Kennzeichen T - 25.05.2012 TATORT (SR) - Skalpell (28.05.2012) von Michael Ebmeyer Andrea Maria Schenkel: Finsterau David Small: Stiche. Erinnerungen "Bacon Talks": Frankfurts Schauspielintendant Oliver Reese schreibt ein Stück und inszeniert
Samstag, 26. Mai 2012 | 00:12

 

China und der Wind

Es ist schon kurios: Wer über Theater reden wollte, ohne Shakespeare zu kennen, oder über Musik, ohne je von Beethoven gehört zu haben, würde sich zum Gespött machen. Über Film aber plaudern Profis und Laien in einem fort, die Joris Ivens vermutlich für den Namen eines Arktisforschers halten. Dabei ist er für den Dokumentarfilm die zentrale Gestalt schlechthin, nicht weniger wichtig als Chaplin für die Slapstick Comedy oder John Ford für den Western.

 

Von Wuppertal nach Paris

Pina Bausch hat das Tanztheater zu neuem Leben, zu neuer Lebendigkeit erweckt, wie auch diese Inszenierung von Orpheus und Eurydike beweist.

 

Es ist alles Schimäre

Die Wiener Agentur Hoanzl, spezialisiert auf Austriaka aus den Bereichen Kabarett, Theater, Film und Musik, hat ihre Serie mit DVDs von Burgtheaterinszenierungen um eine Box mit zehn Titeln erweitert. Von THOMAS ROTHSCHILD

 

Alles Theater

Ein paar in der Tat wegweisende Inszenierungen und die Begegnung mit einigen der grandiosen Schauspieler der letzten Jahrzehnte.

 

Einheit der Widersprüche

Die Stücke klingen aus, wenn sie vollendet erscheinen, sie bilden bei aller Freiheit, bei aller Offenheit ein Ganzes.

 

Filmschlager

Einige Titel der vorliegenden CDs wurden zeitnah an den Filmen, in den fünfziger Jahren, aufgenommen, die Mehrzahl aber ist den Soundtracks entnommen.

 

Balkan-Reggae

Das ist Popmusik im besten Sinne: populär in der Bedeutung von leicht verständlich und in der Bedeutung einer Herkunft aus dem Volk.

 

Schweizer Minimalismus

Die Grundelemente der Minimal Music – Reduktion und Repetition – werden unverändert übernommen.

 

Radikaler Feminismus

Man kann Monika Treut in mancherlei Hinsicht durchaus mit Andy Warhols New Yorker Factory vergleichen, aber auch mit dem Milieu des Wiener Aktionismus.

 

Nicht nur Theodorakis

Markopoulos' eingängige Kompositionen, die oft wie Liedstrophen oder Kreistänze wirken und ein einfaches Thema behutsam variieren, erinnern an Filmmusik.

 

Zwischen Jazz und Folklore

Zu den originellsten Musikern im ECM-Katalog gehört der tunesische Oud-Spieler Anouar Brahem. Das arabische Instrument mit seinem spröden Klang lässt große Klangbögen nicht zu, wohl aber eine faszinierende "Gesanglichkeit".

 

Reminiszenzen

Moderner klingt kaum etwas, was der heutige Jazz zu bieten hat.

 

Grüße aus Brasilien

Betina Ignacio beherrscht die Spielarten der lateinamerikanischen Musik vom Samba bis zum Reggae aus dem Effeff.

 

Die Königin der Viola

Was die Kompositionen verbindet, ist der unüberhörbare Einfluss folkloristischer weltlicher und sakraler Traditionen.

 

Aus der Geschichte des Jazz

Musik, die bekömmlich ist, frei von Provokation. Jazz freilich ist sie allemal.

 

Auferstanden

Der Klang von Paul Desmonds Saxophon, den Ilona Haberkamp so perfekt imitiert, steht mit seiner samtenen Intimität im Gegensatz zum nervös-hektischen Saxophon des Bebop.

 

Breths großer Wurf

Der Kamerareport eines Spähers vom Wunder eines Theaterabends. So, immerhin, bleibt uns letzterer erhalten.

 

Out Demons Out

Eine Parade hervorragender Titel aus der Hoch-Zeit des Rock, in der auch weniger bekannte Gruppen Platz finden.

 

Dokumentarfilm als Kunstform

Harun Farocki ist einer der profiliertesten unter den deutschen Dokumentarfilmern. Er hat seine Überzeugungen, und weil er sie intelligent und mit guten Argumenten vertritt, fällt es nicht schwer, ihnen zu folgen.

 

Volkstheater und Transparenz

Diese DVD-Box ermöglicht eine vergleichende Einsicht in den Wandel der Regiestile, wie man sie ansonsten selten gewinnen kann.

 

Der Superstar

Ihre Konzerte sind Demonstrationen einer Bürgerlichkeit, die dem plebejischen Image des Rock’n’Roll diametral entgegensteht. Aber Barbra Streisand hat eine Stimme, und sie kann damit umgehen.

 

Typisch ECM

Nichts ist voraussehbar, nichts aber ist auch nur originell um der Originalität willen. Man kann diesen Jazz ganz unironisch solide nennen.

 

Unser Jahrhundert auf der Bühne

Ariane Mnouchkines Fähigkeiten als Regisseurin gehen einher mit einem ausgeprägten politischen Bewusstsein und einer unbeirrbaren ethischen Haltung.

 

Kadenzen

Es ist in der Tat im besten Sinne belehrend, wenn man so, in der unmittelbaren Gegenüberstellung, wahrnimmt, wie unterschiedlich man mit dem gleichen Fundus umgehen kann.

 

Lob der Restaurierung

G. W. Pabsts Meisterwerk erweckt einige der großen (Film-)Schauspieler zu neuem Leben, darunter die junge Greta Garbo, Asta Nielsen und Werner Krauß.

 

Mailänder Spitzen

Heute nennt man das „Zickenkrieg“, was zwischen Maria Stuart und Elisabeth von England stattfand. Gaetano Donizetti hat den Stoff, den man in der komplexeren Fassung von Schillers Drama kennt, kongenial in Musik umgesetzt.

 

Tanzmusik

Was den Stücken in der Kompilation Dancing Peregrina gemeinsam ist, sagt schon der Titel: sie laden zum Tanzen ein. Und sie kommen tatsächlich aus aller Welt. Woher auch sonst?

 

Begnadete Komik

Es ist dies eine typische Produktion der Salzburger Festspiele in der Ära Karajan: Die Stückwahl geht auf Nummer sicher, das Ensemble setzt sich aus Stars zusammen, die, wenn nicht tatsächlich die besten, so jedenfalls die populärsten Schauspieler jener Zeit waren.

 

Povest` auf Deutsch

Die Erzählungen Joseph Roths standen stets im Schatten seiner Romane - zu Unrecht. In ihnen erweist er sich als ein Verwandter von Anton Tschechow und von Peter Altenberg.

 

Stichwort: Realistisches Musiktheater

Dass die Inszenierungen, auch für jene, die Felsensteins Vorlieben teilen, in den Jahren seit ihrer Entstehung ein wenig Staub angesetzt haben, ist nur normal. Theatergeschichtlich sind diese Aufzeichnungen allemal interessant.

 

Vielfalt

Lila Downs’ Stimme ist eher als ausdrucksvoll denn als „groß“ zu bezeichnen. Sie holt aus dem musikalischen Material heraus, was darin enthalten ist, und noch ein bisschen mehr.

 

Musical mistakes

Spike Jones hatte sich längst als Jazzmusiker auf verschiedenen Instrumenten, zuletzt am Schlagzeug bewährt, als er sein eigentliches Talent als Musikkomiker entdeckte.

 

Barock romantisch

Mit der Differenzierung und Auskostung der Klangfarben, die das Symphonieorchester ermöglicht, geht bei Stokowski eine emotionalisierende Interpretation einher, die nicht selten bis zum Kitsch vordringt und wohl eben deshalb so populär wurde.

 

Agitprop

Dem höhnischen Gelächter derer, deren Gehirne durchsetzt sind von der Agitation und der Propaganda des Kapitals, wird auch dieses Glanzlicht der deutschen Filmgeschichte nicht entgehen.

 

Liedermacher und Cantautori

In einem seiner Texte schwärmt Pippo Pollina von den siebziger Jahren. Die Dinge, an die er da erinnert, lassen einen in der Tat melancholisch werden.

 


Fernseh-Vor-Bild

Kluge schafft es, Interesse zu wecken auch an Themen, die einen nicht von vornherein interessieren.

 

Möglichkeiten des Mediums

Wenn ein Meister wie Claudio Abbado alle Symphonien Beethovens bei einer Serie von Konzerten mit den Berliner Philharmonikern in Rom und Berlin (die Neunte) aufzeichnet, kann man davon ausgehen, dass er nicht einfach wieder dort ansetzt, wo Karajan aufgehört hat.

 

Der Autor und sein Verleger

Sie umschmeicheln sich und drohen, machen einander Komplimente und kämpfen um jeden Zentimeter Boden.

 

Für Angelopoulos

Die Vorliebe für das Cello und auch für das Fagott und die Oboe verleihen dieser Musik eine Wärme, eine Innigkeit, die auch ohne Bilder ihre Wirkung tun.

 

Der König der Geiger

Wenn es so etwas wie ein besonderes jüdisches Talent gibt, so liegt es nicht in den Genen. Es ist ein Produkt der Diaspora. Wer bietet eine plausiblere Erklärung an?

 

Gemälde des Lebens

Thalheim bringt tatsächlich Text, Musik und nicht zuletzt den Vortrag auf jenen gemeinsamen Nenner, der mit Fug und Recht „Chanson“ heißt und sich vom deutschen Lied ebenso unterscheidet wie vom angloamerikanischen Song.

 

Die Schönheit des Denkens - statt einer Rezension

Das Prinzip der Montage erreicht bei Alexander Kluge einen neuen Gipfel.

 

Ein Jahrhundertalbum live

Da kann einer auf die Bühne gehen, das Programm von 1968 vortragen und auf CD verbreiten, und nichts deutet auf die Zeit hin, die seit der ersten Aufnahme verstrichen ist.

 

Musicalklassiker

"The Pajama Game" gehört zum Besten, was der Broadway je hervorgebracht hat und hört sich noch heute an wie eine Anthologie der Möglichkeiten, die sich dem Musical-Song bieten.

 


Der Josefstadt-Stil

Ein Fresko der Jahrhundertwende von 1900, der sogenannten Décadence Wiener Prägung, wie man es kaum in einem anderen Drama finden wird.

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