Gestohlene Stunden
Pfeife anstecken und Lupe suchen. Das Romandebüt des Jedediah Berry. Von MATHIAS BROSE
Ein literarischer Almodovar
Javier Tomeo hat eine Sex-& Pornosatire geschrieben. Von WOLFRAM SCHÜTTE
Der gute Geist des Flughafens
Salvador Fuensanta fegt seit Jahren tagein, tagaus die Halle des Airports und vertreibt den Wartenden die Zeit. Der Putzmann erzählt Geschichten – lebenskluge, sperrige, nachdenkliche, fantastische – genau die, welche der Reisende braucht. Von MONIKA THEES
"Schatz, ich gehe nur kurz Zigaretten holen!"
Diskont-Detektiv Marek Miert und sein neuester Fall. Vorgestellt von STEFAN HEUER
Die Wünsche hinter den Begierden
Vier nigerianischer Frauen brechen in ein besseres Leben auf und arbeiten dann als Prostituierte in den Straßen Antwerpens. Als eine von ihnen stirbt, beginnt die Selbstreflexion - und alles verändert sich. Von CATHÉRINE WENK
Surrealistisches Wintermärchen
Der bis in den Mai dauernde Winter dieses Jahres hätte besondere Sympathie für ein kleines, absonderliches Buch wecken können, in dem Krieg geführt wird gegen einen Februar, der nicht vergehen will. Von WOLFRAM SCHÜTTE
Hardboiled und herzzerreißend
Fast dreißig Jahre nach der amerikanischen Erstausgabe ist jetzt auch Pete Dexters Debutroman „Gods Pocket“ endlich auf Deutsch erschienen und erweist sich als weitere grandiose (Neu-) Entdeckung dieses hierzulande lange Zeit unbekannten Gesellschaftschronisten. Von KARSTEN HERRMANN
Ein Kaddisch für den Vater
Ethan Rosen, Sozialwissenschaftler in Wien und Publizist, schaut vom Flugzeug hinab auf Tel Aviv und erinnert sich an seine Kindheit. In ihr sind die Bedingungen für sein weiteres Leben definiert ... Von THOMAS ROTHSCHILD
Bei Drei auf dem Rentier
Eine Buchkritik zu schreiben dauert seine Zeit. Dabei gilt die einfache Formel: Je mehr das Buch dem Rezensenten gefallen hat, desto mehr bemüht er sich, eine gelungene, fein abgewogene Kritik zu schreiben, die hoffentlich andere Menschen zum Kauf des besprochenen Werkes bewegt, und desto mehr Zeit ist er auch gewillt, ins Schreiben seiner Rezension zu investieren. Wenn ich jetzt also zu Roman Schatz’ Buch nur schreibe: “Es ist nicht gut.”, dann können Sie sich im Umkehrschluss ausrechnen, WIE SEHR nicht gut ich es fand … Von FLORIAN HOFFMANN
Das Genre beugt sich Auster, nicht umgekehrt
Oder: Die Zeit, in der diese Rezension nicht geschrieben wurde
In Unsichtbar tut Paul Auster, was Auster immer tut. Er tut es gut. Von JAN FISCHER
Leiden & Qualen eines existenzbedrohten Kleinbürgers
Ein Lebensroman in Fortsetzungen: der dritte Band der walserschen Tagebuch-Edition. Von WOLFRAM SCHÜTTE
,,Das hier sind die Achtziger, Baby!"
Der Titel macht schon mächtig auf, wirkt groß, bedeutsam und - geheimnisvoll. Um ihn fassbarer zu machen, kehrt man ihn am besten um und käme somit etwa zu: Die Normalos stehen im Schatten, oder so ähnlich ... Von CHRISTOPH POLLMANN
Das Dunkel der Peripherie
Ein stinkender, ekelhafter und zarter Einblick an den Rand Moskaus. Von JAN FISCHER
Was wäre wenn ...?
Der Roman besticht auf den ersten Blick durch die Idee, dass es da zwei gibt, die voneinander angezogen sind, sich jährlich wieder treffen und doch nie zueinander finden. Von BASTIAN BUCHTALECK
"Willst du, dass ich für dich mein Leben ruiniere?"
Hier wird’s romantisch verträumt und rührselig schnulzig – eine typische Liebesgeschichte also, meint CHRISTIANE MIETH.
Eine Spur von Schulden
THOMAS SCHAEFER stellt Ihnen einen schelmischen Finanzkrisenroman vor, dem ein wenig die Sorgfalt fehlt.
Reif sein - zum Weg ins Freie
Philip Roths Roman über die künstlerische Impotenz eines Schauspielers: Die Demütigung Ist erneut ein gelungener Kurzroman des Amerikanischen Altmeisters. Von WOLFRAM SCHÜTTE
Unruhiges Gewässer
„Halt die Stellung, Daniel – aber bleib am Leben“, appelliert der Koch Dominic Baciagalupo an seinen zwölfjährigen Sohn Danny. Was nicht einfach ist, denn unter den Holzfällern in Coos County, im nördlichen New Hampshire, unweit der kanadischen Grenze, herrschen in den 1950er-Jahren raue Sitten. Danny schafft es, am Leben zu bleiben – doch um welchen Preis? Ein halbes Jahrhundert später ist er ein einsamer Mann, der so ziemlich alle Menschen verloren hat, die ihm etwas bedeutet haben. Die Geschichte von Danny und seinem Vater Dominic erzählt John Irving in seinem neuen Roman Letzte Nacht in Twisted River. Von PETRA VESPER
Pausenloses Lustemissionsflimmern in totalitären Verhältnissen
„Manche Dinge muss man einfach säuberlich aufschreiben, um ihren Idiotiewert zu erkennen.“ Dies trifft nicht zu auf Jan Faktors 636 Seiten starken, erotischen Entwicklungsroman Georgs Sorgen um die Vergangenheit oder Im Reich des Heiligen Hodensack-Bimbams von Prag. Auch wenn man als Leser ausdauernd sein und ab und an die letzten Energiedepots anzapfen muss: es lohnt sich. Von VERENA MEIS
Der zweite Befreiungsschlag
In Schurken der Landstraße befreit Michael Chabon sich endgültig von den Fesseln der immergleichen Gegenwartsliteratur. Von JAN FISCHER
Crash-Kurs
Als Kristof Magnusson mit der Arbeit an seinem zweiten Roman begann, konnte er nicht ahnen, wie sehr er mit dem Thema den Nerv der Zeit treffen sollte. Von FRANK SCHORNECK
Zwei unheilige Heilige
Simon Froehlings literarisches Debüt spielt zwar sehr explizit in der Homosexuellenszene – ist dabei jedoch eindeutig mehr als ein „Szeneroman“, da es mit feiner Symbolik von universellen seelischen und sexuellen Traumata erzählt. INGO AREND über einen gelungenen Erstling.
Ich hab´ euch alle lieb
In die literarische Chill-out-Zone führt uns der (ehemalige) DJ, Konzertveranstalter und Journalist Jürgen Teipel mit seinem Debütroman Ich weiß nicht und zielt auf die glückselige Verbundenheit von allen mit allem: „Wir waren einfach in allem enthalten.“ Von KARSTEN HERRMANN
Was das Leben & Lesen so hergibt
WOLFRAM SCHÜTTE über Erwin Einzingers wunderliches literarisches Kaleidoskop Von Dschalalabad nach Bad Schallerbach.
Don´t Look Back in Anger
Es gibt viele, sehr viele Lieder, über die Liebe aber wenige, fast keine über die Ehe. Würde man Arno Geigers Romanfigur Sally auf diese Tatsache ansprechen, würde sie wahrscheinlich sagen: Kein Wunder! Wenn man jung ist, denkt man ja an Liebe, nicht an Gewöhnung. Von SIMONE SCHRÖDER
Scheitern an der Normalität
John Wilder, amerikanischer Durchschnittsbürger und Familienvater mit gesichertem Einkommen, will mehr. Mehr Drinks und mehr vom Leben. Doch seine Träume verwandeln sich in einen einzigen Albtraum. Der atemberaubende Einblick in die Psyche eines Alkoholikers auf dem Weg nach unten. Von TOM ASAM
Wo sind wir bloß reingeraten?
Vielschreiber Dietmar Dath legt ein Bilderbuch über die Finanzkrise vor und lässt dabei die Sehnsucht nach älteren Texten aufkommen. Von TINA MANSKE
Mit den Mitteln der Lakonie
Ein alter Mann, 1910 geboren und seit langen Jahren in den USA lebend, blickt zu Beginn des 21. Jahrhunderts zurück auf sein Leben und seine bewegte europäische Vergangenheit. Fjodor Kokoschkin, Hauptfigur des Buches, reist an die Orte seiner früheren Existenz und berichtet aus der Erinnerung. Von THOMAS COMBRINK
Tokio, mon amour
Japan im Jahre 1989. Eine junge belgische Diplomatentochter trifft auf einen neureichen, einheimischen Französisch-Studenten. Der Beginn einer interkulturellen Liebesbeziehung? Von INGEBORG JAISER
Über ein Menschenleben im stalinistischen Staat
Neun Jahre lang schrieb Wassili Grossman an dieser Erzählung, die als sein Vermächtnis gilt. ELFRIEDE MÜLLER über Grossmans blitzgescheite, emotionale Überlegungen über das Scheitern des Sozialismus.
Zu wenig und zu viel Schaum
Schaumschwester heißt der neue Roman von Thor Kunkel und ist dem Genre naher Zukunfts-Science-Fiction zuzuordnen. Die Reihe des Verlags Matthes und Seitz heißt „Neue Welt“ und da passt der fünfte Roman von Kunkel gut hinein. Netter Titel, schöne Optik, gute Anlagen – da kann man vor allem nach Kuhls Kosmos Einiges erwarten. SABINA SCHUTTER ist dennoch etwas enttäuscht.
Der Teufel liebt Käsebällchen
In seinem neuen Roman Doktor Phil zeigt Philipp Tingler, was geschieht, wenn ein versnobter Literat dem Teufel die Tür öffnet. Und dass er komödiantisches Talent besitzt. Von KATHRIN BREDE
Im Haus der Häuser
WOLFRAM SCHÜTTE über den großen italienischen Epiker Andrea Giovene, dessen erzählerische Feldstudie des Archaischen nun endlich in der Übersetzung von Moshe Kahn auf Deutsch entdeckt werden kann.
Wirklichkeit und Vorstellung verschmelzen zur Kunst
„Ich hatte eine Farm in Afrika am Fuß des Ngong-Gebirges.“ Mit diesem Satz eröffnet Karen Blixen (1885–1962), in Deutschland unter dem Pseudonym Tania Blixen bekannt, ihren Weltklassiker. Und bereits mit dem ersten Satz wird der Leser von der Kraft der Erzählung erfasst und in eine fremdartige und unbekannte Welt hineingezogen. TANJA SIEG hat die Neuausgabe des Romans zum 125. Geburtstag der fantastischen Geschichtenerzählerin noch einmal gelesen.
Funktioniert´s?
Paul Chowder ist nicht mehr jung und muss einigen unangenehmen Wahrheiten ins Gesicht sehen. Zwar hat er bis zu einem gewissen Grad erreicht, was er erreichen wollte. Aber für den wirklichen Erfolg reichen die Kräfte offenbar nicht. Betrüblich, aber sympathisch, findet GISELA TRAHMS.
Roadmovie
Vier Freunde und ein orange-weißer VW-Bus hauen ab aus dem täglichen Leben, lassen alles hinter sich und erleben, wie für ein paar Tage die Welt still steht. Nach Vaterliebe und Salto rückwärts schreibt Edgar Rai nun vom Nächsten Sommer in Südfrankreich – eine Geschichte wie gemacht für alle Flügellahmen. Von CHRISTIANE MIETH
Spiel nicht mit den Schmuddelkindern
Unter den fünf nominierten belletristischen Neuerscheinungen wurde dieser Roman mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet. Und das vollkommen zu Recht findet INGEBORG JAISER.
Auf Wiedersehen, Cambridge
Generationenbild, Gesellschaftskomödie und Autobiografie: In seinen Memoiren eines jungen Künstlers erzählt Christopher Isherwood, wie er zum Schriftsteller wurde, und zeigt, dass Ironie nicht nur Stilmittel, sondern der Stil selbst sein kann. Von ANDREAS MARTIN WIDMANN
Terror in Technicolor
In zwei neuen Cut-up-Romanen knüpft Carl Weissner an die literarischen Experimente der amerikanischen Underground-Kultur der sechziger und siebziger Jahre an, wobei die einstige Avantgarde ihre Altersspuren nicht verbergen kann. Von JÖRG AUBERG
Radierungen mit kalter Nadel
Noch nicht als Schriftsteller sieht sich nach nur zwei schmalen Büchern der französische Künstler Grégoire Bouillier. Dabei beweist schon sein nun auf deutsch nachgereichtes fulminantes Debüt Ich über mich, dass er ein Erzliterat ist. Von WOLFRAM SCHÜTTE
Bonjour nostalgie!
Die Literatur braucht ihre Stars. Und ganz groß im Verehren ihrer eigenen Leute sind die Franzosen. Seit ihren Erzählungen von 2002 gehört auch Anna Gavalda dazu, die jetzt mit Ein geschenkter Tag bereits ihren fünften Roman veröffentlicht. Hierzulande mögen wir sie aber auch. Von SENTA WAGNER
Die wunderbar gehorsame Emma Dial
„Assist-and-tell“, nannte die NY Times versuchsweise das Genre, zu dem Die amerikanische Malerin Emma Dial gehört, angelehnt an das „Kiss-and-tell“, das öffentliche Ausplaudern von intimen Geheimnissen. Der große Assist-and-tell-Roman des letzten Jahrzehnts war Der Teufel trägt Prada, der in der Herzkammer eines Fashionmagazins spielt. In Samantha Peales Roman geht es nun um den Kunstbetrieb. Von BRIGITTE HELBLING
Familienaufstellung
Wiedersehensdramolett oder Trennungsdrama? Generationenkonflikt oder Patchworkfamilienglück? Lebenslust oder Selbstbetrug? Dieses melancholisch angehauchte Kammerspiel wirft einen ironischen Blick auf eine zeitgenössische Vater-Sohn-Beziehung. Von INGEBORG JAISER
Ich und Don DeLillo
Nun ist also Don DeLillos neuster Roman oder eher neuste Novelle erschienen, Der Omega-Punkt, und die Zeit ist gekommen, Folgendes festzuhalten:
Don DeLillo ist wie kein anderer Autor auf der Welt.
Von BRIGITTE HELBLING
Fight Club, transgender
Chuck Palahniuks Roman Fratze ist wie Fight Club – nur geschlechtsumgewandelt. Von JAN FISCHER
Eine Geschichte, kein Skalpell
Und die Nilpferde kochten in ihren Becken ist ein Schlüsseltext der Beat Generation. Es ist aber besser, das beim Lesen zu vergessen. Von JAN FISCHER
Von einem, der auszog, zuhause zu bleiben
Die Männer verachten ihn, die Frauen wollen nichts mit ihm zu tun haben. Timo gilt in seinem Heimatort als „Idiot“. Dann kommt der Krieg, und mit dem Krieg die Evakuierung. Doch Timo weigert sich, sein Dorf zu verlassen. Was kümmert einen Idioten die Territorialkämpfe seines Vaterlandes? Über Das Dorf der Wunder schreibt BRIGITTE HELBLING.
Proletenkind
Schon mit ihrem Vorgängerroman hat die ursprünglich als Lyrikerin bekannte Autorin eine Erfolgsgeschichte geschrieben, die als Teufelsbraten verfilmt wurde. Nun folgt ein weiterer Abschnitt der Chronik einer hart erkämpften Bildung. Von INGEBORG JAISER
The death of the ass
Das Leben ist eigentlich wie der Orgasmus einer Frau. Es dauert ewig, bis es in Fahrt kommt, erreicht dann einen kurzen, aber dramatischen Höhepunkt und flaut endlos unspektakulär ab. Bunny Munros Leben ist wie der Orgasmus eines Mannes: Kurz, heftig, vorüber. Und schließlich ist Nick Caves Roman Der Tod des Bunny Munro wie der Trieb selbst – drängend, unerbittlich und voller Leidenschaft. ANICA RICHTER ist fasziniert.
Wie ein abgründiger Traum
1999 erschien der Debütroman der heute 39-jährigen australischen Autorin Julia Leigh. In Der Jäger schildert sie, wie die Suche eines Mannes nach einem seltenen Tiger zur Obsession gerät. Der Roman und seine Autorin wurden von der Kritik gefeiert, und Julia Leigh ist inzwischen im englischsprachigen Raum wie auch in Frankreich eine bekannte Autorin. Hierzulande ist sie eher noch ein Tipp – einer, dem man nachgehen sollte, findet CAROLA EBELING.
Dänemark prekär
Die Verfilmung dieses aufwühlenden Romans von Jonas T. Bengtsson lief als Wettbewerbsbeitrag bei der Berlinale 2010 und kommt demnächst in unsere Kinos. Doch gibt es genug Gründe, Submarino unabhängig davon zu lesen. Wäre das Buch nicht aus Papier, müsste man es ein „Brenneisen“ nennen. Von MARTIN BEYER
Emil rennt
Jean Echenoz, zuletzt Autor eines schmalen biografistischen Romans über den französischen Komponisten Ravel, hat sich nun einem unscheinbaren, jedoch einst weltberühmten Langstreckenläufer zugewandt: Emil Zátopek und durchquert mit der Läuferlegende die CSSR-Geschichte. Von WOLFRAM SCHÜTTE
Wo ist Walter?
Nachdem Söhne und Planeten schon für den aspekte-Literaturpreis 2007 nominiert war, legt Clemens J. Setz jetzt den 720-seitigen Roman Die Frequenzen nach, der auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises stand und jüngst mit dem Bremer Literaturpreis ausgezeichnet wurde. Um Söhne und Väter dreht es sich auch hier, sie erwarten zu viel voneinander, verlieren sich und finden nie wieder zusammen. Von CHRISTIANE MIETH
Fußstapfen, universumsgroß
Kein würdiger Nachfolger, sondern eine Grabrede – aber eine gute. JAN FISCHER über die Fortschrift von Douglas Adams' Trilogie Per Anhalter durch die Galaxis.
Panoptikum der Träume
Brigitte Kronauers neuer Roman ist ein unvergessliches Plädoyer für die Macht der Visionen und Utopien. Von TINA MANSKE
Vermächtnis eines Verschollenen
Lange Zeit war er vergessen. Seit Ende der 1980er-Jahre wird der russische Schriftsteller Leonid Dobycin (1894–1936) wiederentdeckt und gewürdigt. Sein Hauptwerk, Die Stadt N., liegt jetzt in deutscher Übersetzung von Peter Urban vor. Von MONIKA THEES
Literatur & Verbrechen, Wirklichkeit & Wahnwitz
Zu den rätselhaftesten Roman-Projekten der gegenwärtigen Weltliteratur zählt das monumentale Fragment 2666 des Lateinamerikaners Roberto Bolaño, der über seiner Fertigstellung mit nur 50 Jahren 2003 gestorben ist. In dieser Zeit der dicken Bücher ist das von Christian Hansen vorzüglich übersetzte 2666 mit seinen knapp 1100 Seiten eine der größten literarischen Herausforderungen. Ein Lektürebericht in drei Teilen von WOLFRAM SCHÜTTE (3). Zum 1. Teil
Literatur & Verbrechen, Wirklichkeit & Wahnwitz
Zu den rätselhaftesten Roman-Projekten der gegenwärtigen Weltliteratur zählt das monumentale Fragment 2666 des Lateinamerikaners Roberto Bolaño, der über seiner Fertigstellung mit nur 50 Jahren 2003 gestorben ist. In dieser Zeit der dicken Bücher ist das von Christian Hansen vorzüglich übersetzte 2666 mit seinen knapp 1100 Seiten eine der größten literarischen Herausforderungen. Ein Lektürebericht in drei Teilen von WOLFRAM SCHÜTTE (2). Zum 1. Teil
Beschädigte Ware
Das Buch, das bei Suhrkamp erschienen ist, sei nicht das Buch, das sie habe vorlegen wollen, sagt Katharina Hacker. Uns gibt sie den Roman dennoch zu lesen. Was ist von ihm zu halten? fragt BRIGITTE HELBLING.
Zurück ins Leben
Ganz auf die Gegenwart beschränkt zu sein, ohne Erinnerungen – was für eine beängstigende Vorstellung. Ein Sturz ins Bodenlose, eine verschluckte Identität. So ergeht es Helene Wesendahl in Kathrin Schmidts Roman Du stirbst nicht. CAROLA EBELING über die Gewinnerin des Deutschen Buchpreises.
Literatur & Verbrechen, Wirklichkeit & Wahnwitz
Zu den rätselhaftesten Roman-Projekten der gegenwärtigen Weltliteratur zählt das monumentale Fragment 2666 des Lateinamerikaners Roberto Bolano, der über seiner Fertigstellung mit nur 50 Jahren 2003 gestorben ist. In dieser Zeit der dicken Bücher ist das von Christian Hansen vorzüglich übersetzte 2666 mit seinen knapp 1100 Seiten eine der größten literarischen Herausforderungen. Ein Lektürebericht in drei Teilen von WOLFRAM SCHÜTTE (1).
Wenn Spießer erzählen
David Wagner hatte eigentlich eine gute Idee: Der Supermarkt als Möglichkeit zur inneren Einkehr, als Anstoß zur Reflexion über modernes Konsumverhalten. Leider gelingt es Wagner nicht, diesen essayistischen Ansatz zu einem homogenen Roman zu verweben, musste TINA MANSKE feststellen.
Irische Offenbarung
Murphys Irlandbild erstrahlt nicht in sattem Grün, sondern dekliniert Schattierungen von Grau. Falsche Freunde, Korruption und Gewalt lauern versteckt hinter der Fassade der Bürgerlichkeit. FRANK SCHORNECK hat Murphys erfreulich unsentimentales, schwarzhumoriges Debüt gefallen.
Jahr des weißen Backsteins
Das Jahr 2009 begann mit „Ruhm“ (Daniel Kehlmann) und endet mit Ruhm (Herta Müller). Dazwischen, im Sommer, verließ ein amerikanischer jest nach brillanter Eindeutschung den PC des Übersetzers Ulrich Blumenbach und materialisierte sich in einem Backstein. Und obwohl Ziegel in Mengen die Büchertische beschwerten, war es doch dieser weiße, der sich dem Jahr auf- und einprägte wie die schwarze Schrift dem Buchdeckel. Von GISELA TRAHMS
Ländliche Robinsonade mit Schatzinsel
Das literarische Ereignis dieses ebenso merkwürdigen wie unvergesslich eindringlichen Buches besteht in der empfindungsreichen Schönheit, welche sich der gelungenen Balance von existenzieller Selbsterfahrung, Landschafts- & Ortbeschwörung und aufs Kollektive zielender Erinnerungsarbeit verdankt. Von WOLFRAM SCHÜTTE
Coq au vin vorzüglich und der Rest auch
Das persönliche Chaos als Voraussetzung für die Liebesanbahnung. Das wäre doch was, dann hätten wir bald keine Singles mehr, die es geben soll wie Sand am Meer. Ein bisschen Chaos kriegt doch jeder hin. Das Romandebüt von Rainer Moritz, Direktor des Hamburger Literaturhauses, macht das jetzt mal auf charmante Weise vor. Von SENTA WAGNER
Der Mehltau auf meiner Seele
Rainer Schmidt erzählt von der Liebe in den Zeiten des Techno. Dabei klingt er wie Barbara Cartland. Ist die Sehnsucht nach der besseren Welt vielleicht untrennbar mit Kitsch verbunden? Von BRIGITTE HELBLING
Jess und Tom im Land der ausgefahrenen Ellenbögen
Unter der Feder von Anthony McCarten wird eine sinnfreie Publicity-Idee zum Auslöser eines Wettkampfs, hinter dem sich mehr verbirgt als eines der zahllosen Medienereignisse, bei denen heute Menschen häufig alle Schamgrenzen hinter sich lassen, um für einen Augenblick im Mittelpunkt zu stehen. Von DIETMAR JACOBSEN
Max und die Monsterkids
Dave Eggers schrieb zusammen mit Spike Jonze das Drehbuch zu Wo die wilden Kerle wohnen nach dem gleichnamigen Kinderbuchklassiker von Maurice Sendak. Aus dem angesammelten Material erarbeitete er eine Romanfassung, die interpretiert, konkretisiert und die Geschichte neu verortet. Von MONIKA THEES
Monolog einer Sprachlosen
WOLFRAM SCHÜTTE über Emmanuelle Paganos unsentimentalen Bericht aus dem Lebensinnern der Sprachlosigkeit.
RocknRoll im ,,Haus der Pioniere"
Jakob Heins neuer Roman erzählt vom Erwachsenwerden in der späten DDR. Die locker geschriebene Adoleszenzgeschichte ist witzig, wirkt durch die Aneinanderreihung permanent schiefgehender Liebesabenteuer auf Dauer aber auch etwas anstrengend. Von DIETMAR JACOBSEN
Der Tag, der alles veränderte
Nach seinem mit Ben Kingsley verfilmten Haus aus Sand und Nebel erweist sich Andre Dubus III auch in seinem neuen Roman als ein Meister der sublimen psychologischen Spannung und der schicksalhaften Verkettung von Menschen und Ereignissen. Von KARSTEN HERRMANN
Gewinnbringende Diffusion
Dass Dietmar Dath von Lyrik keine Ahnung hat, hindert ihn nicht daran, einen vorzüglichen Roman darüber zu schreiben. Aber warum macht er das? Weil er einfach ein Schlingel ist? Ein Buch der anderen Sorte. Von MARIUS HULPE
Hier kommt Alex
Dekadente Reiche suchen Sinn. Blut im Wasser von Alexander Schimmelbusch gewann auf der Frankfurter Buchmesse den Publikumspreis der Independent-Verlage („Hot List“). TOM THELEN fand das Debüt des Autors von 2005 noch besser.
Boheme goes Pop
Im Duktus des postmodernen Flaneurs erzählt Joachim Lottmanns Alter Ego Johannes Lohmer amüsant und geschwätzig erneut aus Szenen seines Lebens in Berlin-Mitte, der immer noch und wieder angesagten Hochburg aller (Möchtegern)Künstler. Von FRANK KAUFMANN
|
Drei Bühnen - volles Programm!
Es feiert seinen 5. Geburtstag und findet zum zweiten Mal im stillgelegten Flughafen Tempelhof statt - das Berlin-Festival. Und das Line-Up ist wirklich beeindruckend, dazu etliche Specials. ...
Etwas, das Zündstoff birgt ...
... hat der renommierte Sciene-Fiction-Autor Ray Bradbury im Jahre 1953 mit Fahrenheit 451 geschaffen. Der ...
Auf dem Eismeer zur Erkenntnis
MATHIAS BROSE kennt das heimliche vierte Bandmitglied dieser Punk-Aufsteiger!
Göttlich und geizig
Um das Leben des großen Renaissance-Künstlers Michelangelo ranken sich zahlreiche Legenden. Der Historiker Volker Reinhardt legt nun eine gut geschriebene Biographie vor, die vor allem ...
Aus einer anderen Zeit
Reicht ein vor fast 40 Jahren ausgesprochenes Aufführungsverbot, um einen Film im Jahr 2010 in die Kinos zu bringen? Wenn es nach der DEFA-Stiftung geht, ja. Von BASTIAN BUCHTALECK
|