von TOM ASAM.
One in a million?
Schon wieder hat Brian Eno einen neuen Tipp für uns auf Lager: Cosmo Jarvis lobte er unlängst auf BBC über den grünen Klee. Da gilt es aufzuhorchen meint TOM ASAM.
Entspannende Gehirnmassage
Christian Fennesz und SAKAMOTO Ryuichi sind zwei ganz Große im Bereich der Gegenwartsmusik. Während der Österreicher sich mit verfremdeten Gitarrensounds und Laptop-Manipulation einen Namen gemacht hat, kennt man den Japaner vorrangig für seine Pianokünste. flumina versammelt 24 Kompositionen – eine pro Tonart – die Sakamoto auf 24 verschiedenen Konzerten improvisierte, mit dem Hintergedanken, Fennesz darauf loszulassen. Von KRISTOFFER CORNILS.
Purcell meets Cohen
Schweizer Harfenistin und norwegische Sängerin mit subtilen Arrangements, in deren Zentrum Lieder des englischen Komponisten Henry Purcell stehen. Von TOM ASAM.
Sounds of Change
Das selbstbetitelte, vierte Album der multikulturellen, kanadischen Truppe will Teil einer Bewegung sein, in der Kreativität Ausdruck eines Lebensstils ist, der Veränderungen anstrebt. Von TOM ASAM
Interkontinentalpop
Ein in Australien lebender, gebürtiger Belgier setzt mit seinem dritten Album zum Überholmanöver an. Von TOM ASAM
Sax-Impro-Spektakel
Ob das tatsächlich zur Nervenberuhigung taugt? Mal sehen, zurücklehnen und äh – hören. Von TOM ASAM
Schwitzen im Schnee
Die einen schätzen Ruhe unter der Weihnachtstanne, die anderen bevorzugen das klassische Weihnachtslied. Man kann natürlich auch in den Flieger steigen und dem Weihnachtsrummel unter der Sonne des Südens entgehen. Oder daheim bleiben und mit etwas anderen Weihnachtsliedern einheizen. Von TOM ASAM.
Nicht die schlechteste Zukunftsaussicht
Laut Pop-Feuilleton stand das Jahr 2011 entweder unter dem Zeichen der Retromania oder der Entschleunigung. Dass nicht nur im Gebiet der elektronischen Tanzmusik die Geschwindigkeit heruntergefahren wurde, beweist kurz vor Jahresende Alicia Merz mit ihrem Projekt Birds Of Passage. KRISTOFFER CORNILS über ein ruhiges, minimalistisches und wunderschönes Stück Ambient Pop, das in die Zukunft statt in die Vergangenheit schaut.
Noble Bande
Bei des Königs Kindern handelt es sich um eine fünfköpfige Truppe aus Louisville, Kentucky, die sich mit ihren Vertonungen düsterer Geistergeschichten und Mörderballaden für lange Winterabende empfehlen. Von TOM ASAM.
Soundschichtungswut und grundlegende Entspanntheit
Wenig ist von Serph bekannt, nur dass es sich dabei um das Projekt eines jungen Tokyoters handelt. KRISTOFFER CORNILS hat pünktlich zur Weihnachts-EP Winter Alchemy herausgefunden, um wen es sich handelt: Um… Trommelwirbel… Reliq! Und der präsentiert jetzt sein Debüt. Klingt nach zu viel des Guten? Jein.
Mit besten Grüßen aus der kreativen Isolation
Jonathan Ulliel Saldanha (alias HHY) und Nyko Esterle (alias Ripit) haben sich in die portugiesische Bergwelt zurückgezogen und ausgetobt. Das Projekt Fujako lässt wilde Dronescapes auf Feldaufnahmen, allerlei exotisches Instrumentarium und … ja, auf gebrochene Hip Hop-Beats treffen. Garniert von einer Schar von Gast-MCs, die gehörig urbanen Flair in den Soundtrack der Einöde transportieren, den beide Produzenten auf Landform geschaffen haben. Von KRISTOFFER CORNILS.
Zu gut für die Schublade
Am 24. November erschien die neue Platte von Robinson Krause. Ihre Debütplatte Gyros Ramazzotti versucht sich dabei als das zu verkaufen, für das sie gehalten wird. Eine von vielen Platten in einer Punk-Rock-Sammlung. Doch es steckt viel mehr auf diesem Tonträger, meint JULIAN SCHRAVEN.
Wüsten-Twang in Sepia
Nicht nur in seine portugiesischen Heimat wird er hoch gehandelt: der Singer-Songwriter mit der gut geölten Stimme. Von TOM ASAM.
Weil man hier alles dürfen darf
Es ist das Verdienst von Gerard Mortier und Klaus Zehelein, die in Brüssel und Frankfurt am Main die bedeutendsten Regisseure des (deutschen) Sprechtheaters einluden und ermunterten, sich am Musiktheater zu versuchen, dass die Oper heute oft auch visuell und dramaturgisch aufregender und interessanter ist als das dramatische Theater. Von THOMAS ROTHSCHILD
Musik für Kirche und Hof
Acetre sind seit über drei Jahrzehnten eines der musikalischen Aushängeschilder der spanischen Provinz Extremadura. Die Kultur der Grenzregion findet im Ausland wohl weniger Beachtung als die aus anderen Gegenden, etwa Katalonien. Das ist eigentlich unbegründet, wie Acetre mit ihrer Version von Folk nicht müde werden, zu beweisen. Von TOM ASAM
Moanin`
Auf der Liste der Jazz-Hits aller Zeiten müsste Moanin' von Bobby Timmons ganz oben stehen. Auf der Liste der größten Jazzer aller Zeiten müsste der Schlagzeuger Art Blakey ganz oben stehen. Die CD, die bei einem Konzert mit seinen Jazz Messengers von 1978, dem Trompeter Valery Ponomarev, dem Tenorsaxophonisten David Schnitter, dem Altsaxophonisten Bobby Watson, dem Pianisten James Williams und dem Bassisten Dennis Irwin, aufgenommen wurde, endet – genau: mit Moanin'. Von THOMAS ROTSCHILD
Das Vermächtnis
Manchmal häufen sich die Ereignisse in einer Weise, dass es schwer fällt, nicht daran zu glauben, dass das Leben einer Dramaturgie folgt – was natürlich Unsinn ist. Am 14. November, kurz vor seinem achtzigsten Geburtstag, starb Franz Josef Degenhardt. Am folgenden Tag wurde sein Kontrahent Wolf Biermann 75. So hat der tote Degenhardt mit seinen Nachrufen die Geburtstagsgratulationen für Biermann aus den Tageszeitungen verdrängt. Zugleich erregten die Ereignisse von Zwickau die Gemüter. Von THOMAS ROTHSCHILD
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